Magic Movements

Magic Movements

Das Pferd ist nicht für die Dressur da – die Dressur ist für das Pferd da….oder auch für den Menschen. Nach einer Woche Ekeskogs und Verbesserung meiner eigenen Bewegungsqualität kann ich deutlich wahrnehmen, wie das mit der Gymnastizierung FÜR den Körper gemeint war. Heute gibt es Teil 2 meines Reiseberichts aus Schweden:

„M“ wie Mittwoch oder „M“ wie Move

Obwohl wir an diesem Tag kein Pferd reiten werden, habe ich das Gefühl am Meisten für meinen Sitz aus den „pferdelosen“ Einheiten abgeholt zu haben. Ich bin als zweite dran und darf zunächst mal observieren. Ich kann diese Reise in den eigenen Körper nur jedem Reiter zutiefst empfehlen. Es ist eine sehr intime Geschichte.

Wie fühlt sich Glück an? Das würden wir wohl alle ganz anders beschreiben.

Meine Schilderungen sind ein Versuch, wiederzugeben, was auf Gotland passiert ist.

Hanna lässt mich wählen, welche Hand ich auf dem Zirkel bevorzuge. Ich starte rechts herum. Fühlt sich irgendwie besser an. In meiner Brustwirbelsäule sitzt noch immer dieser Schmerzpunkt. Wie ein Finger, der sich seit meinem Unfall von 1997 immer wieder mal in meine Wirbelsäule bohrt und auf Höhe des Sternums zu lokalisieren ist.
Ich laufe los. Wir sortieren zunächst mal mein Tempo. In welchem Tempo fühle ich mich wohl? Es ist ein erstaunlich schnelles, ich habe viel Energie an diesem Tag. Hanna moderiert quasi durch meinen Körper. Schwingt die Wirbelsäule, wie fühlt sich die Bewegung an? Welchen Fuß belaste ich mehr, wo zeigen meine Zehenspitzen hin? Wie schwingen meine Arme nach vorne.

Es wird spannend. Zunächst kann ich meine Arme eigentlich am Wenigsten spüren. Ein eigenartiges Gefühl. Ich gehe weiter. Spüre die Bewegung meiner Hüfte. Rund. Hanna lässt mich mit den Kreisen aus meiner Hüfte spielen. Mal mache ich sie größer, mal kleiner. So wie ich es am Tag zuvor auf Indio spüren konnte. Hier habe ich das Pferd beeinflusst, was passiert aber nun mit mir selbst – in mir? Ich nehme den Boden unter meinen Füßen ganz anders wahr. Meine Bewegungen werden weicher, gleitender. Plötzlich ist da ein Kribbeln in meinem Arm. Zuerst im linken. Wir machen einen Handwechsel. Nach einigen Runden kann ich nun auch die Hüfte besser nach vorne schwingen, die Rotation und Schwingungen meiner Wirbelsäule übertragen sich nun auch auf meinen rechten Arm.

Wie war das nochmal mit den „natürlichen Gängen“ des Pferdes?

Je geschmeidiger die Bewegung des Pferdes, umso eher kommt der Reiter zum Sitzen. Meine Hüften bewegen sich geschmeidiger über den Hallensand und dann kommt der Moment, wo ich endlich schmerzfrei bin. Der Atem fließt und je weiter ich laufe, umso eher komme ich auf beiden Händen in eine sehr angenehme Balance. Wo sich Bewegungen zuvor angespannt und anstrengend angefühlten könnte ich nun ewig so weiterlaufen.

Nach der Mittagspause arbeiten wir im Warmen weiter an meiner Bewegungsqualität. Vom Schritt auf der Stelle arbeiten wir uns in einen Mambo-Rhythmus, Schritt im Schulterherein oder im Kruppeherein. Und plötzlich bin ich geradegerichtet.
Meine Schultern schwingen frei in der Bewegung, ich spüre keine Steifheit mehr. Ich habe keine besonderen gymnastischen Übungen dafür gebraucht. Kein Strechen, dehnen oder Arbeit an der Kraft. Ich bin eigentlich nur auf der Stelle gelaufen, aber dies korrekt und natürlich.Trotzdem merke ich am nächsten Tag einen leichten Zug in meiner rechten Hüfte. Nicht unangenehm – also kein Muskelkater. Interessiert nehme ich die Veränderungen in meinem Körper wahr und bin gespannt, welche Änderungen ich auf dem Pferderücken wahrnehmen werde.

Mittwoch Abend sind einige Schüler bei Hanna für eine Theorieeinheit eingeladen. Hanna erklärt die Struktur der Ausbildung in der Akademischen Reitkunst. Dabei werden vor allem die einzelnen Positionen in der Boden-, Hand-, Longenarbeit, dem langen Zügel und dem Crossover diskutiert. Der Vorteil einer durchdachten und detaillierten Ausbildung am Boden liegt für Hanna vor allem im Körperbewusstsein. Nicht nur der Mensch entwickelt ein anderes Körperbewusstsein – auch das Pferd. Hanna verwendet nicht nur für die Schulung des Sitzes Elemente aus dem Tanz – auch in der Theorie bespricht sie mit den Teilnehmern die Frage der Führung. Wer ein guter Tänzer sein möchte, der muss auch führen können – und ebenso geht es uns mit dem Pferd. Möglicherweise haben hier viele Zuhörer – oder jetzt eben auch der Leser sofort an „Erziehung“ gedacht. Das ist die eine Sache – wie schwer es sein kann sich führen zu lassen fühlen wir am nächsten Tag auch ohne Pferd.

Donnerstag: Von Herzen…

Schon mal den eigenen Puls ganz bewusst gefühlt? Ich ertaste meinen Herzschlag an meinem Handgelenk und begreife, warum ich ein schnelleres Tempo am Vortag bevorzugt habe. Wenn ich mich mit meinem Herzschlag im Rhyhtmus bewege, dann spüre ich gleichzeitig auch viel Energie. Lege ich den Fokus deutlich auf meine Atmung kommt es zu einer Entschleunigung. Ich muss mich zwangsläufig langsamer bewegen.
Fügen wir nun ein Pferd hinzu. Gleicher Herzschlag? Gleicher Rhythmus der Atmung? Mitnichten. Sich führen zu lassen ist also nicht nur eine Frage von Gehorsam, hier kommt so deutlich zum Ausdruck was Gustav Steinbrecht mit Reitertakt, oder Gefühl für das Pferd gemeint hat.

Ich reite Indio an diesem Tag zweimal. Unsere Hüften kommunizieren ganz wunderbar miteinander. Ich kann mich mittlerweile besser auf einzelne Körperteile fokussieren – egal ob Pferd oder Mensch. Im Trab habe ich endlich das Gefühl von Stabilität in mir, ohne undurchlässig zu werden. Ich spüre Indios Atmung, meine Hände begleiten meine Atmung, wenn ich Indio löse bzw. mit sanften Paraden arbeite. Wir atmen beide zufrieden aus. Was für ein Tag.

Freitag – oder die Sache mit der „Dame“

Der letzte Tag. Ein lachendes und ein (sehr) weinendes Auge. Ich freue mich riesig auf meine Pferde und ihr Feedback zum neu erworbenen „gotländischen Sitz“.

