Der Megasus Testbericht

Der Megasus Testbericht

Er ist neu, er ist aus der Steiermark, er ist qietsch-orange. Die Rede ist vom Megasus Horserunner, einem relativ neuen Klebebeschlag für Pferde. Meine Pferdedamen durften testen. 

Testbericht Tarabaya

Herbst 2017. Tabby möchte nicht mehr wirklich von der Koppel kommen. Sie ist lahm. Der Verdacht lautet: Abszess. Verordnet werden Leinsamen-„Patscherl“ und Ruhe.
Nachdem sich die Lahmheit trotz aller befolgten tierärztlichen Anweisungen nicht bessert, werden Tabbys Hufe genauer unter die Lupe – besser gesagt unter Röntgenstrahlen genommen.

Was man über Tabbys Hufe wissen muss: Tabby ist stark zeheneng. Betrachtet man Tabbys Hufe bzw. die Beine von hinten, dann fällt eine starke Schiefe bzw. Fehlstellung im Bereich zwischen Fesselgelenk, Krongelenk und Huf auf. Tabby hatte trotz ihrer komplizierten Hufstellung barhuf keine Probleme, sie schien mir nie sonderlich fühlig, sie ist halt typisch Trakehner. 

2009, als Tabby zu mir kam, war sie noch beschlagen. Erst durch meinen Weg in der Akademsichen Reitkunst begann ich auch viele andere Dinge in Frage zu stellen. Ich beschloss Tabby auf barhuf umzustellen, was uns zwar zu Beginn der Umstellung und beim Rauswachsen der Nagellöcher viele ausgefranste und nicht schön anzusehende Hufe einbrachte, trotzdem hat Tabby die Umstellung relativ problemlos bewältigt. 

Ist es dem Reiter durch günstige Bodenverhältnisse möglich gemacht, sein Pferd barfuß gehen zu lassen, so gewinnt er dadurch doppelte Vorteile. Die Natur hat den Huf nicht nur mit großer Zähigkeit, sondern auch mit Elastizität ausgestattet, so dass er die inneren weichen Teile genügend schützen und doch die Berührung mit dem Erdboden mildern kann. Infolgedessen ist der gang eines unbeschlagenen Pferdes nicht nur angenehmer für den Reiter, sondern strengt auch dessen eigene Glieder weniger an, als der des beschlagenen, und die Hufe werden außerdem nicht durch unverständige Schmiede in ihrer gesunden Naturwüchsigkeit gestört. (Gustav Steinbrecht: Das Gymnasium des Pferdes)

Ein Exkurs in die Vergangenheit: Im Winter 2013 läuft Tabby in der Früh auf die Koppel, bleibt in einem gefrorenem Loch hängen und stürzt. Diagnostiziert werden Fasereinrisse am Fesselträger, 9 Monate sollen wir Schritt gehen. Schritt ist Tabbys „schlimmste“ Gangart. Sie ist nicht nur stark zeheneng, sondern tritt in der Hinterhand enorm breit. Im Trab gelingt es uns ihre Beine am besten zu sortieren, daher stellen 9 Monate Schritt an uns eine gewaltige Herausforderung dar. Das Hüftgelenk wird zu stark in Extension gezogen, dadurch wird die Kraft aus der Hinterhand nicht korrekt über die Wirbelsäule übertragen. 

Warum ich das jetzt noch erzähle, wo es doch um Hufe geht? 

Nun, nach der ausgestandenen Fesselträgergeschichte beginnt eigentlich unsere Hufgeschichte. Der Fesselträger wird noch einmal geschallt, wir kontrollieren alles mehrmals und unser Tierarzt ist zufrieden. Jedoch: Kaum trabe ich im Viereck auf weichem Boden eine Tour bemerke ich, dass Tabby eben nicht gerade ist. Ich bin unsicher, ist der Fesselträger erneut verletzt, oder gibt es eine neue Blessur, die ich übersehen habe? 

Die Hufe werden nun zum ersten Mal untersucht. Die Sohle ist recht dünn, ich möchte aber nicht beschlagen. Zum Glück wohne ich genau 4 Minuten vom Stall entfernt, kann also früh morgens bevor es auf die Koppel geht selbstständig einen Hufschutz montieren, der halt am Huf bleibt, bis ich damals am späten Nachmittag von der Arbeit komme. 

Wir kommen so über die Runden, aber nach einigen Monaten kommt es immer wieder zu diesen seltsamen untaktmässigen Tritten. Ich beginne alles in Frage zu stellen. Ich recherchiere, ich beschäftige mich viel mit korrektem Rückenschwung. Ich führe ein Tagebuch: Wann tritt das untaktmässige Treten auf und wann nicht. Ich studiere Videoaufnahmen meines Pferdes, will herausfinden, ob die Sache schon vor dem Fesselträgerschaden zu sehen war, oder nicht. Ich muss dazu auch sagen, dass Tabby nicht nur hinten breitbeinig unterwegs war, auch in den Vorderbeinen war und ist (je nach Bewegungsqualität) das Gangbild „fuchtelnd“- oder ähnlich einem „Schwimmer“. 

Kann es sein, dass die Problematik aus der Hüfte kommt und das Resultat der (unzureichenden) Schwungübertragung in der Vorderhand sichtbar ist? 

