Mobilität, Stabilität und Kraft

Mobilität, Stabilität und Kraft

Mobilität, Stabilität und Kraft sind wichtige Komponenten in der Ausbildung und im Training meiner Pferde. Für mein eigenes Training hatte ich – zugegeben –  in den letzten Jahren aber wenig Muse und Begeisterung. Laufen gehen ohne Pony dabei ist einfach nicht meins. Grundsätzlich bewege ich mich sehr viel, an manchen Tagen gehe ich im Unterricht 11 Kilometer mit. Trotzdem – mir fehlte so ein wenig die Freude an der Bewegung. Angeregt durch Annika Kellers Equestrian Movement Konzept wollte ich abseits vom Reiten wieder etwas finden, wo Bewegung Spaß macht und das Training sinnvoll ist. Daher geht es heute einmal primär um die Fitness des Reiters.

Fündig wurde ich auf meiner Suche bei Anna Urbas und Revolution Fitness. Ihr Motto: Entfessle deine Stärke. Das Interview mit Anna ist auch eine spannende Anregung für das Training mit dem Pferd.

Anna, warum sind Mobilität, Stabilität und Kraft so wichtige Komponenten?

Anna Urbas: Das ist wie bei einem Haus: Die Beweglichkeit (Mobility) ist das Fundament. Wenn wir für unsere Beweglichkeit nichts tun, nimmt sie immer mehr ab, wir entwickeln Fehlstellungen, einseitige Abnutzungen der Gelenke und fühlen uns steif und unwohl.

Ist das Fundament eines Hauses nicht fest gebaut, läufst du immer Gefahr, dass es in sich zusammenfällt. Deshalb muss die Basis stimmen, sonst kannst du keine stabilen Wände drauf bauen.

(Tiefen-)Stabilität (Stability) ist wie der Mörtel, der alle Ziegelsteine zusammenhält. Bei Stability trainierst du die tiefliegenden Muskeln rund um deine Gelenke, die dich im Bedarfsfall vor Verletzungen schützen und die Rumpfmuskulatur. Diese tiefen Muskelschichten kannst du nicht willentlich anspannen – das passiert in einem Bruchteil einer Sekunde, lange bevor die Skelettmuskulatur, das sind die Muskeln, die direkt unter der Haut sind, reagieren können. Je besser die Stützmuskulatur trainiert ist, desto besser bist du geschützt Verletzungen in Alltag, Beruf und Sport. Als Beispiel: Ist die Mitte nicht gestärkt, ist das erste, was du spürst Kreuzweh – der Klassiker, wer kennt das heutzutage nicht?! Stability trainiert aber auch die Koordination und das Balancegefühl. Das heißt, die Verbindung meiner Nervenbahnen zum Bewegungsapparat wird schneller – wie bei einer LTE-Verbindung. Je schneller die Verbindung, desto schneller kann ich reagieren. Im Winter macht das dann den Unterschied aus, ob ich auf der Eisplatte ausrutsche, oder mich drüberretten kann.

Die schlanke Taille gibt‘s da noch obendrauf. 🙂

Wenn also mal die Grundvoraussetzungen stimmen, brauche ich noch ein Dach über dem Kopf. Der letzte wichtige Baustein ist also Kraft (Strength). Ein wirklich zielführendes Krafttraining, das mir was fürs Leben bringt, mir Alltag, Beruf und meine Hobbies erleichtert, wird mir keine trägen, dicken Muskeln anzüchten. Krafttraining klingt immer so nach Arnold Schwarzenegger, aber da gibt es so viele Nuancen, dass dieses Vorurteil absolut unbegründet ist.

Mir geht es beim Krafttraining darum, für jede Situation, die sich mir stellen könnte, gerüstet zu sein. Ich möchte bei der Gartenarbeit ohne Probleme die großen Säcke Blumenerde tragen können, ich möchte einen großen Futtersack stemmen können – alles mit Leichtigkeit und einem guten Gefühl. Gerade für Frauen ist Krafttraining besonders wichtig. Es erhöht nämlich auch die Knochendichte und hat positive Auswirkungen auf den Hormonhaushalt. Abgesehen davon kann so ein Krafttraining auch sehr spielerisch gestaltet sein!

Warum verlernen wir eigentlich so ursprüngliche Bewegungskompetenzen, die uns als Kinder noch so leicht gefallen sind?

Anna Urbas: Als Kind bist du ständig herumgetollt, auf Bäume gekraxelt und hast am Boden gespielt. Das Stillsitzen auf Stühlen wird uns erst anerzogen. Spätestens mit dem Schuleintritt sitzen wir immer mehr und mehr und das wirkt sich natürlich auf unseren Bewegungsapparat aus. Wir werden mit zunehmendem Alter immer unbeweglicher, aber auch gleichzeitig unsicherer in Bezug auf unsere körperliche Leistungsfähigkeit. Ein kleines Kind denkt nicht viel darüber nach, ob es auf der Mauer balancieren kann, oder ob es runterfallen könnte – es hüpft einfach rauf und macht das. Wir Erwachsenen eiern rum. „Könnte ja gefährlich sein. Was, wenn ich runterfalle? Das ist zu hoch, ich trau mich nicht,…“ Damit schränken wir uns zusätzlich ein. Es muss ja keine Mauer sein, es reicht ja ein abschüssiger Waldweg mit feuchtem Laub und wir werden unsicher und vertrauen unserem Tritt nicht. Kinder machen einfach.

Für ein Kleinkind ist es auch selbstverständlich, mit kerzengeradem Rücken in der Hocke zu sitzen oder mit perfekter Körperspannung etwas Schweres vom Boden aufzuheben. Als Erwachsener wird oft schon ein heruntergefallener Kuli zur reinsten Plagerei für den Rücken. Aber genau zu dieser unbeschwerten, körperlich starken Leichtigkeit sollten wir alle wieder hin dürfen.

