Tu Gutes und sprich darüber..

Tu Gutes und sprich darüber..

Wie war das nochmal? Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten? Muss das so sein? Und haben wir die Nachrichten nicht auch selbst ein bisschen in der Hand?

Es war 1999, als ich zu Beginn meines Studiums der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften folgendes Erfolgskonzept der größten österreichischen Tageszeitung im Fach „Mediengeschichte“ serviert bekam. „Blut-Busen-Babys“. Ein Mix dieser drei Komponenten macht also ein Printmedium zur Nummer eins. Bad news are good news – diese Philosophie kannte aber bereits der Stammtischphilosoph. Das war also nichts Neues.

Immer negative Schlagzeilen

Natürlich nutze ich soziale Medien. Ich veröffentliche seit mehr als drei Jahren jeden Mittwoch einen Beitrag auf dieser Seite. Natürlich habe ich auch einige Meinungsbeiträge geschrieben, natürlich gab es darin auch mal Kritik. Und natürlich habe ich auch nichts gegen Kritik per se.

In letzter Zeit wird mir Kritik aber zu laut, zu aggressiv, zu viel. Es gibt da Events im Pferdebereich, die scheinbar einem Match unter Ausbildern gleichen. Es gibt unterschiedliche Zugänge zu Reitweisen und unterschiedliche Auffassungen. Es gibt Ritte, die das Urteilsvermögen von Richtern und Reitern in Frage stellen. Die Kritik dazu ist aber nicht neu.

Eigentlich gab und gibt es rund ums Pferd immer viel zu kritisieren. Hat das was geändert? Vielleicht in der Schweiz, siehe Schlaufzügelverbot.

Ich denke immer häufiger über die Frage nach, ob das „Finger in die Wunde“ legen tatsächlich nutzt oder mehr Schaden anrichtet. Meine kurze Conclusio: So lange sich ein zahlender Kunde findet, gibt es auch für etwas einen Markt. Und so lange wird es auch Dinge geben, die nicht unbedingt Pro Pferd sind. Ich heiße das natürlich keinesfalls gut!

Bringt es etwas, unter dem Codewort „Blickschulung“ ständig seinen Blick für das Negative zu schulen?
Wie heißt es doch so Schön im „Kleinen Prinzen“?

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Antoine de Saint-Exupéry

Ja sicherlich, vermutlich werden unsere Augen geschult. Aber irgendwie scrolle ich mich immer wieder durch Beiträge und Argumentationen, die im Herzen weh tun. Ganz abseits nämlich, ob eine Kritik fachlich berechtigt ist oder nicht – ich frage mich, ob wir mit dieser Vehemenz, mit dieser Aggression auch tatsächlich „Face to Face“ kommunizieren würden. Bringen wir in dieser Qualität Botschaften tatsächlich rüber? Wollen wir überhaupt verstanden werden?

In meinem Studium habe ich mich letztlich auf Journalismus und PR spezialisiert.

Und in so ziemlich jedem PR Buch wird mal über den Satz philosophiert:

Tu gutes und sprich darüber

Ja, warum gilt denn das in der Pferdewelt nicht?

Ich habe in letzter Zeit so viel Kritik gelesen – vieles davon sicherlich berechtigt.

  • Ich bin mir nur aus Sicht der Kommunikationswissenschaft nicht so sicher, ob dergestalt dargebrachte Kritik tatsächlich a la longue etwas zu ändern vermag.
  • Ich komme nicht umhin, mir daher auch vermehrt Gedanken zu machen über die Dinge, die positiv verlaufen. Denn läuft es tatsächlich so schlecht?
  • Man stelle sich vor, Menschen, die sich für Pferde und für das Reiten interessieren, bekommen ständig nur Bilder präsentiert, die wiederum die „Pferde Community“ verurteilt und nicht sonderlich goutiert. Wie soll man sich denn da zurecht finden, wenn negative Beispiele überwiegen? Dann weiß man lediglich, was man nicht lernen will – aber wo findet man das Gute?
  • Ich habe daher für mich beschlossen keine „Shitstorms“ zu kommentieren.
  • Ich möchte mich auch an keinen Blickschulungen im Internet beteiligen.
  • Ich möchte offen sein und bleiben!
  • Ich möchte mich auch in der Reiterwelt an keiner „Hast du die/das/den gesehen Diskussionen beteiligen“.
  • Ich möchte gutes tun und darüber sprechen.

Und hier kommt es….

Im heurigen Jahr gab es nämlich nicht nur Schlechtes:

Jänner 2017

Meine Stute Pina zaubert einer sehr lieben Schülerin von mir Tränen der Freude ins Gesicht, als ich sie in der Handarbeit einmal eine Piaffe spüren lasse. Für mich gibt es in Punkto Hankenbiegung noch viel zu tun, ich kann halt auch nicht aus meiner Haut. Was ich durch die Freude meiner Schülerin aber auch für mich mitnehme: Pina ist ja nicht selbstverständlich. Manchmal verliert man den Blick dafür. Ich freue mich riesig dafür, dass Pina nicht nur mir so viel Freude bereitet. Gänsehaut.