Das alles spielt mit Sicherheit auch eine Rolle. Es gibt Höhen und Tiefen. Mal ist alles für mehrere Wochen weg, mal ist es wieder stärker sichtbar. Es bleibt alles schwer zu sagen und einzuschätzen. 

Bis zum Herbst 2017. Dann eben werden Tabbys Hufe wirklich noch einmal deutlicher unter die Lupe genommen. Das Fazit dieser Untersuchung. An jener Stelle wo die Hufwand außen deutlich steiler wahrnehmbar ist, gib es folgenden röntgenologischen Befund: auf dieser Seite haben sich die Hufknorpel sowie der jeweilige Hufbeinast quasi abgerieben. Tabbys Sohle ist nach wie vor dünn. 

Wir verändern die Hufbearbeitung. An dieser Stelle muss ich Sonja Appelt und Stefan Hiebler für ihre Expertise und ihre gute Betreuung danken. 

Wir kommen so relativ gut durch den Winter, bis wir Ende April erneut mit der nächsten Lahmheit konfrontiert sind. Wieder geht Tabby fühlig, wieder ist es am stärksten auf weichem Boden wenn wir auf der linken Hand unterwegs sind. Erneut wird ein Kontrollröntgen gemacht. Wider Erwarten dann jedoch das Ergebnis: An der Situation rund um den betroffenen Hufbeinast gibt es keine Verschlechterung – eher im Gegenteil. Die Fütterug eines Kollagen-Präparats (An dieser Stelle ein Dankeschön für die Empfehlung meiner lieben Kollegin Annika Keller, die mich auf dieses Mittel brachte) hat scheinbar positive Wirkung gezeigt. 

Durch den extrem matschigen Winter ist Tabbys Sohle dennoch eben zu dünn, der Tierarzt empfiehlt neuerdings einen Beschlag mit Einlagen zur Dämmung. Ich bin nach wie vor dagegen, ich möchte Tabby einfach nicht mehr beschlagen, da wir bereits die Erfahrung gemacht haben, dass Tabby – sobald sie eben beschlagen ist – zur Bildung von sehr großen Überbeinen direkt unter dem Karpalgelenk neigt. 

Ich kontaktiere Charly Forstner von Megasus. Charly hat den aktuellen Hufschutz erfunden. Quasi eine Anekdote der Rubrik „Die Welt ist ein Dorf“ – Charly war bereits vor 24 Jahren „mein“ Schmied – besser gesagt der Schmied meines Pferdes. Schon damals lief mein Trakehner eisenlos – mit einem Plastikbeschlag. Durch die Mobilität des Plastik wurde die Befestigung des Hufschutzes jedoch auf eine harte Probe gestellt. Mir hat schon damals der Ansatz gefallen, Charlys Antrieb, etwas Gutes für die Pferde auf die Beine stellen zu wollen – eben – damit die Pferde auf einem guten Fundament laufen können. 

Ich schilderte Charly also meinen Problemfall und eine Woche später schon wurden die Megasus bei Tabby montiert. Mehr zum Megasus erfährt ihr hier.

Tabby lief sofort nach der Befestigung des Hufschutzes einwandfrei und lahmfrei. Von Fühligkeit, sogar auf weichem Boden keine Spur mehr. 

Unmittelbar nach der Montage sind wir ein paar Runden an der Hand in der Halle gelaufen, freilich löst ein guter Hufschutz ja nicht sofort alle Probleme, daher waren nach Rücksprache mit dem Tierarzt noch weitere 14 Tage Schonung am Programm.

Das erste Monat

Gleich mal nach der ersten Woche der Montage hat sich Tabby einen riesigen Ballentritt geholt. Natürlich hat sie sich so über die neu gewonnene Bewegungsfreiheit gefreut – und ja sie kann sich definitiv bewegen, so dass sie sich einen riesigen Ballentritt eingefangen hatte. Der Megasus war davon quasi völlig unbeeindruckt und hielt total fest. 

Beim Reiten im Schritt war gerade zuletzt immer wieder Stocken rechts vorne zu spüren. Rechts vorne war gekoppelt mit links hinten, wo Tabby zudem auch gerne etwas kürzer getreten war. Es braucht vor allem Zeit, um eine jahrelange Schonhaltung aus dem Gedächtnis zu bekommen. 

Mit den Megasus ging diese Umstellung im Schritt jedoch wirklich schnell. Ich war selbst sehr überrascht, wie sich das Gangbild in kürzester Zeit bei vorsichtiger Arbeit nach der Akademischen Reitkunst gewandelt hatte. 

Trab ist Tabbys bevorzugte Gangart. Hier fällt ihr alles leichter. Galopp war in den letzten Wochen und Monaten nicht unbedingt unsere Lieblingsgangart. Ich hatte ständig das Gefühl, irgendwo würde was klemmen. Wir kamen nicht so richtig vorwärts. Trotzdem haben wir den Galopp soweit möglich geübt.

Nach dem ersten Monat Megasus bin ich mit der Qualität des Galopps recht zufrieden. Ob das alleine an den Megasus liegt? Bereits Anfang April hat hier eine Ostheopathie Behandlung von Manuel Flätgen sicherlich auch deutlich geholfen, einige Blockaden zu beseitigen. 