Viele verbinden Training mit großen körperlichen Anstrengungen, mangelnder Begeisterung, Überwindung des Schweinehunds. Wie kann man sicher stellen, dass man wieder Freude an der Bewegung hat?

Anna Urbas: Ich muss ja gestehen, dass mir das Fitnessstudio auch nie Spaß gemacht hat! Ist doch kein Wunder, wenn einem das Herumhampeln an komplizierten Gerätschaften, die dich einengen und so nichts mit den Bewegungen im echten Leben zu tun haben, nicht gefällt. Für mich war das immer stink fad! Ich bin sehr verspielt und genauso wünsche ich mir auch das Training. So macht‘s auch dem Schweinehund Spaß, wenn er immer etwas Neues machen darf. Die Variation hat aber einen ganz pragmatischen Grundgedanken – der Körper will von ganz vielen verschiedenen Winkeln aus gefördert werden. Natürlich trotzdem mit Blick aufs große Ganze bei der Trainingsplanung, aber viel Freiraum für Variation, um das Maximum rauszuholen. Eines meiner Mitglieder, eine Dame Mitte 40, hat das mal so schön formuliert: „Ich muss nicht zum Sport, ich darf mit meinem Freunden spielen gehen.“

Also im Vordergrund sichtbar ist das spielerische Krafttraining, im Hintergrund die ausgefeilte Trainingsplanung, damit du auch deine individuellen Ziele erreichst. Die gesteckten Ziele überprüfe ich natürlich auch regelmäßig, damit der Erfolg auch für jeden sichtbar wird.

Was sind heute in Punkto Mobilität, Stabiliät und Kraft die größten Stolpersteine – also woran hapert es den meisten Leuten?

Anna Urbas: Naja, Nichtstun ist natürlich am schlimmsten. Alleine regelmäßiges Spazierengehen, die Stiege statt dem Lift, so oft wie möglich barfuß gehen und, zumindest zu Hause, auch mal am Boden sitzen bringt schon viel an Lebensqualität.

Je weniger man sich bewegt, desto steifer und eingerosteter wird man. Aber auch die Muskulatur nimmt ab, wenn du sie nicht benutzt. Eine trainierte Muskulatur ist aber lebensnotwendig, um uns vor Verletzungen zu schützen. Je mehr wir uns in Watte packen und schonen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns etwas passiert – ohne Sport nehmen neben der Beweglickeit auch Balance und Stabilität ab.

Wie viel Training braucht man tatsächlich um die drei oben genannten Komponenten zu verbessern?

Anna Urbas: Eigentlich gar nicht viel. Mit zwei bis drei Trainings pro Woche erreicht man sehr, sehr viel. Was langfristig zum Erfolg führt, ist die Regelmäßigkeit.

Manchmal sorgen sich gerade Frauen, wenn sie „Kraft“ hören, dass dies das falsche Training für sie wäre. Sind diese Befürchtungen berechtigt?

Anna Urbas: Da gibt es so viele Vorurteile! Ich betreibe seit Jahren Krafttraining und bin trotzdem schlank bzw. Genau deswegen schlank. Je besser die Muskulatur trainiert ist, desto höher ist nämlich der Kalorienverbrauch. Mit regelmäßigem Training schmilzt also das Körperfett wie Eis an der Sonne. Was noch dazu kommt, ist, dass Muskeln eine höhere Dichte haben, als Körperfett und so die Kleidung viel besser sitzt. Die meisten haben ja doch die knackige Bikinifigur als Ziel, aber an der führt kein Weg am Krafttraining vorbei. Körperfett schwabbelt, Muskeln sind straff.

Für mich persönlich ist es aber viel wichtiger, leistungsfähig zu sein. Ich möchte im Alter superfit sein, alles machen können, worauf ich Lust habe und so rumhüpfen wie ein Jungspund. Es sieht ganz danach aus, als ob ich das auch erreichen werde. 🙂

Vor allem finde ich es wichtig, mich wohlzufühlen. Sport gibt mir Selbstvertrauen – ich kann alles, ich schaffe alles. Ich fühle mich wohl im Bikini, ich kann Eis auch essen, nicht nur anschauen, mein Immunsystem ist tiptop beinander und ich bin ruhig, gelassen und ausgeglichen.

Wer möchte das nicht?!

Vielen Dank für das nette Gespräch und vor allem – das aufschlussreiche Training. Mehr über Anna Urbas und ihr Training findet ihr hier auf ihrer Website

Die Parade in Punkto Parade

Die Parade in Punkto Parade

Was ist eine Parade? Warum ist es so schwer zu definieren, was während einer korrekt durchgeführten Parade passiert?

Nicht-Reiter denken beim Wort „Parade“ an einen Umzug, an ein Treffen Gleichgesinnter – also warum nicht eine Parade für uns Reiter über die Parade veranstalten? Wie beschreiben Größen aus der Reiterwelt das Mysterium „Parade“?

Alois Podhajsky

Unter Paraden versteht man im allgemeinen ein Anhalten des Pferdes. Aber auch ein Vermindern der Gangart, also zum Beispiel der Übergänge vom Galopp in den Trab. Jede Parade soll in der Bewegungsrichtung und ohne Aufgabe des Gleichgewichts erfolgen, dann wird das Pferd im Halten sein Gewicht und das des Reiters auf allen vier Beinen tragen, weil die Hinterhand genügend untergetreten sein wird. Das Pferd soll am Zügel stehen und so in der Lage sein, sofort die Gangart anzutreten, zu der es vom Reiter aufgefordert wird……..Richtig ausgeführte Paraden fördern ganz wesentlich die Hankenbiegung des Pferdes und können als Prüfstein für den erreichten Grad an Gleichgewicht, Durchlässigkeit und Geschmeidigkeit dienen.

Xenophon

Wenn man ein Pferd mit dem Zügel durchhält, während es die Hinterhand nach vorne untersetzt, so beugt es die Hinterbeine in den Hanken, die Vorhand aber hebt es in die Höhe, so dass den Gegenüberstehenden Bauch und Schamteile sichtbar werden. Man muss aber auch, wenn es dies tut (Levade), ihm die Zügel hingeben, damit es das, was das Schönste am Pferde ist, gerne tut und den Zuschauern zu tun scheine.

