Die Jungpferdeausbildung mit Beziehung

Die Jungpferdeausbildung mit Beziehung

„Immer langsam mit den jungen Pferden“. Dieser Spruch wird sogar häufig von Nicht-Reitern benutzt. Aber wie klappen denn nun die ersten Schritte mit den jungen Pferden korrekt?
Meine liebe Kollegin Bianca Grön hat einen Artikel für das Bookazin „Feine Hilfen“ Ausgabe Nr. 17/ 2016 verfasst.

Die These:

Kinder können selbst schwierige Inhalte leicht lernen, wenn die Beziehung zur Lehrperson stimmt. Dieser „Erfolgsgarant“ ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen.
Warum sollte es bei Pferden anders sein?

Bianca Grön über die Arbeit mit Jungpferden im Sinne der akademischen Reitkunst. 

Das wichtigste in der Ausbildung ist die Beziehung zwischen Pferd und Lehrmeister. Reitkunst ist Horsemanship und wie das Wort schon sagt, geht es dabei vor allem um Horse – man – (partner)ship, die Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd.

Tradition und Ethik

Die Jungpferdeausbildung und das Wissen um die Art und Weise, wie man ein Pferd schult, hat eine jahrhundertealte Tradition. Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. schrieb der Kavallerieoffizier Simon von Athen:

„Was ein Pferd gezwungen tut, kann ebenso wenig gut oder schön ausfallen, als wenn man einen Menschen mit einem Stachel und mit Peitschenhieben zum Tanzen antreiben wollte … Das Pferd muss sich durch die Hilfen und Zeichen, die ihm der Reiter gibt, schon von selbst das edelste und prächtigste Ansehen geben.“

Ähnliche Zeilen lassen sich in den meisten Lehren der Reitmeister vergangener Zeiten finden.

Ohne Pferdeverstand und Anstand konnte man früher genauso wenig wie heute ein Pferd bis zur hohen Schule ausbilden. Ein Ritter (frz. chevalier, ital. cavaliere, engl. cavalier ) besaß Tugenden. Davon abgeleitet entstand der Begriff des Kavaliers, bis heute noch bekannt als der Beschützer der Damen – ein Mann mit Etikette.

Genau diese Ethik ist in der Ausbildung des Pferdes von großer Bedeutung. Wenn wir eine Beziehung zum Pferd aufbauen wollen, sind moralisches Handeln und die Fähigkeit zur Eigenreflexion genauso wichtig wie Empathie und Erfahrung. Durch unser Handeln prägen wir das Pferd, unser Verhalten spiegelt sich also auch in unserem vierbeinigen Schüler wider. Man kann nicht nicht kommunizieren, sagte schon Paul Watzlawick. Das heißt, wir werden das Pferd auf jeden Fall durch unseren Kontakt zu ihm prägen, im Idealfall im positiven Sinne. Aber es kann leider auch zu Missverständnissen und Überforderung kommen, die zu Konflikten und Frustration führen.

Eine sorgfältige Grundausbildung des Jungpferdes bereits vor dem eigentlichen Reiten mindert das Risiko von Krisen und somit auch die Gefahr von Unfällen im Zusammensein mit dem Pferd. Gerade unerfahrene Reiter unterschätzen oft Situationen, weshalb die Kombination von unerfahrenem Pferd und unerfahrenem Reiter problematisch sein kann. Wenn beide noch am Lernen sind, ist die Begleitung durch einen erfahrenen Trainer sehr empfehlenswert.

Erfahrungen muss zwar jeder selbst sammeln, aber hat man sich in eine Problematik verstrickt, kann ein Profi mit seinem Erfahrungsschatz auf dem Rückweg zur Harmonie helfen. Um ein guter Ausbildner zu sein, muss der Mensch die Welt seines Pferdes verstehen lernen. Dafür benötigt man Zeit, man muss sich schließlich auf eine gemeinsame Sprache einigen. Und das erreicht man nicht nur,wenn man das Pferd „arbeitet“: Das Zusammen-„Sein“ ist genauso wichtig wie zusammen etwas zu „tun“. Denn „wir müssen mit dem Pferd heutzutage nichts weiter, als Zeit schön mit ihm zu verbringen“, wie Bent Branderup es ausdrückt.

Kindergarten und Kontakt

Ein wichtiger Aspekt bei der Jungpferdeausbildung ist die Biografie des Pferdes. Wie ist es zum Beispiel groß geworden?

Es ist uns durchaus bewusst, dass die ersten Jahre der Kindheit die Menschen prägen und wie wichtig die Zeit im Kindergarten ist, bevor das Kind eingeschult wird. Kinder werden langsam ans Lernen herangeführt. Die Anforderungen in der Grundschule sind andere als die in den weiterführenden Schulen.

Bei unseren Pferden ist es genauso. Unsere Anforderungen an ein Jungpferd müssen dem Alter angemessen sein. Die meisten Jungpferde können sich nicht lange konzentrieren und müssen erst lernen zu lernen. Sie sollten erfahren, dass ein Lob etwas Positives und Erstrebenswertes ist und dass ein Nein auch Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Der Beginn der Ausbildung unseres Pferdes ist mit dem Kindergarten zu vergleichen. Wir wenden uns dem Pferd zu und es muss lernen, sich getrennt von seiner eigentlichen Herde bei uns sicher und wohlzufühlen.

