Jahresrückblick 2018

Jahresrückblick 2018

2018 ist bald Geschichte. Wieder ist viel passiert, wieder habe ich viel über mich selbst gelernt. Das meiste haben mir auch heuer meine Pferde beigebracht – aber natürlich auch viele liebe Kollegen, deren Unterstützung ich sehr schätze. Aber schauen wir doch einmal zurück, was heuer passiert ist: 

Von Kälte, Sonnenstrahlen und Freudenspendern

Jänner: Die erste Reise des heurigen Jahres führt mich – fast schon traditionell – seit 2015 nach Dänemark zum Treffen der lizenzierten Bent Branderup Trainer. Wir haben dort viele Ideen und Projekte besprochen – natürlich stand auch unser Buchprojekt an der Tagesordnung: Mittlerweile gibt es ja schon drei Bände und Band vier ist auch gerade in der finalen Bearbeitung. Neben Beziehungspflege/ Horsemanship haben wir Groundwork/ Bodenarbeit Longieren/ Longework und jetzt eben Band vier zum Thema Einreiten (Riding the horse in) bereits umgesetzt. 

Nach den kühlen Trainertagen tanke ich Wärme und Energie in La Palma. Nach den frostigen Temperaturen im Jänner freue ich mich auf ein wenig Sonne in Spanien. Allerdings bin ich freilich nicht zum Urlauben in Spanien. Natürlich geht es auch hier um Unterricht und Begleitung: Im Artikel „Von einsamen Wölfen und Sonnenstrahlen“ könnt ihr meinen Bericht nachlesen. 

Februar: Die Enttäuschung. Ich hatte gehofft den eisigen Temperaturen zu entkommen und bereits im Februar dem Frühling entgegen zu blicken. Mitnichten. Ende Februar unterrichte ich bei Minus 18 Grad einen Wochenendkurs und meine Heizdecke segnet das Zeitliche. Im absolut passenden Moment muss das Ding den Geist aufgeben. Meine Schüler sind jedoch an Motivation nicht zu überbieten. Das hält nicht nur innerlich warm. 

März: Im März komme ich kaum zum Verschnaufen. Der Kalender ist voll. Im Reiters Resort im Burgenland in Österreich werden Lipizzaner gezüchtet. Es ist Anfang März noch immer klirrend kalt, aber meine Begeisterung für Lipizzaner hält mich auch an diesem Wochenende warm. Besonders stolz bin ich auf meine Schülerin Julia Kiegerl, die mich in Punkto Unterricht unterstützt. Gerade beim mobilen Unterricht gibt es Grenzen – ich kann nicht alle Anfragen annehmen, so hat Julia einige Schüler auf dem Weg zur Akademischen Reitkunst begleitet. Am Kurs im Burgenland zeigen sie nun ihr Können und ich bin tief beeindruckt von der schönen Arbeit die Julias Schüler zeigen! Eine Woche später steht ein Kurs in Kärnten am Programm. Auch hier freue ich mich über die Fortschritte meiner Schüler. Zwei Wochen später steht der nächste Kurs in Niederösterreich im Kalender . Der März stand quasi unter dem Zeichen der Österreich Kurse! 

Sitz, Platz, Bent Kurs

April: Es geht ab in die Schweiz und zum ersten Mal ohne Komplikationen in Punkto Reise. In der Schweiz hat sich eine kleine Gruppe Gleichgesinnter gefunden, die zusammen lernt und gemeinsame Fortschritte mit Freude teilt. Ich freue mich sehr auf alte und neue Gesichter. 

2019 bin ich bei Najat Zinbi/ Silvio Pfister in der Schweiz zu folgenden Terminen: 6. und 7. April, 8. und 9. Juni und 21. und 22. September!

Eine Woche später gibt es wieder einen Österreich Kurs – diesmal ist ein sympathischer Pferde-Senior unter den vierbeinigen Teilnehmern. Bei endlich angenehmen Frühlingstemperaturen freue ich mich besonders, wenn Pferdebesitzer auch mit ihren „Oldies“ neu durchstarten um Körper und Geist ihres Pferdes vital und gesund zu halten. 

Ein weiteres Highlight im April ist der Kurs mit Hanna Engström am Horse Resort „am Sonnenhof“ in Hart bei Graz. Hanns Kursbericht könnt ihr hier nachlesen

Hanna kommt übrigens am 2. und 3. März 2019  erneut zu uns! Zuschauertickets sind noch zu haben. Wir beschäftigen uns natürlich wieder mit dem Reitersitz! 

Im Mai stehen bei mir Kurse in Bratislava und in Niederösterreich an. Außerdem kommen meine lieben Schüler Viktoria Portugal und Jasmin Soyal als Woschenschüler Ende Mai auf den Sonnenhof. Stichwort Besuch: Auch Jossy Reynvoet war wieder zu Besuch in Österreich.  Nach einem Trainingstag am Sonnenhof haben wir Zwischenstation am Barockpferdehof Schoderlee gemacht und im Waldviertel einen Kurs arrangiert. Natürlich gibt es eine Nachlese

Juni: Bent Branderup kommt für einen Wochenendkurs an den Sonnenhof in Hart bei Graz. Wir haben wieder fast 80 Zuschauer vor Ort und freuen uns über das große Interesse an der Akademischen Reitkunst. Ich bin natürlich besonders stolz über die bestandene Wappenträgerprüfung meiner Schülerin Viktoria Portugal. Zu Tränen rührt mich meine liebe Stute Pina, die mich durch den Kurs trägt, als würden wir ständig an Feinheiten feilen. Mitnichten, denn Pina ist eigentlich mehr mit meinem Vater in Wald und Wiese unterwegs und springt an diesem Kurs für den verletzten „Konrad“ ein. Nach dem Kurs gönne ich mir mal Urlaub und fliege nach Sardinien, bevor es auf den nächsten Wochenendkurs in die Schweiz geht. 

Drei Teile Kursrückschau auf den Kurs mit Bent Branderup gibt es hier: 

Teil 1
Teil 2
Teil 3 

Im kommenden Jahr freuen wir uns auf Bent Branderup am letzten Juni Wochenende 2019 in Graz. 

Und endlich ist es Sommer…Reisezeit mit Hindernissen

Juli: Ab geht es zum ersten Kurs nach Tschechien, wo ich unheimlich viele interessierte neue Schüler treffe. Bei hitzigen Sommertemperaturen halten wir ohne Schatten fleissig durch und verbringen einen schönen Sommerabend mit vielen Gesprächen rund um die Akademische Reitkunst und Pferde am romantischen Lagerfeuer mit selbst gemachten Mojitos. So könnte wahrlich jedes Wochenende sein. Ende Juli geht es dann noch in die Schweiz zu einem spannenden Kurs, organisiert von Markus Eschbach. Ein schönes Feedback hat Vanessa Paladin geschrieben: https://wege-zur-reitkunst.ch/kursbericht-anna-eichinger/

Im kommenden Jahr sind erneut Kurse bei Markus Eschbach geplant, nämlich am 27. und 28. April und 23. und 24. November 2019 

Abgesehen von einigen Komplikationen bei der Heimreise (ich strande mit tausenden, weiteren Passagieren in Frankfurt beim Umsteigen) habe ich auch hier tolle Pferdeleute kennen gelernt. 

