Der Weg zum ersten Descente

Der Weg zum ersten Descente

“Guérinière beschreibt, das Schwierigste ist das Nachgeben und zwar aus einem Grund. Wenn man nachgibt und das Pferd weiß nicht, was es mit dieser Hilfe machen soll, dann kann man die Hilfe nicht verstärken. Man kann einen Schenkel verstärken, man kann auch eine Parade verstärken. Aber das Nachgeben, das kann man nicht verstärken”.

Mit diesen Worten eröffnet Bent Branderup unser Theorieseminar rund um das erste und zweite Descente, ursprünglich beschrieben vom berühmten französischen Reitmeister Guérinière und wichtige Grundlage, wenn wir uns heute über Paraden unterhalten wollen. Das Descente solle beim Pferd, so Bent Branderup die richtige Reaktion auslösen. Als la descente de main et de jambes, wird das Nachgeben der Hand, (descente de jambes = das Aussetzen der Schenkelhilfen) beschrieben, als Überprüfung, ob das Pferd weiterhin ohne permanente Hilfengebung in der erarbeiteten Form und Haltung bleibt. (Im Französischen braucht „la descente“ einen weiblichen Artikel , ich bitte um Nachsicht, dass ich hier nicht „die Descente“ beschreibe sondern das Descente im Sinne von „das“ Nachgeben im Artikel verwende).

“Man kann es aber auch umdrehen und sagen, dass das Descente eher eine Überprüfung ist, ob das Pferd an den Hilfen steht, denn eine HIlfe selbst”.

Von Pferden, Fischen und Schwungübertragung

Bent Branderup betont, dass wir als Reiter zuallererst eine Reise in die Hinterhand des Pferdes machen müssen. Wir müssen verstehen, was die Hinterhand erzeugt und auf die Oberlinie des Pferdes überträgt:

“Ein Pferd hat Hinterfußantrieb, ebenso wie ein Fisch – von hinten komm die Bewegung und überträgt sich durch den Körper nach vorne.”

Bent Branderup zeichnet auf das Flipchart und wir machen eine Reise durch Becken, Hüftgelenk, Knie, Sprunggelenk bis hin zum Fesselkopf und Huf. Nun kommt das berühmte Steinbrecht Zitat: “Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade” – aber Bent erinnert zugleich an Steinbrechts eigene Warnung: “Aber ich warne davor, reite das Pferd nicht zu schnell”.

Geht das Pferd nur schnell, dann schiebt der Hinterfuß nach hinten raus. In diesem Fall öffnet das Pferd die Gelenke der Hinerhand, dabei werden Muskeln tätig, die das Öffnen, also das Auseinanderziehen der Gelenke vermehrt unterstützen. Guérinière und Steinbrecht meinten aber mit einem Vorwärts oder Vorgriff unisono ein vermehrtes Affußen der Hinterbeine unter den Bauch des Pferdes.

“Dann sind Muskeln tätig, die beim Schließen der Gelenke, auch zum vermehrten Beugen der Gelenke beteiligt sind”. Richten wir unser Augenmerk auf die Biomechanik des Vorwärts, so erklärt Bent, dann hat nicht nur die korrekte Tätigkeit aus der Hüfte ihren Anteil am Vorwärts, sondern auch die Tätigkeit des Beckens selbst. Das Becken bewegt sich vor und runter, dann setzt das Hüftgelenk das Bein vorwärts. Bent demonstriert uns wie sich das menschliche Becken bewegt, wenn er sein Knie beugt. Das Becken geht dann tatsächlich auch in einer Bewegung nach vor und runter. Die Hüfte wird aktiv und setzt in der Bewegung das Bein vorwärts.

Wenn wir als Reiter jedoch das Pferd durch unseren Sitz und unsere Hand steif machen, wirkt sich das natürlich auch auf die korrekte Tätigkeit des Beckens aus. Steifheiten machen sich bemerkbar, das Pferd hebt das Becken, dadurch wird auch der Vorgriff aus der Hinterhand dramatisch reduziert. Nur bei korrekter Tätigkeit aus dem Becken und der Hüfte sehen wir im Brustkorb eine dreidimensionale Tätigkeit der Wirbelsäule (Schwingungen nach oben und unten, seitlich und in Rotation).“

Was ist Schwung?

“ Viele Reiter verstehen heute unter Schwung als eine Schwebephase oder beschreiben damit das Niveau an Energie. Schwung meint aber die dreidimensionale Tätigkeit der Wirbelsäule”.

Der Schwung wird aus dem Becken heraus in die Wirbelsäule übertragen und landet schließlich an der Vorhand. Das Spannende dabei ist: Pferde haben keine Schlüsselbeine wie wir Menschen. Die Verbindung der Vorhand mit der Wirbelsäule ist also nicht durch Knochen sondern durch Gewebe gegeben. Unregelmässigkeiten der Schwungübertragung sehen wir oft in der Tätigkeit der Vorhand.

“Takt kommt aus dem Schwung und wenn wir den Schwung erwürgen, dann werden wir auch bei den allermeisten Pferden den Takt erwürgen. Viele Reiter sind eben eher taktlos.”

Im Schritt ist der Schwung am Größten, daher ist es laut Bent Branderup ein Irrtum den Schritt als eine schwunglose Gangart zu bezeichnen. An den Nickbewegungen des Kopfes können wir ablesen, ob das Pferd tatsächlich über den Rücken geht oder falsch federt.

“Jetzt nähern wir uns dem Thema, mit der Hand spüren zu können, was in der Hinterhand los ist”.

Gustav Steinbrecht habe hier, so konstatiert Branderup in präziser Reitersprache die Biomechanik beschrieben wie kein anderer: “Über den Rücken gehen und an die Hand herantreten” – das bezeichnet die korrekte Schwungübertragung, die wir in der Reiterhand erfühlen können aufs Wesentliche herunter gebrochen.

Da die Muskeln des Pferdes miteinander verkettet sind und mit dem Zentralnervensystem verbunden sind ist es wichtig, genau zu verstehen welche Konsequenzen unsere Handlungen für den Pferdekörper haben. Wenn wir den Kopf in eine bestimmte Position zwingen, dann ist das nicht richtig. Wir hätten die korrekte Formgebung gerne aus einer aktiven Arbeit der Unterlinie, die in einer Dehnung der Oberlinie mündet.

“In dem Moment wo die Hinterfüße aktiv nach vorne greifen, da haben wir die Dehnung der Oberlinie und unser erstes Descente, wenn wir nachgeben und spüren, dass die Nase den Weg zur Reiterhand sucht. Egon von Neindorff hätte früher dazu gesagt: Hand vor, Bauch vor. Geht aber der Bauch des Reiters vor und die Hinterhand folgt dieser Verlagerung des Schwerpunkts nicht, dann werfen wir das Pferd auf die Schulter. Der Hinterfuß des Pferdes muss dieses Vorgeben schon mitmachen. Er muss unter die Gewichtsmasse des Pferdes treten wollen. Will der Hinterfuß der Masse ausweichen, dann brauchen wir eine entsprechende Ausbildung”.

Wie wir die Hinterhand ausbilden

Bent Branderup ermahnt das Auditorium dazu, bei jedem einzelnen Pferd zu analysieren, warum die Hinterhand nicht nach vorne unter die Masse treten könne.