François Robichon de la Guérinière

Eine Parade ist die Art und Weise, wie man ein Pferd am Ende einer Reprise anhält. Eine ganze Parade geben bedeutet anzuhalten. Wenn das Pferd auf der Vorhand geht, darf man nicht nachgeben oder die Hand sinken lassen. Der richtige Zeitpunkt für das Nachgeben ist der, wenn man eine halbe Parade gegeben hat und fühlt, dass das Pferd die Hanken biegt. Jetzt gibt man sanft nach und lässt die Hand sinken. dieses Nachgeben zum richtigen Zeitpunkt ist eine der feinsten und nützlichsten Hilfen in der Reitkunst. Da das Pferd, in dem Augenblick, in dem man nachgibt, die Hanken biegt, muss es zwangsläufig leicht in der Hand bleiben, da es nichts hat, worauf es seinen Kopf stützen könnte. Allerdings muss der richtige Zeitpunkt sehr genau getroffen werden, was schwierig ist.

Bent Branderup

Vergessen Sie nicht, dass das Pferd durch eine Parade niemals schwerer in der Hand werden darf, denn das würde es mit dem Schub der Hinterbeine in Ihre Hand drücken: Das Pferd soll die Parade ausführen, Sie können es nur mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Hilfen darum bitten: Sitz, Gerte, Stimme oder Hand.

Antoine de Pluvinel

Ich bitte Sie aber, darauf zu achten, mit dem Oberkörper ein wenig nach hinten zu gehen, wenn Sie das Pferd anhalten. Es ist sehr wichtig, dies jedes Mal beim Parieren zu tun, sei es beim Anhalten aus dem Schritt, dem Trab, dem Galopp, dem schnellen Lauf oder einer anderen Gangart. Macht man es so, hat das den Vorteil, dass der Reiter eleganter sitzt und das Pferd leichter die Hanken unter den Körper setzt weil der Reiter durch diese Gewichtsverlagerung die Lenden stärker belastet. Im anderen Fall wenn man das nicht beachtet, hat das die unangenehme Folge, dass der Reiter, wenn er sein Pferd aus starkem Tempo pariert, eine sehr unschöne Haltung bekommt, sich mit dem Kopf fast auf die Mähne beugt und mit dem Bauch beinahe den Sattelknauf berührt.

Gustav Steinbrecht

Der Reiter soll nämlich nicht in erster Linie mit seinen Händen die Hinterhand zu belasten suchen, sondern durch seine vortreibenden Hilfen die Hinterbeine veranlassen, mehr unter die Gewichtsmasse zu treten und sich selbst dadurch zu belasten, wobei die Hände entweder passiv auszuhalten…oder das Pferd dadurch am Vorwärtsdrängen zu hindern, oder durch aktives Eingreifen, die so genannten durchgehenden Arrets, die Gewichte zur Biegung der vortretenden Hinterschenkel noch nachdrücklicher zurückzuverlegen haben. ……. Es ist daher ein nutzloses und widernatürliches Bemühen, wenn viele Reiter Kopf und Hals ihrer Pferde gewaltsam in die Hühe richten, bevor sie imstande sind, die HInterbeine mit ihren Schenkeln entsprechend heranzuhalten. Gustav Steinbrecht

Themenseminar Parade

In zwei Wochen freuen wir uns gemeinsam mit Bent Branderup das Mysterium der Paraden an zwei Tagen zu erörtern. Bei einem zweitägigen Kurs erfahren wir mehr über Achtel, viertel, halbe oder ganze Paraden in Theorie und Praxis. Selbstverständlich kommt auch die „Schulparade“ zur Sprache. Mehr Infos über den Kurs gibt es unter folgendem Link. Ich freue mich schon, wenn wir dann vieles zum Thema Parade miteinander besprechen und erfühlen!

 

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True Colors 

True Colors 

„Wie geht es Ihnen“?                  „Gut, Danke“!
Wie oft erleben wir einen solchen Dialog Tag für Tag. Wie oft fragen wir uns, was tatsächlich hinter dem neutral gemurmelten „Gut, Danke“ steckt.
Wie oft fragen wir höflich bei unserem Pferd nach und wie oft übersehen wir, dass unser Pferd die Wahrheit über uns bereits kennt, auch wenn wir unsere Stimmung zu verbergen suchen.

Unsere Pferde erkennen unser wahres Gesicht – unsere True Colors“ bereits meist vor uns.

Daher gibt es zum Blogbeitrag heute auch ein wenig Musik zum „Mithören“.
Das wurde auch an den vier Tagen mit meinen Kollegen Jossy Reynvoet in der Steiermark und Niederösterreich klar.

Mein sehr persönliches „Farbenbekenntnis“

Seit rund zwei Jahren begleite ich Lipizzanerhengst Conversano vom Barockpferdehof Schoderlee auf dem Weg in die Akademische Reitkunst.
Dieses Pferd ist mir in dieser Zeit wirklich sehr nahe gekommen. Ich schätze natürlich alle Pferde, die ich begleiten darf, mit Conversano ist es allerdings etwas ganz Besonders.

Ich vermisse „Conversano“ wenn der Abstand zwischen unseren Unterrichtseinheiten länger als gewohnt ausfällt. Ich denke immer wieder über ihn nach, immer wieder überrascht er mich mit seiner Intellgenz, seiner Wissbegierde, seiner Weisheit.