Februar 2017

Stichwort Gänsehaut: Es ist eiskalt in ganz Europa. Nicht nur ich sehne den Frühling herbei. Kein einziger meiner Schüler sagt einen Termin wegen der Kälte ab. „Ich bin ja nur eine halbe Stunde draußen, das schaffen wir schon“, höre ich oft in diesen Tagen. Ich freue mich riesig über so viel Engagement – gleichzeitig bin ich meinen beheizbaren Fußsohlen riesig dankbar. Schließlich beginnen meine Tage meist um 8 Uhr morgens mit der ersten Stunde und enden erst um 20:00 Uhr.

März 2017

Beim Christofer Dahlgren Kurs geht es darum, das Pferd im Training „happy“ zu machen. Ich bekomme nach dem Kurs zahlreiche schöne Feedbacks und Anfragen beim nächsten Mal als Teilnehmer dabei sein zu können. Und irgendwie kommen kaum „Lektionen-Fragen“ aus dem Publikum. Wir alle wollen motivierte Pferde 🙂

April 2017

Ich bin als Referent beim „Ponymaster“ von Martin und Uschi Haller dabei. Eine Ausbildung für angehende Reitlehrer, die besonders Kindern einen pferdegerechten und bewussten Umgang mit Ponys und Pferden vermitteln soll. Aber es gibt noch weitere, tolle Sachen in Punkto Nachwuchs: eine Schülerin von mir bietet klasse Lerntrainings mit Pferden für Kinder und Jugendliche, in Deutschland wäre ich gerne noch mal „klein“ bei Yvonne Heynckes`Ponyhof.

Mai 2017

„Pfernetzt“ läuft zum ersten Mal in Fulda und ist ein klasse Event. Genau SO stelle ich mir den Austausch unter Pferdeleuten vor. Aus dem Publikum spürt man – egal welchen Vortrag man besucht Interesse, Offenheit, Freude am Austausch – und unter uns Referenten und Speakern sieht die Sache genauso aus! Ich verstehe diese riesige Differenz zwischen Netz und Realität nicht. In der Realität sprechen wir also noch anders miteinander! Gut so. Und gemeinsam mit Bent Branderup zeigen sich auch die Meister der Akademischen Reitkunst, sowie die Hofreitschule Bückeburg bei „Fair zum Pferd“ – einem ganz tollen Event, organisiert vom Team Moorhof rund um Marius Schneider in Lüdinghausen.

Juni 2017

Ich bin bereits zum zweiten Mal heuer in der Schweiz bei meinen „Graubündner“ Schülern. Und wie immer gibt es Troubles bei der Zugfahrt, dafür aber umso schönere Fortschritte meiner Schüler. Alle fokussiert, alle voll bei der Sache. Besonders freut mich die Geduld, die manche Schüler an den Tag legen, dabei immer das Wohl des Pferdes im Vordergrund.

Worüber ich mich freue…

Es gibt so viele Dinge, die ich hier erzählen kann. Schüler, die wiederum selbst Trainer sind und deren Austausch ich extrem bereichernd finde. Stichwort „Positive Verstärkung“ 😉 Schüler, die nach mehr als 50 Jahren Pferdeerfahrung das Thema Bodenarbeit komplett neu für sich entdecken und keinen Termin verpassen. Ich freue mich über das Jubiläum „Das erste Jahr komplett lahmfrei“, den ersten stressfreien Ausritt, die erste Haltparade an der Longe – so viele schöne Erlebnisse, die ich begleiten darf. Ich freue mich, wenn sich Geduld bezahlt macht und Pferd und Reiter zum Team werden. Es gibt wirklich viel Grund zur Freude in der Pferdewelt.

Vielleicht sollten wir das öfter auch mal teilen 😉

 

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…und dann kam der Conversano Aquileja..

…und dann kam der Conversano Aquileja..

Sie nehmen jede Misshandlung sehr persönlich (wie alle Iberer) und erdulden keine Deppen im Sattel oder am Kutschbock. Wer sagt, er hätte einen Lipizzaner ausgebildet und der hätte nun diese oder jene Untugenden, der sollte zuerst über sich selber nachdenken. Mit einem Aristokraten muss man umzugehen lernen, wenn man selber keiner ist. Buchautor Martin Haller bringt es über die Lipizzaner auf den Punkt.

Ich zwar nicht blaublütig, aber blauäugig auch nicht. Und so kam es, dass ich mir in den letzten Jahren sehr viele Pferde angesehen habe. Da ich durch meine Schüler auch sehr viele unterschiedliche Pferderassen betreuen darf, hat sich in den letzten Jahren eine ganz klare Präferenz herauskristallisiert. Irgendwie haben sich die Lipizzaner mehr und mehr in mein Herz geschlichen. Ganz besonders einer – mein kleiner Conversano Aquileja – ein waschechter Steirer, so wie ich.