August ist immer Zeit der Sommerakademie. Diesmal sind meine Schüler Viktoria Portugal und Sonja Grätz erstmalig mit dabei. Wir haben wunderbare Tage in Dänemark, lernen neue Kollegen kennen und lachen mit liebgewonnenen Pferdemenschen. Mein Leben fühlt sich an dieser Stelle echt „rund“ an 🙂  Abgerundet wird der August durch Kurse in Niederösterreich und Kärnten. 

Im September nehme ich mir zwei Wochen Zeit für Kreatives. Die einen meinen ich sollte mal Urlaub machen, für mich fühlt es sich aber nicht nach Arbeit an, schließlich bin ich den ganzen Tag von meinen Zwei- und vierbeinigen Lieben umgeben! Mehr wird noch nicht verraten 😉 

Wenn einer eine Reise tut…dann ist es mit der Schweiz 2018 eher kompliziert. Nach einer nicht wirklich ruhigen Nacht, mehreren Behinderungen, Busfahrten und mehrmals Umsteigen komme ich quasi etwas gerädert in Graubünden an. Meine Schüler sind bester Laune und das ist ansteckend. Eine Woche später verbringe ich mit Meditation im Stift Zwettel in Niederösterreich. Was für ein krasser Kontrast! 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu…

Der Oktober ist quasi Kursmonat des Jahres. zuerst gebe ich einen Wochenendkurs in Tulln, alle Einheiten werden diesmal auch filmisch festgehalten und stehen den Schülern im Anschluss an die Trainingseinheiten zur Verfügung. Ich bekomme tolles Feedback für diesen Service, schließlich kann es im Eifer des Trainings schon mal passieren, dass man sich nicht jedes Wort und jedes Bild merken kann! Das herbstliche Kaiserwetter birgt einen Nachteil: Man verkühlt sich leicht. Und so fahre ich mit dem schlimmsten Schnupfen und Husten des Jahres 2018 eine Woche später mit meinem Conversano Aquileja aka Konrad nach Ainring auf unseren allerersten Kurs – und das auch noch auswärts. Konrad zeigt sich von seiner besten Seite und macht am Kurs alles alleine, während ich mit Schnäuzen und Atmen beschäftigt bin. Zauberlipizzaner 🙂 

Kursnachlese Teil 1
Kursnachlese Teil 2

Eine Woche später reite ich Tabby beim Kurs mit Christofer Dahlgren: Kursschwerpunkt sind Rhythmus, Takt und Tempo – und eine riesige Portion Spaß. Nachzulesen in folgendem Artikel

Im November gilt es nochmal: Vollgas. Zwischen den letzten Wochenendkursen in Kärnten, und Niederösterreich bleibt noch Zeit für einen Besuch in Piber. Immer schlecht, wenn man „nur“ schauen will. Und dann kam noch der „Maestoso Amena“, der künftig unsere Lipizzaner Familie verstärken wird. 

Der Dezember lässt das heurige, extrem schnelllebige Jahr ausklingen. Ich freue mich, wenn es nun ruhiger wird. Fast schon traditionell gibt es eine vorweihnachtliche Reise zu meiner lieben Kollegin Hanna Engström, bei der ich die Woche vor Weihnachten verbringe und mich rund um das Thema „Reitersitz“ fortbilde.

Und dann heißt es erstmal Urlaub, Weihnachten, Zeit mit den geliebten Zwei- und Vierbeinern genießen

Ich freue mich auf ein ereignisreiches Jahr 2019 mit allen Lesern, Schülern, Pferden, Kollegen und Wegbegleitern,

 

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Projekt LebensPferd

Projekt LebensPferd

Über 60 Pferde befinden sich in der Obhut des Aktiven Tierschutz Steiermark. Neben älteren Pferden, die dort ihren wohlverdienten Ruhestand genießen dürfen, finden allerdings auch immer wieder Pferde durch finanzielle Probleme, veränderte Lebenssituationen der Vorbesitzer oder andere Umstände den Weg zum Aktiven Tierschutz Steiermark.

Pferde, die es eigentlich verdient haben, noch Vieles in ihrem Leben zu entdecken, Spaß zu haben und schöne, spannende Ausritte zu genießen, anstatt zwischen den anderen Senioren dahinzudümpeln und sich zu langweilen!

 

„Kea“ ist also seit 23. November auf dem Sonnenhof zu Hause und besucht hier die Schule bei Julia Kiegerl und mir.

Bislang haben wir uns viel mit der Basis am Boden beschäftigt. Kea macht mir und Julia Kiegerl die Arbeit ungemein einfach. Sie ist immer lieb und motiviert, lernt super schnell und freut sich sehr über Lob.

Sich über Lob tatsächlich freuen zu können – das ist für viele Pferde auch keine einfache Sache. Zu hoch sind die Erwartungen der Menschen, zu viele Forderungen, zu unklar formuliert, zu wenig Lob generell.

Kea zeigt sich uns gegenüber allerdings sehr aufgeschlossen.

Wie schon gesagt kam sie über das Projekt LebensPferd zu uns:

Projekt LebensPferd – was ist das?

Der Aktive Tierschutz Steiermark – Tierschutzhaus Arche Noah hat dieses Projekt im heurigen Jahr ins Leben gerufen. Dass Katzen oder Hunde über den Tierschutz vermittelt werden ist bekannt. Beim Projekt Lebenspferd geht es nun um etwas größere Vierbeiner, die sich freuen, Zeit gemeinsam mit „ihrem“ Menschen schön zu verbringen. 

Viele Pferde landen aus den unterschiedlichsten Gründen beim Aktiven Tierschutz. Jedes Pferd hat seine Geschichte – und natürlich wird jedes Pferd ordentlich versorgt. Aber Pferde brauchen nicht nur ordnungsgemäße Obsorge – sie freuen sich über die Zeit, die sie mit Menschen verbringen können, sie möchten gerne eine Aufgabe.
Hier denke ich gerne an die Erfahrung mit meiner Stute Barilla zurück:

2006 wurde meiner Stute Barilla vom Tierarzt möglichst viel Bewegung auf der Weide bzw. Koppel „verschrieben“, dazu kam natürlich eine längere Reitpause.

Das war lange bevor wir die Akademische Reitkunst für uns entdeckten. Ich besuchte Barilla natürlich regelmässig, aber ich hatte zunehmend den Eindruck, dass sie unter Langeweile und Eintönigkeit litt. Und das, obwohl wir mit der Reiterei nicht auf einen grünen Zweig gekommen waren.

Den Pferden aus dem Projekt LebensPferd geht es vielleicht ähnlich. Auch sie freuen sich über Ansprache und Kommunikation.

Das Projekt LebensPferd bringt also zuerst einmal Trainer und Pferde zusammen.
Das erste Pferd, das durch dieses Projekt ein neues Heim gefunden hat, war die Fuchsstute „Wakanda“ – ihre Geschichte kann man hier nachlesen. Nachdem Kea den Sonnenhof kennen gelernt hat, geht es nun an die Arbeit. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit „beschnuppern“ wir uns. Kea geht brav mit auf die Koppel oder in die Halle. Am ersten Tag war sie ein wenig nervös in der neuen Umgebung.  Nach zwei Tagen weiß Kea aber schon über alle Abläufe im Stall Bescheid. Wir lassen sie langsam ankommen, erkunden alle Ecken und Winkel des Sonnenhof.