“Haben wir einen Traber, der breit fußt? Ein Kutschpferd, das die Gelenke zu stark, entsprechend der Schubkraft öffnet? Haben wir ein Pferd das in einem bestimmten Gelenkbereich Probleme hat”?

Woran liegt es also, dass ein Pferd nicht korrekt unter die Masse treten kann? Das ist die erste Frage, die wir uns als Ausbilder unserer Pferde stellen müssen. Wir müssen also als erstes unser Auge schulen, um zu sehen, was das Pferd von alleine kann und wo der Reiter möglicherweise den Fluß der Bewegung behindert oder im Weg sitzt. Orten wir ein Problem an der Muskulatur, dann könne wir in mühevoller Kleinarbeit nach ein paar Monaten die ersten Veränderungen feststellen. Die Arbeit mit Sehnen und Bändern dauert jedoch jahrelange Arbeit. Ist eine Problematik an den Gelenken festzustellen, stoßen wir bei der Ausbildung des Pferdes an fixe Grenzen; hier ist die Konsultation von Spezialisten gefragt.

“Erst wenn der Hinterfuß unter den Punkt unter dem Bauch greift, wo wir später weiter oben drauf sitzen, dann haben wir das Pferd auf das Gerittenwerden vorbereitet. Sehe ich also beim Pferd, das jung ist in der Ausbildung, dass der Auffußpunkt und der Schwerpunkt des Reiters (auch in der Vorstellung) nicht übereinstimmen, dann ist das Pferd noch nicht bereit dazu geritten zu werden.”

Kein Hinterbein ohne Pferdehuf

Von der korrekten Tätigkeit der Hinterhand entführte uns Bent in den Hallensand. Dort konnten wir Hufabdrücke beobachten. Wie das Pferd seine Hufe verschleißt, verrät uns schließlich auch eine ganze Menge über die Abnützung der Gelenke darüber. Belastungen werden beim Auffußen sichtbar – und das eben im Hallensand. So konnten wir anhand der Hufabdrücke im Sand ein Pferd aufspüren, dass mit seinen Zehen offenbar geschaufelt hatte und ein Pferd, das seine Hufe korrekt in den Sand setzte.

Weiter ging es mit praxisnaher Theorie. Von der Ausbildung im Stand, vom korrekten abwärts-strecken:

“In der Bewegung habe wir die Faustregel, das Pferd nicht tiefer dehnen zu lassen, als das die Beweglichkeit des Buggelenks eingeschrenkt würde. Wenn die Buggelenke in der Beweglichkeit blockiert sind, kann die Vorhand nicht frei raus schwingen, das Pferd würde sich dann über diese schieben und den Platz für den korrekten Vorgriff aus der Hinterhand limitieren”.

Stellung und Biegung

Ist beispielsweise die linke Hüfte etas nach vorne gestellt, kommt die Rotation des Brustkorbes korrekt aus dem Becken und setzt sich in die Halswirbelsäule fort, dann sind wir beim Thema der korrekten Stellung.

“Das erste Gelenk am Übergang Schädel Halswirbelsäule ist das “Ja-Sager Gelenk”, das zweite Gelenk bezeichne ich als das “Nein-Sager-Gelenk”. Beide sind geringfügig an der korrekten Stellung beteiligt. Das “Nein-Sager-Gelenk” ist oft beteiligt, wenn sich das Pferd im Genick verwirft. Wird der Brustkorb durch das Reitergesäß nach außen runter gesetzt, dann kann man zwar durchHeben der Reiterhand das Genick in scheinbar korrekte Position bringen, die Ursache für die falsche Rotation des Brustkorbes ist jedoch noch immer vorhanden.“

Im Theorievortrag geht es nun um die Bedeutung von Ganaschefreiheit und die Unterschiede zwischen menschlichem und equinem Kiefer. Nur wenn die Ganschefreiheit gegeben ist, kann der Unterkiefer des Pferdes beispielsweise bei einer Linksstellung nach rechts außen unter den Atlas rotieren. An dieser Stelle ist der Vorteil der Trense zu erwähnen, die auf einer Seite des Pferdes stellen, auf der anderen durch die Gelenkverbindung des Gebisses quasi unabhängig von der anderen Seite lösen könnte. Könnte, wie Branderup betont, denn der sachgemäße Einsatz der Trense sei mittlerweile äußerst selten.

Vom Leckerli und Zupferle, um das Pferd das Abwärts dehnen schmackhaft zu machen,  geht es wieder zu einem Exkurs in Punkto Muskulatur.
Der Weg zum ersten Descente ist geebnet wenn sich das Pferd vorwärts abwärts strecken kann und wir im Stand bzw. später in der Bewegung die äußere Schulter des Pferdes, das äußere Vorderbein des Pferdes “leichter” machen können. Dies unterstreicht auch die lösende Wirkung des Schulterherein, gerne auch Aspirin der Reitkunst geannnt. Wird der Muskelbereich außen im Brustkorb entlastet, dann kann der Brustkorb außen leicht nach oben rotieren, die äußere Oberlinie dehnt sich, der innere Hinterfuß nimmt mehr Last auf und tritt unter den Schwerpunkt, die Bauchmuskulatur zieht sich zusammen und arbeitet.

Von der Theorie zur Praxis

Im Anschluss an die Theorie unterrichte ich meine liebe Schülerin Heike mit ihrer jungen Lipizzaner Stute “Austria”. Austria bewegt sich nach dem typischen Seiltänzer-Muster, das heißt die Hinterbeine kreuzen stark, sie vollführen ein  so genanntes Balancè. Mit Austria arbeiten wir an der Losgelassenheit, am entspannten Annehmen der Gertenhilfen. Austria hat garantiert keine schlechten Erfahrungen mit der Gerte gemacht, sie ist aber sehr skeptisch, goutiert keine schnellen Bewegungen mit der Gerte, somit machen ihr mental Wechsel zwischen den Zügel- und Schenkelhilfen, die wir ihr mit der Gerte zeigen noch zu schaffen. Permanent überprüfen wir ihre Dehnungsbereitschaft. Am Ende können wir dann noch im Stehen am ersten Descente arbeiten, am Strecken nach vorwärts-abwärts zur nachgiebigen Hand hin. Diese Übung hat Austria schnell verstanden und dann sehr rasch vorweg genommen. In dieser Einheit arbeiten wir am Zuhören. Ich bin sehr zufrieden mit der kleinen Austria, die gemeinsam mit ihrer Heike starke Nerven vor großem Publikum bewahrt hat.
Von Bent bekomme ich später ein sehr schönes Feedback über unsere ruhige Unterrichtseinheit, die sich sauber mit den ersten Schritten der Basis befasste.

Danke Heike und Austria für euer Vertrauen.

Als Kursorganisatorin hat man grundsätzlich immer viel zu tun. Und an diesem Kurs waren ausnahmslos Schüler von mir “am Start”. Natürlich bin ich auch hier nervös – vor allem wenn eine von ihnen die Wappenträgerprüfung reitet. Die Rede ist von Viktoria Portugal, die mit ihre Amira heuer ganz wunderbar reüssieren konnte. Jetzt heißt es daher nach der bestandenen Prüfung: Packen für die Sommerakademie. Gemeinsam mit Sonja Grätz und Marion Ernst, die ihre Prüfung im letzten Oktober noch ablegen konnten und Viktoria freue ich mich auf “Zuwachs” in der Österreichischen Ritterschaft und auf eine schöne Zeit bei der Sommerakademie in Dänemark.