„Aqui“ wurde im Bundesgestüt Piber gezogen – dort wo die Lipizzaner für die spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet werden. Diese Tatsache weckte bei vielen Interessierten doch einige Fragen – kann man tatsächlich ein Pferd in Piber kaufen? Ja, man kann 😉

Ich habe Ines Hubinger vom Lipizzanergestüt Piber nachgefragt:

Seit wann werden die Pferde in Piber zu Verkauf angeboten? Ist das ein Novum? 

Ines Hubinger: Nein, den Pferdeverkauf gibt es schon immer. Ich habe hier Unterlagen aus 1930 von Verkäufen. Wurden früher noch Briefe geschrieben und nur ein gewisser Kennerkreis wusste von der Möglichkeit einen Lipizzaner aus Piber zu erwerben, hat sich die Kommunikation durch das Internet und Soziale Medien sehr gewandelt. Pro Jahr bekommen wir rund 40 Fohlen und können eben nicht immer  alle Pferde behalten. Man findet bei uns ein liebes Familienpferd, aber natürlich auch sehr talentierte Pferde für Reit- und Fahrsport.

Warum sind Lipizzaner aus Piber etwas so Besonderes? 

Ines Hubinger: (Schmunzelt) Vermutlich weil sie auch für uns, die in Piber arbeiten so Besonders sind. Aber im Ernst: Wir können hier nur Gestüte mit ähnlichen Bestandszahlen vergleichen. In Italien beispielsweise wachsen die Lipizzaner im Staatsgestüt eher wild lebend (vorallem die Stuten) auf. Bei uns kommen sie aber zur Welt und lernen das gesamte Gestütsteam von der ersten Sekunde an kennen. Wir putzen die Fohlen ab dem ersten Tag, wir führen sie. Zwischen Fohlenstation und Absetzerstation herrscht ein reger Austausch, da wir während der Arbeit auch Zeit haben die Pferde zu beobachten und die Charaktere kennen zu lernen, wissen wir unheimlich viel über „unsere“ Schützlinge. Wir haben ein riesiges Archiv und eine Datenbank, wo wir viele Aufzeichnungen über unsere Pferde führen. So wissen wir bescheid, wann die Stute tatsächlich fohlen wird, wer im Laufstall von den Jährlingen sofort um Streicheleinheiten buhlt, oder wer frech wie Oskar ist. Und natürlich wissen wir auch über die Elterntiere so genau bescheid. Dieses Interessse für die Pferde, das genaue Beobachten – das ist auch etwas, was wir unseren Lehrlingen am Gestüt mitgeben wollen. Diese Aufzeichnungen sind auch bei den Musterungen für die Hofreitschule dienlich. Oft zeigt sich das Talent für die Schulquadrille oder für die Hohe Schule bereits in der Kindheit. .

Wie funktioniert denn die Aufzucht in Piber? 

Ines Hubinger: 

Am Hauptgestüt finden die Geburten statt, die Fohlen bleiben dann mit den Müttern vor Ort, ehe sie zwischen 6 bis 8 Monate alt von den Müttern getrennt und in die Aufzuchtstation gebracht werden. Am Aufzuchthof kommt die erste Gruppe gemeinsam mit den Müttern an. Wir haben also die Möglichkeit einige Tiere an die neue Umgebung im Beisein der Mütter zu gewöhnen, ehe die nächste Gruppe nachkommt. Die zweite Gruppe kommt ohne mütterlichen Begleitschutz, dafür aber mit einem großen Spieltrieb, der mit den neuen Freunden sofort ausgelebt wird, Zu diesem Zeitpunkt stehen Hengst- und Stutfohlen noch zusammen. Ich bin immer sehr erleichtert, wenn ich von den Kollegen höre, dass die Absetzer ohne ihre Mütter so gut zurecht kommen. Spätestens am Ende des Jahres müssen wir die Tiere aber nach Geschlecht trennen, denn die jungen Hengste fangen an die Geschlechterrollen wahrzunehmen. Die Stuten übersiedeln dann auf den Reinthalerhof und die Buben auf die Station Wilhelm. Dort leben immer drei Jahrgänge gemeinsam. Das ist quasi ein ewiger Kreislauf. Wenn heuer der nächste Jahrgang nachrückt, dann kommen die ältesten Stuten am Außenhof zu uns nach Piber zur Leistungsprüfung, das heißt sie werden angeritten und angefahren, die ältesten Buben von Wilhelm überstellen wir roh nach Wien bzw. ins Ausbildungszentrum am Heldenberg.

Davor gibt es aber noch den Sommer auf der Alm, das ist fixer Bestandteil unserer Aufzucht – Anfang Juni gehen wir mit beiden Gruppen auf zwei getrennte Almen – die Burschen bleiben bis Anfang September und die Mädchen dürfen sogar länger bleiben bis Mitte oder Ende September.

Sind die Pferde auf der Alm sich selbst überlassen oder weiterhin betreut? 