Kea lässt sich überall anfassen, putzen und auch der Wasserschlauch ist für sie nicht bedrohlich. Obwohl wir uns noch nicht kennen zeigt sie sofort ihr offenes Wesen. Sie ist allen Menschen gegenüber äußerst höflich.

Kea lernt dann wenige Tages später die Basis der Bodenarbeit kennen. Dazu gehört gemeinsames Angehen und Halten, das Beibehalten einer parallelen Führposition, die Entwicklung einer bestimmten „Synchronität“. Haben wir dieses Ziel einmal erreicht, geht es weiter mit der Gymnastik. Aktuell lernt Kea die sekundären Hilfen kennen, das heißt, den inneren und den äußeren Schenkel, den inneren und äußeren Zügel. Diese Hilfen bringen Julia und ich der gelehrigen Stute in der Bodenarbeit bei. Das heißt wir bewegen uns rückwärts vor dem Pferd her, die Gerte wird wie ein verlängerter Arm zeigend benutzt. Bei dieser Arbeit zeigt sie sich super gelehrig und konzentriert, vor der Gerte fürchtet sie sich nicht. Nach wenigen Tagen versteht Kea schon viele Grundbegriffe der Akademischen Bodenarbeit. Mit ihrer charmanten Art und ihrer Intelligenz hat sie uns natürlich sofort für sich gewonnen.

Wir werden weiterhin für euch Keas Ausbildung und ihre Entwicklung dokumentieren. Es wäre wunderbar, wenn Kea im Anschluss an ihre Ausbildung auf diesem Weg einen Menschen findet, der gemeinsam mit ihr Freude an Bewegung, Spaziergängen und gemeinsamen Lernen hat. Kea lernt gerne, also hätte sie – so denken wir – auch gerne jemand an ihrer Seite, der Spaß daran hat, ein Puzzle zur Reitkunst zusammen zu setzen! Ich freue mich sehr, dass wir Kea auf dem Weg zu „ihrem Menschen“ unterstützen dürfen!

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Das Lipizzaner Update

Das Lipizzaner Update

Mein „kleiner“ Lipizzaner Conversano Aquileja aka „Konrad“ wird im kommenden Jahr fünf Jahre alt. Ende Mai 2018 hat sich Konrad in der Box verlegt. Er hatte eine tiefe Wunde unterhalb des Karpalgelenks, diese musste genäht und geklammert werden. Erst Mitte Juli durfte Konrad wieder auf die Koppel zu seinen Freunden. Die Freude war natürlich groß, beim Toben und Spielen schlug sich Konrad ein Hämatom an der oberflächlichen Beugesehne, auch die tiefe Beugesehne hatte etwas von dem großen Bluterguss abbekommen. Erneute Ruhe und Schonung. 

In dieser Zeit habe ich irrsinnig viel über Konrad und unsere Beziehung gelernt. 

Konrad hat sich während der gesamten Rekonvaleszenz mustergültig verhalten. Er hat mir immer zugehört, mir immer vertraut, selbst wenn die lange Zeit des Schrittspazierens äußerst langweilig war. Er ging auf die geforderte Ruhe und Geduld so brav ein, dafür habe ich mir ständig etwas Neues einfallen lassen, um ihn bei Laune zu halten.

Eine große Stütze war natürlich auch sein bester spanischer Freund „Idolo“. Die beiden hatten während der Sommermonate tagsüber am befestigten Trail Auslauf, die heißen Sommertage haben aber die „Hitzigkeit“ der beiden Schimmel gebremst, tagsüber wanderte man dann bevorzugt in eine Box, was das spätere Projekt „Offenstall Diätgruppe für Barocke Typen“ vorangetrieben hat. 

Ende August zogen dann drei Herren in eben diese Diät Gruppe. Neben den beiden Schimmeln wurde der braune Warmblut/Iberer Mix „Picasso“ zum Glücksbringer der Truppe, Konrad wurde indes Chef der Partie. Eine erneute Schall-Untersuchung an den Sehnen gab großartige Entwarnung: Alles war gut verheilt; Die Anweisung vom Tierarzt lautete: „Reite am ersten Hufschlag, wo der Boden schön fest ist und setze Belastungsreize im Trab“. 

Na bravo. Da Konrad unheimlich stolz ist, wenn ich auf seinem Rücken Platz nehme habe ich immer wieder an der Aufstiegshilfe aufsteigen und absteigen geübt. Mal sind wir auch ganz mutig eine Runde durch die Halle gestapft, aber von Reiten war bislang natürlich nicht wirklich die Rede. Schließlich entscheiden die Wachstumsfugen über den Reifegrad eines Pferdes- und letzte Studien zu diesem Thema zeigen: Regelmässiges Reiten vor dem 5. bzw. 6. Lebensjahr ist zu überdenken. Aber selbst wenn die Wachstumsfugen geschlossen sind, ist zu Vorsicht zu raten, wenn der Gelenkknorpel erst mangelhaft ausgebildet ist. 

Wie gesagt – von wirklichem Reiten war noch nicht die Rede. Also habe ich mich dafür entschlossen die vom Tierarzt vorgegebenen Belastungsreize am Boden zu setzen. Wir haben also brav unsere Runden am ersten Hufschlag absolviert – und zwar am Langzügel. Für Konrad war es überhaupt kein Problem die Hilfen aus der Bodenarbeit, zuerst in den Crossover und dann in die Langzügelposition zu übertragen. Nach wie vor hatte ich allerdings mit meiner Feinabstimmung von Lob und vorwärtstreibenden Stimmhilfen meine Tücken. Dafür klappen Vollbremsungen auf „brav“ ganz hervorragend. 

Zusätzlich zur Langzügelarbeit haben wir uns in der Handarbeit gespielt. Und einmal in der Woche durfte sich Konrad wie ein Held fühlen, wenn ich den Schulungssattel auf seinen Rücken gelegt habe und für ein paar Minuten ein paar Runden in der Halle marschiert bin. Irgendwann war uns dann die Halle zu öde und wir sind einfach mal eine Runde auf dem Viereck gelaufen – Konrad zeigt sich bei jedem Ausbildungsschritt immer aufgeschlossen, neugierig und extrem mutig. Ich habe nie das Gefühl auf einer Remonte zu sitzen, mein junges Pferd zeigt sich ausbalanciert und im Gleichgewicht.

Mitte Oktober kam es dann zu unserer ersten großen Ausfahrt. Beim Kurs mit Bent Branderup in Ainring rund um die Parade hat Konrad gleich mal gezeigt, dass er Hankenbiegung im Blut hat. Mein kleiner Lipizzaner war bei seinem „ersten Mal“ auswärts und großer Kurs ausnehmend brav. Ich denke er hat an diesem Tag nicht nur erneut mein Herz erobert. In der ersten Einheit haben wir unsere Bodenarbeit gezeigt, in der zweiten Einheit unsere Kommunikation mit größerer Distanz an der Longe auf die Prüfung gestellt und in der dritten Einheit an allen Dingen gefeilt. Daneben haben wir zwischen den Einheiten mal „eben so“ einen Satteltest absolviert und neue Freundschaften (natürlich mit spanischen Schimmeln) geschlossen.

Eine Woche später war Konrad dann auch für zwei Einheiten beim Kurs mit Christofer Dahlgren mit dabei. In vertrauter Umgebung war Zuhören und „Angeben“ natürlich noch einfacher. Sehr spannend waren hier auch nochmal die Inputs von Christofer, die wir in den nächsten Wochen natürlich als Hausübung betrachtet haben. Wir haben uns hier mit Tempounterschieden im Trab und Galopp gespielt und einer Verfeinerung der Hilfengebung, die Konrads Eigenverantwortung bei der Einhaltung eines bestimmten Tempos in Trab oder Galopp fördern soll. 

