…oder wenn man Pferde glücklich macht!

Ein Zauberpferd aus dem Tierschutzprogramm „Lebenspferd“. Kea hat uns in den letzten Wochen bereichert. Wir wünschen diesem Pferd eine ganz besonders schöne Zukunft!

Ende November 2018 steigt Kea aus dem Hänger. Sie erkundet sofort mutig die Halle am „Horse Resort am Sonnenhof“ und ihre neue Box, teilt uns nach zwei Tagen mit, dass sie genug Eingewöhnung hinter sich hat und nun mit der Herde raus will. Gesagt getan. Kea quietscht zwar laut, wenn sie auf neue Pferde trifft, bleibt aber immer höflich und eher auf Abstand. Generell ist sie sehr vorsichtig. 

In den ersten Tagen „beschnuppern“ wir uns im Team. Meine Kollegin Julia Kiegerl ist mit im „Team Kea“, so verbringen wir die ersten Tage mit Putzen, kleine Blessuren pflegen, ausgiebiger Fell- und vorsichtiger Hufpflege. Kea trägt vorne Megasus Horserunner, hinten ist sie barhuf. Charly Forstner, Chef des Aktiven Tierschutz Steiermark hat uns bereits im Vorfeld über Keas schwierige Hufsituation aufgeklärt. Keas Hufe sind in keinem guten Zustand, hinten links hat Kea Hufkrebs, wenn Charly die Sache – oder anders gesagt die Hufe selbst in die Hand nimmt, dann hilft Kea mit, tapfer lässt sie Spülen, Ausschneiden, Feilen usw. über sich ergehen. 

Anna und Kea from Einfach Reiten Lernen on Vimeo.

Bei den ersten Führübungen wird mir klar: Kea ist blitzgescheit. Sie reagiert so sensibel und fein auf meinen Körper, wie ich es bislang von meinem Nachwuchspferd Conversano Aquileja aka Konrad kenne. 

Kea soll durch das Projekt „Lebenspferd“ ein neues zu Hause finden. Sie wurde sehr lange nicht geritten und bekommt natürlich regelmässig während der Zeit der Ausbildung bei uns die Hufe versorgt. Bald ist sie schon in so guter Balance, dass sie die Hinterhufe länger für uns heben https://www.youtube.com/watch?v=KL1HgDIXbYEkann und dabei nicht ins Wanken kommt. Wir entschließen uns, die ersten 8 Wochen primär vom Boden aus mit Kea zu arbeiten.

Kea versteht die Hilfen irrsinnig schnell. Im Hinterkopf habe ich immer, dass wir ja einen schönen Lebensplatz für sie suchen, wo jemand eine gute Zeit mit ihr verbringen möchte. Für Kea sind die acht Wochen Bodenarbeit quasi Reha.

Sie lernt ihren Körper besser zu spüren, sie verlagert ihren Schwerpunkt mal mehr in Richtung Hinterhand, mal mehr in Richtung Vorhand. Die Arbeit mit dem äußeren oder inneren Hinterbein, sprich Kruppeherein oder Schulterherein ist zu Beginn noch etwas verwirrend, aber Kea gewinnt mit jeder gemeisterten und verstandenen Aufgabe an Selbstvertrauen. Immer wieder habe ich jedoch auch im Kopf: Kea soll ja auch als Reitpferd vermittelt werden – aber in der Ausbildung gibt natürlich das Pferd vor, wie schnell oder langsam etwas passiert.

Mental wäre Kea in jeder Trainingseinheit für neue Aufgaben zu haben. Körperlich müssen wir nach langer Pause zuerst Muskeln, Sehnen und Bänder wieder in Form bringen. Kea geht es nicht schnell genug. Sie möchte gefordert werden.Nach acht Wochen Reha- und Bodenarbeit steigt zuerst Julia in den Sattel, ich bleibe noch als Support am Boden und unterstütze die beiden an der Longe mit allen bereits bekannten Übungen. 

Und dann zeigt unser plüschiges Einhorn, dass es tanzen kann: 

Kea wird uns nun bald verlassen. Wir werden sie vermissen…aber wir freuen uns sehr, denn Kea hat in Punkto „künftiges Zuhause“ wahrlich den Lottosechser gezogen. 

Das Projekt Lebenspferd wurde übrigens 2018 ins Leben gerufen. Martina Klünsner von Tricky Horse war die erste Trainerin, die ein Pferd zu sich in Beritt und Ausbildung genommen hat. Fuchsstute Wakanda wurde nach drei Monaten erfolgreich vermittelt. Ziel des Projekts ist es, Pferden aus dem Tierschutz in ein schönes neues zu Hause zu vermitteln. Das nächste Pferd ist bereits ab März bei Martina zur Ausbildung.  Weitere Infos zum Projekt gibt es hier

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