Ines Hubinger: Nein, unsere Betreuuer ziehen mit den Pferden auf die Alm. Sie sind rund um die Uhr für sie da und dokumentieren und überwachen weiterhin alles, was so passiert. Morgens werden die Pferde angehängt im Stall, geputzt und gefüttert, auf Verletzungen hin kontrolliert. Tagsüber gehen sie auf die Weiden bzw. auf die Hochalm, abends wieder in den Stall. Unsere Aufzucht bedeutet drei „Alpungen“während der Aufzuchtszeit. Das gilt auch für die jungen Verkaufspferde. Wenn es Zeit für den Almauftrieb ist, gehen auch diese mit auf die Alm. Sie kommen nicht etwa in eine Verkaufsbox, sondern dürfen weiterhin ihr normales „Piberaner“ Leben genießen. Für Interessenten heißt das: Rauf auf den Berg, in aller Hergottsfrüh, schließlich wollen wir die Almzeiten für unsere Pferde nicht unnötig abkürzen. Das gilt auch für Besichtigungen auf den Außenhöfen für die Stuten und Hengste. Zeitig in der Früh kann man die Verkaufspferde besichtigen, das Wohl der Pferde steht für uns an erster Stelle, daher wird von der Koppelzeit nichts abgezwackt – Besichtigungen der Verkaufspferde sind aber ausschließlich nach rechtzeitiger vorheriger Terminabsprache möglich, es soll ja alles reibungslos funktionieren.

In Piber wird vorrangig für Zuchterhalt und Spanische Hofreitschule gezüchtet. Bekommt man dann überhaupt ein gutes Pferd? 

Ines Hubinger: Natürlich haben wir eine klare Zuchtbuchordnung und es gibt ein Zuchtziel, wie denn der barocke Lipizzaner im Idealfall auszusehen hat. Das sind Vorgaben, an die wir uns halten müssen, schließlich wollen wir keinen 1,70 großen oder 1,40 kleinen Lipizzaner. Alles Extreme muss für die Zucht ausgeschlossen werden. Ramskopf ja, aber Hechtkopf – eher nein. Es stehen also durchaus tolle Pferde bei uns zum Verkauf, deren Ausscheidungskriterien einem größeren oder kleinerem Reiter überhaupt kein Dorn im Auge sind. Ein Pferd mit zum Beispiel einer Neigung zum Sommerekzem würden wir auch nicht in die Murauen verkaufen, sondern einen Käufer in Norddeutschland oder Holland dafür suchen. Uns ist schon auch wichtig, wo die Pferde hinkommen. Und Probleme wie eben beispielsweise Sommerekzem legen wir dem Kaufinteressenten auch klar auf den Tisch.

Wenn man sich für ein Pferd aus Piber interessiert – wie geht man dann vor? 

Ines Hubinger: Einfach anrufen/mailen, Termin ausmachen, herkommen und aber auch unsere Fragen über sich ergehen lassen. Manchmal kommen auch Leute mit falschen Vorstellungen, die einen Lipizzaner haben wollen – unsere Gestütsmeister und Mitarbeiter auf den Höfen haben auch ein Gespür dafür, ob Mensch und Pferd zusammenpassen können. Grundsätzlich kann natürlich jeder ein Pferd kaufen, aber wir befragen auch unsere Käufer, denn unser Hauptanliegen ist es, dass die Pferde ein zu Hause haben, wo sie auf einen langen Zeitraum (möglichst für immer) bleiben können.

Kann man sein Pferd in Piber zur Aufzucht einstellen? 

Ines Hubinger: Nein, das ist nicht möglich. Unsere drei Standorte Piber, Wien und Heldenberg sind ein geschlossener hygenischer Betrieb. Wenn uns ein Pferd verlässt, weil es verkauft ist, dann ist es örtlich gesehen weg. Es gibt auch kein externes Decken. Wir sind kein Zuchtbetrieb, wo man mit seiner Stute einfach vorbei fährt. Wenn Hengste aus Wien zum Decken kommen, dann stehen sie aus weiteren Vorsichtsmaßnahmen trotzdem zuerst in Quarantäne innerhalb des Betriebs, bevor sie mit den Vierbeinern in Piber in direkte Berührung kommen. Da passen wir sehr auf!

Warum die Stuten in Piber erst mit sechs Jahren gedeckt werden, das erzählt Gestütsleiter
Harald Neukamm in folgendem Clip:

Im Sommer gibt es übrigens Almführungen, wo man mehr über die „Alpung“ der jungen Lipizzaner sowie deren Herdenleben erfahren kann. Weitere Highlights: Die Herbstparade und der Almabtrieb im September. Mehr darüber auf der Homepage

Conversano Aquilejas Eingewöhnung am „Horse Resort am Sonnenhof“ war super unkompliziert. Kein Streit mit den anderen Buben auf der Koppel, sofort wurden Freunde gefunden. Ich bin sehr glücklich, dass ich dieses tolle Pferd weiterhin auf seinem Weg begleiten darf und werde natürlich laufend im Blog darüber berichten,

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Kursbericht Schubkraft versus Tragkraft

Kursbericht Schubkraft versus Tragkraft

Welche Kräfte können wir uns als Reiter zu Nutze machen? Brauchen wir Tragkraft oder müssen wir die Schubkraft gleichermaßen ausbilden? Und wo werden auch Definitionen und unterschiedliche „Wordings“ zu möglichen Stolperfallen?