Der zweite Monat

Nach fünf Wochen werden die Megasus für Tabby neu montiert. Leider halten diese Schuhe nur etwas mehr als eine Woche. Als ich Tabby eines Samstags aus der Box hole, sind die Megsus total locker, ich kann den Hufschutz selbst ganz leicht abmontieren und zwicke mit einer Zange die „Flügel“ des Megasus ab. Schade, aber zum Glück wird ein neues Paar dann gleich am Montag in der passenden Sommeredition montiert. Seitdem halten die Megasus wirklich gut und wir freuen uns auf den dritten Testmonat. Tabbys Bewegungsqualität nimmt sukzessive deutlich zu. Dass es eine Sommer und Winter-Variante gibt, ist mir neu, daher……

Ein paar Fragen an Megasus

Warum gibt es jetzt zwei unterschiedliche Materialien, den „Revolution TR20“ und den „Heatrunner“?

Megasus: Für die Zusammensetzung des Kunststoffes haben wir ein ausgeklügeltes Konzept entwickelt. Unsere Ansprüche an das Material sind hoch: Einerseits sollen die Horserunners flexibel sein und so die natürliche Hufdynamik gewährleisten, andererseits müssen sie Stabilität bieten und trotzdem auf hartem Boden stoßdämpfend wirken. Dies hinzubekommen, war eine echte Herausforderung, dafür haben wir lange mit den zwei Kunststoffkomponenten experimentiert.

Fakt ist: Kunststoff reagiert auf Außentemperaturen. Daher haben wir mit dem derzeit entstehenden Material namens „Heatrunner“ eine Zusammensetzung entwickelt, die bei dauerhaft heißen Temperaturen und Hitzewellen empfohlen wird. Wir haben das Material „Revolution TR20“, also die Kunststoffzusammensetzung der Megasus Horserunners, bei Temperaturen bis zu ca. 25°C erfolgreich getestet und empfehlen es daher für Außentemperaturen bis zu 20°C. Wir haben mit diesem Material eine Zusammensetzung gefunden, die für ein breites Spektrum an Temperaturen geeignet ist und uns in Sachen Abrieb überzeugt hat. Für besonders heiße Temperaturen haben wir den „Heatrunner“ bereits entwickelt. Hier befinden wir uns gerade in der Produktionsphase und der „Heatrunner“ wird ab 2019 erhältlich sein.

Es gibt jetzt drei Varianten für den Megasus – welche sind diese und wie funktionieren sie?

Megaus: Deine Tabby und Pina tragen den Megasus Run’n’Fun für Reitvergnügen auf jedem Terrain. Der Megasus Run’n’Fun schützt die Hufe dauerhaft und wird mit einem Hauch von Mega-GLUE 2-K Kleber punktuell an der Hufwand geklebt. Das ist uns sehr wichtig: Die empfindlichen Hufsohlen bleiben dabei kleberfrei! Wie bei deiner Tabby, die ja unter Fühligkeit und zu wenig Hufmaterial litt, ist es wichtig, dass sich der Huf erholen kann und neues Material nachbilden kann. Kleber an der Sohle könnte sich für Tabby – und für alle anderen Pferde – anfühlen, wie Steine im Schuh.

Mit der Weltneuheit, dem Megasus Med’n’Rehab zum An- und Abklippen wird eine optimale medizinische und orthopädische Versorgung des Hufes jederzeit ermöglicht. Ob bei Hufproblemen, Reha-Pferden, aber auch für überzeugte Barhuf-Fans: Der Megasus Med’n’Rehab mit dem Mega-LOCK System macht schnelles An- und Ausziehen möglich. Das Ganze funktioniert mit einem besonderen Hochleistungsklettband mit charakteristischer Pilzkopfstruktur, das direkt an den Huf geklebt wird, dem Mega-LOCK Tape. Auf diesem wird der Megasus Med’n’Rehab mit einem hörbaren „Klick“ angeklippt.

Unser drittes System ist der Megasus Quick’n’Stick. Dieser befindet sich derzeit in der Test- und Entwicklungsphase. Dieser wird einfach wie ein Heftpflaster an den Huf geklebt und wir sehen großes Potenzial für Wanderreiter und „Selbermacher“.

Eins haben alle Systeme gemeinsam: Sie sind einfach austauschbar! Egal für welches System man sich entscheidet – alle Megasus sind durch das Austauschen der Side-Clips schnell in ein anderes Befestigungssystem verwandelbar. Hat das Pferd einen Hufabszess, dann verwendet man den Megasus Med’n’Rehab und sobald es sich bessert, kann man beispielsweise durch Austauschen der Side-Clips auf den Megasus Run’n’Fun umsteigen und am nächsten Springturnier starten.

In den ersten Werbevideos, wo auf die Crowdfunding Kampagne aufmerksam gemacht wurde, waren die klettbaren Megasus quasi DER Runner. Wieso ist dies jetzt eine Rehaversion?