Mehr braucht ihr als „Vorgeschichte“ mal nicht zu wissen. Conversano ist jedenfalls bei unserem Besuch mit Jossy am Freitag

als Letzter dran und zeigt schon am Paddock was er davon hält. In der Halle absolvieren wir ein paar vorbereitende Führübungen zur Einstimmung auf die Freiarbeit. Freiarbeit bedeutet bei Jossy im Grunde von einem Pferd nichts zu verlangen. Die Geschichte zwischen Mensch und Pferd kann sich jedes Mal neu entwickeln, es geht nicht darum, Lektionen in Freiheit ohne Kappzaum und Longe oder Sattel und Zaum zu absolvieren. Es geht um Bewegung miteinander, um das Zusammensein und möglicherweise um einen gemeinsamen Tanz.
Da ich weiß, wie schön Conversano und ich miteinander tanzen können, wenn wir uns beispielsweise an der Longe miteinander spielen, bin ich gespannt.

Die Einheit wird dann etwas anders ablaufen, als geplant. Conversano will von mir nichts wissen. Wir ziehen unsere eigenen Kreise im Roundpen und beachten einander nur hin und wieder. Der Abstand fühlt sich für mich dennoch erstaunlich gut an, ich finde es in Ordnung mich zu bewegen und nach draußen zu schauen.
Conversano zeigt mir die Kalte Schulter. Es dauert eine Weile, bis ich zu ihm kommen kann. Er hat den Kopf gesenkt. Jossy fragt mich, ob ich eine Botschaft für dieses Pferd habe. Ich bin so erstaunt über diese Frage. Jossy bittet mich meinen Arm auf Conversanos Rücken zu legen und meine Botschaft einfacher weiter zu geben. Ich bin überrascht, als ich spüre, wie groß der Brocken ist, der sich in mir löst als ich in Gedanken murmle: „Es tut mir so leid, Conversano“…..

Seit genau einem Jahr habe ich nun „meinen“ Konrad, einen kleinen Verwandten von Conversano bei mir zu Hause.

In diesem Jahr ist die Beziehung zu Konrad natürlich wunderbar geworden. Konrad war von Anfang an „mein“ Pferd. Während Konrad und ich zusammengewachsen sind, habe ich mich innerlich irgendwie von Conversano distanziert. Zu groß war das Vermissen, zu vernünftig die Einsicht, dass ich mich da irgendwie lösen müsse.

Conversano hat diese Veränderung natürlich wahrgenommen und mir gespiegelt. Dass Jossy mein Bedürfnis, mich bei Conversano dafür zu entschuldigen so klar spüren konnte war wohl ein Gänsehautmoment für alle Beteiligten.

Ich bin immer wieder überrascht wie tief Pferde in unsere Seelen blicken können. Unsere „true colors“ bleiben ihnen nicht verborgen und dessen müssen wir uns bewusst werden.

Conversano hat sich, nachdem ich meine Botschaft „an den Lipizzaner“ brachte mir sehr offen zugewandt. Ich bin am Boden gesessen und er hat mir sanft die Stirn mit seiner Oberlippe gekrault. Conversano halt. So wie ich ihn kenne. So wie wir das sonst auch immer machen.

Natürlich ist es nicht immer möglich, auf die Frage „Wie geht es Ihnen“, mit der ungefärbten Wahrheit zu antworten. Konventionen und Regeln machen es unmöglich immer unser wahres Ich zu zeigen – und nicht immer wäre das auch von Vorteil. Wir können es aber auch mal genießen, dass wir unseren Pferden unsere „true colors“ ungeschminkt zeigen dürfen.

Ich habe insgesamt drei Tage mit Jossy verbracht, habe unterschiedliche Unterrichtseinheiten beobachtet, viel diskutiert über die Pferdewirbelsäule und Schwungrichtungen. Wieder einmal wurde mir klar, wie dankbar ich bin, ein so vielfältiges Trainernetzwerk um mich zu wissen.

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PS:  Am 2. und 3. Juni kommt Bent Branderup zu uns nach Graz auf den Sonnenhof, dann widmen wir uns dem Thema der „Parade“:

Ich nehme an, viele Reiter haben im Laufe ihrer Ausbildung ähnliches erlebt. Der Reitlehrer überwacht den Unterricht, gibt ein paar Anweisungen, darunter: „Gib ihm doch eine halbe Parade“. Irgendwann war klar, dass mit einer ganzen Parade „Anhalten“ gemeint war. Aber die feine Nuance von Paraden. Das Gefühl, irgendwie am Zügel zu ziehen und der Reitlehrer bestätigt diese Vorgehensweise, obwohl man nicht deutlich fühlen konnte, was man denn jetzt richtig gemacht hat?
Das andere Extrem:

In den letzten Jahren ist die Schulparade regelrecht „en vogue“ geworden. Ist eine Parade ein Kunststück? Ein Zirkustrick? Kurz gesagt: Nein.

Eine Parade bedeutet vor allem Kommunikation. Eine perfekt durchgeführte Parade ist, wenn der Reiter keinen Widerstand mehr in der Hand spürt und das Pferd die Parade durch den gesamten Körper gelassen hat – es ist in Balance, durchlässig und losgelassen. Eine Parade ist – das perfekte Gefühl von Nichts.

Bent Branderup wird uns die biomechanischen Zusammenhänge erklären, warum es 1/16, 1/8, 1/4 Paraden neben den bekannten halben und ganzen Paraden gibt und wie wir uns den Weg zur Schulparade erschließen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir gemeinsam das Mysterium der Parade am Kurs erschließen – alle Infos rund um die Kursanmeldung gibt es hier

Magické tlačítko k řešení všech jezdeckých problémů!

Magické tlačítko k řešení všech jezdeckých problémů!

napsala Anna Eichinger | září 24, 2014 |  přeložila: Hana Florianová
Dnes půjde o „Magic Button“ který odstraní všechny problémy drezurního ježdění. Ten leží – překvapivě – v hlavě jezdce. Člověk může skutečnosti přikrášlit, nebo si také říct, kde je pravda: Problém sedí vždy v sedle. K vyřešení můžeme tedy sestoupit nebo se zamyslet, proč vlastně chceme drezuru jezdit!

Proč jezdíme drezuru?