Konrad hat alle Kurse so wunderbar absolviert, er war immer bei mir mental und physisch in Balance. 

Diese Erfahrung unterstreicht für mich persönlich nicht nur die Besonderheit der Lipizzaner, sondern auch die besonders gute Aufzucht in Piber. Hat man das Herz eines Lipizzaner erobert, (oder eher umgekehrt, man verfällt diesen besonderen Wesen einfach) passieren unglaubliche Dinge. Und so kam es zu einer völlig überraschenden Vergrößerung unserer Lipizzaner Familie Ende November. 

Da schaut „Konrad“ nicht schlecht. Er hat einen kleinen Bruder bekommen.

Eigentlich wollten wir ja „nur schauen“. Aber Maestoso Amena 47 eroberte im Hand- und Hufumdrehen unser Herz. Ende November wurde er also aus Piber von der Hengstation Wilhelm, wo er bis zuletzt die spätherbstlichen Tage rund um das Gestüt bergauf bergab mit seinen Freunden genießen konnte in die Pferdeklinik gebracht. 

Um auch diesem Pferd ein möglichst schönes Leben mit Freunden auf der Koppel (so wie er es von Kindesbeinen an kennt) zu ermöglichen ist eine Kastration leider unumgänglich. Ich bin sehr froh am „Horse Resort am Sonnenhof“ einen Platz für all meine Pferde gefunden zu haben, der mit seinem Paddock-Trail, 24 Stunden Heu, ausreichend Bewegungsmöglichkeit und einem großen Sozialverband in der Herde seinesgleichen sucht. 

„Amena“ wie er in Piber gerufen wurde, kam also Ende November in die Klinik zur Kastration. Dort hat er sich ebenso wie Konrad mustergültig und brav verhalten. Auch die zweite Hängerfahrt ganz alleine zum Sonnenhof hat er ebenso mit Bravour geschafft. Ruhig stieg er aus dem Hänger und erkundet seitdem seine neue Umgebung und lernt nun seine neuen Freunde kennen. 

Im Sommer 2018 habe ich Konrads „Stubalm“ besichtigt, dort wo die Lipizzanerbuben ihre Trittsicherheit, Ausgeglichenheit, Kondition und „Härte“ bekommen. Dort wo sie Pferd sein können und eine gute Kommunikation lernen. Damals haben wir die Verkaufspferde gekrault und liebkost. Wer hätte damals gedacht, das genau eines dieser ganz besonderen Pferde noch heuer bei uns einziehen sollte? 

Ich freue mich über weitere Lipizzaner Updates und hoffe ich bin ein wenig „ansteckend“ – mit meiner Begeisterung für diese wunderbaren Pferde! 

Gemeinsam Frei

Gemeinsam Frei

Von Pferden können wir eine ganze Menge lernen. Besonders für und über unsere Persönlichkeit. Das haben sich auch Kati Westendorf und Lukas Umbach gedacht – gemeinsam basteln sie an spannenden Projekten, über die sie im aktuellen Blogbeitrag mehr erzählen: 

Wie habt ihr euch kennen gelernt und das gemeinsame Thema geboren?

Bereits vor einigen Jahren stießen wir aufeinander und bemerkten, dass wir ein gutes Team in Sachen Austausch bilden. Wir besuchten uns hin und wieder gegenseitig, schickten einander Nachrichten, Bilder und Videos und schafften eine Basis, auf der wir jederzeit offen und ehrlich kommunizieren konnten, wodurch ein echter Mehrwert füreinander entstand.

Nach einer Weile des Austauschs fanden wir uns regelmäßig in Ideen wieder, die wir gerne zusammen umsetzen wollten. Mittlerweile gab es räumlich 200km mehr Distanz als vorher, weshalb es häufig an der Umsetzung haperte. Wie sich herausstellen sollte, war es damals aber einfach noch nicht an der Zeit, denn die Dinge passieren unserer Meinung nach immer genau dann, wenn die Zeit dafür reif ist und sie in die Welt sollen. So entstand also aus unserer Selbstreflexion und unserem Austausch eine gemeinsame Begeisterung für die Themen Freiarbeit und Persönlichkeitsentwicklung, die uns auf unseren individuellen Wegen schon einige Jahre begleitet hatten.

Warum ist euch Persönlichkeitsentwicklung ein Anliegen?

Die Persönlichkeitsentwicklung in all ihren Facetten begleitet uns alle unser ganzes Leben lang. Jeder Moment, den wir erleben, jede Situation, die wir meistern und jeder Mensch, dem wir begegnen, trägt dazu bei, dass wir uns „weiter“ entwickeln und sich unsere Persönlichkeit anpasst. Häufig läuft dieser fortwährende Prozess unterbewusst ab. Wir sehen eine große Chance darin, sich diese Prozesse (zumindest in Teilen) bewusst zu machen und dadurch in einen besseren Kontakt mit uns selbst und letzten Endes auch unserer Umwelt zu treten. Vielleicht ist die bewusste Persönlichkeitsentwicklung letzten Endes eine Reise zu sich selbst, die uns hilft zu verstehen.

Diese Reise zu sich selbst und in diese tiefe Verbindung zum Pferd gelingt in unseren Augen vor allem durch die Achtsamkeit und deren Präsenz im Zusammensein mit Pferden. Durch die Achtsamkeit werden wir entschleunigt, was in unserer alltäglichen Schnelllebigkeit häufig absolut notwendig ist, um unser Gegenüber überhaupt ehrlich wahrnehmen zu können. Unsere Pferde können uns dabei helfen, den Kontakt zu uns selbst wieder herzustellen, wenn wir mutig genug sind, unseren Ängsten zu begegnen und sie anzunehmen. Es geht nicht um eine Selbstoptimierung oder eine Bewertung seines eigenen seelischen Zustandes, sondern darum, die Wahrnehmung für eigene Bedürfnisse und denen des Pferdes zu schulen und die Kommunikation so liebevoll gestalten zu können, dass Mensch und Pferd ihren Raum bekommen dürfen. Es geht nicht darum, keine Grenzen setzen zu dürfen und es geht auch nicht darum, sich selbst gänzlich aufzuopfern und sämtliche Wünsche über Bord zu werfen. Im Gegenteil.

Kann man euer Thema vergleichen mit Coaching mit Pferd, Managerausbildung und Kommunikationstrainings mit Pferden?

Mittlerweile gibt es in diesen Bereichen so viele verschiedene Ansätze, dass es uns schwer fällt diese Frage abschließend zu beantworten. Mit Sicherheit gibt es Überschneidungen und Parallelen zu anderen Ansätzen. „Gemeinsam Frei“ hebt das Pferd als eigenständiges Individuum mit eigenen Themen und Bedürfnissen hervor, wobei das Pferd nicht bloß spiegelt, auch wenn Pferde ohne jede Frage wahre Meister darin sind zu spiegeln. Außerdem versteht sich unser Thema Gemeinsam Frei nicht als ein striktes System oder ein Ausbildungskonzept, sondern viel mehr als eine Inspiration, aus der sich jedes Paar den Teil herausfiltern darf, den es für sich im Hier und Jetzt gebrauchen kann.