Damit das Pferd mit uns im Kontakt bleibt, ist eine bewusste Körpersprache genauso wichtig wie innere Gelassenheit und Zugewandtheit.

Fühlt es sich durch unser klares Verhalten in unserer Nähe sicher, dann haben wir schon viel erreicht. Im Idealfall nämlich, dass das Pferd uns nun als seinen Kumpel, einen Teil seiner Herde, ansieht. Klarheit, Konsequenz und Struktur sind gefragt, damit wir Vertrauen zum Pferd aufbauen und Grundregeln aufstellen können. Es geht hierbei immer wieder um die Frage der Führung. Wer führt wen? Wie bei einem Tanzpaar wird auch zwischen Mensch und Pferd einer der beiden die Führung übernehmen. Wenn wir nicht führen, dann führt das Pferd. Unter Führung verstehe ich natürliche Autorität. Mein Ziel ist es nicht, das Pferd zu dominieren. Forcierte Dominanz kann bewirken, dass wir ein gestresstes, abgewandtes Pferd haben, das in brenzligen Situationen eventuell gegen uns agiert. Wir können uns eher auf ein Pferd verlassen, das mit uns in einem guten Kontakt steht. Unser Ziel sollte ein Pferd sein, das gerne mit uns zusammen sein möchte.

Kurz: Bevor wir mit der dressurmäßigen Arbeit, der Gymnastizierung beginnen, haben also andere Themen Vorrang.

Wir erlernen eine gemeinsame Sprache, stellen uns aufeinander ein und erklären die Grundregeln. Das Pferd lernt sich führen zu lassen, anzuhalten und uns auf Spaziergängen zu begleiten. Zudem sollte es lernen, beim Putzen unangebunden stehen zu bleiben. Das schafft einen Komfort im Umgang mit dem Pferd und vereinfacht den Wechsel der Kopfstücke und das Satteln. Je besser die Vorarbeit ist, desto entspannter kann später mit der dressurmäßigen Ausbildung begonnen werden.

Freiarbeit

Die Freiarbeit ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Wir bekommen Infos, wie es dem Pferd mit uns und im allgemeinen geht. Bleibt es bei uns oder sucht es schnellstmöglich das Weite? Zudem können wir unsere Körpersprache und die Kommunikation mit dem Pferd überprüfen. Da wir keine Longe oder Zügel haben, um das Pferd bei uns halten, wird es sehr deutlich, wenn wir gegensätzliche Signale geben, denn dann werden sich die meisten Pferde von uns abwenden. Spätestens dann sollte unsere Eigenreflexion beginnen, wie wir für das Pferd wieder interessant werden. Wir sind bei der Freiarbeit auf die Freiwilligkeit des Pferdes angewiesen, von daher wird hier die Notwendigkeit von spielerischer Herangehensweise am deutlichsten. Nur wenn wir Erwartungen loslassen, werden wir Spaß zusammen haben.

Arbeit am Kappzaum

Mit frühestens 3,5 Jahren beginnen wir mit der dressurmäßigen Arbeit in Form von Boden- und Longenarbeit am Kappzaum. Wir bereiten das Pferd darauf vor, ein Reitpferd zu werden. Aufgrund der natürlichen Schiefe eines jeden Pferdes ist es wichtig, das Pferd in Balance zu bringen. Wir möchten im weiteren Verlauf der Ausbildung nicht bloß Trageerschöpfungen vermeiden, sondern wir wollen unser Pferd auch noch geschmeidiger machen, als es von Natur aus schon ist. In der Bodenarbeit erklären wir die Hilfen, die wir später auch beim Reiten einsetzen wollen. Das sind vor allem der innere und äußere direkte und indirekte Zügel, sowie der innere und äußere Schenkel. In der Bodenarbeit wird die Gerte in Position des jeweiligen Schenkels eingesetzt, in der späteren Reitausbildung kann diese Hilfe vom Bein des Reiters übernommen werden. Auch bei der Longenarbeit geht es um die Erklärung der verschiedenen Hilfen, allerdings aus einer anderen Führposition. Beim Longieren am Kappzaum sehen wir das gesamte Pferd und können daher gut die verschiedenen Grundgangarten verfeinern. Im Allgemeinen ist die Arbeit auf dem Zirkel wertvoll, um Stellung und Biegung zu verfeinern und das Pferd in Balance zu bringen.

Wann ist das Pferd „reif“ zum Anreiten?

Ein erfahrener Trainer wird das Pferd etwa ein Jahr vom Boden aus vorbereiten, bevor mit dem Anreiten begonnen wird. Wir sprechen nicht nur den Geist des Pferdes an, sondern trainieren auch seine Muskeln, Sehnen und Bändern. Beides braucht seine Zeit.