„Nechce se uvolnit, je tak zatuhlý a vysedět se už taky nedá“. Když člověk poslouchá nářky některých jezdců, které jsou spojeny s požadavkem – ten kůň to přece MUSÍ umět, pak nutně vyvstane otázka: Když to není hezké a necítí se u toho dobře – proč to tedy vlastně člověk dělá?

V zásadě dnes ježdění není nutností. Je to naše potěšení a volný čas. Bohužel ale výpovědi mnohých jezdců tomu nenasvědčují.
Je jednoduché ukázat prstem na jiného. Proto budu vyprávět tento příběh z mého pohledu. Před deseti lety jsem také chtěla něco „umět“. Chtěla jsem umět letmé přeskoky nebo piafu. Prezentovat koně v pěkném držení těla a získat si úctu za své schopnosti. Své schopnosti jsem si přisuzovala za skutečnost, že jsem již deset let (něco) pracovala a zažila s koňmi.
Když jsem jezdila „drezuru“, pak měl ohlas z ochozů důležitou váhu. Ale pro koho vlastně jezdím drezuru? Nějak šlo pořád o ty druhé, ne však o koně.

Drezura je tu pro koně…

Jak Bent Branderup rád říká:
„Drezura je tu pro koně – ne kůň pro drezuru“
Dnes můžeme trávit čas s našimi koňmi příjemně – a jako uvědomělí jezdci jezdíme drezuru PRO koně! Protože i ten, kdo chce jenom na vyjížďky, potřebuje pro svého koně smysluplnou gymnastiku – protože jednoduše jenom sedět „nahoře“ a procházet se na dlouhé otěži bude mít málo smysl!
Bez dostatečného tréninku, který posílí celé koňské tělo a pomůže koni najít rovnováhu, nemůže žádný kůň nosit svého jezdce bez úhony. Zde je potřeba zmínit důležitost narovnání koně i práce s koněm rovnoměrně na obou stranách.

V dnešní době je zakázáno se učit?

Cesta je cíl – to se říká tak lehce. Ve skutečnosti zažívám často netrpělivost a někdy i neporozumění vůči koni. Některé věci se přece dají „přejezdit“, nebo ne?
Pro Françoise Robichona de la Guérinièra, který vedl roku 1751 královskou stáj v Paříži, bylo cílem výcviku vychovat systematickou prací jezdeckého koně, který je klidný, ohebný a poslušný, příjemný v jeho pohybech a pohodlný pro jezdce. Alois Podhajsky se k tomu v roce 1965 vyjádřil kriticky:
„Bohužel musím v posledních desetiletích konstatovat politováníhodný úbytek teoretických znalostí; ve všech oborech jezdectví přibývá v děsivé míře povrchnost“.
Oproti  Guérinièrovi má spousta dnešních jezdců  úplně jiné cíle: Ohebností bylo myšleno shromáždění a to zcela určitě mělo smysl! Klid je očividně druhořadý. V dnešní době někdy vidíme, jak koně, kteří jsou úspěšní v závodním sportu, přivádějí k vyhlášení vítězů dva ošetřovatelé, nebo rovnou jezdec přijede na jiném klidnějším koni, který zvládne projet kolečko pro vítěze. A pohodlnost také zřejmě už nehraje roli. Člověk si to dokonce i rád ztěžuje, protože jsou módní spektakulární pohyby, které ani lidská pánev nedokáže vysedět. O jezdeckém umění víme málo, ale zároveň máme v hlavě obrazy, které CHCEME pokud možno HNED, OKAMŽITĚ, aniž bychom znali cestu, napodobovat.
A co je obzvlášť smutné: Někdy mám pocit, že spousta jezdců se o cestu ani nezajímá a spoléhá se raději na pár vysvětlení, nad kterými se ani nezamyslí.

Když se nějaký cvik nepodaří, pak se opakuje stále dokola. Nuno Oliveira doporučil sice také spoustu opakování, ale řídil se přitom krédem „Méně je někdy víc, hodně chval“!
Schopnosti koně mohou být vylepšeny každodenním sice kratším, ale o to cílenějším tréninkem. Pro Benta Branderupa stojí radost a motivace na prvním místě:„Mám radost z ježdění pouze tehdy, když se koně spolu se mnou dokážou radovat ze svých schopností. Proto se pokouším od samého začátku vzbudit v koni zájem o naší práci, která se stane jeho životní náplní. Nikdy byste neměli přestat sledovat, jestli má Váš kůň radost ze společné práce“.

Co když ztratíme radost?

Třeba si klademe špatné cíle? Třeba chceme příliš mnoho?

Pár zásad pro znovunabytí radosti:
Výdrž: Co nefunguje dnes, bude fungovat možná zítra. Člověk by neměl být příliš netrpělivý ani sám se sebou!
Otevřenost: Třeba pomůže pohled z jiného úhlu nebo nejlépe rešerše v starých dílech. Když narazím na problém a dojdou mi nápady, ráda se vracím ke Gustavu Steinbrechtovi v jeho „Gymnázium koně“
Trpělivost!
Skončit v pravou chvíli: Někdy je nejlepší skončit v nejlepším! Právě v tu chvíli se jezdec i kůň učí nejvíc!
Vzory: jezdecké vzory formují a školí!

Jezdíme drezuru tedy pro koně. Když to nepřináší radost, pak je v zásadě něco špatně. Zázračné řešení použitím „kouzelného tlačítka“ nebo pomocných otěží atd. NEEXISTUJE. Kdo chce jít jednodušší zkratkou, je prostě na špatné cestě.
Bent Branderup zdůrazňuje, že koně nemusíme nic učit. Můžeme si ale požádat o to, co koně od přírody v sobě nosí a mohou předvést!
Když chceme tedy jezdit bez námahy, pak musíme v první řadě zdokonalovat sami sebe a vyměnit si role: Ne my učíme koně, ale koně učí nás!