Die Definition von Schub- oder Tragkraft bezieht sich auf die Wirkung der Kräfte. (Bent Branderup)

Gustav Steinbrecht spricht von Federkraft. In seinem Werk „Das Gymnasium des Pferdes“ beschreibt er sehr genau, wie die Hinterbeine des Pferdes Kräfte auf die Wirbelsäule des Pferdes übertragen.

Auch wir Zweibeiner müssen uns mit Tragkraft beschäftigen. Kommen wir aus der Balance müssen wir uns auf zwei Beinen austarieren. Im Gegensatz zu uns Menschen kann das Pferd allerdings auf die Vorhand fallen.

In der Theorie erläuterte Bent Branderup genau, wie die Winkelung der Hinterhand aussehen muss, damit die Kraftübertragung in den gesamten Pferdekörper optimal verläuft. Was bedeutet eine weiche Fesselung für das Reitpferd? Generell wird diese ja als Schönheitsfehler für das Reitpferd bezeichnet, eine steile Fesselung kann das Pferd allerdings leichter beeinträchtigen – vor allem die Sehnen des Reitpferdes in Mitleidenschaft ziehen.

Spannend ging es bei Betrachtung von Schubkraft und Tragkraft weiter, wenn man sich die Abnützung der Hufe genauer betrachtet. So nutzen sich Kutschpferde durch das Übermaß an Schubkraft eher die Zehen ab, während ein Pferd, das sehr viel in der Levade gearbeitet wird und somit mehr Tragkraft entwickelt hat, vermehrt die Trachten im hinteren Hufbereich abläuft.

In der Bewegung lässt sich das Auge auch ganz gut schulen, wenn man Hufe und Fesselköpfe betrachtet. Wie fußt der Huf auf? Dreht der Fesselkopf des äußeren Hinterbeins nach außen? Dann wäre das Pferd nicht zirkulär unterwegs sondern linear.

Die Drehbewegung kann allerdings nur im Fesselkopf stattfinden – das Sprunggelenk bleibt „gerade“, allerdings wird es durch die falsche Kraftübertragung natürlich auch in Mitleidenschaft gezogen.

Dieser „Drehmoment“ gibt auch über die Dominanz der Schubkraft Aufschluss, das Pferd kann aber auch einfach steif bleiben ohne diese Drehbewegung zu zeigen. In jedem Fall gibt die Abnutzung des Hufes darüber Information, ob Schub- oder Tragkräfte vorherrschen.

Als Reiter müssen wir über die Anatomie der Hinterbeine bescheid wissen. Wir verstehen, das Sprunggelenk und Knie zusammen geschaltet sind – das heißt sie reagieren gleichzeitig. Bleibt das Sprunggelenk steif, bleibt es zumeist auch das Knie. Eine Beugung im Hüftgelenk muss sich nicht automatisch auf Knie und Sprunggelenk übertragen. Die „Zusammenarbeit“ der letzt genannten Gelenke macht auch das ermüdungsfreie Schlafen im Stand für Pferde möglich.

Für den Reiter, der die Hinterbeine zur Beugung animieren möchte ist es auch wichtig zu wissen, dass die Tätigkeit der Hüfte nach „vorne unten“ angestrebt werden muss. Ein Heben der Hüfte in Versammlung führt zur so genannten „Rüden Pinkel Piaffe“. Die Gymnastizierung von Muskeln ist langwierig, von Sehnen und Bänder jedoch noch länger.

Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade! Unter diesem Vorwärtsreiten verstehe ich nicht ein Vorwärtstreiben des Reiters in möglichst eiligen und gestreckten Gangarten, sondern vielmehr die Sorge des Reiters, bei allen Übungen die Schubkraft der Hinterbeine in Tätigkeit zu erhalten, dergestalt, dass nicht nur bei den Lektionen auf der Stelle, sondern sogar bei Rückwärtsbewegungen das Vorwärts, nämlich das Bestreben, die Last vorwärts zu bewegen, in Wirksamkeit bleibt. Man befähige das Pferd durch Übung, seine Schubkraft durch Belastung bis zum Äußerste zu beschränken, man unterdrücke sie aber niemals durch Überlastung!

Gustav Steinbrecht

Gelenke können sich jedenfalls in Beugung und Streckung befinden – werden die Gelenke bis zum Anschlag geöffnet, dann überwiegt die Schubkraft, die Fesselköpfe sind dann relativ stark belastet. Pferde fangen dann an in der Zehe über zu rollen.