Ein riesiges Dankeschön geht natürlich auch an Katharina Gerletz, der wir wie immer das Festhalten unserer magischen Kursmomente verdanken. Zu ihrer Fotoseite gehts hier…

Lernen wir Nachgeben, dann Reiten wir Einfach 🙂

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PS: In der nächsten Woche folgt Teil zwei des Kursberichts.

Innere Bilder in der Akademischen Reitkunst

Innere Bilder in der Akademischen Reitkunst

Alles Urdenken geschieht in Bildern:

Darum ist die Phantasie ein so notwendiges Werkzeug desselben, und werden phantasielose Köpfe nie etwas Großes leisten – es sei denn in der Mathematik.

Arthur Schopenhauer (1788-1860) deutscher Philosoph

Um Erfolg zu haben, greifen sie alle auf Bilder im Kopf zurück: egal ob Sportpsychologie, Kommunikationswissenschaft, Meditation oder Coachings in der Welt des Business.
Sämtliche Disziplinen machen sich die „Macht der Bilder im Kopf“ zu Nutze. Und vermutlich hatten doch auch kreative Köpfe in der Mathematik durchaus mehr Erfolg. Für die Ausgabe der Feinen Hilfen Nr. 21 habe ich ein paar Visualisierungen aus der Akademischen Reitkunst zusammengestellt:

Der visuelle Pädagoge

Wie fühlt sich Balance an? Wie soll eine gute und losgelassene Formgebung aussehen? Wie stellt sich das geistige Auge Stellung und Biegung vor? Wie sieht ein gutes Tempo bei gleichmäßigem Takt aus? Und wie beurteilt man korrekten Schwung?
Wer dem Pferd ein guter Pädagoge sein will muss zuerst wissen, was er abfragen möchte. Bent Branderup bringt es in seinen Theorievorträgen regelmäßig auf den Punkt:

„Die Menschen wissen eigentlich nicht was sie wollen, aber sie wollen es jetzt“.

Wenn du weißt, was du kannst, kannst du tun, was du willst!

Was wollen wir eigentlich von unserem Pferd?

In dieser Fragestellung beginnt also unsere erste Zieldefinition für unsere Basisarbeit.

Die Erarbeitung einer gemeinsamen Kommunikation mit dem Pferd beginnt immer zuerst vom Boden aus. Ist die grundlegende Beziehungsarbeit, die Erziehung und Führarbeit mit einschließt, absolviert, steht sodann die erste Erarbeitung einer Formgebung auf dem Stundenplan. Dabei sollte man noch vor dem tatsächlichen Abfragen von Stellung und Biegung natürlich über die einzelnen Komponenten Bescheid wissen. Was soll eigentlich mit dem Unterkiefer in Stellung passieren? Und warum brauchen wir Ganasche-Freiheit? Wenn der Reiter sich zuerst im Kopf vorstellen kann, wie sich das Pferd der lösenden Hand folgend abwärts streckt und schließlich durch leichte Einwirkung am Kappzaum der Unterkiefer bei geöffnetem Ganaschenwinkel unter den Atlas rotiert – der weiß wie er eine pädagogische Aufgabe formuliert und das Ergebnis schließlich auch messbar kontrollieren kann.

Gerade unter diesem Aspekt ist die Bodenarbeit, die Longenarbeit, die Handarbeit, die Arbeit am Langen Zügel und der Crossover aller Elemente in der Akademischen Reitkunst von großer Bedeutung, da der Reiter nicht nur seinen Blick, sondern auch sein Gefühl immens schulen kann.

Warum Gefühle beim Reiten so wichtig sind

Visualisierung heißt „Reiten mit Köpfchen“. Der Denkende Reiter muss nicht nur Theorie, sondern auch sämtliche Sinneseindrücke verarbeiten.

„Nach genauen Vorschriften und toten Buchstaben kann der Reiter ein Pferd wohl zur Maschine machen, aber nicht dressieren. Dies vermag er nur, wenn er sich von seinem Gefühl und seinem eigenen Urteil leiten lässt“. (Gustav Steinbrecht)

Der denkende Reiter analysiert, überlegt und handelt. Denn schließlich verhält sich auch nur ein einziges Pferd wie im Lehrbuch. Das Pferd, das im Lehrbuch drin steht. Somit ist der denkende Reiter lieber kein Pauschaltourist, sondern ein Entdecker, dem die Reise und der Weg zur Reitkunst mehr Spaß machen, als das vermeintliche Endergebnis. Aber nicht nur über unsere Sinne empfangen wir vom Pferd Informationen, auch über die Hand und den Sitz werden wichtige Informationen weiter gegeben.

„Gerade aber die richtige und schnelle Wahrnehmung der Wirkungen, die die Bewegungen des Pferdes auf uns ausüben, ist die so überaus wichtige Eigenschaft, die wir mit dem Worte „Reitertakt“ oder feines Gefühl zu Pferde bezeichnen. Der Reiter kann die Fußbewegung seines Pferdes mit dem Auge nicht beobachten, wenigstens nicht ohne seine ganze Haltung aufzugeben. Er ist gewissermaßen im Fall des Blinden, der durch hohe Ausbildung des Gefühlssinns das fehlende Augenlicht, so gut es geht ersetzen muss“. (Gustav Steinbrecht)

Was der fühlenden Hand und dem fühlenden Sitz gerade am Anfang (auch der reiterlichen Ausbildung) der größte Assistent ist, ist das innere und äußere Auge – das Spüren und das Sehen. Gerade weil wir am Gesäß keine Augen haben, später aber die gesehenen Erfahrungen genauer erfühlen müssen – schließt sich hier wieder der Kreis zur Bodenarbeit.

„Nur einen denkenden Reiter kann man einen fühlenden Sitz lehren, denn der Reiter muss verstehen, was er fühlt!“ (Bent Branderup).

Gefühl braucht man aber nicht nur für die Gymnastik. In erster Linie wollen wir ja den Geist des Pferdes erreichen. Wir wünschen uns schließlich ein Pferd, das gerne mit uns arbeitet und gerne Zeit mit uns verbringt. Diesen Geist wollen wir auch später in der Gymnastizierung ansprechen, Fragen stellen können und klare Antworten erhalten.

Innere Bilder zur besseren Kommunikation

Somit ist die allererste Visualisierung für uns Menschen als Pädagogen:

Was möchte ich von meinem Pferd und was möchte ich nicht!

Nicht immer müssen wir dabei gleich das Endprodukt vor dem inneren Auge haben. Wenn wir also zu unserem Beispiel der Erarbeitung von Stellung und Biegung im Stand zurückkehren, könnten wir bei den kleinsten Einzelheiten anfangen. Fragt man den Schüler in der Unterrichtsstunde, was er sich vorstellen würde, fängt er gleich mit der korrekten Technik an. Das artet gerne gleich in einen Fachdialog aus, anstelle an elementare Dinge zu denken, wie ein ruhig stehendes Pferd. Wir sollten beim Visualisieren also auch komplett auf Kleinigkeiten achten. Und nicht nur auf das technische Endprodukt: ein gestellt und gebogenes Pferd.