Megasus: Individualität stand für uns schon immer im Vordergrund, denn für uns sind alle Pferde wichtig. Für uns ist ganz klar, dass wir für alle Pferde das Ende der Eisenzeit einläuten wollen. Daher möchten wir auch unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Die zahlreichen Rückmeldungen von unseren Testern, aber auch von unseren Unterstützern, haben uns gezeigt, dass es zwei große Hauptanliegen gibt: Auf der einen Seite möchten viele mit freiem Kopf drauflosreiten und der Spaß oder der Sport mit dem Pferd stehen hier im Vordergrund. Auf der anderen Seite kontaktieren uns verzweifelte Pferdeliebhaber mit Leidensgeschichten von Rehe-Pferden, Hufabszessen und Fehlstellungen uvm.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass derzeit der Megasus Med’n’Rehab zum An- und Abklippen vor allem in zwei Bereichen unschlagbar ist: im orthopädischen und medizinischen Bereich. Barhuf in Sekunden ist nämlich genau dort unerlässlich, wenn der Huf medizinisch versorgt werden muss wie zum Beispiel bei einem Hufabzess oder wenn man den Huf regelmäßig korrigieren oder bearbeiten muss, wie zum Beispiel bei einer Hufrehe. Der riesige Vorteil ist, dass Korrekturen jederzeit am Huf direkt durchgeführt werden können, so dass z.B. Keile etc. nicht notwendig sind. Aber nicht nur Reha-Pferde, sondern auch eingefleischte Barhuf-Fans, welche die Arbeit nicht scheuen, die ein nicht-permanenter Hufschutz so mit sich bringen kann, sind beim Megasus Med’n’Rehab genau richtig.

Unsere Unterstützer haben uns von Jagdritten, Vielseitigkeits- und Springturnieren erzählt, an denen sie mit dem anklippbaren Mega-LOCK System starten wollten. Dabei ist es ganz wichtig, nicht zu vergessen, dass dieses System eine Weltneuheit ist und, dass es für Barhuffans und Problemhufe entwickelt wurde. Wir haben es nicht für den Turniersport entwickelt und empfehlen daher jenen, die sportlich ambitioniert sind oder bei allen Bodenbeschaffenheiten mit freiem Kopf Gas geben wollen, den Megasus Run’n’Fun mit dem Mega-GLUE System. Doch nicht nur sportlich ambitionierte Reiter, auch Pferde, die dauerhaften Hufschutz benötigen und unter zu wenig Hufmaterial leiden, können sich mit dem Megasus Run’n’Fun erholen.

Was hebt den Megasus Med’n’Rehab von dauerhaft getragenen Hufschuhen ab?

Megasus: Die Megasus Horserunners bilden eine völlig neue Produktkategorie. Es sind maßgeschneiderte Sportschuhe für Pferde. Unser Ziel ist es, das Hufeisen abzulösen.

Die Megasus Horserunners werden direkt an der Hufkapsel befestigt und exakt an den Pferdehuf angepasst, dadurch gibt’s kein Scheuern, Reiben oder Verdrehen. Megasus gehen nie über den Huf hinaus. So kommen sie nicht mit dem empfindlichen Ballen oder Kronrand in Berührung. Dadurch kann man die Megasus auch ohne Probleme dauerhaft tragen.

Hufschuhe an sich sind eine tolle Sache, stoßen aber ab einem gewissen Zeitpunkt und je nach Hufform und Anwendungsgebieten an ihre Grenzen. Lass uns einfach mal an unsere Schuhe denken. Auch wir Menschen haben unterschiedliche Schuhe für unterschiedliche Einsatzzwecke. Wir ziehen zum Beispiel keine „Crocs“ zum Laufen oder Wandern an, sondern tragen dafür lieber stabile Sportschuhe, die uns einerseits Halt geben und stoßdämpfend wirken und sich andererseits unseren Füßen exakt anpassen.

Die Megasus unterscheiden sich nicht nur in der Befestigung, sondern in so vielem mehr. Daraus ergeben sich auch unterschiedliche Anwendungsgebiete.

Mein Fazit

Bislang sind beide Pferde mit dem Megasus sehr zufrieden. Ich freue mich sehr, dass Hufschuhe, verschiedenste Formen von Hufschutz derzeit so „en vogue“ sind. Ich werde natürlich auch meinen Testbericht fortsetzen!

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PS: Da mir die Megasus Horserunners zum Testen zur Verfügung gestellt wurden, muss ich meinen Artikel ordnungsgemäß als „Werbung“ deklarieren. Mein Bericht ist allerdings meine ehrliche Meinung zum Produkt.

 

Schaffst du es alleine? 

Schaffst du es alleine? 

Was war nochmal Thema der letzten Reitstunde? Worauf soll ich in der Bodenarbeit achten? Und woran soll ich überhaupt üben? Selbstständigkeit ist eine schwierige Sache, auch wenn wir uns in der Reitkunst Schritt für Schritt vortasten. Heute eine Anleitung wie es ohne Trainer super klappt. 

Selbst und ständig, das ist mein tägliches Leben. Ich unterrichte mobil, gebe Kurse und treffe viele Menschen in Europa, die eines mit mir gemeinsam haben: Die Leidenschaft für Pferde. Manche Schüler sehe ich wöchentlich, dann sogar mehrmals, manche Schüler monatlich oder sogar noch seltener. Trotzdem kommen alle voran – denn schließlich wünsche ich mir eines ganz besonders: Dass sie unabhängig werden von mir. 