In der Halle laufen wir uns warm. Diesmal nicht nur auf dem Zirkel, sondern auch auf der Geraden. Mein Körper reagiert praktisch auf alle Schwierigkeiten, die man auch vom Reiten kennt. Zirkel. Das ist jetzt bekannt. Aber wie sieht es mit der Geraden aus? Und wenn wir ein wenig Stellung in den Körper hinzufügen, ein wenig Biegung, ein wenig Schulterherein und Kruppeherein? Ich nehme an diesem Tag sehr deutlich wahr, dass sich in meiner rechten Hüfte nach wie vor „was tut“. Aber ich bin mit meinem rechten Bein unzufrieden. Das möchte sich gerne fest in den Boden rammen.

Großhirn an Kleinhirn und so weiter an rechten Fuß: Könntest du den Fuß etwas sanfter absetzen?

WAMM. Es klappt nicht. Ich sage es meinem Bein, aber ich erhalte keine gewünschte Reaktion. Sagen reicht nicht, man muss sich gesund bewegen. Ich spiele mit meiner Hüfte, erlaube mal ein wenig mehr Vorgriff, mal nehme ich mich etwas zurück. Spüre die Verlagerungen meines Schwerpunkts. Und immer wieder komme ich zu einem angenehmen Auffußen des rechten Beins. Erstaunlich.

Wir arbeiten weiter mit der Energie zu zweit. Werden wir unseren Schwerpunkt übereinstimmend nebeneinander behalten? Ist das Tempo des jeweils anderen angenehm für uns? Spannend, wie man plötzlich in Einklang kommt – so ganz ohne sich gegenseitig zu berühren – lediglich durch ein Gefühl sind wir miteinander verbunden.

Ich bin nach wie vor erstaunt, wie viele AHA-Effekte die „Trockenübungen“ für uns bereit halten. Ein gewaltiger AHA-Effekt war dann auch das abschließende Reiten im Damensattel auf „Matcho“. Hannas treue Seele ließ uns ein ganz anderes Sitzgefühl spüren. Sogar in Piaffe und ein wenig Schulgalopp – da mussten wir dann beide – Simone und ich einen ordentlichen „Juchaza“ loswerden.

Ich habe mir sagen lassen, dass man Gotland nur sehr schwer verlässt – oder ist es eher Hannas ganz spezielles Ekeskogs das man so gar nicht verlassen mag?

Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich im Flieger. Diesmal nicht verspannt, sondern relaxed. Sollte die Reise inklusive schweißtreibender Sicherheitskontrolle (Milchschäumer sind ja auch wirklich sehr gefährliche Gerätschaften) dann doch am Tag danach Verspannungen zu Tage bringen werde ich sie einfach weglaufen. Mit schwingendem Rücken. Ganz natürlich.

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I really want to thank Hanna and her family for their hospitality. We had a really great time on Ekeskogs. Thanks for Hannas trust, patience and effort she has put into our education during the week. I can truly recommend Hanna`s seat programm for riders. It is really inspiring for everyone who wants to learn more about body awareness and healthy movements. I will of course come back in December 2017!!!

PS: Die Rückreise konnte meinem Rücken nichts anhaben. 🙂

Hanna Engström zum Nachhören gibt es auch in meinem Podcast

 

 

 

 

 

Eat-pray-ride

Eat-pray-ride

Eine Woche Ekeskogs. Da gibt es viel zu sagen. Und es wird persönlich. Eine Sitzschulung bei Hanna Engström ist wesentlich mehr als zu lernen, besser auf dem Pferd zu sitzen. Nicht nur auf dem Pferd, sondern auf den eigenen zwei Beinen kann sich Bewegung deutlich verbessern.

Samstag früh. Ich sitze in Flugzeug Nummer eins. Sechs Uhr morgens, es ist kalt, ich habe einen Polster mitgebracht und schaffe es doch irgendwie im Flieger zu schlafen. Zum Glück habe ich einen Fensterplatz zum Anlehnen. Aber trotzdem habe ich danach ein steifes Genick. Zwei weitere Flüge später spüre ich Schmerzen in der Brustwirbelsäule und mein Genick fühlt sich nun komplett versteift an. Nichtsdestotrotz landen wir spät am Abend auf Gotland. Ich bin gespannt auf den ersten Tag bei Hanna Engström und bin doch irgendwie quasi dankbar für die vielen Versteifungen in meinem Rücken, da werden wir doch einiges zu tun haben.

Erde, Wind und Feuer

Gemeinsam starten wir in den ersten Tag mit Hanna Engström.

Wir treffen uns bei der Reithalle und besprechen zunächst mal alle Wünsche und Erwartungen für die kommende Woche. Ich möchte gerne etwas mehr Stabilität in meinen Sitz bekommen, denn ichhabe aufgrund einer gewissen Überbeweglichkeit oftmals das Gefühl zu viel im eigenen Körper zu schwingen.

Bevor es ans Reiten geht, haben wir alle das Bedürfnis nach Erdung. Hanna selbst war das ganze Wochenende im Flieger unterwegs. Wir schnappen uns warme Overalls und turnen zwischen den großen Bäumen zwischen den Wohnhäusern von Ekeskogs. Zunächst geht es gleich mal abwärts. Am Boden liegend schnuppern wir an der Erde. Ich rieche Moos, Flechten, Erde. Ein unglaublich intensives Aroma.
So geht es den Pferden, wenn sie ihre Nase zum Boden strecken. Wir atmen uns in Entspannung, spüren ganz tief in unseren Körper. Ich spüre noch immer mitten in der Brustwirbelsäule Schmerzen. Ein Schmerz, der seit meinem Unfall mit Kobold eigentlich immer latent da ist. (Der Unfall ist nun rund 20 Jahre her, Kobold war bergab ausgerutscht und ist rücklings mit mir drauf in einen Bach gestürzt).
Ich atme tief ein. Hanna begleitet unseren Atem und führt uns durch die nächsten Übungen mit einer großen Sensibilität.

Zu Hause hatte ich in den letzten Wochen einen sehr straffen Zeitplan. Ich spüre, wie ich meine innere Uhr langsam abschalten kann und alles einfach mal passieren lasse. Wir sollen uns am Boden bewegen wir ein Wurm. Ohne Muskelkraft. Vielleicht schaffen wir es am Boden liegend ein wenig vorwärts, ein wenig rückwärts. Jeder „kriecht“ ganz für sich und ganz im Stillen lassen wir eine Transformation in eine „Schlange“ passieren. Nun rollen wir uns am Boden hin und her, vorwärts und rückwärts. Die Bewegungen fühlen sich gut an. Ich rolle mich über meinen Körper, versuche wirklich nur über die Bewegung meiner Wirbelsäule irgendwie weiter zu kommen. Es macht Spaß. Wir kommen langsam zur Ruhe und sollen in den Himmel schauen. Ich habe das Gefühl endlos den weiterziehenden Wolken nachschauen zu können.
Der Wind lässt die Zweige der großen Bäume über mir sanft schaukeln. Zeit spielt keine Rolle mehr. Wir wollten doch noch reiten? Ganz egal. An Aufstehen ist irgendwie nicht zu denken. Nur weil die Anweisung von Hanna kam, schaffe ich es doch irgendwie mich aufzurichten. Der Schmerz ist schon bessser. Ich atme ganz bewusst in Richtung meiner Brustwirbelsäule. Der Boden unter meinen Füßen fühlt sich nun anders an. Intensiver. Ich spüre meinen Fußballen und merke, wo in meinem Körper mehr Belastung stattfindet. Wir wandern auf der Wiese umher und sammeln uns langsam auch wieder mental ein. Ich atme ruhig.