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Kursbericht Hanna Engström

Kursbericht Hanna Engström


Was ist der Sitz?
Kursbericht
Hanna Engström
Graz, 21./22. April 2018
Mit dieser Frage wird die Kurs-Saison am Sonnenhof in Hart bei Graz durch  Hanna Engström eröffnet. An diesem Wochenende Ende April werden wir uns eingehend mit dem Reitersitz beschäftigen. Hanna spricht nun über die Erfahrungen des eigenen Körpers, die bei der Entwicklung des Reitersitzes freilich eine große Rolle spielen. Die mentale Ebene sei hier nicht zu unterschätzen, schließlich haben wir mit unserem Körper bereits einige, manchmal sogar schmerzhafte Erfahrungen gemacht, gleichzeitig spiegelt der Sitz auch unsere Wünsche und Träume wider, die wir mit unserem Pferd erreichen möchten.

Wissen zuerst 

Zuallererst steht immer das Verständnis, wir müssen also die Biomechanik des Pferdes verstehen, um überhaupt analysieren zu können, was sich unter uns tut. Was zuerst ganz kompliziert klingt, wird sich später in der Praxis auflösen.

 

„Wie beeinflusst unsere eigene mentale und physische Balance das Pferd? Oft tragen wir etwas in uns – das kann eine Verletzung sein, oder eine schlechte Erinnerung, es kann etwas sein, das uns weg führt von unserem eigenen Potenzial, wie wir über unseren Sitz mit dem Pferd kommunizieren könnten“.  Hanna Engström

Kursfotos von Katharina Gerletz

Atem 

Ohne Atmung können wir nicht aufstehen, uns nicht aufrichten. Ohne Atmung keine Energie, keine Balance kein Sitz. Deswegen lädt uns Hanna zu ein paar praktischen Übungen ein, bevor es dann zu den Pferden und Reitern geht.

Wir stellen uns in einem riesigen Kreis auf und konzentrieren uns auf unsere Atmung. Dabei stehen wir etwa hüftbreit, die Knie leicht gebeugt in einem aufrechten Stand. Wer möchte, kann gerne seine Augen schließen. Hanna begleitet uns nun auf eine Reise durch unseren Körper. Wir atmen bewusst in die Lungen, wir spüren wie wir in Richtung Zwerchfell atmen. Wie fühlt sich diese Form der Atmung an. Wie tief können wir ein- und ausatmen. Fühlt es sich besser an, wenn wir bewusst und tief in unseren Bauch atmen? Oder bevorzugen wir es, den Atem in der Lendenregion wahrzunehmen?

 

Während wir in unseren Körper atmen nehme ich meinen Stand und gleichzeitig meine innere Unruhe wahr. Wieder einmal wird mir bewusst, wie es den Pferden gehen muss, wenn sie sich sehr lange bei der Arbeit im Stand konzentrieren müssen. Für den einen absolut entspannend, für jemand wie mich, der in der Bewegung am besten entspannen kann eine Herausforderung.
Je tiefer und besser ich atme, umso mehr Energie kann ich durch den Atem schöpfen. Dies ist für jeden sicherlich individuell. Der eine kommt eher zur Ruhe, der andere spürt – so wie ich – „Hummeln im Po“, die sich im ganzen Körper ausbreiten und auf eine angenehme Art und Weise die Energie aufladen.

8 Reiter 8 Mal „Sitz“

Rudi ist als erstes mit Pina dran. Bandscheibenvorfälle wirken sich auf Rudis Sitz aus, sowohl auf der mentalen, als auch auf der körperlichen Ebene. Hanna fragt während des ersten Rittes immer wieder ab, ob Rudi Schmerzen wahrnimmt und wie hoch er diese auf einer Skala von 1 bis 10 einstufen würde. Rudi startet mit einer soliden 7.

Dann soll Rudi die Zügel in die äußere Zügelhand nehmen und sich mit dem Zeigefinger der inneren Hand das Nasenloch zuhalten. Rudi atmet nun vermehrt und bewusst in die äußere Hälfte seines eigenen Rippenbogens. Dies fällt ihm zunächst noch auf der rechten Seite, wenn diese außen ist schwer. Hanna erinnert ihn daran eine horizontale Blickrichtung beizubehalten. Der Kopf des Reiters darf nun den Bewegungen des Pferdes folgen. Hanna führt Rudi nun in Richtung Oberschenkel und fragt nach, welche Seite mehr oder weniger angespannt ist. Sie rät Rudi dazu, die innere Oberschenkelseite etwas mehr aufzumachen, das Knie leicht zu bewegen und die innere Zügelhand auf die eigene Lendenwirbelsäule zu legen. Rudi soll nun wieder in seinen Körper spüren, gibt es Körperteile, die der Bewegung des Pferdes extrem folgen oder gib es sogar Teile, die gar nichts machen? Hanna erklärt uns, dass sie gerne überall ein gleiches Maß von Bewegung hätte. Die aufrechte Haltung des Reiters solle primär durch die Atmung und nicht durch übertriebene Muskelkraft passieren.

Das sagt Rudi über seine Einheit: 

Hanna hat das Zusammenwirken von Pferd und Reiter betrachtet und die Reiter dann auch gefragt, ob sie das gespürt haben, was sie durch ihre Empfehlung erreichen wollte. So war auch das Zusammenwirken zwischen Hanna und uns Reitern sehr harmonisch. In den Übungen ohne Pferd konnten wir biomechanischen Ähnlichkeiten zwischen unseren Beinen und Füßen und denen der Pferde nachspüren. Zudem gab es tolle Atemübungen zur Entspannung, das Lockern der Oberschenkel im Trab schätzt meine Halswirbelsäule nun sehr.

Welche mentalen Blockaden hindern dich zu sitzen?

Viktoria und Amira

Hanna konnte mir bereits auf ihrem Hof in Gotland sehr helfen. Ich hatte immer die Tendenz mit meinem Oberkörper nach rechts zu lehnen.