Wie ich selbstständig wurde 

Wie ich unternehmerisch selbstständig wurde ist eine Sache – reiterlich gesehen wurde ich es schon sehr früh. Dies hat  zwei Gründe: Einerseits musste ich zwangsläufig immer wieder ohne Trainer auskommen, andererseits hat mir das selbstständige Üben und Tüfteln rund um das Geigenspiel sicherlich auch eine Menge geholfen. Ich würde mich aber generell eher als Tüftler und Grübler bezeichnen, der seine Gedanken gerne ausprobiert. 

Und machmal war ich dazu einfach gezwungen – wenn sich Trainer und Wegbegleiter beruflich wie privat verändern, wenn man einfach einen gemeinsamen Weg nicht mehr weiter verfolgen kann. 

Ich habe also sehr selbstständig mit meinen Pferden gearbeitet. Dabei habe ich mir meistens schon vorab Notizen gemacht: Was war gerade das bestimmende Thema in der Ausbildung. Welche Schwierigkeiten konnte ich sowohl bei mir als auch dem Pferd orten? Auf welchen Stärken konnte ich aufbauen? Je tiefer die Analyse, umso größer die Erkenntnis.

Schreib`s auf 

Schon beim Verfassen der Notizen, beim Formulieren klarer Ziele habe ich eine Menge über mich und meine Pferde erfahren. Selbstverständlich habe ich am Tag nach der letzten Trainingseinheiten nochmal die Vorab-Notizen überprüft und mit dem Gefühl, das ich einen Tag nach der Trainingseinheit hatte abgeglichen. Wo waren meine Gedanken und Taten vom vorweg formulierten Ziel abgesprungen, wo war ich kreativ, was hat mein Pferd vielleicht plötzlich aus dem Ärmel geschüttelt. Was fällt mir, was fällt meinem Pferd besonders schwer. Wie kann ich diese Schwierigkeit in einzelne Schritte, auf ein Minimum zerlegen und dann Puzzleteil für Puzzleteil wieder zusammen setzen? 

Diese Vorgehensweise unterstreicht einfach nur, welcher Lerntyp ich bin. Ich würde mich primär zu den auditiven Lerntypen zählen. Eine Zusammenfassung über sämtliche Lerntypen gibt es hier: 

Wenn ich bei Bent Branderup Kurse besuche oder mich bei Trainerkollegen fortbilde frage ich bei Unklarheiten nach und wiederhole die Frage plus Antwort, um sicher zu gehen, dass ich die Hinweise und Tipps korrekt verstanden habe. Auch die Wiederholung und laute Formulierung helfen mir dabei, im Eifer des Gefechts nichts zu vergessen. 

Ich bin somit auch dankbar, wenn meine Schüler über die verschiedenen Lerntypen bescheid wissen und mir auch Feedback geben, wie sie am besten lernen. Soll ich ihnen eine Skizze zeichnen, etwas niederschreiben? Einige Schüler nutzen auch die Möglichkeit ihre Stunde zusammen zu fassen und mir zu mailen. Auch wenn eine Kleinigkeit vergessen wird, die Vertiefung der Stunde durch das gezielte Formulieren und gedankliche Wiederholen ist sehr hilfreich. Und was dann fehlt, das ergänze ich durch Stichworte gerne. 

Ich bespreche am Ende einer Stunde sowohl den Inhalt der vergangenen Unterrichtseinheit, als auch die zu wiederholenden Inhalte – sprich – die Hausübung. So gehe ich sicher, dass das Warum und Wieso der kommenden Schritte eindeutig ist. 

Ich habe leider nichts geübt….

Sicher. Manchmal spielt uns das Leben, der Alltag einen Streich und wir kommen wirklich nicht ausreichend dazu zu üben. Wenn aber der Alltagsstress nicht als Ursache festgemacht werden kann – was war dann das Hindernis? 

Möglichkeit 1: Ich weiß gar nicht, was ich üben sollte

Zwischen den Trainingseinheiten empfiehlt es sich Bausteine aus der letzten Trainingsstunde zu wiederholen. Das muss nicht die Stunde als Ganzes sein, das können wirklich auch Einzelbereiche sein, bis man das Gefühl hat: Das sitzt, das habe ich gut verstanden. Ich könnte diesen Inhalt auch jederzeit einem Kollegen aus dem Stall erklären. 

Wenn man sich wirklich nicht sicher ist, was man üben soll, dann hilft ebenso die Reflexion über die letzte Trainingseinheit. Was war hier der Schwerpunkt? Welche Übungen wurden durchgenommen und welcher Zweck liegt möglicherweise dahinter? Warum üben wir eigentlich beispielsweise das Schulterherein? 

Möglichkeit 2: Ich habe die letzte Trainingseinheit vergessen

Daher die Empfehlung, die Ergebnisse und Erlebnisse, alles Gefühlte und auch Nicht-Gefühlte aus der letzen Einheit mit dem Trainer zu notieren und somit auch unmittelbar nach der Einheit zu wiederholen. Manche Schüler zeichnen ihre Stunden auch per Video auf. Dann kann man immer wieder mal nachsehen. Ich selbst halte auch meine Unterrichtseinheiten auf Kursen fest und bin dann immer wieder überrascht, wie viele Hinweise mir nicht unmittelbar und sofort im Gedächtnis geblieben sind. 