Wir müssen die Gelenke geschmeidig machen, dass sie sich gut heben – fällt das Pferd auf die Vorhand, dann kann der Brustkorb nicht schwingen.
Wenn sich das Pferd nicht selbst tragen kann, dann kann es wohl kaum einen Reiter tragen.

Sehr anschaulich demonstrierte Bent Branderup wann das Pferd tragen kann und wann nicht. Aufgestützt auf einem Sessel, mit weit ausgestellten „Hinterbeinen“ war so deutlich sichtbar, wann Tragkraft unmöglich, wann eine Fehlbelastung für den Rücken spürbar wird.

In der Theorie legte Bent Branderup Hauptaugenmerk auf unsere Wahrnehmung. Denn erst wenn wir erkennen, was im Pferdekörper stattfindet oder eben nicht stattfindet, dann wissen wir auch überhaupt, was wir beeinflussen müssen.

Persönliches Kursfazit

Ich habe an diesem Kurs mit meiner Fuchsstute „Tarabaya“ teilgenommen. Tabby kam 2010 zu mir, damals sehr breitbeinig, stark in beiden Fesselköpfen drehend, das Hüftgelenk permanent in starker Streckung. Stark über die Schultern schiebend war es lange Detailarbeit beide Hinterbeine in Richtung Schwerpunkt zu lotsen.

Braucht man nur die Tragkraft? Für ein Reitpferd, das uns gesund tragen soll ist die Ausbildung der Tragkraft bestimmt oberstes Credo. Allerdings brauchen wir auch einen guten Vorgriff aus der Hinterhand, das Pferd muss mit der Hinterhand unter den Schwerpunkt schieben. Solchermaßen definiert macht es deutlich: Wir müssen immer genau aufpassen, wie die Kraftübertragung aus der Hinterhand definiert wird – daraus lässt sich auch unsere Basisarbeit definieren und genauer bestimmen, damit wir den Inhalt erarbeiten und keine Lektion per se.

In Tabbys Fall haben wir jahrelang die Tragkraft gestärkt, können aber jetzt sehr große Schwingungsamplituden in der Wirbelsäule fördern. Vor Jahren war ein Aussitzen mit den großen Bewegungen des Warmbluts kaum möglich – zu hart waren die Niederschläge auf die Vorderbeine, die beinahe wie Prellungen zu spüren waren.

Heute kann man Tabby sogar ein wenig zulegen lassen und sitzen bleiben.

Ich freue mich riesig über die Fortschritte von Tabby. Besonders berührt hat mich aber auch die erste Kursteilnahme von meiner lieben Schülerin Daniela mit ihrem Lipizzaner Maestoso „Ardanos“, die viel Zeit für die Beziehungspflege aufgebracht hat. Dass die beiden ein schönes Team, das in Feinheit miteinander kommuniziert geworden sind war beim Kurs extrem spürbar.

 Nach dem Kurs ist vor dem Kurs…

Am 1. und 2. Juli freuen wir uns auf unseren Kurs mit Bent Branderup zum Thema „Das maßgeschneiderte Training für das individuelle Pferd“.
In der Theorie gehen wir der Frage nach, wie das perfekte Pferd und seine Biomechanik aussieht. Allerdings: Wer hat schon das perfekte Pferd im Stall stehen?
Anhand zahlreicher Praxisbeispiele werden wir zum „personal Trainer“ für unser Pferd.

Alle Informationen zum Kurs gibt es unter folgendem Link

Fair zum Pferd Kursbericht

Fair zum Pferd Kursbericht

Fairness für Pferde – Der Weg ist das Ziel!
Kursbericht

Fair zum Pferd 2017

Lüdinghausen, 26. bis 28. Mai 2017
Der Geist der alten Meister wie Grisone, Pluvinel , Gueriniere und Co war an diesem Wochenende ganz bestimmt anwesend, als Marius Schneider, Meister der Akademischen Reitkunst zum Seminar „Fairness für Pferde“ auf sein Gestüt Moorhof, Deutsches Zentrum für akademische Reitkunst nach Lüdinghausen im Münsterland einlud. Stefanie Niggemeier fasst für uns zusammen:

Wer war mit dabei?

Über 400 Zuschauer folgten seiner Einladung um nicht nur seine Arbeit mit dem Pferd, sondern erstmalig in dieser Kombination auch die Arbeit der extra mit ihren Pferden angereisten Meister der Akademischen Reitkunst, Sabine Oettel und Christopher Dahlgren erleben und genießen zu können. Großmeister und Gründer der Akademischen Reitkunst, Bent Branderup, unterstützte das Seminar durch informative und erhebende Vorträge rund um das Thema Reitkunst.

Rund wurde das Seminar nicht nur durch die Teilnahme von Rebecca Dahlgren, die einen Einblick in ihre Arbeit mit ihrem Pferd zum Thema Liberty, Trick Training und Riding gab, sondern auch durch die Teilnahme der Familie Krischke von der Hofreitschule Bückeburg, die mit dreien ihrer Pferde angereist waren, um das Seminar zu bereichern.