Eure Pferde dürfen ihre Meinung kund tun. Wird das auf Dauer riskant? Wie ist eure Erfahrung damit, wenn ihr auf Pferde stößt, die sehr wenig Ausbildung haben. Pferde wo anderswo die Meinung lauten würde: Der gehört mal ordentlich in eine Horsemanship Ausbildung?

Uns geht es darum, ein Miteinander zu schaffen, dessen Basis nicht erschüttert werden kann. Ein ehrliches Miteinander kann unserer Auffassung nach nur dann entstehen, wenn alle Beteiligten ihre Meinung äußern können und dürfen, wozu auch „Nein“ sagen gehört. Wenn wir dem Pferd zugestehen „Nein“ zu sagen, wird es früher oder später (meistens früher) ein aufrichtiges „JA“ in sich finden. Das ist so viel kraftvoller als jedes antrainierte „Na gut“, das wir es für unser Sein mit Pferden nicht mehr missen wollen würden.

Völlig egal was wir gerade mit unseren Pferden tun. Diese Grundintention ist auf alle „Sparten“ übertragbar. Wichtig hierzu ist natürlich, dass ein großer Baustein für uns die positive Verstärkung und positive Psychologie ist. Unser Anspruch ist es nicht, rein positiv verstärkend zu arbeiten, wenn wir es lerntheoretisch ganz genau nehmen wollen. Für uns sind Emotionen, Glaubenssätze, Energien und alles auf seelischer Ebene deutlich wichtiger als reine Lerntheorie. Dennoch ist es unser Bestreben, möglichst viel mit positiver Verstärkung zu arbeiten und nur so wird das Konzept des „Neins“ auch funktionieren.

Die geläufige Meinung ist häufig, dass Pferde, die „ihren Willen kriegen“ diesen gegen den Menschen nutzen werden. An dieser Stelle schmunzeln wir meist, obwohl wir die menschliche Angst dahinter natürlich hören können. Pferde sind grundsätzlich wohlwollende Wesen, die weder dominant sind, noch unsere Erziehung benötigen, wenn sie einfach Pferd sein dürfen. Natürlich ist es nun so, dass wir Pferde in unsere Welt eingeladen haben und sie keine Möglichkeit hatten diese Einladung abzulehnen. Demnach sind wir selbst und auch unsere Pferde durch äußere Bedingungen mehr oder weniger gebunden, weshalb wir Regeln brauchen, um gemeinsam Sein zu können. Unserer Erfahrung nach ist es viel riskanter einem Pferd keinen Raum für seine Meinung zu geben. Viele Pferde kompensieren über einen viel zu langen Zeitraum, bis sie irgendwann nicht mehr schlucken können, aus solchen Situationen heraus entstehen häufig Unfälle, deren Vorboten der Mensch hätte wahrnehmen können, wenn er dem Pferd seine Stimme gelassen hätte.

Welche Vorbilder in der Pferdewelt habt ihr?

Direkte Vorbilder im klassischen Sinne haben wir wohl keine, jedoch gibt es viele inspirierende Persönlichkeiten, die tolle Ansätze verfolgen. Aus der Pferdewelt empfinden wir beispielsweise Imke Spilker und Linda Tellington Jones als Inspiratoren. Hier könnte man aber auch viele weitere nennen, die uns im Laufe der Zeit persönlich begegnet sind. Außerhalb der Pferdewelt wäre zum Thema Persönlichkeitsentwicklung zum Beispiel noch Laura Malina Seiler zu finden, die zum Beispiel durch ihren Podcast einen wundervollen Mehrwert für Jedermann bietet.

Letztlich ist es jedoch die eigene persönliche Geschichte, die für uns am meisten Inspiration in sich trägt. Unsere Pferde sind hierbei unsere größten Vorbilder in Sachen Achtsamkeit und Verbindung.

Was kann man in Gemeinsam Frei I lesen und was wird den Leser im zweiten Band erwarten?

Wir möchten durch die Persönlichkeitsentwicklung in der Freiarbeit mit Pferden, um die es auch in unserem ersten Buch geht, genau auf all das aufmerksam machen und den Druck herausnehmen. Den Druck, den wir unseren Pferden machen und den wir definitiv auch uns selbst machen, weil wir ständig an uns zweifeln und uns damit ein eigenes Gefängnis bauen. Wir möchten Mut machen, aufwecken und inspirieren. Und ganz besondern möchten wir jedem Einzelnen deutlich machen, dass er sich auf seiner individuellen Reise befindet und ihm nichts und niemand sagen kann, welcher Pfad der richtige ist. Es gibt keine Technik und keine Lektionen, die Heilung und die Lösung bringen. Wir können uns dies nicht von Außen holen, da es lediglich in uns selbst zu finden ist.

Da die Achtsamkeit für uns die Basis für alles tiefergehende darstellt, widmen wir uns in unserem zweiten Buch eben dieser und werden den Leser und Suchenden einladen, unsere Reiseroute anzuschauen und sich hier Inspiration zu holen, die sich für dessen eigenen Weg passend anfühlt. Die Pferde begleiten uns alle natürlich auf dieser Reise zu uns selbst. 

Vielen Dank für das Gespräch. 

Mehr über Kati und Lukas findet ihr auf ihren Websites:

„Gemeinsam frei – Persönlichkeitsentwicklung in der Freiarbeit mit Pferden“ von Lukas Umbach und Kati Westendorf
gemeinsamfrei.com
lukasumbach.de
equinality.de

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Über den Rückenschwung

Über den Rückenschwung

Über den korrekten Rückenschwung gibt es viele Aussagen und Interpretationen, die ebenso viele Diskussionen und Diskrepanzen auslösen. Während die einen Schwung mit einer gesteigerten Energie verbinden, sprechen andere von einem Drehimpuls eines rotierenden Körpers. Schwung kann aber auch ein Lebensgefühl bezeichnen, Schwung gibt es nicht nur in der Reitkunst, sondern auch beim Skifahren und Golfspielen.

In der FN wird Schwung definiert als…

„die Übertragung des energischen Impulses aus der Hinterhand über den schwingenden Rücken auf die Gesamt-Vorwärtsbewegung des Pferdes.“

Weiter heißt es:

„Schwung kennzeichnet die Grundgangarten Trab und Galopp, weil sie eine Schwebephase aufweisen. Der Schritt hat keine Phase der freien Schwebe und kann daher auch nicht als schwunghaft bezeichnet werden.“

In der Akademischen Reitkunst…

…attestieren wir dem Schritt allerdings alles andere als Schwunglosigkeit – um diese Definition müssen wir allerdings im Pferdekörper dort hin reisen, wo Schwung passiert.

Die Wirbelsäule

Auf meinen Kursen oder im Unterricht frage ich oft bei meinen Schülern nach, ob sie mir zeigen können, wie die Wirbelsäule des Pferdes verläuft. Nicht immer sind dann die Angaben meiner Schüler korrekt, viele stellen sich die Wirbelsäule des Pferdes gleich wie die Wirbelsäule des Menschen vor und würden die einzelnen Wirbel direkt unterhalb des Mähnenkammes einzeichnen.

