Bent Branderup beantwortet per Videobotschaft unsere Fragen – diesmal drehte sich im Original alles um das Thema:

Was mache ich mit einem faulen Pferd, das immer „Nein“ sagt?

Die deutsche Übersetzung zum Video gibt es heute zum Nachlesen:

Auf Ihre Frage nach dem faulen Pferd kann ich Ihnen nur soviel sagen: Ich habe noch nie eines getroffen – allerdings viele steife Pferde.  Sobald diese durchlässig sind, bewegen sie sich auch wieder sehr gerne. Steifheit ist also die eine Sache – andererseits sprechen wir auch gerne von einem Mangel an Motivation.  Wenn wir von der Akademischen Reitkunst sprechen, dann beziehen wir uns immer auf zwei Geister, die wollen, was zwei Körper können.  Wenn man aber mehr möchte, als uns das Pferd zu geben vermag, dann wird das Pferd unsere Frage natürlich mit „Nein“ beantworten. Auch ein sehr gehorsames Pferd wird bei einer ihm unlösbaren Aufgabenstellung zu einem Nein gezwungen.

Wir müssen von unserem Pferd also Dinge abfragen, die es überhaupt im Stande ist auszuführen. Daher lautet mein Ratschlag: Finden Sie heraus, was das Pferd überhaupt kann und versteht. Es kann auch sein, dass das Pferd zwar physisch in der Lage ist, eine Aufgabe zu lösen, wir aber auf mentale Hindernisse stoßen – zb hat das Pferd Angst. Es konzentriert sich dann mehr auf den angstbehafteten Gegenstand, als auf die reiterlichen Hilfen wie Hand oder Bein. Man braucht also zum Lernen eine Umgebung, in der das Pferd lernen und entspannen kann. Wir müssen also zuerst die Aufmerksamkeit des Pferdes gewinnen.

Dabei stellt sich auch eine wichtige Frage an uns selbst: Wer sind wir denn für das Pferd? Langweilen wir das Pferd? Erstarrt es wegen uns?

In welcher Umgebung und mit welchem Lehrer kann sich das Pferd also konzentrieren?
Sind die Bedingungen optimal, dann stellen wir dem Pferd also Aufgaben, die se mental und physisch bewältigen kann.

Dann liegt es in der Natur der Sache, dass wir Menschen immer dazu tendieren mehr zu wollen. Wir stoßen also wiederum an Limits. Ich unterteile hier einen grünen, orangen und roten Bereich. Wenn wir im grünen Bereich arbeiten, dann versuchen wir denn orangen Bereich des Pferdes (mit seinen mentalen und physischen Grenzen) allmählich grün zu pinseln. Niemals im roten Bereich des Pferdes arbeiten, je eher wir im grünen Bereich bleiben, umso einfacher ist es für das Pferd mit uns zusammen zu arbeiten. Je mehr er im grünen Bereich bleibt, umso eher beweist auch ein Meister sein Fingerspitzengefühl, nicht mit dem Kopf  durch die Wand zu wollen, sondern genau zu analysieren wo es schwierig wird, um wieder in den leichten Bereich zurück zu kehren.

Auf Bent Branderups Facebook Seite könnt ihr übrigens eure Frage posten – vielleicht wird ja das nächste Video durch Themen inspiriert, die euch auf gerade ganz besonders beschäftigen.

Stellen wir unsere Fragen, dann Reiten wir einmal Einfach 🙂

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