Beim Anreiten sind wir im Idealfall zu zweit. Das „Einparken“ des Pferdes an der Aufsteigehilfe sollte bereits spielerisch erlernt sein. Auch für die Gewöhnung an den Sattel sollten wir uns so viel Zeit genommen haben, wie das Pferd brauchte, um sich mit einem angegurteten Sattel wohlzufühlen. Bei der Gewöhnung an den Reiter bleibt die Vertrauensperson zunächst beim Pferd an der Longe und ein Helfer lehnt sich über das Pferd, bis er sich irgendwann auf das Pferd setzen kann. Auch hier gilt: Wir geben dem Pferd die Zeit, die es braucht, um sich in der neuen Situation gut zu fühlen. Nachdem das Pferd gelernt hat, beim Aufsteigen sicher stehen zu bleiben, beginnen wir mit den ersten gemeinsamen Schritten.

Je mehr Zeit und Geduld wir in diese Grundausbildung investieren, desto mehr Freude werden wir in der weiteren dressurmäßigen Arbeit mit dem Pferd haben.

Kommunikation

Bei der Ausbildung des jungen Pferdes ist es wichtig, seine Motivation und Freude am Lernen zu erhalten. „So soll es ihm ein Spiel sein, durchflochten von Pausen und Belohnungen“, schrieb schon General der Kavallerie Faverot de Kerbrech im 19. Jahrhundert. Wir stellen Fragen und das Pferd antwortet, sodass es zu einem stetigen Dialog zwischen Pferd und Mensch kommt. Gibt das Pferd eine ungewünschte Antwort, ist es unsere Aufgabe, die Frage neu und besser zu formulieren, um die Kommunikation mit ihm aufrechtzuerhalten und Mißverständnissen vorzubeugen. Ein eigentlich schlichtes Kommunikationsproblem kann ansonsten zu Widersetzlichkeiten und beidseitiger Frustration führen.

„Schlechte Manieren verderben die besten Pferde. Die Art des Reiters spiegelt sich in des Pferdes Haltung, Gang und Benehmen. So wie das Pferd Dich errät, so verrät es Dich auch. Unstetigkeit, Unaufmerksamkeit, Affektiertheit, kleinliche Hast, Bequemlichkeit, Launigkeit, Mißtrauen, Bösartigkeit – wie unweigerlich spiegelt sie das Pferd zurück! (…), es schmeichelt Dir nie. Es spiegelt Dein Temperament. Es spiegelt auch Deine Schwankungen. Ärgere Dich nie über Dein Pferd; Du könntest Dich ebensowohl über Deinen Spiegel ärgern.“ (R.G. Binding, Reitvorschrift,1924)

Die wahren Herausforderungen in der Ausbildung sind also nicht die Lektionen, die wir unserem Pferd beibringen, sondern unser eigener Körper und Geist. Die Frage ist daher weniger: Wie gut kann unser Pferd lernen? Sondern vielmehr: Wie gut können wir lehren?

 

„Vergiß aber nie, dass die Erziehung ebenso allmählich vor sich gehen muss, wie das Aufsteigen des Mondes, wobei man auch nur das Ergebnis, aber nie die bewegende Ursache bemerkt.“ (G. J. White – Melville)

 

Vielen Dank an Bianca Grön für diesen wunderbaren Artikel. Mehr über Bianca, die künftig auch einmal im Monat in der Schweiz anzutreffen ist, findet ihr auf ihrer Website.

Man kann nicht den Stuhl heben, auf dem man sitzt!

Man kann nicht den Stuhl heben, auf dem man sitzt!

Themenseminar „Vorwärts-abwärts“ in Ainring bei Salzburg

Warum brauchen wir eigentlich ein Vorwärts-abwärts und wie sollte es korrekt geritten werden?
Darüber sprach Bent Branderup beim Themenseminar im Oktober 2016 in Ainring.

„Das richtige Vorwärts-Abwärts“?

Gibt es denn ein richtiges „Vorwärts-abwärts“, das alle reiterlichen Probleme löst?

Bent Branderup musste die gleich zu Beginn gestellte Eingangsfrage verneinen.

Die wichtigste Essenz der Reitkunst: Auf die Individualität des Individuums einzugehen! (Bent Branderup)

Den Anfang allerdings macht dazu die Theorie. So erklärte uns Bent wie Energie überhaupt ins Pferd kommt. Dabei müssen wir bei der Hinterhand ansetzen:

Die Hinterhand wird tätig und überträgt beim Übergang vom Becken ins Sakrum den Schwung auf die gesamte Wirbelsäule des Pferdes. Schwung bzw. Schwingungen dürfen nicht interpretiert werden wie etwa in der Musik. Schwung in der Reitkunst meint die dreidimensionale Schwingung der Wirbelsäule des Pferdes.

Schwingt die Wirbelsäule, wird der Brustkorb in Rotation versetzt. Wenn das linke Hinterbein nach vorne greift wird diagonal die rechte Schulter frei – eine solche Übertragung aus der Hinterhand auf die Vorhand wäre ideal.

Was, wenn aber Schwingungen aus der Hinterhand nicht korrekt übertragen werden?

Dann geht das Pferd nicht mehr korrekt über den Rücken, es wird zum so genannten Schenkelgänger.

Wie hoch und wie tief?

