Nur weil man lauter wird, heißt das nicht, dass der Angebrüllte die Botschaft besser versteht. Feine Kommunikation mit dem Pferd gelingt vor allem über Körpersprache. Heißt jetzt auch nicht, dass man wild gestikulieren muss. Heute geht es darum, mit fünf Tipps die Kommunikation mit dem Pferd zu verbessern.

Das Pferd kann nicht nachfragen, es kann nur – manchmal mehr oder weniger deutlich zeigen, dass es uns nicht verstanden hat.

Viel zu oft konnte ich auch beobachten, dass wir uns durch Liebe und Fürsorge erwarten, dass das Pferd im richtigen Augenblick „funktioniert“ – es ist ja sonst im Leben einiges bestellbar.
Eines der schönsten Zitate von Bent Branderup, nämlich:

„Two spirits who want to do what two bodies can do“

kann nur funktionieren, wenn man sich selbst in seinen pädagogischen Fähigkeiten als Ausbilder seines Pferdes laufend verbessert und hinterfragt. Hier nun der zweite Teil der 10 Gesetze, um ein guter Gesprächspartner für sein Pferd zu werden. Den ersten Teil gibt’s noch mal hier zum Nachlesen.

6. Ohne Aufmerksamkeit keine Botschaft!

Aufmerksamkeit ist das A und O. Aufmerksamkeit weckt man auch beim Menschen am ehesten durch Begeisterung und positive Bestärkung. Als Reiter sollte man die Einheiten so gestalten und formulieren, dass das Pferd den Inhalten auch aufmerksam folgen kann. Schweift die Aufmerksamkeit von Reiter und/ oder Pferd aber ab, dann ist das gesamte Training vergebene Liebesmüh. Und – wer seine Pferde oftmals lobt und ihnen auch „leichtere“ Aufgaben stellt, durch die sie an Stolz und Selbstvertrauen gewinnen, hat Pferde, die gerne mitarbeiten und „beim Reiter“ sind. Geben wir unseren Pferden also auch eine Umgebung, in der es lernen kann!

7. Richte das Augenmerk auf Verbesserung während der kommenden Woche und ziele nicht auf Perfektion in der Zukunft.

Ich glaube dem ist nichts hinzuzufügen ☺

8. Gib nicht mehr Info als nötig!

Selbst wenn man als Reiter möglicherweise bereits seinem jungen Pferd um einige Ausbildungsstufen voraus zu sein scheint: Kleine Ziele sind die besseren Erfolgsgaranten. Ein (junges) Pferd mit allen Hilfen gleichzeitig zu überfordern schießt über das Ziel hinaus. Es macht ja auch Sinn, Kindern der Grundschule jeden Buchstaben einzeln beizubringen und nicht gleich ein ganzes Buch vorzulegen.

9. Zwei müssen mitmachen – nicht nur einer!

Bodenarbeit: Zweibeiner völlig verschwitzt, Pferd steht gähnend da. Es hilft nichts, wenn man selbst das beste „Turnprogramm“ in und rund um sein Pferd vollführt. Wer brüllend und wild gestikulierend agiert, der kann sich nur schwer verständlich machen. Wer leise und mit Bedacht spricht und seine Hilfen setzt, der arbeitet miteinander und nicht aneinander vorbei. Voller und übertriebener Körpereinsatz verspricht noch lange kein gutes Trainingsergebnis!
ABER: Ein schwitzendes Pferd (vor allem am Hals) zeugt NICHT von einer qualitätvollen Arbeit. Im Gegenteil übermäßiges Schwitzen kann auf Verspannungen hinweisen!

10. Erfolg zeugt Erfolg!

Belohnung per Stimme, Leckerli etc. ist das Wichtigste. Loben darf man sich aber auch ruhig mal selbst, wenn man einen Inhalt gut vermitteln konnte. Rechtzeitig gesetztes Lob kann auch den Selbstwert des Pferdes verstärken – nicht umsonst werden die Pferde mit jeder neuen Lektion, die sie beherrschen schöner und stolzer.

Und: Das Pferd braucht dennoch deutlich mehr positive Verstärkung als der Reiter. Ich möchte vor allem aus einem  Grund darauf hinweisen: Oftmals reiten wir nicht mehr für unsere Weiterentwicklung als Pferd/ Reiterpaar. Gerade in einer sehr leistungs- und wettkampfgeprägten Umgebung führt der selbst gesetzte Erwartungsdruck dazu, alle pädagogisch wertvollen und geduldigen Ansätze über Bord zu werfen – nur für einen kleinen Erfolgsmoment vor den Augen anderer.

In diesem Sinne: KOMMUNIZIEREN wir EINFACH 😉

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