Denken wir dann auch überhaupt über unsere eigene Körperposition nach? Meist fällt es uns gar nicht auf, dass wir ein Bein entlastend, lässig vor dem Pferd stehen. Wenn wir uns selbst auch in Gedanken eine Haltung geben, die wir vor dem Pferd einnehmen, setzen wir diese in der Praxis auch leichter um. Es gibt also immens viele Kleinigkeiten, die wir auf eine visuelle Checkliste setzen können: wo halte ich bei der Bodenarbeit meine Hand am Kappzaum? Sind die Finger geschlossen oder offen? In welcher Hand halte ich sämtliche Schlaufen der Longeleine oder des Führseils? Wo zeigt die Gerte hin? Wie ist meine eigene Balance?

Wenn man sich ein Endbild vor Augen hält, geht es nicht nur um das Pferd, sondern auch um den Menschen. Wie soll der Mensch einwirken und vor dem Pferd stehen und wie nicht.

Haben wir hier ein klares Bild vor Augen, werden wir unsere Frage an uns selbst und an das Pferd eben zuerst in Gedanken formulieren und dann in der Praxis. Mit ein wenig Übung stellen sich rasch Feinheiten in der Kommunikation ein.

Der schlechteste Schauspieler auf der ganzen Welt

Stellen Sie sich vor, Sie stehen als Schauspieler auf einer Bühne. Sie sollen auf der Bühne im Kreis marschieren und abrupt stehen bleiben.

Jedoch: sie sind der schlechteste Schauspieler auf der Welt. Das Publikum ahnt schon längst, dass sie gleich eine Bremsung einlegen werden.

Für das Pferd kann es von Vorteil sein, dass Sie ein schlechter Schauspieler sind.

Pferde kommunizieren über ihren Körper. Wir Menschen tun das aber kaum. Echte Freude spiegelt sich nur selten in unserem Körper wider. Das was für uns sehr leicht zu lesen ist: „…dem Menschen da gegenüber geht es schlecht.“ Nach vorne gefallene, festgehaltene Schultern, ein starrer Blick. So pendeln wir meist in der Früh zur Arbeit, wobei Emotionen dort natürlich auch keine Rolle spielen (dürfen).

Wir brauchen aber echte Freude, denn wir wollen ja auch die Freude in unserem Pferd wecken, das sich gemeinsam mit uns über seine Fähigkeiten freut. Wir müssen aber mit unserem Körper verschiedene Mitteilungen bzw. Hilfen kommunizieren.

Kommen wir zurück zur Sache mit der Haltparade. Wenn wir quasi für unser Publikum so leicht vorhersehbar sind, dann sind wir es auch für unser Pferd. Wir befinden uns also am Boden vor oder neben unserem Pferd. Wir laufen rückwärts oder neben dem Pferd. Eine Übung aus der Schauspielkunst kann tatsächlich sein, den geplanten Halt genau zu visualisieren, im eigenen Körper vorab zu fühlen. Atmet man eher aus, wenn die Haltparade geplant ist? Sackt der eigene Körperschwerpunkt nach oben oder unten? Wie verändert sich die eigene Schrittfolge? Und dann spielen wir den Halt mal ganz übertrieben schlecht. Wer sein Pferd mit einem plötzlichen Stopp nicht mehr überfällt, bekommt plötzlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Schließlich ist Kommunikation mit ein wenig Vorhersehbarkeit angenehmer, als Aufgaben, die ständig aus dem Nichts herausgebrüllt werden.

Das innere Bild von Balance

Warum wir Reiter so gerne aneinander vorbei sprechen? Harmonie ist etwas zutiefst Subjektives, wobei jeder Reiter und jede Reiterin wohl eigene Gedanken und Vorstellungen haben, wie sich Harmonie anfühlen muss.

Meine Trainerkollegin Annika Keller hat es einmal bei einem Zusammentreffen sehr schön formuliert:

„Harmonie ist die Abwesenheit jeglichen Widerstands.“

Jeder hat seine subjektive Vorstellung – diese aber auch auszuformulieren ist ebenso ein erster Schritt zum Bild im Kopf.

Ähnlich ist es auch mit Balance. Hier gibt es viele Möglichkeiten für einen bildhaften Vergleich.

Meinen Schülern rate ich im Unterricht gerne dazu, sich das „Pferd aus Glas“ vorzustellen. Wir verwandeln unser Pferd also in ein Glaspferdchen, dessen Körper nicht zur Gänze gefüllt ist mit Wasser. Ist das Pferd in seiner Mitte? Ist das Wasser gleichmäßig verteilt, oder haben wir das Gefühl das Wasser schwappt zunehmend in Richtung des äußeren, rechten Vorderbeins?

Wenn wir dann durch leichte Arbeit im Stand im Schulterherein und Kruppeherein, sowie mit den Paraden die Balance, also das Gleichgewicht des Wassers wieder herstellen wollen, denken wir weniger an die Technik, als an das Gefühl das Wasser durch die Verschiebung des Gleichgewichts wieder in die Mitte des Pferdes bringen zu wollen. Oft hilft schon der Gedanke an das Wasser, um eine ungleiche Belastung an den Vorderbeinen des Pferdes leichter auszumachen. Wollen wir eine Parade durch den Pferdekörper schicken, spüren wir, wo das Wasser möglicherweise eine Engstelle nicht passieren kann – wir wissen also, wo die Parade nicht durchkommt.

Auf dem Pferd können wir als Reiter ebenso wahrnehmen, ob wir unsere Mitte gefunden haben – oder was das Wasser mit uns macht. Dies hilft auch dem Statischen Sitz. Der Statische Sitz bedeutet im Grunde „gerade zu sitzen“, das heißt im Gleichgewicht und in der Bewegung. Dieses Gleichgewicht sollen wir in unserer Mitte, in unserem Bauch finden und spüren.

Unser Physischer Sitz bedeutet, den dreidimensionalen Schwingungen des Brustkorbes des Pferdes und somit seinen Bewegungen zu folgen und diese zu beeinflussen. Wenn wir uns beispielsweise auf der linken Hand befinden und spüren, dass der Brustkorb des Pferdes innen nach oben rotiert und uns das Pferd so nach außen gesetzt hat, bemühen sich viele Reiter unbedingt wieder nach links unten zu sitzen. Dabei knickt dann möglicherweise nicht nur die rechte Hüfte ein – der Oberkörper wird stark nach innen verdreht.

Um wieder die Statik in Ordnung zu bringen und gerade zu sitzen kann der Hinweis auf einen gläsernen Menschen auch hier helfen – oder andere Reiter helfen sich gerne mit der Vorstellung einer verschluckten Billardkugel.

Die Billardkugel

… beschreibt unsere Mitte. Wir können unseren Schwerpunkt auf dem Pferd nach vorne oder auch wieder etwas zurücknehmen – je nachdem ob etwas Dehnungshaltung oder Versammlung gefragt wird. Wenn wir unseren Schwerpunkt nach vorne nehmen, können wir uns vorstellen, die Billardkugel in unserem Bauch nach vorne in Richtung Nabel zu rollen. Wir müssen aber aufpassen, dass die Kugel nicht aus unserem Bauch heraus über den Widerrist des Pferdes nach unten kullert. Diese „Begrenzung“ hilft Reitern, die nach vorne gerne „Übergewicht“ bekommen und sich dann auch zu stark in die Bügel stemmen.