In dieser angenehmen Ruhe spazieren wir zu den großen Koppeln von Hanna und holen die ersten Pferde ab. Ich werde eine der braunen Lusitano Stuten reiten.
Es fühlt sich ungewohnt an, ein Pferd zu putzen und zu satteln, das ich nicht kenne. Irgendwie fühle ich mich wie ein Eindringling, obwohl wir die Zeit haben quasi stillstehen lassen, obwohl wir so viel für Erdung getan haben am Vormittag. Mein gefühltes „Überfallskommando“ steigt in den Sattel und soll sofort mal kräftig hinführen. Hanna will alles wissen: Ob ich die Wirbelsäule von Genick zum Schweif spüre. Ich spüre alles sehr gut unter mir, den Hals vor mir würde ich noch gerne etwas deutlicher wahrnehmen, gebe ich zur Antwort. Wo verlagert das Pferdchen mehr Gewicht hin? Welches Vorderbein ist mehr belastet? Wo fußt das innere Hinterbein auf und wie? Wo fußt das äußere Hinterbein auf? Belastet das Pferd mehr am Ballen oder an der Zehe den Fuß? Wo zeigt die Zehe hin? Fragen über Fragen. Im Endeffekt habe ich alles richtig gespürt. Hanna betont außerdem:

Gefühle haben immer recht. Denn wem soll man vertrauen, wenn an sich selbst nicht vertrauen könnte?

Nun beginnt die Arbeit mit dem eigenen Körper. Hanna ist mein „Reiseleiter“ durch meinen verspannten Körper. Stute Viviane und ich sind an der Longe auf dem Zirkel unterwegs. Ich soll nun die Bewegungen meiner Hüfte erfühlen und beschreiben. Ein eigenartiges Gefühl, mal nur hin zu spüren und nicht sofort Einfluss zu nehmen. Ist es rund oder gerade, weich oder steif? Hanna stellt sämtliche Optionen zur Verfügung. Meine Hüften fühlen sich miteinander verbunden an, ich spüre einen Kreis, aber irgendwo steckt es auch. Runde um Runde fokussiere ich auf einen anderen Körperteil – und es zeigt sich – Bewegungsqualität lässt nicht erhalten, wenn man sich leicht ablenken lässt.
Nicht nur Hanna gibt Feedback, auch unter mir gibt es richtig viel Info. Viviane reagiert auf die kleinste Änderung in meinem Körper, wenn sie mit mir zufrieden ist schnaubt sie laut und lässt ihre Bewegungen noch feiner werden. Ein Handwechsel macht die Harmonie zunächst mal gleich zunichte. Ich muss mich völlig neu sortieren – und ich stelle fest: Mit extremer Achtsamkeit auf meinen Körper fühlt sich dieser Zirkel nun völlig anders an. Hanna entlarvt die Hausübung der kommenden Tage: Eine Diagonale in meinem Körper ist quasi super soft und sehr durchlässig, aber eben nur eine. Es gilt also die zweite Diagonale in meinem Körper zu finden und ebenso geschmeidig zu machen. Hier wäre auch die Ursache für mein „instabiles Gefühl“.

Tag eins wird mit einem wundervollen Sonnenuntergang beendet. Farbenspiele auf Gotland. Das hat was. Sehr zufrieden und in uns ruhend stehen wir am Strand und lauschen den Wellen. Unnötig zu sagen, dass hier viel los war in meinem Kopf.

Tag Zwei

Am zweiten Tag stehen die nächsten Sitzeinheiten am Programm. Hanna findet für jeden Moment die richtigen Worte. „Melt down“! „Breath“! „Feel the movement in your spine“, „Do you feel the movement of your shoulder blades“?

Ich reite erneut Viviane, die mir erneut ganz wunderbar Feedback gibt. Rechts herum fühle ich mich super wohl, links herum merke ich, wie meine linke Schulter und meine linke Hüfte gerne im Gleichklang nach vorne schwingen würden. Ich bin beinahe schon entsetzt. Dieses Bewegungsmuster hatte ich in meinem Körper recht gut kaschiert könnte man sagen. Doch Hanna entgeht nichts.

Aber, wie sie selbst sagt ist sie nicht auf der Suche nach Fehlern, vielmehr stellt sie auch an diesem Tag Fragen über mein Gefühl im Sattel.

Wer sich von Hanna strikte Anweisungen erwartet, a la „Kopf hoch“, „Absatz tief“, „Ellenbogen anlegen“ oder ähnliches – der wird völlig überrascht sein vom feinfühligen Unterricht auf Ekeskogs. Hanna arbeitet sich Frage für Frage durch meinen Körper und schickt mich auf eine Reise des Bewusstseins. Ich spüre meine eigenen Blockaden. Und keine Anweisung, sondern eine weitergehende Frage trägt dazu bei, dass ich meinen Sitz ganz selbstständig verbessern kann. Nun wird auch die Wahrnehmung über meine Hüftbewegung immer klarer. Ich habe ein immer „runderes Bild“ vor Augen. Die Bewegugen aus er Hüfte lassen sich immer feiner über meine Wirbelsäule in die Schultern übertragen. Jetzt weiß ich wirklich – oder besser gesagt spüre an mir sehr deutlich, wie das mit dem freien Schwingen der Vorhand gemeint ist.

Ein Außenstehender würde möglicherweise sagen: ist doch nicht viel passiert. Ihr seid auf jeder Hand ein wenig Schritt an der Longe geritten. Richtig. Viel Action war da rein äußerlich nicht. Aber innerlich tut sich so einiges. Deswegen ist auch Stärkung und Erholung der nächste Programmpunkt.

Dank Simone Garnreiter wird die Reise auch zum kulinarischen Genuss. Die schwedische Sitzschulung wird durch indische Köstlichkeiten mit viel Gemüse auch zum Gaumenschmaus.

Kurz mal ganz persönlich: Wer mich gut kennt, der weiß, dass ich nicht sonderlich Freude am Kochen habe. Wohl aber am Genießen. Als Simone mir erklärt, warum sie welches Gewürz in den heißen Topf mischt, wird mir klar, dass es ähnlich mit unseren Reiterhilfen sein muss. Jede Zutat kann ihren optimalen Geschmack nur dann entfalten, wenn sie zur rechten Zeit hinzugefügt wird. Sekundarhilfen können somit auch durch das richtige Timing zum Geschmacksverstärker werden.

Ein Geschmacksverstärker ist auch Indio – oder anders gesagt – ein PRE Hengst ganz nach meinem Geschmack. Indio besticht durch Höflichkeit und Sanftheit – und durch ganz wunderbare Bewegungen. Mit ihm tauche ich am Nachmittag in den nächsten Schwung: den Trab. Hier wird nun auch klar, wie vielfältig ich meine Hüfte einsetzen kann. Ich fühle wunderbar runde Bewegungen von Indio unter mir, aber nur so lange meine Hüfte die Hinterbeine auch kontinuierlich unter sich behält. Hanna achtet sehr genau darauf, ob ich die Hinterhand von Indio bewege, oder ob Indio durch seine Hinterhand mich bewegt. Im zweiten Fall fühle ich mich im Oberkörper wieder ein wenig instabil und zu „weich“.