Das ist die spannende Gretchenfrage. Bent Branderup erklärte den Teilnehmern zunächst die Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule des Pferdes.
Im Halsbereich finden wir hier am meisten Beweglichkeit, daher gelingt es den meisten Reitern auch hier die größte Manipulation umzusetzen. (Und das eben nicht immer zum Wohl des Pferdes!)

Das Ziel der gesamten Reiterei sollte jedoch nicht lauten: Schädel tief – sondern: Brustkorb rauf! Schließlich kann uns ein Pferd nicht auf dem Rücken tragen, wenn es ohne Reiter seinen Brustkorb nicht von selbst anheben kann. Da das Pferd über kein Schlüsselbein verfügt, sind die Schultern relativ frei im Gewebe aufgehängt.

Das Fazit: Der Schwerpunkt von Mensch und Pferd müssen also übereinstimmen, wenn uns das Pferd korrekt tragen soll.

Und wenn die Hinterhand nicht trägt, dann muss es die Vorhand tun. Daher: Arbeite die Hinterhand deines Pferdes! Je weiter die Hinterfüße nach vorne greifen können, umso tiefer könne das Pferd sich nach vorne dehnen, ohne auf die Schulter zu fallen.

Der größte Fehler liegt bei den meisten Reitern dann aber im Tempo, denn Vorwärts ist nicht schnell. Davor warnte bereits Gustav Steinbrecht im „Gymnastium des Pferdes“:  „Ich meine nicht das Schnelle…“.

Ein weiterer Fehler kann sein, wenn das Pferd zu tief kommt. Sinkt der Brustkorb tiefer als der Ansatz der Halswirbelsäule, ist das Buggelenk nicht mehr in der Lage den Arm nach vorne zu setzen. Deswegen sollte die Unterhalslinie nicht tiefer kommen als das Buggelenk – das wäre eine Grundsatzregel – die aber je nach Halsansatz (und da gibt es auch rassespezifische Unterschiede) differenziert betrachtet werden muss.

Einfach den Kopf und Hals anheben?

Können Sie den Stuhl anheben, auf dem Sie sitzen?

Mit einem wunderbaren bildhaften Vergleich erklärt Bent Branderup, warum ein manuelles Heben des Halses durch den Reiter zu keiner gesunden Bewegung führen kann. Der Brustkorb kann nur mit Hilfe der Hinterhand gehoben werden, der Hals kann den Brustkorb nicht heben.

Warum kann bei der Arbeit im Stand doch tiefer als das Buggelenk gedehnt werden?

Diese Arbeit diene beim jungen Pferd vor allem der geistigen Arbeit und Entspannung.

Und auch das erste Herantasten an Stellung und Biegung wird wohl im Stand passieren. Bent Branderup erklärt anschaulich welche Gelenke an Stellung und Biegung beteiligt sind und macht auf die Verbindung zwischen Hüfte und Genick aufmerksam.

Die Sache mit der Hinterhand

Wie weit kann nun ein Hinterfuß nach vorne, ohne das Pferd auf die Schulter zu werfen? Dort wo die Nase des sich abwärts streckenden Pferdes hinzeigt, dort soll das Vorderbein hin schwingen. Diese Daumenregel könne jederzeit – außer im Schulterherein befolgt werden – hier stimmen Nasenposition und Auffußungspunkt nicht überein.

Bent Branderup referierte am Nachmittag nicht nur über die Beweglichkeit von Gelenken, über die Schulparade und das Gefühl, das wir in der Parade vom Pferd empfangen. Es ging auch durchaus „zwischenmenschlich“ zur Sache.

Er verglich den Segelsport und das Reiten. Wer mit seinem Boot im Hafen anlege, der könne sich vor fleißigen Helfern nicht mehr retten – im Reitstall sieht das mit der Hilfsbereitschaft oft anders aus. Da erlebe man sogar das Phänomen, dass man (oder vorwiegend Frau) sich mehr über den Misserfolg des anderen freue, als über den Erfolg.

Das zustimmende Nicken aus dem Publikum machte eindeutig klar: Diese Erfahrung ist kein Klischee, sondern findet wohl sehr häufig statt.

Und ganz besonders: Wer vor Publikum reitet, spürt möglicherweise auch das Feedback aus dem Publikum, das sich ganz unterschiedlich manifestiert. Manchmal wird man beflügelt – und manchmal ist es genau umgekehrt.

Dabei teilen wir doch gerade in der Akademischen Reitkunst die Begeisterung für das Lernen, es geht um das Tüfteln an Problemen und nicht um die perfekte Show.

Ein guter Reiter möchte in den Augen seines Pferdes glänzen. Und ein gutes Pferd ermöglicht uns die Entwicklung unserer Fähigkeiten und Werkzeuge als Reiter und Ausbilder.

Alle müssen?

Müssen wir denn jetzt alle vorwärts-abwärts? Und muss das alles quasi maßstabsgetreu nachgeritten werden?

„Alle müssen – das bedeuet ja fast schon eine Religion. Dabei haben wir es mit Anatomie zu tun – und die ist nun mal immer unterschiedlich und zutiefst individuell“.

Individuell ging es dann eben auch im Unterricht weiter. Für das Publikum gab es unterschiedliche Pferde und Ausbildungsstände zu sehen.