Möglichkeit 3: Ich habe zu weit gesteckte Ziele

Egal ob das nun die Reitkunst oder andere Ziele im Leben betrifft. Groß denken ist gut. Es entfacht unsere Fantasie und Begeisterung. Aber je kleiner die Zwischenziele umso erreichbarer und messbarer sind diese. Ein Beispiel: Der Traum vom Weiterkommen. Sehr oft glauben Reiter, nichts ginge weiter. Die Ziele sind aber sehr unklar definiert, obwohl das Pferd beispielsweise deutlich vertrauensvoller und gelassener oder die Verbindung eine weitaus feinere wurde haben sie das Gefühl, nichts ginge weiter. Ein großes noch undefiniertes Ziel liegt vor ihnen – oder wie Bent Branderup in seinen Kursen so schön sagt:

„Die meisten Reiter wissen nicht was sie wollen, aber sie wollen es jetzt“. 

Wer sich kleine Ziele vornimmt und – Achtung – Wiederholung – diese deutlich ausformuliert kann auch öfter einen Etappensieg feiern. Das sorgt für Freude und macht dem Frust den Garaus. 

Möglichkeit 4: Ich will gar nicht selbstständig werden

Ich sag es jetzt leider ganz unbequem deutlich: Manchmal muss man seinen inneren Schweinehund aber überwinden. Natürlich ist es bequem eine genaue Anleitung zu bekommen. Natürlich ist es einfacher, nicht über jeden Schritt nachdenken zu müssen. Wer den inneren Schweinehund überwindet hat aber wesentlich mehr vom Leben. Zieht sich überall durch. Nicht nur in der Reiterei. 

Selbstständigkeits-Meister

Sie erstaunen mich immer wieder. Die Rede ist von jenen Kursteilnehmern, die mir meist sehr vorsichtig und schüchtern erzählen, sie haben mal versucht aus diversen Lehrvideos oder nur vom Zuschauen von Kursen gelernt. Ich staune dann oft nicht schlecht, wie gut sie die Körpersprache und die verschiedenen Hilfen in der Bodenarbeit übernehmen konnten. Ich staune nicht schlecht, wenn sie sehr genau beschreiben können, was sie unter sich im Pferdekörper fühlen. Ja, wenn der passende Lerntyp und eine gehörige Portion Begeisterung fürs Tüfteln und Ausprobieren aufeinander treffen, dann kann man sogar sehr viel aus dem Internet oder aus Büchern lernen, ohne von Beginn an den direkten Unterricht mit dem Trainer zu nutzen. So etwas ist tatsächlich möglich. 

Technik und Gefühl 

Die Technik ist eine Sache, die man aus Büchern, Videos, Lernplattformen oder eben im direkten Kontakt mit einem Trainer lernen kann – das Gefühl muss man wirklich beim Üben entwickeln. Und wer sich fragt, ob denn nur die talentierten Meister vom Himmel fallen? Nein, die mit „Sitzfleisch“ und Ausdauer – gemünzt auf die vielen Wiederholungen beim Lernen. Einen Podcast dazu gibt es hier 

Und jetzt – wie gehe ich es an? 

Mein persönlicher Tipp: Am Anfang steht ein Ziel und eine Bestandsaufnahme. Wie sieht der aktuelle Ausgangspunkt aus, von dem wir loslegen? Welche Schritte der Basis sind vorhanden, wie gut sieht mein Fundament aus. Was klappt gut und was noch nicht. Unbedingt auch immer formulieren, was eigentlich gut funktioniert! 

Aus den formulierten Zielen ergeben sich auch die Übungen. Was ist notwendig, warum sollte was geübt werden? In welcher Position kann ich meinem Pferd momentan am meisten helfen/ wo stehe ich mir möglicherweise selbst im Wege? 

Gibt es eine letzte Trainingsstunde aus der ich schöpfen kann, die mir Anleitung zu Üben geben kann? Kann ich meinen Trainer um Rat fragen, wenn ich meine Hausübung ausformuliere? 

In welchen Abständen wäre es gut Kontrolle und Feedback zu bekommen – welche Abstände tun auch mir selbst gut, um ausreichend reflektieren und feilen zu können? 

Tagesverfassung und Situationselastizität 

Auch wenn ich mir ein bestimmtes Ziel für den heutigen Tag vorgenommen habe. Es kann sein, dass ich – im Stall angekommen weder mental noch physisch in der Lage bin, die heutige Struktur im Training unterzubringen. Na und? Auch das macht nichts. Ebenso kann auch das Pferd einen schlechten Tag haben. Für die genaue Planung sollte man folgende Dinge berücksichtigen: 

  • Tage, an denen man das wiederholt, was man recht gut kann. 
  • Tage, an denen man mal was Neues oder Schwieriges ausprobiert. 
  • Tage, an denen man einfach schön mit dem Pferd Zeit verbringt, beim Zusammensein, beim Lesen eines Buches auf der Weide, bei einem gemeinsamen Spaziergang, beim ausführlichen Betüddeln.

Ich wünsche gutes Gelingen auf dem Weg zur Selbstständigkeit 

 

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Der Ernst des Lebens

Der Ernst des Lebens

Es ist wieder einmal Zeit für ein Update aus dem Hause Conversano Aquileja aka „Konrad“. Im November gab es das letzte Update von Konrad im Blog – und seitdem hat sich viel getan. Vor allem in meinem Kopf. 