Das Gefühl von Stabilität durch korrektes diagonales Schwingen in meinem Sitz zeigt mir nochmal Chavall. Meine linke Seite hat sich bereits so verbessert, dass ich hier wesentlich besser zum Sitzen komme – nun wird meine ursprünglich bessere Seite – also rechts herum in der Piaffe ein wenig zu weich. Hanna korrigiert, macht mich darauf aufmerksam über die Größe meiner Hüftbewegung die Schwingung in meiner Wirbelsäule zu observieren – und schon habe ich wieder ein besseres Gefühl.

Von der Piaffe gehts zur Pasta. Ich habe viel zu Verdauen – in diesem Fall nicht Simones herrliche Bolognese, sondern das Gefühl kleiner Bälle in meiner Hüfte, kleiner Bälle in meinen Schultern und die Sache mit der Verschmelzung.

Ich habe gemerkt, dass mir bei Hannas Sitzschulung ein kleiner Appetithappen gereicht hat, um viel zu verdauen zu haben. Aber es lag nichts schwer im Magen. Darum ist mein Reisebericht auch zweigeteilt – nächsten Mittwoch folgt daher für alle Neugierigen die Fortsetzung….

 

 

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PS: Ein riesiges Dankeschön an Simone Garnreiter für die schöne Reisebegleitung, den konstruktiven Austausch, die kulinarische Weiterbildung und die vielen Fotos! Simones Gotland Album gibts hier

Einfach nachgefragt bei Annika Keller

Einfach nachgefragt bei Annika Keller

„Das könnte jetzt eine ganz blöde Frage sein – aber ich trau mich mal“….beim Kurs mit Annika Keller vor zwei Wochen gab es viele Fragen rund ums Biegen, Gymnastizieren, Geraderichten und vorwärts Reiten. Im Dialog mit Annika fanden wir schnell heraus: es gibt keine blöden Fragen.

Manchmal scheint es mir, als ob sich Reiter oder Pferdebesitzer schon gar nicht mehr trauen, Fragen zu formulieren. Schließlich reitet man x Jahre und sollte es ja wissen. Auf der anderen Seite heißt es so schön: Reiten und der Umgang mit Pferden bringt uns auch menschlich weiter. Dafür müssen wir aber auch immer Lernende sein dürfen. In einer herzlichen Atmosphäre wurde daher jede Frage von Annika ausführlich beantwortet – und wie heißt es so schön – ein Leben reicht nicht aus um Reiten zu lernen – aber vielleicht kommen wir ganz gut hin, wenn wir uns trauen viele Fragen zu stellen, in einer wertfreien und wertschätzenden Atmosphäre.

Die wichtigsten Fragen an Annika habe ich heute – tatkräftig unterstützt von Simone Garnreiter noch mal für alle in diesem Blogeintrag zusammengefasst:

Vorwärts ja, aber wenn man nicht zum Treiben kommt?

Annika referierte beispielsweise über „vorwärts Reiten“. Dabei kam die Frage auf: Was tun, mit Pferden, die immer zu schnell unterwegs sind und der Reiter dadurch gar nicht zum Treiben kommt?

Pferde, die immer zu schnell sind und vor den treibenden Hilfen förmlich weglaufen sind laut Annika am Schwierigsten auszubilden. Das Problem kann man sich quasi in Zeitlupe genau ansehen – die Pferde machen hektische kurze Tritte, der Reiter hätte aber eigentlich ja lieber große Schritte. Das ist die Ursache für das „nicht zum Treiben kommen“, da das Pferd auf treibende Hilfen mit „Gas geben“ anstelle einer ruhigen Dehnung der Oberlinie reagiert. Auf diese Weise würde auch die Gesamtbewegungsamplitude aus der faszialen Sicht nicht ausgenutzt.

Faszien sind eine bindegewebsartige Struktur, die den ganzen Körper umfassen und somit jeden Muskel, jedes Organ, Sehnen und Bänder an „ihrem Platz“ halten aber auch für die Gleitfähigkeit untereinander sorgen.

Annika riet dazu bei „hektischen Pferden“ das Tempo zu reduzieren, um dann viel großen Schritt zu reiten oder in der Bodenarbeit zu erarbeiten. Zunächst wird die Qualität des Vorgriffs nicht unmittelbar verbessert werden – was bei den kurzen, hektischen Tritten aber auch nicht der Fall ist. Unter dem Reiter oder in der Bodenarbeit streben wir also zunächst ein mittleres Tempo an, wobei das Pferd nun zunehmend zur Dehnungshaltung eingeladen wird, ohne erneut schneller zu werden.

Das Lernziel für das Pferd ist wie folgt formuliert: Es soll lernen, sich selbst mit einem vorgreifenden Hinterbein aufzufangen, um längere Schritte zu machen, ohne vorwärts zu fallen. Das Ziel ist die Erarbeitung einer Dehnungsbereitschaft.

In der Akademischen Reitkunst gibt es einen großen Werkzeugkoffer, der dem Pferd hilft das Gleichgewicht zu finden, allerdings darf uns bei dieser Arbeit die „Eigenverantwortung des Pferdes“ nicht verloren gehen. Ein Pferd, das also quasi permanent nur durch Einrahmung durch Hilfen in Balance bleibt, ist nicht reell in Balance. Unser „Trippelpferd“ wird in vielen Etappen und einer längeren Ausbildungsperiode das Vorgreifen der Hinterbeine erlernen, um in einen guten Zustand von Balance zu kommen.

Gemütlich und faul?

Analog dazu gibt es natürlich auch die Problemzone der gemütlicheren, oder „faulen“ Pferde?

Auch bei diesen Pferden legte Annika für die Ausbildung die Schulung des Gleichgewichts ans Herz. Natürlich muss auch das gemütlichere Pferd ein fleißiges Grundtempo erarbeiten. Es gibt dabei aber immer ein momentanes ideales Tempo – das mittlere Tempo, in dem der Vorgriff der Gliedmaßen nicht kürzer ist als der Rückschub. Das Tempo wird sich allerdings mit zunehmender Balance und Geschmeidigkeit auch ändern können. Genau wie das eilige Pferd sollte das zu erarbeitende Ziel mit einer Dehnungshaltung, in der ein korrektes Durchschwingen der Hinterbeine möglich ist formuliert werden.

Die Sache mit dem Sitz

Es gib Grundregeln wie: Kopf parallel zu Kopf, Schultern parallel zu Schultern, Hüfte parallel zu Hüfte…aber lernen wir durch diese Regeln tatsächlich korrekt zu sitzen?

Zunächst ging Annika auf die Wünsche der Reiter ein: Salopp gesagt heißt das: Wer das Sitzgefühl eines Spaniers möchte, darf sich nicht wundern, wenn es sich am Warmblüter anders anfühlt.

Wir können durch einen funktionalen Sitz natürlich das Pferd unterstützen – oder andernfalls behindern. In jedem Fall werden wir Menschen vom Pferd bewegt. Im Idealfall – und da waren wir schon wieder bei Steinbrecht sollte der Mensch den Sitz auf einem ausgebildeten Pferd spüren lernen.