Da kam das schwere Kaltblut ganz leichtfüßig zum Tanzen, die früher sehr „heiße“ Paso Stute Mariquita hörte in der Cross-Over Arbeit am Boden wunderbar zu und zeigte schöne Hankenbeugung. Junge Spanier in der Grundausbildung und die ältere Dame „Swirre“ mit einem ganz und gar nicht idealen Rücken zeigten, was durch schonende Gymnastizierung möglich ist.

Ich war diesmal mit „Pina“ mit dabei. In der ersten Einheit waren unsere zwei Geister noch nicht wirklich in Einklang. Wir redeten da doch ein wenig aneinander vorbei – dafür bin ich Pina unheimlich dankbar für die zweite Einheit am Samstag und unseren tollen Abschluss am Sonntag. Wir konnten wieder viel Input mit nach Hause nehmen.

Wie unterschiedlich die Pferde des Kurses an ihre Hausübung gehen – das betonte Bent Branderup im letzten Theorievortrag. Er betonte noch einmal, dass man zwar ein paar goldene Regeln aufstellen könnte, allerdings könne die eine Herangehensweise für Pferd A vollkommen korrekt sein, für Pferd B aber nicht zum gewünschten Ziel führen.

Theorie ist nur sinnvoll, wenn sie eine Praxis begleitet.

Ist Bent Branderup uneinig mit Reitweisen? Nein, denn er sagt, es geht nicht darum nach welcher Reitweise man nicht reiten kann. Es geht darum Werkzeuge zu sammeln.

Und sammeln kann eine echte Leidenschaft werden, denn das Sammeln hört nie auf.

Sammeln wir also unsere Werkzeuge, dann Reiten wir Einfach. 🙂

 

Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich bei Bent Branderup für den einmaligen Unterricht bedanken. Danke an Andrea Harrer für die großartige Organisation vor Ort 🙂 Wir kommen sehr gerne nächstes Jahr wieder!

 

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Der Crossover in der Bodenarbeit

Der Crossover in der Bodenarbeit

Crossover? Was ist das eigentlich? Der Begriff taucht jüngst vermehrt in der Akademischen Reitkunst auf Kursen, in Foren und in Videos immer wieder mal auf. Was Crossover bedeutet und wie es erarbeitet wird – darüber hat sich Simone Garnreiter ein paar Gedanken gemacht und einen Gastartikel geschrieben:

Was ist der Crossover? 

„Das Pferd in fließenden Übergängen aus allen Führpositionen in allen lösenden und versammelnden Lektionen zu arbeiten“.

In der praktischen Umsetzung ist es eine Kunst, an der man durchaus lang feilen kann. Man wird jedoch reich belohnt, wenn man spürt wie beispielsweise Paraden aus allen Positionen rund um das Pferd auf verschiedene Weisen gegeben werden können und man durch die richtige Wahl der Position am Pferd eine bessere Umsetzung der Parade im Pferdekörper ermöglichen kann.

Die Akademische Reitkunst bietet unzählige Möglichkeiten der Ausbildung von Pferd und Reiter am Boden.
Man muss nicht immer reiten um sich und das Pferd Stück für Stück weiter zu entwickeln. So können sich auch Pferde, die ein wenig zu klein sind für ihren Reiter zu gut ausgebildeten feinen Handarbeitspferden entwickeln. Die Arbeit am Boden eignet sich für alle Pferde jeden Alters und schult sowohl den Menschen als auch das Pferd in der Körperwahrnehmung und Körperbeherrschung. Sie leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Geraderichtung des Pferdes.

Balance, Geschmeidigkeit und eine feine Hilfengebung am Boden zu erarbeiten ist in der Akademischen Reitkunst ein breit gefächertes Aufgabenspektrum. Das interessante an der Akademischen Reitkunst am Boden ist, mit wie wenig Equipment man auch hohe Lektionen erarbeiten kann wenn die Kommunikation mit dem Partner Pferd passt. Eine Verwendung von Hilfszügeln erübrigt sich (wie das übrigens generell in der Akademischen Reitkunst üblich ist), für Crossover Groundwork genügt ein Kappzaum, ein Zügel oder Bodenarbeitsseil, eine Gerte, ein Mensch und ein Pferd. Dann ist alles möglich und die Arbeit am Boden erhebt sich zur Kunstform. Das Schöne bei der Arbeit am Boden ist: Man lernt stetig dazu und bleibt im wahrsten Sinne des Wortes zwar auf dem Boden aber niemals in seiner Entwicklung im Stillstand.

Welche Positionen gibt es im CROSSOVER?

Groundwork Position

In der Groundwork Position bezieht der Reiter Position vor dem Pferd und läuft rückwärts. Das Pferd kommt auf den Reiter zu. Diese Führposition ist verwahrend und ermöglicht über den Kappzaum eine Einwirkung auf den Pferdekopf. Die Körpersprache übernimmt die Paraden und das Führen der  Schultern. Die Gerte kann genau dort eingesetzt werden, wo sie gerade benötigt wird; vorwiegend und in der Basisausbildung dient die Gerte als innerer Zügel und innerer Schenkel. Die Verwendung der Gerte als äußerer Zügel und äußerer Schenkel wird für Traversalen und Wendungen benötigt.