Wenn wir allerdings die tatsächliche Wirbelsäule des Pferdes betrachten, dann sehen wir drei Kurven – siehe Titelbild

Mehr als 50 einzelne Knochen bilden die Wirbelsäule, die sich von der Halswirbelsäule (7 Halswirbel) über die Brustwirbelsäule (18 Brustwirbel), Lendenwirbelsäule (6 Lendenwirbel), Kreuzwirbelsäule (5 Stück) bis zur Schweifwirbelsäule (15 bis 21 Wirbel) erstreckt.

Aufgaben der Wirbelsäule:

  • Bildet die knöcherne Mitte des Körpers
  • Schützt das Rückenmark

Soweit die Anatomie. Für uns Reiter ist aber natürlich die biomechanische Funktion am Wichtigsten:

  • Die Wirbelsäule überträgt die Kraft, die in der Hinterhand entsteht über das Becken bis hin zum Kopf, also von hinten nach vorne.
  • Die verschiedenen Abschnitte der Wirbelsäule (Hals-, Brust-, Lendenwirbelsäule, Kreuzwirbelsäule und Schweif) haben ganz unterschiedliche Beweglichkeiten, insgesamt kann aber – und das ist besonders wichtig – von einer dreidimensionalen Bewegung der Wirbelsäule gesprochen werden.

Alles Dreidimensional?

Konkret gesagt bedeutet das, die einzelnen Wirbelkörper können sich beugen und strecken, außerdem können sie sich in der Länge biegen und eine Drehung nach links und rechts ausführen. Je dicker die Bandscheiben zwischen den einzelnen Wirbelkörpern, umso beweglicher ist das Pferd in diesem Bereich der Wirbelsäule.

Vereinfacht stellen wir uns folgendes vor : Wir führen unsere Hände in einem Abstand von ca. 10 Zentimetern zueinander – also ohne dass sich die Handflächen berühren. Nun formt die linke Hand ein C, die rechte Hand spiegelt das C. Fingerkuppen und Ballen berühren einander gerade nicht, sind sich aber nah.  Die Rundung in unseren Fingern stellen wir uns als Brustkorb des Pferdes vor, dort, wo sich die Finger nicht berühren liegen in unserer Fantasie die Dornfortsätze des Pferdes. Der Brustkorb kann sich nun auf und ab, zur Seite und in Rotation bewegen.

Wenn wir auf dem Pferd sitzen und uns bemühen die Bewegung des linken Hinterbeins zu erfühlen, dann können wir rasch feststellen: Wenn das linke Hinterbein, als inneres Hinterbein, den Boden verlässt und nach vorne unter den Pferdebauch geführt wird, wird unser linker Sitzknochen nach unten geführt. Der innere Oberschenkel am Pferd fühlt sich an, als gleite er nach vorne unten. Die Bewegung fühlt sich an, als würde man selbst laufen. Die innere Hüfte geht also nach vorne-unten. Während es auf der linken Seite also nach unten geht, wird die rechte Pobacke des Reiters sanft gehoben. Wenn es also links abwärts geht, geht es für uns rechts aufwärts.

Sehr oft hat sich aber in den Köpfen der Reiter ein „Auswischen des Sattels“ verankert. Wir schieben dann mit beiden Sitzknochen gleichzeitig das Pferd vorwärts – die natürliche Bewegung des Pferdes würde uns aber zu einer ganz anderen Bewegung einladen.

Das ist etwa so, als würden zwei Tanzpartner nicht ganz einig sein über den Takt: der eine möchte Walzer tanzen, der andere lieber Salsa.

Gleichzeitig beschweren sich viele Reiter darüber, auf dem Pferd Kreuzschmerzen zu bekommen, dabei wurde ihnen möglicherweise Reiten sogar als heilsame Methode für den eigenen Rücken empfohlen. Stimmt das etwa nicht?

Doch es stimmt. Schließlich gibt es viele Angebote im Heiltherapeutischen Reiten, die große Erfolge erzielen und Menschen oft die Beweglichkeit wieder geben oder sie überhaupt erst ermöglichen.

Der Unterschied? Wir „aktive Reiter“ möchten oft so gerne auf dem Pferd etwas produzieren, wir schieben das Pferd vorwärts entgegen seiner natürlichen Bewegung. Menschen, die das Pferd im Rahmen einer Therapie kennen lernen, wollen oft gar nichts erzeugen. Sie sind auch viel eher im Moment mit dem Pferd und genießen die Bewegungen, anstelle etwas zu verbessern oder erzeugen zu wollen.

Observieren von Bewegungen

Beobachten wir das Pferd genauer. Legen wir einen Sattel auf den Rücken und arbeiten wir unser Pferd in der Bodenarbeitsposition (wir befinden uns also vor dem Pferd und führen es am Kappzaum vorwärts, während wir rückwärts laufen) oder aber wir beobachten unser Pferd an der Longe. Wir sehen nun wie der Sattel links und rechts schwingt. Unsere Augen wandern erneut zum inneren Hinterbein, links. Was passiert mit der Hinterzwiesel des Sattels, wenn das innere Hinterbein vorgeführt wird? „Kippt“ der Sattel ein wenig nach innen oder etwa nach außen? Wie sich der Sattel auf dem Pferd bewegt, gibt uns auch Aufschluss über den korrekten Rückenschwung. Bewegt sich der Sattel scheinbar nach innen-unten, dann rotiert der Brustkorb korrekt nach innen-unten, wenn das innere Hinterbein vorgeführt wird. Die Nickbewegung des Pferdes ist eher nach vorne-unten, als nach hinten oben – wenn wir die Bewegung hinter den Ohren genau beobachten. Nehmen wir erstere Beschreibung wahr, dann ist das Pferd ebenso über den Rücken unterwegs und überträgt seinen Rückenschwung korrekt. Wenn das Pferd das innere Vorderbein (links) hebt, dann wird der Kopf ebenso nach links innen seitlich federn. Die vertikalen und horizontalen Bewegungen sind nicht nur im Schritt, sondern auch im Galopp bei gestrecktem Hals für unser Auge extrem gut wahrnehmbar. Ein weiteres Zeichen für die großen Schwingungen der Wirbelsäule – eben nicht nur im Galopp – sondern auch im Schritt.

Den Schwung kaputt machen

Für meine Schüler habe ich gerne ein Experiment aus dem Alltag. Wir fassen uns an der Hand und gehen „händchenhaltend“ spazieren. Freilich, für diese Übung muss man sich schon einigermaßen wohl miteinander fühlen (daher ist auch für unsere Pferde die Etablierung einer angenehmen Beziehung wichtig, bevor es an die Arbeit und Ausbildung geht).

Wir gehen also Hand in Hand. Es fühlt sich gut an, wir schwingen beide mit unseren Händen nach vorne und zurück. Wir Menschen sind Traber: Wenn also mein rechtes Bein den Boden verlässt und nach vorne greift, greift auch meine linke Hand nach vorne. Nach einigen Metern kann sich das Paar aufeinander eingestellt haben – oder eben auch nicht. Haben wir einen Partner der im Größenverhältnis und Gangmaß nicht so gut zu uns passt, dann werden wir in der Bewegung unserer Wirbelsäule gestört. Es kann auch sein, dass sich Hand und Arm unseres Partners schwer auf uns stützen. Wir fühlen uns unnötig belastet. Der Rhythmus passt nicht mehr zusammen – und plötzlich laufen wir nicht mehr unserer Natur entsprechend mit einer diagonalen Fuß-Hand Folge – sondern parallel. Wir laufen Pass. Der Rücken fühlt sich nach einigen Metern schon sehr unbeweglich an – Bequemlichkeit sieht anders aus. Wir sind richtig erleichtert, wenn wir die Hände voneinander trennen dürfen und wieder in unseren eigenen Rhythmus zurück finden.