Dabei gilt es aber auch pferdegerechte Grundsätze zu beachten: Das Pferd ist kein Gymnastikball und sollte auch nicht in diesem Sinne „benutzt“ werden. Da schon Steinbrecht den Mangel an gut geschulten Schulpferden zur Ausbildung der Reiter kritisierte bleibt uns auch heute die Möglichkeit Bewegungskompetenz erstmal ohne das Pferd zu erarbeiten. Das heißt: Der Reiter kann seine Geschmeidigkeit und Balance außerhalb des Sattels schulen. Da gibt es viele Möglichkeiten wie Feldenkrais, Yoga, Pilates, auch Joggen oder gezieltes Beckenbodentraining, um den Sitz für das Reiten zu schulen.

Unser Hauptmanko bleibt heute aber: Wir müssen durch den (meist ungeschulten) Reiter das Pferd ausbilden und durch das (ungeschulte) Pferd den Reiter. Lektionen lernen ist eine schwierige Sache, wenn der Reiter eigentlich noch nicht weiß, wie wie sich der Sitz korrekt beispielsweise im Schulterherein anfühlen soll.

Das geht am besten mit einem guten Trainer, der im richtigen Moment vermitteln muss. Beim Erarbeiten des Schulterhereins lernen wir also nur in Sekundenbruchteilen, wenn Reiter und Pferd sich dem korrekten Ergebnis nähern. Es heißt also nicht umsonst: Wir müssen fühlen lernen!

Trageerschöpfung

Von Fragen rund um den korrekten Sitz ging es gleich weiter zur Trageerschöpfung:

Das Wort Trageerschöpfung ist ein Begriff der Moderne, die Symptomatik des trageerschöpften Pferdes gibt es aber schon immer – so Annika Keller.

Die Trageerschöpfung ist eine Art Kettenreaktion, d.h. man kann nicht sagen welcher der betroffenen Bereiche im Pferdekörper die Ursache gewesen ist.

Die sichtbar betroffenen Körperteile der Trageerschöpfung sind der Hals-, Schulter-Brustbereich, das Genick und der lumbosakrale Übergang bzw. der Übergang vom letzten Lendenwirbel zum Sakrum.

Wie die Trageerschöpfung entsteht hat mehrere Faktoren:

Das Pferd ist nicht in Balance und trägt sich nicht selbst. Wie soll es dann den Reiter korrekt tragen, der nahe der Vorhand sitzt und den Brustkorb zwischen den Schultern nun noch vermehrt nach unten drückt. Möglicherweise ist in dieser Variante auch noch ein unpassender Sattel beteiligt, der den Reiter stark nach vorne setzt. Die Schwerkraft sorgt dafür, dass der Brustkorb runterfedert und der Schulterbereich der nur muskulär aufgehängt ist nun als Stoßdämpfer wirken muss. Dieser wird aber bei jedem Schritt noch mehr gestaucht, wenn die Hinterhand „ihren Job“, als das Tragen nicht übernimmt.

Druck auf den Brustkorb bedeutet unweigerlich auch Druck auf das Brustbein und weiter in der Kette auf das Zungenbein. Dieses ist mit dem Unterkiefer verbunden. Man kann ein Pferd nicht in Einzelscheiben betrachten, denn ist ein Bereich betroffen, dann leidet ein verbundener Bereich natürlich mit. Blockaden können sich also quasi wie eine Kettenreaktion auf mehrere Bereiche im Pferdekörper auswirken.

Wege aus der Trageerschöpfung führen immer über das vermehrte Vorschwingen der Hinterbeine. Wenn das Hinterbein weit nach vorne schwingt, stützt es den Rumpf oder die Hängebrückenkonstruktion auf positive Art und Weise.

So kann das Pferd lernen mit der Arbeit der Hinterhand den Brustkorb anzuheben und korrekt über den Rücken zu gehen.

Koppen kann die oben genannten Problemzonen ebenso in Mitleidenschaft ziehen. Dabei unterscheidet man zwischen Luft- oder Aufsetzkoppern. Das Koppen verspannt den Genick-Hals-Brust-Widerrist-Bereich und somit natürlich auch den Rücken.

Es ist unbedingt Physiotherapeutische Unterstützung nötig, um die Verspannungen einigermaßen im Griff zu bekommen. Für den Reiter ist es immer wichtig zu wissen: Eine negativ genutzte Muskulatur ist nur sehr schwer zu trainieren – hier braucht es eben auch professionelle Unterstützung, um vor dem Training Verspannungen zu lösen. Eine Verbesserung der Bewegungsqualität wieder zur korrekten Tätigkeit der Muskulatur gebracht werden können.

Es gab noch viele weitere Fragen an Annika…aber zum Glück wird es auch eine Fortsetzung geben. Und da werden wir auch garantiert wieder nachfragen! Denn durchs Fragen, reiten wir Einfach 🙂

PS: Wer den Kursbericht von Annika verpasst hat findet die Zusammenfassung hier.

Die Logik hinter den Biegungen mit Annika Keller

Die Logik hinter den Biegungen mit Annika Keller

Annika Keller hat im heurigen Jahr gemeinsam mit Bent Branderup „Die Logik hinter den Biegungen“ – Gustav Steinbrechts Gymnasium des Pferdes – neu übersetzt. Nachdem uns Annika mit ihrer sympathischen und kompetenten Art bereits letztes Jahr zum Thema „Geraderichten“ begeisterte, wollten wir nun auch etwas tiefer in das Thema „Biegungen“ eintauchen.

Biegen oder Schieben?

Viel Schub hatte es wohl auch auf Annikas Anreise gegeben, aber trotz turbulenter Flugreise führte uns Annika sogleich geschickt in das Thema Biegungen ein. Wichtig ist der Ostheopathin und Physiotherapeutin für Pferde immer die Gesunderhaltung des Tieres im Fokus zu behalten. So müsse der Reiter nicht nur die Möglichkeiten des Bewegungsspektrums analysieren, sondern auch hinsichtlich der Gesunderhaltung überprüfen. Bewegungen können zwar durchführbar, aber nicht zwingend gesund sein. Daher ist es für Reiter wichtig überhaupt zu wissen, wie eine gesunde Biegung aussieht.

Dabei unterschied Annika deutlich zwischen dem „Privatleben“ des Pferdes und der Biegung des gerittenen Pferdes.

Wenn ein Pferd ohne Reiter durch eine Kurve läuft, dann wird es seine innere Schulter vermehrt belasten und den Kopf nach außen nehmen. Also das komplette Gegenteil von dem tun, was wir Reiter überhaupt wollen. Ohne Reiter und ohne zusätzliches Gewicht, das den Brustkorb des Pferdes belastet – kein Problem – mit Reiter sieht das ganze aber dann schon anders aus. Wenn Pferde sich stundenlang grasend vorwärts bewegen, trägt die Vorhand die Hauptlast, die Hinterhand ist quasi „Anhängsel“- dabei schiebt oder rollt das Pferd seine Gesamtlast über die beiden Vorderbeine. Auch hier – für das Pferdeleben ohne Reiter kein Problem – mit Reiter wäre die Kopf-Halsposition viel zu tief, das Pferd kann so keinen Reiter tragen.

