Der Traum von Eleganz, Leichtigkeit und Harmonie – ich denke jeder Reiter träumt genau diesen Traum.

Die Realität am Reitplatz sieht jedoch meist anders aus. Googelt man „Rollkur“ kommt man auf über 580.000 Ergebnisse, fast 270.000 Ergebnisse gibt’s für Hilfszügel, 6,5 Millionen Sucheinträge für „Einfach Reiten“ und fast 1,9 Millionen Einträge für „ehrlich Reiten“.

Ehrlich und Einfach Reiten, mit feinen Hilfen und einem Pferd das bestenfalls freudig mitmacht – das wollen wir also alle – oder wie Google meint Millionen. Google spiegelt aber leider nicht die Realität wider. Denn in den Reithallen werden gerne Hilfszügel angeschnallt, Hauptsache die Kopfhaltung vom Pferd stimmt.  Wie heißt es so schön, Schlaufzügel etwa sollten nur die Hände von Profis, die mit ihnen umgehen könnten, allerdings sollten genau diese Profis die Schlaufzügel doch gar nicht benutzen müssen. Warum kürzen wir hier ab, anstatt ehrlich auszubilden?

Ein Großteil der Pferde geht zudem in einem Alter in Pension, bzw. wird ausgetauscht, wo die alten Reitmeister erst richtig zu arbeiten anfingen.

Waren die Pferde damals leistungsfähiger? Ein immer wieder aktuelles Zitat von Bent Branderup verdeutlicht wohl, auf welcher Ideologie die alten Meister ihre Reitkunst aufbauten:

„Die Dressur ist FÜR das Pferd da, nicht das Pferd für die Dressur“

„Akademisch Reiten“ bedeutet nicht, dass man ein Diplom braucht, studieren oder zu einem bestimmten elitären Kreis gehören muss.

Der Begriff bezieht sich auf die historischen Reitakademien, die während der Renaissance überall in Europa zu finden waren und deren Ziel die künstlerische, geistige und körperliche Ausbildung von Mensch und Pferd war. Und genau dieses Wissen aus der damaligen Zeit, das Wissen der „Klassiker“ wie Gureniere, Pluvinel, Herzog von Newcastle, Steinbrecht….findet im „Akademisch Reiten“ heute wieder praktische Umsetzung.

Ignorieren wir mal den Namen und geben dem Ganzen ein gemeinsames Ziel:

Sagen wir Einfach (und wieder mit Freude) Reiten?

IMG_7602Oberste Prämisse der Reitkunst: Das Pferd soll durch gezieltes Muskeltraining in die Lage versetzt werden, das Gewicht des Reiters in allen Lektionen ohne Schaden an Leib und Seele ein Leben lang tragen zu können (das bezieht sich auch auf jene Pferde, die gerne und wie ich finde irrtümlicherweise als „Gewichtsträger“ bezeichnet werden). Und: Wir wollen doch sicherlich ein Pferd,  das auch gerne mit uns  Zeit verbringt!

Akademische Reitkunst ist eine lange Reise, eine Beschäftigung mit vielen Detailfragen, die man an sich selbst und an das Pferd stellt. Durch die sehr genaue Hilfengebung lernt das Pferd auf die Hilfen zu reagieren und nicht zirzensisch Lektionen abzuspulen.

Der Reiter muss vor allem sein Gefühl und Auge schulen – eine Sache, die schwierig scheint, sich aber lohnt. Vielen mag der Weg lang erscheinen – aber wer sich viel Zeit für die Basis nimmt, Reitet  später Einfach. 😉

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