Hanna mit unseren Hausaufgaben sehr zufrieden. Die Atem-Übungen haben mir wieder mehr ins Bewusstsein gerückt, wie oft ich doch auch im Alltag die Luft anhalte und dann nach einer gewissen Zeit einen großen Atemzug nehme. Diese Achtsamkeit habe ich dann mit in den Sattel genommen. Bei der Arbeit an den Seitengängen haben wir vorwiegend den inneren und äußeren Oberschenkel benutzt. Die Reaktion von meinem Pferd Amira war beeindruckend, sie hat diese winzigen Hilfen nämlich sofort angenommen.

Was mir sehr gut gefallen hat ist, dass Hanna einen Fehler verstärken lässt, um ihn dem Pferd bewusst zu machen, um es dann langsam zu korrigieren.

Beispiel: Amira ist mir auf die innere Schulter gefallen, so ließ Hanna mich auch nach vorne auf die innere Schulter kippen, um sie dann langsam mit meinem Gewicht zurückzuführen.

Ich denke Amira und ich konnten uns sehr viel von diesem Kurs mitnehmen und ich bin sehr stolz darauf, dass wir schon gute Vorarbeit geleistet haben, die Hanna immer wieder lobte.

Julia und Moon

Moon und ich haben den Unterricht von Hanna sehr genossen. Durch ihre ruhige und entspannte Art fühlten wir uns gleich wohl und konnten direkt loslegen. Mein Wunsch für diesen Kurs war es mehr auf meinen Sitz einzugehen und Blockaden und Spannungen in meinem Körper zu lösen. In der ersten Einheit hatten wir gleich unser erstes Aha-Erlebnis. Hanna schickte mich auf eine Reise durch meinen Körper um mehr Bewusstsein zu schaffen.  Kleinste Bewegungen in meinen Körper halfen Moon seinen Schritt und Trab zu entfalten und mehr in Balance zu kommen.

Wir arbeiteten an einer genauen Linienführung am Zirkel wichtig dabei war es für mich meinen Blick vom Pferd zu lösen und den Zirkelmittelpunkt anzuvisieren. Weiteres half es mir auf der linken Hand meinen Oberkörper nicht zu sehr nach links zu verdrehen aber meinen Schwerpunkt auf meiner linken Körperhälfte etwas zurück zu nehmen.

In unserer zweiten Einheit arbeiteten wir an den Seitengängen sowohl auf dem Zirkel als auch auf der Geraden. Moon tat sich schwer auf der rechten Hand im Schulterherein seine linke Schulter schön mitzunehmen. Da konnte Hanna uns mit einer Atemübung weiterhelfen die wir zuvor schon in der Theorie durchgemacht und auch gleich ausprobiert haben. In unserer letzten Einheit beschäftigten wir uns mit den halben Paraden auf dem Zirkel. Als erstes galt es einen sauberen Takt zu finden und das innere Hinterbein gut wahrzunehmen. Dann spielten wir uns mit den halben Paraden. Zuerst aufs innere Hinterbein dann aufs äußere und dann auf beide Hinterbeine. Bei dieser Übung hatte ich mein persönliches Kurshighlight. Ich denke jeder der Anwesenden konnte das an meinem verblüfften Gesichtsausdruck erkennen.

Es war ein sehr schöner Kurs mit vielen wunderbaren Momenten. Danke liebe Hanna für die schöne gemeinsame Zeit. Ein weiteres großes Dankeschön gilt dir liebe Anna, die uns unter dem Jahr mit Rat und Tat zur Seite steht.

Kursfotos von Katharina Gerletz

Andrea und Zita 

Zita und ich haben vor allem an einer zum Schwerpunkt tretenden Hinterhand und damit verbunden einer korrekten Brustkorbrotation und Losgelassenheit in den Seitengängen gearbeitet. Ich wollte hier meine Hilfengebung präzisieren. Das war auch schon Hauptthema während unserer Woche auf Gotland.

In den Einheiten mit Hanna waren meine vermeintlichen Baustellen – nämlich ein angespannter unterer Rücken und eine nicht sehr mobile linke Hüfte – zu meiner großen Überraschung eigentlich gar kein Thema. Hauptthema der ersten Einheit war die Losgelassenheit nicht nur von Zita, sondern auch von mir selbst. In den folgenden Einheiten hat Hannah mir sehr gute Ideen mitgegeben wie ich in den verschiedenen Seitengängen Zita helfen kann sich loszulassen, den Brustkorb korrekt zu rotieren und ihre Hinterhand einzusetzen. Neben ganz vielen Inputs mit welchen „Kleinigkeiten“ ich Zita die Antwort auf meine Fragen erleichtern kann, hat Hannah mich in einen absolut stressfreien und konzentrierten Zustand geholt, in dem Zita und ich gemeinsam an einem Ziel arbeiten konnten.

Jana und Picasso

Besonders genossen habe ich die morgendlichen Atemübungen mit Hanna, die mich aus der Reithalle hinaus getragen und auf meine innere Yogamatte gestellt haben. Da ich beruflich sehr daran gewöhnt bin Probleme mit meinem Verstand zu lösen, übernimmt mein liebes Hirn auch gerne im Sattel das Kommando, leider bleibt dann oft der Rest meines Körpers auf der Strecke und beginnt zu stecken. Mit Hannas Hilfe konnte ich meinen Atem nutzen um die innere Yogamatte auch auf dem Rücken meines Pferdes auszurollen. Für mich war die Stunde mit Hanna eine sehr persönliche und schon fast spirituelle Erfahrung, die mich zu einer neuen Erkenntnis gebracht hat: Ich möchte die Reitkunst verstehen, aber im Sattel möchte ich sie fühlen und leben.