Annika erläuterte ausführlich eine gesunde Dehnungshaltung mit einem positiven Spannungsbogen und zeichnete wichtige Eckpfeiler, die bei der Blickschulung ebenso eine große Rolle spielen. Dabei ließ sie auch die Zusammenarbeit zwischen Brustbein, Zungenbein und Genick nicht außer Acht. Bei Stellung und Biegung ist zunächst für eine gute Dehnungsbereitschaft, sowie eine gute Ganaschenfreiheit zu sorgen. Weiter ging es in eine Reise durch die Wirbelsäule des Pferdes. Dabei erklärte Annika wo viel Biegung (Halswirbelsäule) und weniger Biegung (Brustwirbelsäule) im Pferdekörper stattfindet.

Gerade der sehr bewegliche Hals lade zum Verbiegen ein. Die lizensierte Bent Branderup Trainerin empfahl bei übermäßiger Biegung im Hals mit gleichzeitig fehlender Biegung im restlichen Pferdekörper den Hals wieder soweit gerade zu stellen, bis die Biegung des Halses zur Körperbiegung passe. Da wir sehr auf die Arbeit mit unseren Händen fixiert sind – gerade auch in unserem Alltag müssten wir auch aufpassen, da der Reiter gerne ein stärkeres Einwirken am Pferdekopf als ultimative Lösung empfindet.

Die Sache mit der Schubkraft

Gustav Steinbrecht riet in seinem Gymnasium des Pferdes: „Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade“, warnte zugleich aber vor einem zu schnellen Tempo.

Zunächst wanderten wir wieder zum „Privaten Pferd“ auf der Koppel im Vergleich zur gewünschten Bewegung des Reitpferdes. Ein Pferd, dass sich beispielsweise schreckt und auf der Flucht ist, wird den Kopf heben, den Unterhals herausdrücken und seine Wirbelsäule in Extension bringen. Der Rücken wird also nicht aufgewölbt, die Hinterhand drückt sich kräftig ab und schiebt nach hinten hinaus. Natürlich kein Verhalten, das wir von einem Pferd, das über den Rücken geht haben wollen.

Annika erzählte nun aus ihrer eigenen Erfahrung, was gutes Vorwärts sein kann. Hier zeigte sich einmal mehr die Bedeutung der Akademischen Reitkunst. Akademische Reitkunst bedeutet für mich ganz persönlich, wo ich diese Zeilen verfasse: Teil einer Gemeinschaft sein, die laufend über Prozesse nachdenkt. Hypothesen aufstellt und diese in der Praxis auch überprüft. So hat sich Annika vermehrt auch mit dem Thema „Schub“ befasst.

Natürlich braucht ein Pferd eine gute Tragkraft, um seinen Reiter ohne Schaden zu tragen. Wie schaut es aber mit der Schubkraft aus, wo prinzipiell die gleichen Muskelpartien angesprochen werden können?

Annika zeichnete uns verschiedene Möglichkeiten auf – mal genügend Vorgriff und überwiegend Rückschub, mal wenig Vorgriff bei zuviel Rückschub – und mal genügend Vorgriff ohne viel Rückschub.

Und aus Steinbrechts Empfehlung erarbeiteten wir im Dialog eine spannende Conclusio. Wir müssen dem Pferd ein gutes Vorwärts beibringen, das aber das „Schnellwerden“ unterbindet. Wir müssen zum Treiben der Hinterhand kommen, damit wir dem Pferd auch Mitteilung geben können, wo wir diese Hinterhand im Idealfall platzieren wollen. Erst wenn wir den Vorgriff aus der Hinterhand nicht verlieren und dem Pferd eine Formgebung durch die Wirbelsäule beigebracht haben, wird auch eine Beugung der Hanken möglich – in Zusammenarbeit mit Durchlässigkeit und Losgelassenheit.

Das Fazit: Biegen ist gesund, aber der Reiter muss in erster Linie Bescheid wissen, wie gesunde Biegung auszusehen hat damit er dem Pferd nicht schadet. Und: an einem Wochenende hat man noch lange nicht über das Thema ausgelernt. Eine Wiederholung beispielsweise zum Thema Schubkraft ist bereits in Planung.

Auch bei den Praxiseinheiten konnten wir uns viel Inspiration aus Annikas Wissen mitnehmen.

Diesmal habe ich mit Tarabaya teilgenommen. Dabei arbeiteten wir an der Qualität der Versammlung im Schritt, sowie Übergänge zwischen Schulparade, Schulschritt und gelöstem Vorwärts-Abwärts, wobei Annika stets großen Wert auf das „Suchen zur gebenden Hand hin“ legte. Auch im Trab haben wir an den Übergänge zwischen Versammlung und Dehnungshaltung, ohne dabei schneller zu werden, gearbeitet. Und auch der Galopp kam in der Arbeit nicht zu kurz – hier war ich besonders über den (uns beide) geraderichtenden Input am ersten Tag dankbar, der uns in der fortsetzenden Arbeit bestimmt weiterhelfen wird. Am zweiten Tag konnte ich noch einige Möglichkeiten in Richtung Piaffe für Tabby mitnehmen.

Für Pina hatte Annika am zweiten Tag noch ein wenig Wellness parat. Wie bereits im Vorjahr konnte uns Annika ein paar Griffe zeigen, die die Halsmuskulatur lösen und entspannen.

Für die Winter-Kurspause hat uns Annika einen ordentlichen (Motivations-)Schub dagelassen. Wir freuen uns bereits auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

 

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5 Herzschläge zur Hufbearbeitung..

5 Herzschläge zur Hufbearbeitung..

„Hufe? Da muss ich mich nicht auskennen, das macht mein Experte für Hufbearbeitung“. Gut, dass es Experten gibt. Noch besser aber, wenn wir ein paar Fragen parat haben, um unsere Experten zu löchern oder den richtigen Experten zu finden.

Als Reiter haben wir die Verantwortung für unsere Pferde übernommen. Das heißt, dass wir uns nicht nur mit dem Thema „Reiten“ beschäftigen müssen. Rund ums Pferd gibt es so viel zu wissen und zu entdecken. Müssen wir also für alles Experte werden? Nein. Aber wir können uns mit einem geeigneten Repertoire an Fragen ausstatten. Viele Fragen und Antworten rund um die Hufgesundheit, Barhufbearbeitung, Barhufpflege, Hufschutz, Ernährung und Haltung gab es vergangenes Wochenende beim zweitägigen Hufkurs auf dem „Horse Resort am Sonnenhof“ mit Ursula Sündermann.

Vier Hufe – was nun?

Uschi startete mit viel Elan und guter Energie in den Hufkurs. Im beheizten Stüberl legten wir mit der Theorie los. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde sammelte Uschi von allen Teilnehmern sämtliche Fragen rund ums Thema ein. Der Platz auf dem Flipchart wurde rasch rar, als Uschi die von uns gewünschten Themengebiete einsammelte.

„Vor einigen Jahren begann unser Interesse an der Hufthematik zu wachsen, weil eben NICHT alles optimal war. Unsere Pferde waren unbeschlagen. Sie liefen „okay“, aber so richtig toll war es nicht. Als sich schließlich eine deutliche Lahmheit auf harten Böden und in engen Wendungen abzeichnete, wurde uns von allen Seiten empfohlen, die Pferde beschlagen zu lassen. Wir wollten aber wissen, warum sie lahmten. Mögliche Ursachen wurden tierärztlich abgeklärt. Eine befriedigende Antwort gab es nicht. Es gäbe eben Pferde, die einfach nicht barhuf laufen könnten“. Eine Kursteilnehmerin

Gibt es wirklich Pferde, die nicht barhuf laufen können?