Der Zauber der Alm 

Gestern war ich auf der Stubalm ganz in der Nähe von Graz. Dort, auf den scheinbar grenzenlosen Weiden wachsen die Junghengste auf, gewinnen an Kraft, Ausdauer, Trittsicherheit. Wenn so eine Herde aus dem Nebel heraus über die Alm galoppiert, dann bedeutet das Gänsehaut. 

Ich sehe diesen Pferden zu und bin so unheimlich dankbar, dass auch mein Konrad eine solche Kindheit hatte. Er konnte stundenlang mit seinen Kollegen spielen, fressen, toben, Mähne kraulen, Touristen und Wanderer beobachten, Almgewitter, Kühe und das Spektakel beim Almabtrieb runden die mentale Gelassenheit eines solchen Lipizzaners schon ab. 

Daheim haben wir einen großen Paddock Trail und mit anderen Ställen vergleichsweise große Herden und viel Platz für Pferde. Mit der Alm der Piber Pferde ist das natürlich nicht zu vergleichen.

Wer die Hengste auf der Stubalm erlebt hat, wird vielleicht ein wenig wehmütig, bei dem Gedanken, dass diese Zeit ein Ablaufdatum hat. Die einen Pferde werden verkauft, die anderen kommen nach Wien in die Spanische Hofreitschule. Wie hat mein Konrad im letzten Jahr diese Umstellung verkraftet? 

Ich muss sagen erstaunlich gut. Er hat am Sonnenhof rasch viele Pferdefreunde gefunden, Konrad ist ein unheimlich sozialer Typ. Wird ein Pferd in der Herde bedrängt, getrieben oder kommt es zu einer Keilerei geht Konrad schon auch mal dazwischen, ohne viel Körpereinsatz. Seine Präsenz und ein Blick reichen aus – und schon ist Ruhe. Dieses Verhalten hat mich oft zum Grübeln gebracht: Habe ich tatsächlich einen mittlerweile 4-jährigen vor mir, oder schlummert da eine alte Seele in diesem Körper? 

Der Zauber miteinander 

Auf dem Stundenplan stand seit dem letzten Winter Bodenarbeit, Longenarbeit, manchmal ein bisschen Handarbeit (wobei ich mir ja unbedingt ein kleineres Pferd dafür gewünscht hatte. Konrad ist im Winter auf 1,57 m gewachsen, macht mir also einhändig geführt erneut das Leben schwer…) und Gewöhnung an diverse gruselige Gegenstände, Geräusche sowie viele Spaziergänge durch den Wald. 

Mein Fazit und das Spiel mit der Energie 

Freunde fürs Leben: Links PRE Idolo, rechts Konrad

Konrad lernt unheimlich schnell und wenn er einmal etwas verstanden hat, dann wird er bei zu vielen Wiederholungen unleidig. Wozu eigentlich? Er weiß ja schließlich alles.

Wirkliche „Denkarbeit“ und „Pitzelei“ meinerseits muss Konrad also nur einmal in der Woche über sich ergehen lassen. Dann feilen wir an kleinen Details, die ich mir durch meine Begeisterung oftmals selbst eingebrockt habe. Da Konrad so schnell und rasch versteht, habe ich natürlich vieles sehr emotional gelobt. Überhaupt ein Punkt, der mir sehr wichtig ist. Emotion. 

Konrad hat mich so oft positiv überrascht, da er sich immer sehr bemüht hatte, meine Anfragen sofort zu verstehen und umzusetzen. Auf „halber Strecke“ bin ich quasi mit Lob schon ausgerastet. Trotzdem kann er es gut nehmen, wenn ich dann weiter an Details arbeiten möchte. Nur, wenn etwas verstanden und gespeichert ist, dann lautet seine Devise eindeutig: Das sitzt, also bitte auf zur nächsten Aufgabe. 

Energie

Freilich, wir sind hier noch nicht perfekt unterwegs, wichtig ist mir aber die Freude an der Bewegung und sich auszuprobieren.

Im Frühjahr spielen wir einfach so mit Energie. Wir laufen nebeneinander, starten und stoppen manchmal ganz rasant nebeneinander. Aus dieser Idee heraus entwickelt Konrad ein Gespür für Hankenbiegung, er bleibt manchmal einfach in einer Schulparade stehen, die wir aktuell in einer schönen Formgebung erarbeiten wollen. Der Spielerische Ansatz, wobei alles erlaubt und nichts verboten ist hat uns dabei extrem geholfen. Überhaupt: Energie zu spiegeln und Energie auf einem bestimmten Niveau zu erhalten, war auch eine unserer Lieblingsübungen. 

Ich habe mir viele Gedanken über das Treiben und Vorwärts gemacht. Konrad erinnert mich in so vielen Punkten an meinen ersten Trakehner Kobold, so dass auch in dieser Hinsicht Erinnerungen wach wurden: Kobold habe ich im Alleingang vor 23 Jahren angeritten. Anreiten  bedeutete damals: Longieren, Übergänge üben und dann irgendwann hopp aufs Pferd. Das größte Problem war nicht das Aufsteigen und Draufbleiben, sondern das Angehen. Kobold stand damals ruhig, er hatte meine treibenden Hilfen vom Boden aus gut verstanden, vom Sattel aus erntete ich eher Unverständnis. Das Interesse meine Beine zu beknabbern war sehr groß, wenn ich ihn versucht habe anzutreiben, passierte genau nichts. Ich habe damals die Gerte zu Hilfe genommen, ein sanftes Antippen damit und schon waren wir rund um die Halle unterwegs und hatten unseren ersten alleinigen „Ritt“ bravourös gemeistert. 