Die Billardkugel kann ich dann auch in Richtung innerer Hüfte des Pferdes rollen, wenn ich beispielsweise im Kruppeherein versammeln möchte. Oder ganz vorsichtig in Richtung innere Schulter rollen, wenn ich das Pferd im Kruppeherein wieder mehr nach vorwärts schwingen lassen möchte.

Versuch es mal mit Bequemlichkeit

Meine Fuchsstute Tarabaya ist mit enorm viel Schubkraft ausgestattet. Als wir endlich die Hinterbeine sortiert hatten, wurde sie für mich – da der Schwung auch besser über den Rücken übertragen wurde freilich auch bequemer zu sitzen. Anfangs nur für wenige Momente. Um diese Momente zu verlängern habe ich mir zwei Bilder visualisiert.

Ich habe sie mir einfach wieder „bequem vorgestellt“, andererseits konnte ich auch die Vorstellung von einem bequemen Pferd auf das unbequeme mitnehmen. Freilich war mein physischer Sitz auf dem bequemen Pferd geschmeidiger. Mit Fantasie konnte ich mein unbequemes Pferd ein wenig bequemer reiten.

Pfeile in den Boden schießen

In der Bodenarbeit haben wir den Vorteil, dass wir das Pferd vor uns observieren können, wenn wir rückwärts laufen. Wir sehen, ob das Pferd zum Schwerpunkt fußt oder nicht.

Wenn wir oben drauf sitzen und unser Gefühl noch nicht so weit ist, die Qualität des Vorgriffs aus der Hinterhand konkret zu beurteilen, kann uns zur Sicherheit folgende Vorstellung helfen: wenn der Brustkorb unter uns nach rechts und links, nach oben und nach unten, sowie in Rotation schwingt, dann bewegen sich unsere Sitzknochen im Schritt auf und ab. Wenn der linke Hinterfuß nach vorne schwingt, sinkt auch der linke Sitzknochen nach vorne unten. Wenn wir uns in dem Moment vorstellen, der Sitzknochen würde einen Pfeil in den Boden schicken als Signal für den Hinterfuß – dort musst du hin steigen – kann dies einerseits unser Gefühl weiter schulen, andererseits auch tatsächlich helfen, den Hinterfuß etwas besser nach vorne zu holen.

Eines meiner Lieblingsbilder von Bent Branderup bezieht sich auf das Vorwärts reiten und die rückwärts wirkende Hand. Dieses Bild zeigt ganz logisch, warum wir mit „Hinten treiben -vorne gegenhalten“ weder eine weiche Verbindung noch ein korrektes Vorwärts erreichen können:

„Was wir in der Hand spüren ist bereits Vergangenheit. Wir können uns also nur bemühen, die Zukunft positiv zu beeinflussen. Das Leben muss ebenso vorwärts gelebt und rückwärts verstanden werden. Genauso ist es mit dem Reiten, wir müssen vorwärts reiten und Informationen an die Hand als Nachricht aus der Vergangenheit verstehen.“

Was wir also in der Hand spüren ist ja schon passiert – oder eben auch nicht. Es hat also keinen Sinn mit der Hand irgendeine Formgebung zu beeinflussen, die aus dem Vorwärts der Hinterhand hätte passieren müssen. Daher quasi die Reise in die Vergangenheit: erneutes, korrektes Vorwärts und erneute Informationsaufnahme durch die Hand.

Eine wunderbare Visualisierung hat Bent Branderup auch auf seinen Kursen bezüglich der Lastaufnahme der Hinterhand parat:

„Kann ich selbst einen schweren Eimer heben, wenn ich mit meinen Beinen nicht senkrecht sondern nach hinten raus stehe? Man kann auch keinen Stuhl heben, auf dem man sitzt. Ähnlich ist es mit dem Pferd. Denn wenn wir drauf sitzen, drücken wir Gewicht über den Brustkorb auf die Schultern. Deswegen ist gutes Reiten, wenn man die Vorderbeine leicht machen kann und gleichzeitig die Schulter beweglich hält. Nicht das Vorderbein in der Luft, sondern das stehende Vorderbein klärt uns über die Schulterfreiheit auf.“

Die Alten Meister

… können uns ebenso beim Visualisieren unterstützen. Wir können beispielsweise ihre Meinung zu einem Thema einholen – Stichwort Innensitz:

Steinbrecht spricht hier von einem sanften Hang in der Hüfte nach innen. Guérinière sagt, das Pferd macht sich hohl um den inneren Schenkel und Newcastle sagt der Steigbügel erscheint 4 Inches länger. Alle drei sprechen von der gleichen Sache, anders ausformuliert. Manchmal kann es lohnen mehrere Formulierungen zu einem Thema zu lesen, um ein klareres Bild vor Augen zu haben. Denn nicht immer ist das, was Schriftsteller A sagt für mein inneres Auge sofort hilfreich. Schriftsteller B kann mir aber helfen, Schriftsteller A möglicherweise sogar noch besser zu verstehen.

Umgekehrt ist es auch eine wunderbare Übung Inhalte aus der Reitkunst für sich selbst in verschiedenen Varianten zu formulieren. Hier malen wir eventuell selbst Bilder, die uns helfen Fragen an das Pferd besser zu visualisieren.

Fazit

Visualisierung hilft. Und manchmal hilft es auch auf eigene Erfahrungen zurück zu greifen: Erfahrungen, die auf den ersten Blick mit dem Reiten nichts zu tun haben.

Jeder kennt die Situation aus der Tanzschule: mit dem Tanzlehrer konnte man sich entspannen und gut führen lassen. Reiten ist ein Paartanz, es geht nicht um Dominanz, sondern um zwei Geister und zwei Körper, die in Einklang kommen wollen. (Bent Branderup)

Nutzen wir innere Bilder, dann Reiten wir Einfach 😉

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Mobilität, Stabilität und Kraft

Mobilität, Stabilität und Kraft

Mobilität, Stabilität und Kraft sind wichtige Komponenten in der Ausbildung und im Training meiner Pferde. Für mein eigenes Training hatte ich – zugegeben –  in den letzten Jahren aber wenig Muse und Begeisterung. Laufen gehen ohne Pony dabei ist einfach nicht meins. Grundsätzlich bewege ich mich sehr viel, an manchen Tagen gehe ich im Unterricht 11 Kilometer mit. Trotzdem – mir fehlte so ein wenig die Freude an der Bewegung. Angeregt durch Annika Kellers Equestrian Movement Konzept wollte ich abseits vom Reiten wieder etwas finden, wo Bewegung Spaß macht und das Training sinnvoll ist. Daher geht es heute einmal primär um die Fitness des Reiters.

Fündig wurde ich auf meiner Suche bei Anna Urbas und Revolution Fitness. Ihr Motto: Entfessle deine Stärke. Das Interview mit Anna ist auch eine spannende Anregung für das Training mit dem Pferd.

Anna, warum sind Mobilität, Stabilität und Kraft so wichtige Komponenten?