In dieser Position wird vorwiegend im Stehen und Schritt gearbeitet. Eine Formgebung im Stehen kann einfach in die Bewegung übernommen werden. Die wichtigsten Basis-Übungen in der Groundwork Position sind: Stellung/Biegung im Stand und in der Bewegung, Untertreten, Schulterherein, Kruppeherein und das gebogene Gerade. Ein Vorteil dieser Führposition:  der Mensch hat das Pferd im Blick und kann so Bewegungsabläufe beobachten und lernen seine Hilfen dementsprechend zu koordinieren. Die Herausforderung liegt vor allem zu Beginn im oftmals noch unkoordinierten Rückwärtslaufen des Menschen.

Ein Nachteil ist sicher (so lange das Pferd nicht versammelt ist) die Reduzierung der Gangarten auf den Schritt, da rückwärts laufend eine Arbeit im Trab oder Galopp nicht für jedes Pferd –Mensch Paar so einfach machbar ist.

Handwork Position

 Man unterscheidet zwischen zweihändiger (Zügelarbeit, teils auch mit Gebiss) und einhändiger Handarbeit. Die Voraussetzung ist ein grundlegendes Verständnis der Hilfengebung, das heisst der Mensch muss wissen welche Hilfe mit dem Körper, der Gerte oder dem Zügel im akuten Fall gerade zu Rate gezogen sollte – das Pferd muss die Hilfe freilich annehmen. In der Handwork Position geht es vor allem um Empathie und die Einfühlung des Reiters in das Pferd über die Verbindung mit dem Zügel. Das bedeutet klare Info-aufnahme und Abgabe.

Das Pferd wird auf Schulterhöhe von innen oder von außen geführt. Das Pferd wird mit dem Körper geführt, dieser wirkt somit als innerer Zügel, und das Pferd kann gleichzeitig zur Hand hin suchen. Die Gerte kann unterstützend einwirken als innerer und äußerer Schenkel, aber auch als äußerer Zügel bei der einhändigen Handarbeit. In der Handwork Position werden zu den Seitengängen (Schulterherein, Kruppeherein, Travers, Renvers) die versammelnden Lektionen (Schulgangarten, Piaffe, Passage, Levade) geschult. Als Vorteil der Handarbeit ist die genaue Bearbeitung des Genicks zu sehen. In der Handarbeit kann mit zunehmender Versammlungsfähigkeit in allen Gangarten gearbeitet werden. Die große Herausforderung ist die Beherrschung des eigenen Körpers um dem Pferd die nötige Führung geben zu können. Letztlich geht es um Führen können (Mensch) und sich führen lassen (Pferd).

Lungeing Position

In der Lungeing Position führt der Mensch das Pferd auf Höhe des inneren Schenkels, der Schwierigkeitsgrad erhöht sich mit der Distanz zum Pferd Stück für Stück.

So lässt man sich anfangs von der Handwork Position einfach ein wenig zurückfallen und begleitet das Pferd auf einem zur Bewegung des Pferdes passend groß gewählten Zirkel. In der Akademischen Reitkunst stehen wir nicht in der Mitte, sondern bewegen uns gemeinsam mit dem Pferd auf einer Kreislinie, wir befinden uns dort wo uns das Pferd braucht. Das Pferd lernt so, wie es sich gesund auf einem Kreisbogen bewegen kann. Nur dann ist es dem Pferd möglich, seinen Körper gleichmäßig zu belasten, locker über den gesamten Rücken durch zu schwingen, die innere Schulter effektiv zu entlasten und die Hinterhand vermehrt zu aktivieren. Die Arbeit an der Longe ist ein wichtiger Beitrag dazu, die Schiefe des Pferdes zu korrigieren, ihm zu mentaler Entspannung zu verhelfen und ihm ohne den Einsatz von Hilfszügeln eine gesunde Körperhaltung zu vermitteln. In der Basisarbeit werden die drei Grundgangarten, Losgelassenheit und natürliche Formgebung geschult. Paraden können mit dem Körper oder mit der Longe gegeben werden. Die Distanz zum Pferd wird so gewählt, daß eine effektive Hilfengebung möglich ist, sprich der Mensch befindet sich dort wo er das Pferd mit seinen Hilfen erreichen kann. Die Gerte kann einwirken als innerer Schenkel, um das innere Hinterbein zu aktivieren oder als innerer Zügel die Schulter verschieben. Ist das Pferd sicher  an den inneren Hilfen, haben wir im Advanced Lungeing die Möglichkeit aktiv auf die Geraderichtung des Pferdes einzuwirken indem auch äußere Hilfen aus der Longeing Position gegeben werden können. Das heißt, Lösende und Versammelnde Hilfen können von dieser Position umgesetzt werden. Diese Einwirkung ermöglicht es dem Longeur die Vorderhand auf die Hinterhand auszurichten und vice verso. So werden alle in der Groundwork erabeiteten Lektionen nun auch aus Distanz zum Pferd machbar. Neben den Seitengängen sind im Advanced Lungeing auch alle versammelnden Lektionen möglich. Der Vorteil der Lungeing Position ist auch die Arbeit in allen Gangarten, vielleicht sind anfangs nicht alle Gänge perfekt, aber mit steigender Balance auf dem Zirkel werden sie es durch Übung werden.