Dieses „Kobold-Phänomen“ konnte ich schon öfter beobachten, auch wenn junge Pferde fast schon Experten in Bodenarbeit, Handarbeit, Longenarbeit etc. sein mögen. Sitzt der Reiter auf dem Pferd und ist kein Assistent zur Stelle, der aus der Bodenarbeitsposition unterstützen kann, dann wundern sich die Pferde über unklare Anweisungen und verstehen nicht, dass sie vorwärts gehen sollen. 

Unser „erstes Mal“ so richtig….

Warum ich diese Geschichte erzähle? Mir geht es nicht darum, die so wichtige Assistenz vom Boden aus beim ersten Reiten zu ersetzen – keineswegs – denn genau so gehe ich bei Konrad und unseren ersten Versuchen drauf zu sitzen ja auch vor. Mir geht es lediglich darum, das Gefühl für Energie zu schulen. Konrad und ich sind also oft Seite an Seite unterwegs. Ich berühre mit meiner flachen Hand die Sattellage. Wir sind beide im Gleichschritt nebeneinander unterwegs. Dann steigere ich meine Energie, ich ändere aber nichts an meiner Schrittfolge. Und plötzlich, nur über die Steigerung meiner Energie habe ich Konrad neben mir aufgefordert zu Traben. Eine wunderbare Sache, die ich – so hoffe ich – später auch in den Sattel mitnehmen kann, um gemeinsam auf einer Energiewelle zu bleiben. 

Die Sache mit der Langeweile

Genau pünktlich eine Woche vor dem Kurs mit Bent Branderup Anfang Juni hat sich Konrad in der Box verlegt. Konrad hatte eine tiefe Wunde unterhalb des Karpalgelenks, er musste also genäht und geklammert werden. Erst Mitte Juli kann Konrad ohne Verband wieder auf die Koppel. In der Zwischenzeit hat sich Konrad wahrlich mustergültig verhalten. Obwohl mein Jungspund nicht mit seinen Freunden auf die große Koppel durfte hat er die Ruhezeit artig ertragen, er war meist gut gelaunt, lediglich die Medikamentengabe ins Maul fand er recht gruselig. 

Konrad ist einfach mutig. Egal was man ihm vor die Nase hält, er findet alles super spannend…

Viel „gearbeitet“ haben wir in der Zeit nicht. Vorrangig geblödelt. Dieses Rumblödeln bestand dann ganz spontan aus einem der ersten „Ritte“. Meine liebe Julia Kiegerl hat für ein paar Runden auf Konrad Platz genommen und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Alles easy, alles selbstverständlich. Konrad war mega stolz auf sich – endlich was Neues, wo er sich großartig fühlen konnte. Heir ist meine ganze Kreativität gefragt, in den nächsten Wochen werden ich mich also auch damit beschäftigen für Konrad bereits bekannte Inhalte dermaßen zu gestalten, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Wir haben die Kenntnisse aus der Bodenarbeit beispielsweise in einen Geschicklichkeitsparcours mitgenommen. Punktgenaue Paraden zum Halten bei Hütchen oder Tonnen, sowie punktgenaue Handwechsel sorgten für Begeisterung. Konrad ist immer motiviert zu glänzen, aber ich muss ihm die richtigen Aufgaben stellen, so dass er eine Herausforderung darin sieht und selbst auch ein wenig stolz auf sich sein kann. 

Weitere Pläne? 

Spaß und positive Energie immer an erste Stelle setzen. Das ist das oberste Gebot. Ich freue mich riesig darüber, dass Konrad so viele Dinge so rasch versteht. Die Herausforderung ist wirklich primär Konrad nicht zu langweilen mit ewig gleichen Abläufen. Daher machen wir auch oft genau „nichts“, sind einfach zusammen – so wie heute – wo ich Konrad erzählen werde, dass ich nun auch „seine“ Alm besichtigt habe. 

 

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ERP-25: Pfergo – Pferde und Ergotherapie

ERP-25: Pfergo – Pferde und Ergotherapie

Ruth Katzenberger-Schmelcher vom „Team Shetty Sport“ habe ich 2017 bei Pfernetzt – einem äußerst sympathischen Event rund um Blogs, Pferde, Menschen, Ausbildung etc. kennen gelernt. Was mir bei Pfernetzt besonders positiv in Erinnerung geblieben ist: Egal welches Betätigungsfeld die Teilnehmer und Referenten ihr Steckenpferd nannten (Von verschiedenen Ausbildungsmethoden, bis hin zu Reitweisen, Gesundheit, Medizin, Alternativmedizin, Forschung usw. war alles dabei) – gegenseitige Wertschätzung, Neugierde und vor allem Freude standen im Vordergrund.

Natürlich war ich auch neugierig, als ich von Ruths neuem Projekt „Pfergo“ erfahren habe. Dabei geht es um Ergotherapie für Pferde. Warum und wie es dazu gekommen ist, das verrät Ruth in der aktuellen Podcast Folge:

Mehr über Pfergo gibt es auf der Website und auf der Pfergo Facebook Seite

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