Anna Urbas: Das ist wie bei einem Haus: Die Beweglichkeit (Mobility) ist das Fundament. Wenn wir für unsere Beweglichkeit nichts tun, nimmt sie immer mehr ab, wir entwickeln Fehlstellungen, einseitige Abnutzungen der Gelenke und fühlen uns steif und unwohl.

Ist das Fundament eines Hauses nicht fest gebaut, läufst du immer Gefahr, dass es in sich zusammenfällt. Deshalb muss die Basis stimmen, sonst kannst du keine stabilen Wände drauf bauen.

(Tiefen-)Stabilität (Stability) ist wie der Mörtel, der alle Ziegelsteine zusammenhält. Bei Stability trainierst du die tiefliegenden Muskeln rund um deine Gelenke, die dich im Bedarfsfall vor Verletzungen schützen und die Rumpfmuskulatur. Diese tiefen Muskelschichten kannst du nicht willentlich anspannen – das passiert in einem Bruchteil einer Sekunde, lange bevor die Skelettmuskulatur, das sind die Muskeln, die direkt unter der Haut sind, reagieren können. Je besser die Stützmuskulatur trainiert ist, desto besser bist du geschützt Verletzungen in Alltag, Beruf und Sport. Als Beispiel: Ist die Mitte nicht gestärkt, ist das erste, was du spürst Kreuzweh – der Klassiker, wer kennt das heutzutage nicht?! Stability trainiert aber auch die Koordination und das Balancegefühl. Das heißt, die Verbindung meiner Nervenbahnen zum Bewegungsapparat wird schneller – wie bei einer LTE-Verbindung. Je schneller die Verbindung, desto schneller kann ich reagieren. Im Winter macht das dann den Unterschied aus, ob ich auf der Eisplatte ausrutsche, oder mich drüberretten kann.

Die schlanke Taille gibt‘s da noch obendrauf. 🙂

Wenn also mal die Grundvoraussetzungen stimmen, brauche ich noch ein Dach über dem Kopf. Der letzte wichtige Baustein ist also Kraft (Strength). Ein wirklich zielführendes Krafttraining, das mir was fürs Leben bringt, mir Alltag, Beruf und meine Hobbies erleichtert, wird mir keine trägen, dicken Muskeln anzüchten. Krafttraining klingt immer so nach Arnold Schwarzenegger, aber da gibt es so viele Nuancen, dass dieses Vorurteil absolut unbegründet ist.

Mir geht es beim Krafttraining darum, für jede Situation, die sich mir stellen könnte, gerüstet zu sein. Ich möchte bei der Gartenarbeit ohne Probleme die großen Säcke Blumenerde tragen können, ich möchte einen großen Futtersack stemmen können – alles mit Leichtigkeit und einem guten Gefühl. Gerade für Frauen ist Krafttraining besonders wichtig. Es erhöht nämlich auch die Knochendichte und hat positive Auswirkungen auf den Hormonhaushalt. Abgesehen davon kann so ein Krafttraining auch sehr spielerisch gestaltet sein!

Warum verlernen wir eigentlich so ursprüngliche Bewegungskompetenzen, die uns als Kinder noch so leicht gefallen sind?

Anna Urbas: Als Kind bist du ständig herumgetollt, auf Bäume gekraxelt und hast am Boden gespielt. Das Stillsitzen auf Stühlen wird uns erst anerzogen. Spätestens mit dem Schuleintritt sitzen wir immer mehr und mehr und das wirkt sich natürlich auf unseren Bewegungsapparat aus. Wir werden mit zunehmendem Alter immer unbeweglicher, aber auch gleichzeitig unsicherer in Bezug auf unsere körperliche Leistungsfähigkeit. Ein kleines Kind denkt nicht viel darüber nach, ob es auf der Mauer balancieren kann, oder ob es runterfallen könnte – es hüpft einfach rauf und macht das. Wir Erwachsenen eiern rum. „Könnte ja gefährlich sein. Was, wenn ich runterfalle? Das ist zu hoch, ich trau mich nicht,…“ Damit schränken wir uns zusätzlich ein. Es muss ja keine Mauer sein, es reicht ja ein abschüssiger Waldweg mit feuchtem Laub und wir werden unsicher und vertrauen unserem Tritt nicht. Kinder machen einfach.

Für ein Kleinkind ist es auch selbstverständlich, mit kerzengeradem Rücken in der Hocke zu sitzen oder mit perfekter Körperspannung etwas Schweres vom Boden aufzuheben. Als Erwachsener wird oft schon ein heruntergefallener Kuli zur reinsten Plagerei für den Rücken. Aber genau zu dieser unbeschwerten, körperlich starken Leichtigkeit sollten wir alle wieder hin dürfen.

Viele verbinden Training mit großen körperlichen Anstrengungen, mangelnder Begeisterung, Überwindung des Schweinehunds. Wie kann man sicher stellen, dass man wieder Freude an der Bewegung hat?

Anna Urbas: Ich muss ja gestehen, dass mir das Fitnessstudio auch nie Spaß gemacht hat! Ist doch kein Wunder, wenn einem das Herumhampeln an komplizierten Gerätschaften, die dich einengen und so nichts mit den Bewegungen im echten Leben zu tun haben, nicht gefällt. Für mich war das immer stink fad! Ich bin sehr verspielt und genauso wünsche ich mir auch das Training. So macht‘s auch dem Schweinehund Spaß, wenn er immer etwas Neues machen darf. Die Variation hat aber einen ganz pragmatischen Grundgedanken – der Körper will von ganz vielen verschiedenen Winkeln aus gefördert werden. Natürlich trotzdem mit Blick aufs große Ganze bei der Trainingsplanung, aber viel Freiraum für Variation, um das Maximum rauszuholen. Eines meiner Mitglieder, eine Dame Mitte 40, hat das mal so schön formuliert: „Ich muss nicht zum Sport, ich darf mit meinem Freunden spielen gehen.“

Also im Vordergrund sichtbar ist das spielerische Krafttraining, im Hintergrund die ausgefeilte Trainingsplanung, damit du auch deine individuellen Ziele erreichst. Die gesteckten Ziele überprüfe ich natürlich auch regelmäßig, damit der Erfolg auch für jeden sichtbar wird.

Was sind heute in Punkto Mobilität, Stabiliät und Kraft die größten Stolpersteine – also woran hapert es den meisten Leuten?

Anna Urbas: Naja, Nichtstun ist natürlich am schlimmsten. Alleine regelmäßiges Spazierengehen, die Stiege statt dem Lift, so oft wie möglich barfuß gehen und, zumindest zu Hause, auch mal am Boden sitzen bringt schon viel an Lebensqualität.

Je weniger man sich bewegt, desto steifer und eingerosteter wird man. Aber auch die Muskulatur nimmt ab, wenn du sie nicht benutzt. Eine trainierte Muskulatur ist aber lebensnotwendig, um uns vor Verletzungen zu schützen. Je mehr wir uns in Watte packen und schonen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns etwas passiert – ohne Sport nehmen neben der Beweglickeit auch Balance und Stabilität ab.

Wie viel Training braucht man tatsächlich um die drei oben genannten Komponenten zu verbessern?

Anna Urbas: Eigentlich gar nicht viel. Mit zwei bis drei Trainings pro Woche erreicht man sehr, sehr viel. Was langfristig zum Erfolg führt, ist die Regelmäßigkeit.