Long Rein Position

Das Führen des Pferdes auf Höhe der Hinterhand, die Longe wird im Crossover zum einteiligen Langzügel, die Hand kann als direkter Zügel das Genick beeinflussen, oder am Hals als indirekter Zügel einwirken. Die Gerte kann als äußerer Zügel oder äußerer Schenkel eingesetzt werden, je nachdem welche Hilfe benötigt wird um auf das Pferd einzuwirken. Man unterscheidet zwischen der inneren Position auf Höhe der inneren Hüfte, mittig hinter dem Pferd und der äußeren Position auf Höhe der äußeren Hüfte. Die Basis für die Langzügelarbeit in der Akademischen Reitkunst bieten Groundwork, Handwork und Lungeing/Advanced Lungeing. Nur wenn diese Basics wirklich gründlich erarbeitet wurden ist die Langzügelarbeit das geeignete Tool die Arbeit mit dem gut geschulten und am Boden vorbereiteten Pferd zu vervollständigen. Die Langzügelarbeit ermöglicht es den Rahmen um das Pferd komplett zu machen. Zu Recht gilt die Langzügelarbeit als Königsklasse der Arbeit am Boden, da direkt an der Hinterhand zu arbeiten auch die Gefahr birgt von eben dieser durch unsachgemäße Vorgehensweise getroffen zu werden. So ist eine Loslösung der Langzügelarbeit aus dem Portfolio der Akademischen Reitkunst undenkbar, da ein Pferd ohne eine Schulung der akademischen Hilfengebung am Boden diese Form der Langzügelarbeit nicht dementsprechend verstehen kann. Der Vorteil: man hat alles im Blick von hinten und kann direkt auf die Hinterhand des Pferdes einwirken.

Wie fange ich mit CROSSOVER an?

Man kann bereits das junge Pferd in der Grundausbildung an die fließenden Übergänge von Groundwork zu Handwork oder Handwork zu Lungeing gewöhnen.

Dies ist natürlich abhängig von der körperlichen und mentalen Veranlagung des Pferdes, aber einfache Übergänge vom Führen zum Longieren sind auch in der Basisarbeit schon ein Ausbildungsthema. Die Gewöhnung an die Long Rein Position sollte allerdings behutsam am besten erst nach erfolgter Basisausbildung in den anderen Positionen und zuerst im Stehen erfolgen, etwas zu viel Druck an der Hinterhand kann das junge ungeschulte Pferd durchaus fehlinterpretieren.

Wozu CROSSOVER?

Der größte Gewinn im Crossover ist die Fähigkeit zu schnellen und gezielten Wechseln der Führpositionen mit dem Ziel dem Pferd genauere Hilfen an einer anderen Stelle geben zu können, um den jeweiligen Zustand der Balance positiv zu beeinflussen. Jede der einzelnen Positionen kann ihren Vorteil somit genau dort zur Geltung bringen, wo man eben Hilfe und Unterstützung braucht. Vor, neben, innen, außen oder hinter dem Pferd. Durch den fließenden und direkten Wechsel der Positionen im Crossover, ohne dabei Zügel, Longe oder Zügel umzuschnallen kann passend für jede Lektion oder dem jeweiligen Ausbildungsstand entsprechend die jeweils optimale Position eingenommen werden.

Und in der Umsetzung?

Vielen Dank für diesen Beitrag an Simone Garnreiter. Eine Foto Übersicht über alle Positionen gibt es auf Simones Facebook Seite zum Anschauen. In Bewegung gesetzt poste ich euch noch gerne ein Video von Marius Schneider zum Artikel:

 

Arbeiten wir im Crossover, dann Reiten wir später Einfach 😉

Process versus Product

Process versus Product

Why do we love horses? Why do we want to reach a special goal with our equine friend? Marion van de Klundert is one of my licensed Branderup Trainer colleagues. During Summer Academy I had a nice chat with her about the differences between Process and Product in training horses?

Marion, why is it important to separate between Process and Product?

Marion: There are many differences between horses and humans. A horse lives much more in the ‘now’ and is not interested in any end product. On the contrary, we humans are especially interested in the end product, that is in our nature. A horse as a prey animal has to feel comfortable in the moment – for the now, a human plans for tomorrow as well. When you start working with a horse and you are only thinking about the goal, you are too much focused on the end product and you only think about the future. That does not really help the horse to learn. For example, how to teach the horse to go four steps backwards; he first has to understand what he should do. We need to build up communication. Let’s say you start from the ground, standing in front of your horse. You touch his nose with your finger and start to push a little. As soon as he moves only his body backwards at your request, you should reward him immediately and take away all pressure, don’t forget to exhale. If you repeat this a couple of times, the horse knows what you mean, and will start to offer you more. He can do one step, later two and if you practice enough he can do as many steps backwards as you like. But if you forget about the first rewards, and keep on asking him to go more backwards because you want FOUR steps immediately, he will not understand how to get the reward and will be stiff, angry, against you or he will freeze. These are states of mind where he can not learn. If you want your horse to be sensitive to your thoughts and energy you need to be aware of this. You will need a Process -oriented way of training.