Ein Patentrezept, wie Uschi sagt, gibt es wohl nicht, denn jedes Pferd ist individuell und so sollte es auch die Hufbearbeitung sein.

Fünf Herzen

Ein Pferd hat nicht nur ein Herzen, sondern fünf, glaubt man einem indianischen Sprichwort. Das ist aber auch durchaus plausibel, wenn man sich die vielfältigen Aufgaben, die ein Huf für das Pferd übernehmen muss vor Augen führt.

So leicht ließe sich die Formel umlegen: Gesunder Hufmechanismus – gesundes Pferd. Neben dem Schutz der inneren Strukturen, bieten Hufe Halt auf unterschiedlichen Untergründen, arbeiten als Stoßdämpfer und sorgen über den Hufmechanismus für eine ausreichende Durchblutung des gesamten Hufes.

Außen und innen?

Wo ist was am Huf, was bezeichnet man als äußere Strukturen und was sind die inneren Strukturen. Mit einer großen Bandbreite an Bildern lernten die Theorieteilnehmer den Huf zu lesen, was vor allem wichtig ist, wenn man für die Bearbeitung später auch Fragen formulieren möchte.

Hufmechanismus und das richtige Fußen

Was passiert nun, wenn sich das Pferd bewegt? Ein Pferdehuf soll sich bei jedem Schritt auseinander dehnen und wieder zusammenziehen können. Durch diese Bewegungen kann der Huf auch als Stoßdämpfer fungieren, was wiederum wichtig ist für die Gesundheit von Gelenken, Sehnen und Bändern. Außerdem erleichtert ein funktionierender Hufmechanismus dem Herz seine Arbeit. Wir kommen also zurück auf das Sprichwort der fünf Herzen. Bewegung mit Herz – so das Motto. Was aber, wenn das Pferd Fehlstellungen am Huf aufweist? Auch hier konnte Uschi sämtliche Fragen kompetent und ausreichend beantworten. Uschi erklärt die unterschiedlichen Arten des Pferdes zu Fußen, sowie Vor- und Nachteile, die damit verbunden sind.

Wenn Pferde nicht korrekt fußen, kann das auch verschiedene Ursachen haben. Dazu können Schmerzen im hinteren Bereich des Hufes zählen, wie zu schwach ausgebildete Strukturen, zu hohe Trachten, zu hohe Zehen. Und natürlich gab es sofort auch viele Fragen aus dem Publikum über unterschiedliche Bearbeitung der Eckstreben…

Bis es allerdings an die Eckstreben – oder besser gesagt an die Praxis ging, wurden wir in der korrekten Werkzeugkunde geschult. Welche Werkzeuge brauchen wir tatsächlich für die Hufbearbeitung, wie setzt man sie korrekt ein und wie prüfen wir hier die Qualität. Zum Abschluss des ersten Seminartages präsentierte Uschi eine Palette an Hufschuhen, wobei natürlich auch die Pro und Contra Diskussion nicht zu kurz kam.

Ernährung – Haltung – und Bearbeitung

Am zweiten Tag ging es zunächst weiter mit Theorie rund um Haltung und Fütterung. Das kurze Fazit: Den ersten Schritt zum gesunden Huf macht das Heu! Als Pferdebesitezr sollten wir also Wert legen auf qualitativ hochwertige Heufütterung. Zusätzlich gibt es eine Menge an Mineralfuttern, die nicht nur qualitativ sondern auch preislich hohe Unterschiede ausmachen.

Und hier muss nicht immer das teuerste Produkt das Beste sein. Ein Blutbild oder eine Haaranalyse macht deutlich, welche Mineralstoffe und Spurenelemente dem Pferd fehlen könnten – auch eine Heuanalyse ist ebenso möglich, wenn es um die Recherche des richtigen Mineralstoffes geht. Optimale Ernährung geht aber nur Huf in Huf mit der Pferdehaltung. Stichwort „Gehen“. Wer für viel Bewegung und „Outdoor“-Momente im Beisein von Herdenfreunden sorgt, hat ebenso wichtige Punkte zum gesunden Barhuf gesammelt.

Und wenn das Pferd dann doch einen Hufschutz braucht?

Hier hatten wir das Glück eine exklusive Vorstellung des neuen „Megasus-Horse-Runners“ zu bekommen. Klaudia vom Megasus Team stellte uns die Produktentwicklung vor und beantwortete alle Frage rund um Handhabe, Anpassung, Wetterfestigkeit, Verformbarkeit, Nutzbarkeit, Haltbarkeit und und und…

Die Einfache Hufbearbeitung

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Die letzten Oktobersonnenstrahlen nutzten wir dann im Freien bei der Hufbearbeitung. Unter der fachkundigen Anleitung von Uschi und Klaudia machten sich die Teilnehmer ans Werk und setzten das in der Theorie gehörte (teilweise) erstmalig in die Praxis um – natürlich nicht gleich am lebenden Pferd. 😉

Das Fazit aller Teilnehmer: Es gab viele: „Das hatten wir noch nicht gewusst“-Momente. Die Faszination für die Welt der Hufe ist jedenfalls ordentlich gewachsen.

Der Besuch eines Hufbearbeitungsseminars ist für jeden Pferdebesitzer eine große Empfehlung wert. Ich bin sicher beim nächsten Termin wieder mit dabei !

Ein riesiges Dankeschön an Ursula Sündermann, die das Thema Hufe an zwei Tagen sehr spannend und lebendig referierte und praktisch begleitete!

Alle Informationen rund um Ursula Sündermann, sowie ihre Seminare findet ihr auf ihrer Website.

Lassen wir fünf Herzen schlagen, dann reiten wir Einfach 😉

Man kann nicht den Stuhl heben, auf dem man sitzt!

Man kann nicht den Stuhl heben, auf dem man sitzt!

Themenseminar „Vorwärts-abwärts“ in Ainring bei Salzburg

Warum brauchen wir eigentlich ein Vorwärts-abwärts und wie sollte es korrekt geritten werden?
Darüber sprach Bent Branderup beim Themenseminar im Oktober 2016 in Ainring.

„Das richtige Vorwärts-Abwärts“?

Gibt es denn ein richtiges „Vorwärts-abwärts“, das alle reiterlichen Probleme löst?

Bent Branderup musste die gleich zu Beginn gestellte Eingangsfrage verneinen.

Die wichtigste Essenz der Reitkunst: Auf die Individualität des Individuums einzugehen! (Bent Branderup)

Den Anfang allerdings macht dazu die Theorie. So erklärte uns Bent wie Energie überhaupt ins Pferd kommt. Dabei müssen wir bei der Hinterhand ansetzen:

Die Hinterhand wird tätig und überträgt beim Übergang vom Becken ins Sakrum den Schwung auf die gesamte Wirbelsäule des Pferdes. Schwung bzw. Schwingungen dürfen nicht interpretiert werden wie etwa in der Musik. Schwung in der Reitkunst meint die dreidimensionale Schwingung der Wirbelsäule des Pferdes.

Schwingt die Wirbelsäule, wird der Brustkorb in Rotation versetzt. Wenn das linke Hinterbein nach vorne greift wird diagonal die rechte Schulter frei – eine solche Übertragung aus der Hinterhand auf die Vorhand wäre ideal.

Was, wenn aber Schwingungen aus der Hinterhand nicht korrekt übertragen werden?