Manchmal sorgen sich gerade Frauen, wenn sie „Kraft“ hören, dass dies das falsche Training für sie wäre. Sind diese Befürchtungen berechtigt?

Anna Urbas: Da gibt es so viele Vorurteile! Ich betreibe seit Jahren Krafttraining und bin trotzdem schlank bzw. Genau deswegen schlank. Je besser die Muskulatur trainiert ist, desto höher ist nämlich der Kalorienverbrauch. Mit regelmäßigem Training schmilzt also das Körperfett wie Eis an der Sonne. Was noch dazu kommt, ist, dass Muskeln eine höhere Dichte haben, als Körperfett und so die Kleidung viel besser sitzt. Die meisten haben ja doch die knackige Bikinifigur als Ziel, aber an der führt kein Weg am Krafttraining vorbei. Körperfett schwabbelt, Muskeln sind straff.

Für mich persönlich ist es aber viel wichtiger, leistungsfähig zu sein. Ich möchte im Alter superfit sein, alles machen können, worauf ich Lust habe und so rumhüpfen wie ein Jungspund. Es sieht ganz danach aus, als ob ich das auch erreichen werde. 🙂

Vor allem finde ich es wichtig, mich wohlzufühlen. Sport gibt mir Selbstvertrauen – ich kann alles, ich schaffe alles. Ich fühle mich wohl im Bikini, ich kann Eis auch essen, nicht nur anschauen, mein Immunsystem ist tiptop beinander und ich bin ruhig, gelassen und ausgeglichen.

Wer möchte das nicht?!

Vielen Dank für das nette Gespräch und vor allem – das aufschlussreiche Training. Mehr über Anna Urbas und ihr Training findet ihr hier auf ihrer Website

Die Parade in Punkto Parade

Die Parade in Punkto Parade

Was ist eine Parade? Warum ist es so schwer zu definieren, was während einer korrekt durchgeführten Parade passiert?

Nicht-Reiter denken beim Wort „Parade“ an einen Umzug, an ein Treffen Gleichgesinnter – also warum nicht eine Parade für uns Reiter über die Parade veranstalten? Wie beschreiben Größen aus der Reiterwelt das Mysterium „Parade“?

Alois Podhajsky

Unter Paraden versteht man im allgemeinen ein Anhalten des Pferdes. Aber auch ein Vermindern der Gangart, also zum Beispiel der Übergänge vom Galopp in den Trab. Jede Parade soll in der Bewegungsrichtung und ohne Aufgabe des Gleichgewichts erfolgen, dann wird das Pferd im Halten sein Gewicht und das des Reiters auf allen vier Beinen tragen, weil die Hinterhand genügend untergetreten sein wird. Das Pferd soll am Zügel stehen und so in der Lage sein, sofort die Gangart anzutreten, zu der es vom Reiter aufgefordert wird……..Richtig ausgeführte Paraden fördern ganz wesentlich die Hankenbiegung des Pferdes und können als Prüfstein für den erreichten Grad an Gleichgewicht, Durchlässigkeit und Geschmeidigkeit dienen.

Xenophon

Wenn man ein Pferd mit dem Zügel durchhält, während es die Hinterhand nach vorne untersetzt, so beugt es die Hinterbeine in den Hanken, die Vorhand aber hebt es in die Höhe, so dass den Gegenüberstehenden Bauch und Schamteile sichtbar werden. Man muss aber auch, wenn es dies tut (Levade), ihm die Zügel hingeben, damit es das, was das Schönste am Pferde ist, gerne tut und den Zuschauern zu tun scheine.

François Robichon de la Guérinière

Eine Parade ist die Art und Weise, wie man ein Pferd am Ende einer Reprise anhält. Eine ganze Parade geben bedeutet anzuhalten. Wenn das Pferd auf der Vorhand geht, darf man nicht nachgeben oder die Hand sinken lassen. Der richtige Zeitpunkt für das Nachgeben ist der, wenn man eine halbe Parade gegeben hat und fühlt, dass das Pferd die Hanken biegt. Jetzt gibt man sanft nach und lässt die Hand sinken. dieses Nachgeben zum richtigen Zeitpunkt ist eine der feinsten und nützlichsten Hilfen in der Reitkunst. Da das Pferd, in dem Augenblick, in dem man nachgibt, die Hanken biegt, muss es zwangsläufig leicht in der Hand bleiben, da es nichts hat, worauf es seinen Kopf stützen könnte. Allerdings muss der richtige Zeitpunkt sehr genau getroffen werden, was schwierig ist.

Bent Branderup

Vergessen Sie nicht, dass das Pferd durch eine Parade niemals schwerer in der Hand werden darf, denn das würde es mit dem Schub der Hinterbeine in Ihre Hand drücken: Das Pferd soll die Parade ausführen, Sie können es nur mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Hilfen darum bitten: Sitz, Gerte, Stimme oder Hand.

Antoine de Pluvinel

Ich bitte Sie aber, darauf zu achten, mit dem Oberkörper ein wenig nach hinten zu gehen, wenn Sie das Pferd anhalten. Es ist sehr wichtig, dies jedes Mal beim Parieren zu tun, sei es beim Anhalten aus dem Schritt, dem Trab, dem Galopp, dem schnellen Lauf oder einer anderen Gangart. Macht man es so, hat das den Vorteil, dass der Reiter eleganter sitzt und das Pferd leichter die Hanken unter den Körper setzt weil der Reiter durch diese Gewichtsverlagerung die Lenden stärker belastet. Im anderen Fall wenn man das nicht beachtet, hat das die unangenehme Folge, dass der Reiter, wenn er sein Pferd aus starkem Tempo pariert, eine sehr unschöne Haltung bekommt, sich mit dem Kopf fast auf die Mähne beugt und mit dem Bauch beinahe den Sattelknauf berührt.

Gustav Steinbrecht

Der Reiter soll nämlich nicht in erster Linie mit seinen Händen die Hinterhand zu belasten suchen, sondern durch seine vortreibenden Hilfen die Hinterbeine veranlassen, mehr unter die Gewichtsmasse zu treten und sich selbst dadurch zu belasten, wobei die Hände entweder passiv auszuhalten…oder das Pferd dadurch am Vorwärtsdrängen zu hindern, oder durch aktives Eingreifen, die so genannten durchgehenden Arrets, die Gewichte zur Biegung der vortretenden Hinterschenkel noch nachdrücklicher zurückzuverlegen haben. ……. Es ist daher ein nutzloses und widernatürliches Bemühen, wenn viele Reiter Kopf und Hals ihrer Pferde gewaltsam in die Hühe richten, bevor sie imstande sind, die HInterbeine mit ihren Schenkeln entsprechend heranzuhalten. Gustav Steinbrecht

Themenseminar Parade

In zwei Wochen freuen wir uns gemeinsam mit Bent Branderup das Mysterium der Paraden an zwei Tagen zu erörtern. Bei einem zweitägigen Kurs erfahren wir mehr über Achtel, viertel, halbe oder ganze Paraden in Theorie und Praxis. Selbstverständlich kommt auch die „Schulparade“ zur Sprache. Mehr Infos über den Kurs gibt es unter folgendem Link. Ich freue mich schon, wenn wir dann vieles zum Thema Parade miteinander besprechen und erfühlen!