Does this mean you should not have a goal?

Marion: You need to make a plan of course. It is necessary to have a long-term vision, then you can sort of visualize the road towards the goal. Instead of the Product you can focus on the Process. But you have to let go of any time schedule. You do not want to reach your goal tomorrow or next year, the horse will tell you when you are both ready.

Bent often says during his clinics: People do not know what they want but they want it now…

Marion: That is a beautiful and truthful quotation, but in the sentence it is hidden, that people have a goal and a time schedule. Having a goal is good, but having a time schedule, especially when people do not know what it is they really want does not help the horse to learn.

Wanting things is good but wanting it now in horse training is not the way to get there. And another thing is, for example: if you teach a horse a transition from walk to trot, you best do it whenever the walk feels right. Only when the horse understands what you mean (e.g process), you make it on a certain place, like the letter “A” (e.g. product). The letters in the riding arena are not the points the horse needs, if you want it on the special place too soon, the horse can not learn. It must understand already before you set it on a special place. People get sometimes too focused, and that does not really help the learning process.

That is an example from practice. We always speak about the two spirits and the two bodies. As a human we need to start to get into the horses spirit, before the horse can come into ours. We have to cross the border into the horses mind. The horse needs to get on the same road we want to travel.

So better spending just a good time together without exercising?

Marion: Of course you can just go into the forest and be together with your horse. But maybe you will walk in circles and always come to the same place again where you started from. The most important thing is harmony of course and that you experience things together. Is the forest a good experience? Yes! But one day you know the forest and you know it all, so you do not make any progress. So you need the combination of the forest with bad weather, for example. Make experience together and share things. If you get as many positive feelings together as possible, you will grow together. A human being is happy to develop.

And the horse?

Marion: A Horse is a horse, of course. It does not need to develop compared to the human development. But it feels the emotion of its rider. It will feel when his rider is happy and positive.

What do you recommend pupils that are very ambitious?

Marion: It might be a good idea to think about what the horse needs. If you want to win prizes you need a horse that wants to work with you. You have to consider the goal: Is it the process or is it the product, that is mainly the difference again. If you see the competition as a product and not see it as a thing on the road, you will get stressed and stiff. So I think that is also an explanation for an academic rider: A lot of academic riders do not want to do a test, because they do not want the feeling of a competition and the stress a test brings. But if you see the test as a check on your road, like am I still on the right track, so then it is more a check. You will find out what works and then you can pay attention to your homework.

Does learning make us happy?

Marion: Sometimes it occurs that you as a trainer know the road but your pupil is not happy about it in the moment. For example we are working on a circle in trot. The pupil is unsatisfied with the circle, so I come over and check: I ask about the rider’s feelings? What made you feel in trouble? I often get the answer; Nothing works! Ok, but what did still work? Did he have control over the speed? Yes, that was ok. What about the direction? That was ok too. And how about the circle form? That was not so bad. So what was difficult? I lost the bending of the horses spine. Ok, when did it still work? In walk, to the left. Ok, let’s go back there and see how we can build up again.

So if you sum up you will see: there where so many things that worked nice with the horse and so little that did not. We have to reflect about the success, afterwards we go into details, fix them and let go about the thoughts of the end product. Cut up the process into pieces and work about the little pieces and then check if the process is fine again. Work as if you were in a factory constructing four-legged chairs: There you might accidentally have a chair with three legs in end production. For the end product the correction comes too late but if you check the process you can stop the machine and find the missing link to the lost leg. Then you are happy after fixing the leg.

Do you have any rules working with progress and process?

Marion: Simplify everything and split it up into small steps. Take one step after another.

Can you give me an example like working with the shoulder-in?

Marion: A new student will get more guidance while practicing on little things and steps. Sometimes it helps not to talk about the name of the exercise, we talk instead about communication.

Then you come to the level of side movements. We talk about what it should look like and what it should feel like. Learning a shoulder in is no different from learning the circle. You need to split up the exercise in, for example, speed, direction, stellning, bending and collection. There are then five points to pay attention to. And in the weeks after that we add some points, we add them piece by piece so it is really simple. Keeping 1 to 20 points in balance, and then you know where the priority is. Make sure the student focuses on the process, then you’re all fine.

I always tell my students to focus on what to do, because if I teach them “Do not think about the pink elephant” that advice gives the opposite picture in the human mind. A horses mind can melt together with the humans mind. They both think then about “the pink elephant”. This example is funny, but what if we think about: “My horse should not spook and fall on the outside shoulder?” I tell my students what to do and to focus on what is going right.

What do you think about writing plans?

Marion: With a new pupil I always sit together and make a plan, kind of a roadmap. Of course the pupil will have to find it is own way and also his horse and I can be their navigator, or process manager.

If you know it is all about process than you can let go of all the tension, in a process there is always something that goes the right way. It gets easier being happy and spending a good time with the horse, than forcing the horse to be an end product. That is always nicer for a hobby. Remember we are allowed to ride, we do not have to.

Thank you Marion for the Interview. More about Marion’s work you will find on her website!

 

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