Kursfotos von Katharina Gerletz

Gemeinsam loslassen mit Tabby

Ich reite los auf der linken Hand. Zwei Verletzungen am rechten Vorderbein haben bei uns immer wieder zu einer gewissen Schonhaltung geführt. Ich habe manchmal auch das Gefühl mehr Trab im Schritt zu haben, als einen super taktreinen Schritt. Schritt ist für uns generell eine Herausforderung, vor allem, da sich hier die Breitbeinigkeit, die schwankende Hüfte und die wackeligen Knie und Sprunggelenke von Tabby am stärksten bemerkbar machen. Hanna bittet mich nach einer halben Runde um ein Kruppeherein, allerdings soll ich es von der Rückseite meines Oberschenkels einleiten, das heißt ich muss meinen rechten Schenkel mit dem Knie etwas nach rechts außen öffnen, meine Fersen bewegen sich weg vom Pferd, gleichzeitig soll ich den Viertakt des Schritts verbessern, in dem ich laut mitzähle. Ich konzentriere mich auf den Moment des Abfussens des inneren Hinterbeins und zähle mit. Und ganz plötzlich beginnt sich Tabby von hinten ran zu schließen, obwohl ich für meine Begriffe gar nicht viel von ihren Hinterbeinen verlange, gleichzeitig verbessert sich der Takt.

Als nächstes arbeiten wir an den Übergängen in den Trab. Auch hier zähle ich den Zweitakt mit und möchte Tabby das Bild geben, dass der Trab und der Takt tatsächlich aus der Hinterhand heraus entstehen. Wieder hilft uns ein zartes Kruppeherein bei der Stabilisierung der inneren Hüfte. Das Ziel ist, die Übergänge möglichst geschmeidig und ohne Stocken oder das Gefühl von “Stoppen” zwischen den Gangarten auszuführen. Ich genieße das Gefühl, mich völlig auf den Takt einzulassen und atme dabei tief in mein Zwerchfell. Der zweite Übergang vom Trab in den Schritt gelingt viel besser, die Hinterbeine bleiben geschlossen. Erneutes Antraben – ebenso ganz easy und weich.

Auf der linken Hand gibt mir Hanna den Tipp den inneren Oberschenkel etwas zu öffnen und zu schließen, also einmal vom Knie aus zu schließen und zu öffnen. So hole ich mir die Biegung im Körper von Tabby noch etwas deutlicher. Im Grunde reite ich so abwechselnd den inneren und den äußeren Hinterfuß im Gedanken an Schulterherein und Kruppeherein hauchzart und besser in Richtung Schwerpunkt. Fühlt sich Tabby dann noch ein wenig zäh wie Kaugummi unter mir an, wiederhole ich das Öffnen und Schließen vom inneren Oberschenkel, bis Tabby sich weich und beständig im Trab unter mir anfällt. Zu Beginn der Übung habe ich immer wieder das Gefühl, ich könnte Tabby in der nächsten Sekunde verlieren. Je mehr ich aber meinen Fokus in den Oberschenkel lege, umso flüssiger wird der Trab.

Hanna bemerkt, dass der äußere Vorderfuß sehr schön auf der Zirkellinie bleibt und in Bewegungsrichtung nach vorne schwingt, der innere Vorderfuß möchte aber ein wenig nach außen in der Trabbewegung, also außerhalb des Zirkels schwingen.

Nun soll ich mit meiner inneren Schulter ein wenig nach außen gehen, also eigentlich genau das Gegenteil davon machen, wie wir es im Sitz gerne hätten. Ziel dahinter: Ich spiegle Tabby durch meinen Körper exakt, was sie mit ihrem linken Vorderbein tut. Nach einigen – und wie ich finde – sehr unrunden Schritten, die sich unbequem anfühlen, nehme ich meine Schulter zurück und lade Tabby ein, meine Vorgabe aus dem Sitz in ihrem Vorgriff zu spiegeln. Und tatsächlich, das linke Bein wird frei. Tabby atmet tiefer in den Brustkorb, das innere Vorderbein schwingt nicht mehr so stark nach außen, sondern bleibt auf der Zirkellinie.

„Can you feel it?“
Weiter geht es mit Versammlung. Ich sammle Tabbys Schultern ein, öffne und schließe im äußeren Oberschenkel zu ein wenig mehr Kruppeherein in der Versammlung und bleibe etwas länger in der Versammlung, damit Tabby auch in der Versammlung Zeit hat, sich an die “neue” Anna zu gewöhnen und zu entspannen. Aus dem versammelten Schritt wechseln wir wieder in den Trab. Sofort möchte Tabby wieder große Schritte machen und nach vorne, über meinen Sitz fordere ich sie auf bei mir zu bleiben. Nach wenigen, sehr guten Schritten belohne ich Tabby. Wir sind beide sehr zufrieden miteinander.

Nun fügen wir noch meine Fußspitzen zur Versammlung hinzu. Im denke mehr Zweitakt im Schritt und spüre den Takt in meinen Fußgelenken und lasse meine Fußspitzen bewegen. Tabby übernimmt die Idee sofort und bringt ihre Hinterbeine immer besser aus dem Sand. Noch ein Detail kommt hinzu. Wir nutzen nach der Versammlung im Trab ein wenig mehr nach vorne schwingen und verbessern so den Rhythmus. Dieser Rhythmus soll uns nun in der Versammlung helfen den Gedanken von Beugung plus Vorwärts zu behalten.

Für Hanna fehlt es Tabby nicht an Energie in der Versammlung, sie empfiehlt daher mit dem inneren Oberschenkel wieder die Biegung zu verbessern, die Atmung zu sortieren, um so über die korrekte Platzierung des inneren Hinterbeins etwaige Blockaden zu lösen. Die Vorschläge funktionieren einwandfrei, wieder freuen sich Tabby und ich über die gute Zusammenarbeit.

Mein persönliches Fazit: Hanna hat wieder viele Details in meinem Körper ins Bewusstsein gerückt.  Ich fühle mich einmal mehr bereichert, schließlich habe ich so tolle Kollegen um mich.

Sehr gefreut habe ich mich natürlich auch über Hannas Feedback bezüglich meiner Schüler. Alle haben nicht nur sprichwörtlich gezeigt, dass sie ein feines Händchen haben.

Lust auf Dabeisein? Die nächsten Kurse stehen schon vor der Türe. Das große Highlight: Bent Branderup kommt am 2. und 3. Juni 2018 nach Graz. Näheres unter den folgenden Links.