Kursfotos von Marius Schneider

Öffentliche Abendarbeit

Am Freitag begann das perfekt organisierte Event mit einer öffentlichen Abendarbeit, bei der die Trainer ihre Pferde ein wenig an die Halle gewöhnten. Bent Branderup ließ es sich währenddessen nicht nehmen, dem Publikum Hintergrundwissen zu vermitteln, so dass nicht nur erste wunderschöne Schaubilder von Pferd und Mensch entstanden, sondern auch Wissenswertes erfahren werden konnte.

Christofer und Rebecca Dahlgren

Bei sommerlichem Wetter konnte dann am Samstag das Event so richtig losgehen: angefangen mit einem Vortrag zur Lernpsychologie des Pferdes durch Bent Branderup stand der Samstag hauptsächlich unter dem Thema „Kommunikation mit dem Partner Pferd“. So zeigten alle Teilnehmer mit ihren Pferden, wie sie in einen Dialog kommen. Ganz unterschiedlich waren hier die Techniken, wie zB. Reitkunst, Libertyarbeit, Langzügel oder Longenarbeit, Ausrüstungsgegenstände und Zäumungen. Die Fragestellung an das Pferd :

„Was brauchst Du, um mich verstehen zu können? Wie kommen wir zusammen?“, war der rote Faden, der sich durch die Arbeit aller Ausbilder zog.

Besonderen Fokus legten alle darauf, das Wohl des Pferdes im Auge zu haben und immer wieder zu reflektieren. „Auch dann, wenn das Pferd mit abgesenktem Hals still steht, muss es nicht zwangsläufig entspannt sein“, erklärt die extra aus Schweden angereiste Rebecca Dahlgren, die die ersten Schritte der Freiarbeit mit ihrem Connemara Eamonn für das interessierte Publikum erklärt.

„Mimik und Ohrenspiel geben uns Auskunft über die Gemütsverfassung des Pferdes und wir müssen das Pferd genau anschauen und beobachten, damit wir mit ihm und nicht gegen das Pferd arbeiten“, betont sie.

Das Hinsehen ist auch ihrem Mann Christopher Dahlgren besonders wichtig: „Nur dann, wenn ich weiß, mit wem ich es zu tun habe, weiß ich auch, wie ich das Individuum ansprechen und lehren kann. Pferde können ganz verschiedene Temperamente haben und sich in der Arbeit ganz unterschiedliche Komfortzonen haben. Ein introvertiertes Pferd entspannt sich vielleicht lieber beim Stillstehen und fühlt sich so sicher. Ein extrovertiertes Pferd braucht die Bewegung, um in seinem Element zu sein. Man muss auf die individuelle Natur des Pferdes Rücksicht nehmen und auf sie eingehen, ansonsten bildet man das Pferd gegen seine Natur aus, was niemals geschehen darf“, erklärt er mit Engagement.

Dass das keineswegs eine todernste Sache sein muss, sieht man in beider Arbeit mit ihren Pferden. Ihre Begeisterung und Liebe für das, was sie tun, reisst das Publikum schnell mit.

 

Sabine Oettel

Sabine Oettel, mit ihrem Knabstrupper Theodor und ihrem Fredericksborger Jarl aus Wendelmuth in Bayern, hat den Fokus auf der Überprüfung ihrer Arbeit in der Anwendbarkeit.

„Ein Pferd, das in der hohen Schule ausgebildet ist, sollte auch immer ein gutes Gebrauchspferd sein“, so Sabine Oettel.

Die Erarbeitung von Hilfen, das Geben und Empfangen von Informationen zwischen Pferd und Mensch ist elementar in ihrer Arbeit mit dem Pferd und bildet die Basis für ein gutes Vertrauensverhältnis. Dazu kann es gehören, auch mal zu experimentieren:

„Jarl hat sich mit dem Thema Zäumung immer sehr schwer getan. Es hat Jahre gebraucht, bis wir das Richtige gefunden hatten und er sich nun wohlfühlen kann mit der Zäumung auf Cavesal. Ich musste immer wieder meine Ideen loslassen, weil er sich nicht komfortabel gefühlt hat. Seine Antworten zu diesem, wie auch jedem anderen Thema sind für mich extrem wichtig, nur so können wir als Team funktionieren.“

 

So kann dann ein Pferd-Mensch Team Großes erreichen:

Sabine und Jarl zeigen in verschiedenen Techniken wie Langzügel und Damensattel nicht nur Lektionen der hohen Schule wie einen kraftvollen Mezair und sogar einen Schulsprung, die Croupade, eine der Schulen über der Erde.

Xenophon

 „ Das Pferd soll sich stolz und schön fühlen, wie es sich in den Augen anderer Pferde stolz und schön fühlen würde.“ 

Präsentation Marius Schneider

Gastgeber Marius Schneider führt mit Rassemix Aramis ein Crossover an verschiedenen Techniken von Longen-, Boden-und Handarbeit vor.