So geht es auch vielen Pferden – vor allem dann, wenn Schwung mit Spannung verwechselt wird. Gebetsmühlenartig kann man hier den wichtigsten Grundsatz von Gustav Steinbrecht zitieren: „Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade“ – nicht aber ohne dessen Warnung hinzuzufügen: „ich meine nicht das Schnelle“. Soll heißen: Wenn der Hinterfuß des Pferdes nicht nach vorne greift, sondern hinten hinaus gegen die Hand schiebt, dann entsteht Spannung, der Reiter spürt dies unmittelbar durch das in die Hand gedrückte Gewicht. Wie also können wir verhindern den Schwung kaputt zu machen?

Eine immer häufiger gehörte Empfehlung lautet: Auf keinen Fall Schritt zu reiten- bzw. zu „arbeiten“. Der Schritt ist ja schließlich auch am störanfälligsten. Einerseits wird dem Schritt kein Schwung attestiert, andererseits weiß man also um die rasche Zerstörung des Schritts (und des korrekten Schwungs).

In der Akademischen Reitkunst wird aber viel Schritt geritten – vor allem für uns Menschen als Lernende ist es hilfreich erstmal im Schritt zu tüfteln und zu fühlen, wann denn ein Hinterfuß den Boden verlässt, wo der Fuß dann genau abgesetzt wird, wie sich Bewegung unter dem Reiter anfühlt und und und…Wir brauchen also den Schritt, den wir bei Beachtung der wichtigsten Grundelemente: Balance, Losgelassenheit, Durchlässigkeit, Formgebung, Tempo und Takt nicht zerstören, sondern durch eine durchdachte Ausbildungsleiter von der Bodenarbeit, über die Longenarbeit, Crossover, Langer Zügel, Handarbeit bis zur Arbeit imSattel bewahren und schulen können.

Beachten wir den korrekten Schwung, dann reiten wir Einfach 😉

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Von Rhythmus, Tempo und Takt

Von Rhythmus, Tempo und Takt

Ende Oktober hatten wir riesig Spaß am Horse Resort am Sonnenhof. Der Grund: Christofer Dahlgren, Meister der Akademischen Reitkunst aus Schweden stattete uns und unseren Pferden einen Besuch ab. 

„Mr. Play Smile and Practice“ – das war nicht nur Motto, sondern auch Programm. 

Für einen großen „Smile“ sorgten meine Schüler, allen voran Martina und ihr Mio. Nach langer und schwerer Verletzung (Mio hatte sich bei einem Sturz auf der Koppel mehrere Dornforsätze der Brustwirbelsäule gebrochen)  feierten die beiden ihr „Comeback“ auf unserem Kurs. 

Martinas Stärke? Sie hat in der Rehabilitation sehr auf Mio gehört und nicht nur auf die körperlichen Herausforderungen geachtet, sondern ihren Lusitano auch mental bei Laune gehalten. Ein Thema, das natürlich auch für Christofer einen hohen Stellenwert hat. 

Wie man ein Pferd motiviert? 

Foto: Katharina Gerletz

Das war natürlich eine der ersten Fragen in der Theorieeinheit. Christofer schärfte den Zuschauern und Reitern ein, beständig der Frage nachzugehen, was das eigene Pferd motiviert und wie wir bei ihm das Gefühl erwecken können ein wahrer Superstar zu sein. Man muss also verstehen, was das Pferd überhaupt motiviert eine bestimmte Arbeit zu tun. 

Wenn ein Pferd nicht sonderlich beeindruckt davon ist, sich zu bewegen, werden Stehpausen sicherlich förderlich sein. Unsichere und extrovertierte Pferde aber bewegen sich sehr gerne. Man darf ein solches Pferd nicht dazu zwingen, still stehen zu müssen. Im Grunde muss das Pferd immer mit seinen eigenen Stärken arbeiten dürfen, soll diese also für das gemeinsame Tun einbringen! 

50 Probleme versus 3 Dinge, die man gut kann

„Auf den meisten Kursen können mir die Teilnehmer gleich mal ohne Umschweife 50 Probleme ihrer Pferde (in der Ausbildung, mit dem Menschen, Biomechanik, geistige Probleme) aufzählen. Frage ich allerdings nach drei Dingen, die Pferd und Mensch gut können, dann ernte ich erstauntes Schweigen. Das fällt den meisten Reitern unheimlich schwer. Wie kann man sich aber verbessern, wenn man nicht einmal weiß, worin man überhaupt gut ist. Wer erfolgreich sein will, muss wissen, worin er gut ist. Kann man dem Pferd beispielsweise Versammlung gut beibringen, oder über den Sitz sprechen. Worin bist du gut, dann kannst du dein Pferd zum echten Superstar ausbilden“. Christofer Dahlgren

Die Ausbildung eines jeden Superstars beginnt auf dem Zirkel

Der Zirkel und das junge Pferd. Zwei, die sich nicht unbedingt gesucht haben, schließlich ist es für das Pferd eine äußerst unnatürliche Sache auf dem Zirkel zu laufen. Die normale Reaktion eines jungen Pferdes auf dem Zirkel ist zunächst auf die innere Schulter zu fallen und sich in Außenstellung auf der ungewohnte Kreislinie auszubalancieren. 

Eine korrekte Formgebung und Balance müssen dem Pferd also erst beigebracht werden. Christofer empfiehlt dafür Hütchen oder Pylone zu benutzen. 

Diese geben nicht nur dem Pferd, sondern auch dem Menschen, der ja meistens gemeinsam mit seinem Pferd lernt Orientierung. Abseits der Orientierung helfen sie eine korrekte Biegung auf dem Zirkel zu finden.

Mit fortgeschrittener Ausbildung kann man auch die Bewegungen um die Pylonen spielerisch kombinieren. Mal geht es außen herum, mal in Schlangenlinien um die Hütchen herum. 

Foto: Katharina Gerletz

Wenn wir uns die Probleme bei der Bodenarbeit und beim Longieren vor Augen führen, dann fallen die meisten Pferde auf die äußere Schulter oder drängeln nach draußen. Zuerst schicke ich das Pferd also auf den Zirkel, dann frage ich nach Biegung und Entspannung. Die erste Hilfestellung für das Pferd also nicht auf die Schulter zu fallen ist, nahe außerhalb der Pylonen zu bleiben. 

Verantwortung schulen

„Do not nag him all the time“ – „geh deinem Pferd nicht ständig auf die Nerven“ – diesen Satz wiederholt Christofer auf seinen Kursen oft. Ihm ist es wichtig die Verantwortung von Mensch und Pferd zu schulen. Daher lernen junge Pferde bei Christofer auch, dass sie für den Erhalt einer bestimmten Gangart, eines bestimmten Tempos und einer bestimmten Richtung so lange verantwortlich sind, bis der Reiter eine neue Hilfe gibt. Das sind also die ersten Aufgaben, die unser junges Reitpferd lernen soll. 