 

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True Colors 

True Colors 

„Wie geht es Ihnen“?                  „Gut, Danke“!
Wie oft erleben wir einen solchen Dialog Tag für Tag. Wie oft fragen wir uns, was tatsächlich hinter dem neutral gemurmelten „Gut, Danke“ steckt.
Wie oft fragen wir höflich bei unserem Pferd nach und wie oft übersehen wir, dass unser Pferd die Wahrheit über uns bereits kennt, auch wenn wir unsere Stimmung zu verbergen suchen.

Unsere Pferde erkennen unser wahres Gesicht – unsere True Colors“ bereits meist vor uns.

Daher gibt es zum Blogbeitrag heute auch ein wenig Musik zum „Mithören“.
Das wurde auch an den vier Tagen mit meinen Kollegen Jossy Reynvoet in der Steiermark und Niederösterreich klar.

Mein sehr persönliches „Farbenbekenntnis“

Seit rund zwei Jahren begleite ich Lipizzanerhengst Conversano vom Barockpferdehof Schoderlee auf dem Weg in die Akademische Reitkunst.
Dieses Pferd ist mir in dieser Zeit wirklich sehr nahe gekommen. Ich schätze natürlich alle Pferde, die ich begleiten darf, mit Conversano ist es allerdings etwas ganz Besonders.

Ich vermisse „Conversano“ wenn der Abstand zwischen unseren Unterrichtseinheiten länger als gewohnt ausfällt. Ich denke immer wieder über ihn nach, immer wieder überrascht er mich mit seiner Intellgenz, seiner Wissbegierde, seiner Weisheit.

Mehr braucht ihr als „Vorgeschichte“ mal nicht zu wissen. Conversano ist jedenfalls bei unserem Besuch mit Jossy am Freitag

als Letzter dran und zeigt schon am Paddock was er davon hält. In der Halle absolvieren wir ein paar vorbereitende Führübungen zur Einstimmung auf die Freiarbeit. Freiarbeit bedeutet bei Jossy im Grunde von einem Pferd nichts zu verlangen. Die Geschichte zwischen Mensch und Pferd kann sich jedes Mal neu entwickeln, es geht nicht darum, Lektionen in Freiheit ohne Kappzaum und Longe oder Sattel und Zaum zu absolvieren. Es geht um Bewegung miteinander, um das Zusammensein und möglicherweise um einen gemeinsamen Tanz.
Da ich weiß, wie schön Conversano und ich miteinander tanzen können, wenn wir uns beispielsweise an der Longe miteinander spielen, bin ich gespannt.

Die Einheit wird dann etwas anders ablaufen, als geplant. Conversano will von mir nichts wissen. Wir ziehen unsere eigenen Kreise im Roundpen und beachten einander nur hin und wieder. Der Abstand fühlt sich für mich dennoch erstaunlich gut an, ich finde es in Ordnung mich zu bewegen und nach draußen zu schauen.
Conversano zeigt mir die Kalte Schulter. Es dauert eine Weile, bis ich zu ihm kommen kann. Er hat den Kopf gesenkt. Jossy fragt mich, ob ich eine Botschaft für dieses Pferd habe. Ich bin so erstaunt über diese Frage. Jossy bittet mich meinen Arm auf Conversanos Rücken zu legen und meine Botschaft einfacher weiter zu geben. Ich bin überrascht, als ich spüre, wie groß der Brocken ist, der sich in mir löst als ich in Gedanken murmle: „Es tut mir so leid, Conversano“…..

Seit genau einem Jahr habe ich nun „meinen“ Konrad, einen kleinen Verwandten von Conversano bei mir zu Hause.

In diesem Jahr ist die Beziehung zu Konrad natürlich wunderbar geworden. Konrad war von Anfang an „mein“ Pferd. Während Konrad und ich zusammengewachsen sind, habe ich mich innerlich irgendwie von Conversano distanziert. Zu groß war das Vermissen, zu vernünftig die Einsicht, dass ich mich da irgendwie lösen müsse.

Conversano hat diese Veränderung natürlich wahrgenommen und mir gespiegelt. Dass Jossy mein Bedürfnis, mich bei Conversano dafür zu entschuldigen so klar spüren konnte war wohl ein Gänsehautmoment für alle Beteiligten.

Ich bin immer wieder überrascht wie tief Pferde in unsere Seelen blicken können. Unsere „true colors“ bleiben ihnen nicht verborgen und dessen müssen wir uns bewusst werden.

Conversano hat sich, nachdem ich meine Botschaft „an den Lipizzaner“ brachte mir sehr offen zugewandt. Ich bin am Boden gesessen und er hat mir sanft die Stirn mit seiner Oberlippe gekrault. Conversano halt. So wie ich ihn kenne. So wie wir das sonst auch immer machen.

Natürlich ist es nicht immer möglich, auf die Frage „Wie geht es Ihnen“, mit der ungefärbten Wahrheit zu antworten. Konventionen und Regeln machen es unmöglich immer unser wahres Ich zu zeigen – und nicht immer wäre das auch von Vorteil. Wir können es aber auch mal genießen, dass wir unseren Pferden unsere „true colors“ ungeschminkt zeigen dürfen.

Ich habe insgesamt drei Tage mit Jossy verbracht, habe unterschiedliche Unterrichtseinheiten beobachtet, viel diskutiert über die Pferdewirbelsäule und Schwungrichtungen. Wieder einmal wurde mir klar, wie dankbar ich bin, ein so vielfältiges Trainernetzwerk um mich zu wissen.

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PS:  Am 2. und 3. Juni kommt Bent Branderup zu uns nach Graz auf den Sonnenhof, dann widmen wir uns dem Thema der „Parade“:

Ich nehme an, viele Reiter haben im Laufe ihrer Ausbildung ähnliches erlebt. Der Reitlehrer überwacht den Unterricht, gibt ein paar Anweisungen, darunter: „Gib ihm doch eine halbe Parade“. Irgendwann war klar, dass mit einer ganzen Parade „Anhalten“ gemeint war. Aber die feine Nuance von Paraden. Das Gefühl, irgendwie am Zügel zu ziehen und der Reitlehrer bestätigt diese Vorgehensweise, obwohl man nicht deutlich fühlen konnte, was man denn jetzt richtig gemacht hat?
Das andere Extrem:

In den letzten Jahren ist die Schulparade regelrecht „en vogue“ geworden. Ist eine Parade ein Kunststück? Ein Zirkustrick? Kurz gesagt: Nein.

Eine Parade bedeutet vor allem Kommunikation. Eine perfekt durchgeführte Parade ist, wenn der Reiter keinen Widerstand mehr in der Hand spürt und das Pferd die Parade durch den gesamten Körper gelassen hat – es ist in Balance, durchlässig und losgelassen. Eine Parade ist – das perfekte Gefühl von Nichts.

Bent Branderup wird uns die biomechanischen Zusammenhänge erklären, warum es 1/16, 1/8, 1/4 Paraden neben den bekannten halben und ganzen Paraden gibt und wie wir uns den Weg zur Schulparade erschließen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir gemeinsam das Mysterium der Parade am Kurs erschließen – alle Infos rund um die Kursanmeldung gibt es hier