Deutlich wird hier:

Bodenarbeit hat keinen Selbstzweck, sondern soll das tun, was schon Xenophon vor 2400 Jahren in Worte fasst:

„Das Pferd soll sich stolz und schön fühlen, wie es sich in den Augen anderer Pferde stolz und schön fühlen würde.“

Marius Schneider erklärt während seiner Arbeit, warum er seine Führposition verändert, wie er Sekundarhilfen wie Zügel-, Hand und Gerte nutzt, um sich dem Pferd verständlich zu machen und wie er dem Pferd so helfen kann, zu mehr Balance und Fähigkeit zu gelangen.

„Seht man wie wunderschön das Pferd während der Schulparade an der Longe aussieht. Genau dafür ist unserer Arbeit da“, begeistert sich Bent Branderup.

Auch die Arbeit mit dem jungen Pferd an der Longe und unter dem Sattel ist ein Thema, welchem Marius Schneider an diesem Wochenende mit dem erst fünfjährigen Knabstrupper Tizian Zeit widmet. Das Publikum kann sehen, wie ein vom Boden geschultes Pferd ganz selbstverständlich Hilfenveständnis und Balancegefühl in die Arbeit unter dem Sattel transportieren und für sich nutzen kann.

„Alles muss immer für das Pferd logisch sein, ein Baustein auf den anderen aufbauen. Dann wird das Pferd vor Aufgaben gestellt, die es mit Leichtigkeit lösen kann und man hat mehr und mehr Momente der Harmonie“, kommentiert Bent Branderup die Reitvorführung von Marius und Tizian, die vom Boden von Carina Dörfler unterstützt werden. 

 

Hofreitschule Bückeburg

Christin, Diana und Wolfgang Krischke von der Hofreitschule Bückeburg haben den Fokus ihrer Arbeit vor allem auf der Motivation des Pferdes.  

„Wir suchen nicht nach Perfektion, sondern Motivation“, erklärt Christin Krischke.

„Das Pferd darf nicht das Gefühl haben, ein Leben lang die Schulbank drücken zu müssen“, ergänzt Wolfgang Krischke.

Es ist ganz wichtig für die Motivation des Pferdes, das Können und die Möglichkeiten des eigenen Körpers auch mal in Aktion umzusetzen.

Neben Theorievorträgen zu verschiedenen Themen rund um die Reitkunst hatte das Team aus Bückeburg als Abschluss des Seminars am Sonntag Requisiten des Waffengartens aufgebaut. Ziel dabei:  die Reiter sollten mit Hilfe der angewandten Reitkunst eine konkrete, gemeinsame Zielsetzung für Pferd und Reiter suchen und natürlcih durften Spaß und Zufriedenheit nicht zu kurz kommen.

Unter begleitender theoretischer Hilfe von Wolfgang Krischke über Tradition und Bedeutung des Waffengartens zeigten Diana Krischke mit dem spanischen Wallach Bonmot im Damensattel, Christin Krischke mit dem ebenfalls 25jährigen Berberhengst Raisulih und Wolfgang Krischke mit dem erstmalig in dieser Disziplin gearbeiteten Lusitano Clarim kraftvoll und mit Feuer wie so etwas dann in der Praxis aussehen kann. Auch Sabine Oettel mit Jarl, ebenfalls im Damensattel und Christopher Dahlgren mit seinem Ikaros nahmen an diesem traditionell höfischen Reiterspiel mit Begeisterung teil.

… Resümee

„Fairness für Pferde- der Weg ist das Ziel! Doch welche Wege kann man gehen?“

Das war der Titel des Seminars am letzten Wochenende. Gerade das Plädoyer für Individualität und Toleranz war wohl der Spirit des gesamten Wochenendes.

„Ein jeder soll nach seiner Fasson seelig werden“, dieses berühmte Zitat des „Alten Fritz“ , Friederich II von Preussen war offenbar der Leitspruch dieses absolut gelungenen Events.

Dieser Gedanke wurde gelehrt und gelebt! Neben dem tollen Wetter sorgte natürlich auch die Stöbermeile mit vielen tollen Artikeln für Pferd und Mensch und die gute Versorgung mit Speis` und Trank für eine tolle Urlaubsatmosphäre auf dem Gestüt Moorhof.

Wenn man das Wohl des Pferdes im Fokus hat und nie verliert, dann ist es ganz egal, welchen Weg man in seiner Arbeit geht – das war ganz deutlich und sehr wertvoll zu erfahren. Denn dann kann man ganz individuell nach der eigenen Fasson selig werden- und das Pferd selig machen! So war dieses Wochenende ein beeindruckender Apell an jeden Pferdebesitzer, sich zu bilden, sich zu schulen, sich zu reflektieren und dem pferdischen wie auch menschlichen Gegenüber mit Respekt und Anerkennung gegenüberzutreten und das Hinhören genauso zu schätzen wie das Mitteilen.

Stefanie Niggemeier

Barocke Pferdeausbildung

www.barocke-pferdeausbildung.de

 

Kursfotos von Marius Schneider

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