Dann geht das Pferd nicht mehr korrekt über den Rücken, es wird zum so genannten Schenkelgänger.

Wie hoch und wie tief?

Das ist die spannende Gretchenfrage. Bent Branderup erklärte den Teilnehmern zunächst die Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule des Pferdes.
Im Halsbereich finden wir hier am meisten Beweglichkeit, daher gelingt es den meisten Reitern auch hier die größte Manipulation umzusetzen. (Und das eben nicht immer zum Wohl des Pferdes!)

Das Ziel der gesamten Reiterei sollte jedoch nicht lauten: Schädel tief – sondern: Brustkorb rauf! Schließlich kann uns ein Pferd nicht auf dem Rücken tragen, wenn es ohne Reiter seinen Brustkorb nicht von selbst anheben kann. Da das Pferd über kein Schlüsselbein verfügt, sind die Schultern relativ frei im Gewebe aufgehängt.

Das Fazit: Der Schwerpunkt von Mensch und Pferd müssen also übereinstimmen, wenn uns das Pferd korrekt tragen soll.

Und wenn die Hinterhand nicht trägt, dann muss es die Vorhand tun. Daher: Arbeite die Hinterhand deines Pferdes! Je weiter die Hinterfüße nach vorne greifen können, umso tiefer könne das Pferd sich nach vorne dehnen, ohne auf die Schulter zu fallen.

Der größte Fehler liegt bei den meisten Reitern dann aber im Tempo, denn Vorwärts ist nicht schnell. Davor warnte bereits Gustav Steinbrecht im „Gymnastium des Pferdes“:  „Ich meine nicht das Schnelle…“.

Ein weiterer Fehler kann sein, wenn das Pferd zu tief kommt. Sinkt der Brustkorb tiefer als der Ansatz der Halswirbelsäule, ist das Buggelenk nicht mehr in der Lage den Arm nach vorne zu setzen. Deswegen sollte die Unterhalslinie nicht tiefer kommen als das Buggelenk – das wäre eine Grundsatzregel – die aber je nach Halsansatz (und da gibt es auch rassespezifische Unterschiede) differenziert betrachtet werden muss.

Einfach den Kopf und Hals anheben?

Können Sie den Stuhl anheben, auf dem Sie sitzen?

Mit einem wunderbaren bildhaften Vergleich erklärt Bent Branderup, warum ein manuelles Heben des Halses durch den Reiter zu keiner gesunden Bewegung führen kann. Der Brustkorb kann nur mit Hilfe der Hinterhand gehoben werden, der Hals kann den Brustkorb nicht heben.

Warum kann bei der Arbeit im Stand doch tiefer als das Buggelenk gedehnt werden?

Diese Arbeit diene beim jungen Pferd vor allem der geistigen Arbeit und Entspannung.

Und auch das erste Herantasten an Stellung und Biegung wird wohl im Stand passieren. Bent Branderup erklärt anschaulich welche Gelenke an Stellung und Biegung beteiligt sind und macht auf die Verbindung zwischen Hüfte und Genick aufmerksam.

Die Sache mit der Hinterhand

Wie weit kann nun ein Hinterfuß nach vorne, ohne das Pferd auf die Schulter zu werfen? Dort wo die Nase des sich abwärts streckenden Pferdes hinzeigt, dort soll das Vorderbein hin schwingen. Diese Daumenregel könne jederzeit – außer im Schulterherein befolgt werden – hier stimmen Nasenposition und Auffußungspunkt nicht überein.

Bent Branderup referierte am Nachmittag nicht nur über die Beweglichkeit von Gelenken, über die Schulparade und das Gefühl, das wir in der Parade vom Pferd empfangen. Es ging auch durchaus „zwischenmenschlich“ zur Sache.

Er verglich den Segelsport und das Reiten. Wer mit seinem Boot im Hafen anlege, der könne sich vor fleißigen Helfern nicht mehr retten – im Reitstall sieht das mit der Hilfsbereitschaft oft anders aus. Da erlebe man sogar das Phänomen, dass man (oder vorwiegend Frau) sich mehr über den Misserfolg des anderen freue, als über den Erfolg.

Das zustimmende Nicken aus dem Publikum machte eindeutig klar: Diese Erfahrung ist kein Klischee, sondern findet wohl sehr häufig statt.

Und ganz besonders: Wer vor Publikum reitet, spürt möglicherweise auch das Feedback aus dem Publikum, das sich ganz unterschiedlich manifestiert. Manchmal wird man beflügelt – und manchmal ist es genau umgekehrt.

Dabei teilen wir doch gerade in der Akademischen Reitkunst die Begeisterung für das Lernen, es geht um das Tüfteln an Problemen und nicht um die perfekte Show.

Ein guter Reiter möchte in den Augen seines Pferdes glänzen. Und ein gutes Pferd ermöglicht uns die Entwicklung unserer Fähigkeiten und Werkzeuge als Reiter und Ausbilder.

Alle müssen?

Müssen wir denn jetzt alle vorwärts-abwärts? Und muss das alles quasi maßstabsgetreu nachgeritten werden?

„Alle müssen – das bedeuet ja fast schon eine Religion. Dabei haben wir es mit Anatomie zu tun – und die ist nun mal immer unterschiedlich und zutiefst individuell“.

Individuell ging es dann eben auch im Unterricht weiter. Für das Publikum gab es unterschiedliche Pferde und Ausbildungsstände zu sehen.

Da kam das schwere Kaltblut ganz leichtfüßig zum Tanzen, die früher sehr „heiße“ Paso Stute Mariquita hörte in der Cross-Over Arbeit am Boden wunderbar zu und zeigte schöne Hankenbeugung. Junge Spanier in der Grundausbildung und die ältere Dame „Swirre“ mit einem ganz und gar nicht idealen Rücken zeigten, was durch schonende Gymnastizierung möglich ist.

Ich war diesmal mit „Pina“ mit dabei. In der ersten Einheit waren unsere zwei Geister noch nicht wirklich in Einklang. Wir redeten da doch ein wenig aneinander vorbei – dafür bin ich Pina unheimlich dankbar für die zweite Einheit am Samstag und unseren tollen Abschluss am Sonntag. Wir konnten wieder viel Input mit nach Hause nehmen.

Wie unterschiedlich die Pferde des Kurses an ihre Hausübung gehen – das betonte Bent Branderup im letzten Theorievortrag. Er betonte noch einmal, dass man zwar ein paar goldene Regeln aufstellen könnte, allerdings könne die eine Herangehensweise für Pferd A vollkommen korrekt sein, für Pferd B aber nicht zum gewünschten Ziel führen.

Theorie ist nur sinnvoll, wenn sie eine Praxis begleitet.

Ist Bent Branderup uneinig mit Reitweisen? Nein, denn er sagt, es geht nicht darum nach welcher Reitweise man nicht reiten kann. Es geht darum Werkzeuge zu sammeln.

Und sammeln kann eine echte Leidenschaft werden, denn das Sammeln hört nie auf.

Sammeln wir also unsere Werkzeuge, dann Reiten wir Einfach. 🙂

 

Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich bei Bent Branderup für den einmaligen Unterricht bedanken. Danke an Andrea Harrer für die großartige Organisation vor Ort 🙂 Wir kommen sehr gerne nächstes Jahr wieder!

 

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