„Oft sehe ich Reiter eine schöne Traversale reiten, aber die einfachsten Bahnfiguren funktionieren nicht. Wenn man dann eine Diagonale vorwärts reiten soll, dann fällt das Pferd komplett auseinander, das Pferd ist quasi überall. Zuerst muss das junge Pferd also auch Bahnfiguren, Richtungswechsel usw. lernen. Dann erst kann man sich um Probleme wie: Das Pferd fällt auf die Schulter kümmern. Das Pferd muss also auch den eigenen Zirkel und den des Reiters erkennen. Sobald das Pferd korrekt auf dem Zirkel laufen kann, sind auch ständige Korrekturen der inneren oder äußeren Schulter obsolet.“ Christofer Dahlgren. 

Den richtigen Rhythmus finden 

Alles dreht sich immer um das Hinterbein. Soweit so klar. Aber kann man bei der Platzierung des Hinterbeins den Rhythmus als Reiter vorgeben – mal ein bisschen schneller, mal ein bisschen langsamer? 

Foto: Katharina Gerletz

Das „Klassenzimmer“ des heurigen Kurses kann mühelos den Gustav Steinbrecht`schen Leitsatz: „Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade“ rezitieren. Auch Steinbrechts Warnung Vorwärts nicht mit „schnell“ zu verwechseln sitzt. Christofer ergänzt: Eine höhere Geschwindigkeit entsteht bei hohem Tempo mit einem hohen Rhythmus. Vorwärts bedeutet eine hohe Geschwindigkeit bei einem ruhigen Tempo. Für Christofer Dahlgren ist ein entspanntes und losgelassenes Pferd der eine Schlüssel zum Erfolg in der Ausbildung. Danach kommt gleich das Spiel mit dem Rhythmus. Jeden einzelnen Reiter hat er daher in der ersten Einheit befragt, was Reiter und Pferd leichter fällt: Bleibt das Pferd im Tempo, wenn der Reiter ein wenig aufnehmen oder dann wieder zur Dehnung einladen möchte?

Christofer betont, dass Pferde sowohl in der Dehnungshaltung, wie auch beim Aufnehmen und Verkürzen des Rahmens das jeweils gefragte Tempo, sowie Takt und Rhythmus beibehalten sollen. Das Pferd soll beim Rausstrecken nicht automatisch schneller werden und beim Aufnehmen im Tempo „verhungern“. Wenn wir also unseren Fokus vermehrt auf diese Übergänge und den Rhythmus legen, dann komplettieren wir – so Christofer – unser Bild in der Übersicht der Ausbildung. 

„Ist es Formgebung oder das Tempo, das den Rhythmus beeinflusst? Viele Pferde kennen den Unterschied nicht, wir müssen also diese Variationen miteinander kombinieren“. 

Praxisbeispiel Galopp 

Seitengänge haben einen Zweck. Christofers oberstes Gebot „Roundness“ – also eine Rundheit in der Oberlinie. Dies war vor allem in den Praxiseinheiten im Galopp Thema. Schulterherein unterstützt die Rundheit, wenn das innere Hinterbein zum Schwerpunkt tritt und dadurch die diagonale Fußfolge im Galopp im Dreitakt gefördert wird. Kruppeherein kann zwar durch die Förderung der Versammlung helfen den Brustkorb zu heben, allerdings ging manchmal in der Praxis die Rundheit der Oberlinie dabei verloren. Beachte daher immer, welche Übung helfen kann, etwas zu verbessern. 

Der Weg zur Versammlung

Christofers erster Meilenstein: Vorwärts – bevor das Pferd Versammlung lernt, müssen Tempo, Takt und Schwung im jeweilig gewünschten Rahmen beibehalten werden. Es braucht schon ein wenig Zeit, bis sich das Pferd im gewünschten Tempo an die nachgiebige Hand heran strecken kann. Bei der Frage wie tief sich das Pferd dehnen darf, lädt Christofer ein, das jeweilige Schulterblatt des Pferdes zu betrachten. Es macht einen Unterschied, ob der Rücken des Pferdes lang ist, die Schultern eher schräg oder im Gegenteil der Rücken kurz und die Schultern eher steil. Im letzteren Fall, soll die Nase nicht zu tief kommen, das Pferd wird länger brauchen tatsächlich einen großen Rückenschwung in der Rotation des Brustkorbes anzubieten. Christofer garniert hier die Theorie wie immer mit vielen bildhaften Vergleichen aus der Praxis. Er erzählt auch wie unterschiedlich die Ausbildung seiner Frederiksborger und Lusitanos ist und war. 

Foto: Katharina Gerletz

Auf dem Weg zur Versammlung führt also kein Weg am Vorwärts-aufwärts vorbei. Nun braucht der Reiter ein noch besseres Geüfhl für das Tempo als im Vorwärts-anwärts. Wenn man das Tempo abkürzt und so zur Versammlung kommen möchte, verliert man die Energie aus der  Hinterhand – die Basis ist also ein gutes Vorwärts, gleichbleibender Rhythmus und Energie. Christofer nimmt dieses Idealbild aus der Theorie dann auch beim jungen Pferd mit in die Praxis. Lipizzaner Conversano Aquileja (Konrad) und ich üben uns im Aufnehmen und Dehnen lassen, ohne dabei am Takt und Rhythmus etwas zu verändern. Auch muss Konrad nun die Verantwortung für ein gleichbleibendes Tempo im Galopp übernehmen. Verantwortung für gleichbleibendes Tempo war überhaupt in vielen Praxiseinheiten Thema. Mal ging es dabei um die Etablierung von mehr Ruhe und Entspannung, mal unterstütze Christofer bei der Entwicklung von mehr Fleiß. 

„Stell dir vor dein Pferd wäre eine Sprungfeder. Wer ständig verssammelt und die Federn zusammendrückt, darf nicht überrascht sein, wenn die Sprungfeder bei Entlastung quasi überall hin entflieht“. Christofer Dahlgren. 

Das Spiel von Rhythmus und Tempo begleitete uns in den Einheiten ebenso wie Christofers gute Laune, seine Motivation für Mensch und Pferd und die vielen lustigen Anekdoten und vor allem sehr bildhafte Darstellung der Biomechanik. 

Wir hatten definitiv Spiel, Spaß und Motivation an diesem Wochenende gepachtet und zum Glück wird es garantiert nicht der letzte Besuch von Christofer am schönen Sonnenhof in Hart bei Graz sein. 2020 begrüßen wir den sympathischen Trainer erneut bei uns in der Steiermark. 

Vorschau 2019 

Für heuer war es der letzte Kurs! 

Im kommenden Jahr gibt es wieder ein spannendes Programm, das wir für euch veranstalten: 

— am 2. und 3 März 2019 begrüßen wir Hanna Engström zum Thema Reitersitz.

— am 20. und 21. April 2019 begrüßen wir Bent Branderup erstmalig in Niederösterreich!!!!! Thema: Sekundarhilfen! Was Zügel, Hand, Schenkel, Gerte, Stimme usw. dem Pferd sagen -oder eben nicht sagen

— am 29. und 30. Juni 2019 freuen wir uns auf Bent Branderup zum Thema: Primäre Hilfen – was der Reiter mit Sitz und Körper sagt – oder eben nicht sagt. 

— am 12. und 13. Oktober 2019 referiert Bent Branderup zum Thema Seitengänge in Ainring bei Salzburg

— am 26. und 27. Oktober 2019 lädt Annika Keller zum Massage und Reitkurs! Ostheopathie, Physiotherapie und Akademische Reitkunst. Es wird spannend!! 

Wir freuen uns auf ein spannendes Kursjahr. 

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