Trageerschöpfung?

Trageerschöpfung?

Wenn es im Kreuz zwickt, dann suchen wir den Arzt oder Physiotherapeuten auf. Pferde können nicht sofort sagen, wenn es zwickt. Ein Phänomen, über das viel diskutiert wird, ist die sogenannte Trageerschöpfung. Ich habe bei der Physiotherapeutin Laura Haitzmann, die nicht nur Pferden, sondern auch Menschen in Punkto Bewegungsqualität auf die Beine hilft nachgefragt – übrigens auf vielfachen Wunsch meiner Leser, die sich einen Artikel zu diesem Thema gewünscht hatten:

Laura, zur Definition Trageerschöpfung, wie könnte man das denn beim Menschen gleich setzen, oder übersetzen?

Laura: Das Wort Trageerschöpfung ist dank vieler aufklärender Artikel mittlerweile in den Köpfen der Pferdemenschen angekommen, dennoch werden einige bei diesem Wort ratlos den Kopf schütteln oder spätestens dann, wenn man sie fragt WAS aus Sicht des Besitzers bei einer Trageerschöpfung zu tun sei. Manche mögen es auch als Modediagnose abtun. Fakt ist, das Pferd weist einen Erschöpfungszustand auf und es besteht Handlungsbedarf!

Wie erkenne ich als Reiter eine Trageerschöpfung?

Laura: Der Brustkorb sinkt mit dem Rücken des Pferdes nach unten, hierbei reichen wenige Zentimeter. Durch dieses Absinken wird es im Bereich der Wirbelgelenke eng, Nervenaustrittslöcher werden komprimiert, das Pferd hat Schmerzen. Die logische Folge ist eine Verspannung der umgebenden Muskulatur. Besonders die Schultermuskulatur hinter und unter dem Schulterblatt ist hier verspannt, sie versucht nämlich gegen dieses Absacken des Brustkorbes anzukämpfen. Auch die Kruppenmuskeln weisen eine ungesunde Spannung auf, da sie versuchen den Rücken von hinten anzuheben. Diese Verspannung setzt sich fort bis in die gesamte Hinterhandmuskulatur, um das Becken zu stabilisieren. Schließlich versucht das Pferd häufig durch Rundmachen der Lendenwirbelsäule den Brustkorb anzuheben.

Ich als Reiter sehe bei einer Trageerschöpfung eine eingesunkene Sattellage, einen scheinbar herausragenden Widerrist und ausgeprägte Muskulatur im Schulterbereich und Unterhals. Zudem kann ein prominentes Brustbein sowie rückständige Vorderbeine oder eine nach innen zeigende Zehe zusätzliche Hinweise liefern. Durch die verspannte Lende ist eine Schwungübertragung von der Hinterhand auf die Vorhand nicht mehr möglich, die Pferde werden kurztrittig.

Wie man diesen Zustand beim Menschen gleich setzt ist nicht ganz einfach zu beantworten, da wir uns auf zwei Beinen bewegen und nicht auf vier. Zudem tragen wir ja selten einen Reiter auf unserem Rücken spazieren.  Aber ich möchte es mit folgendem Beispiel versuchen, auch wenn es nicht das komplette Beschwerdebild wiederspiegelt:

Versuche dein Brustbein Richtung Bauchnabel zu ziehen und dann spanne in dieser Haltung alle deine Nackenmuskeln an. Wenn du es schaffst diese Spannung im Stehen aufrecht zu halten versuche so zu gehen. Du wirst einen steifen verhaltenen Gang bemerken.

Die Lösung wäre eine Entspannung der Oberlinie, der Hals müsste sich strecken dürfen. Was aber immer geht ist den Hals aufzurollen. Viele Reiter geben sich mit diesem Zustand-leider-zufrieden.

Welche Ursachen aus deiner täglichen Praxis kennst du für Trageerschöpfung?

Laura: Hier kann ich zunächst folgende Ursachen nennen:

  • disharmonische Hufbalance/generell Schmerzen in den Beinen
  • mangelnder Vorgriff aus der Hinterhand
  • zu langes Reiten für den Trainingszustand des Pferdes
  • fester Zügelzug /absolute Aufrichtung
  • klemmender Sattel
  • klemmender Reiter
  • zu schwerer Reiter, bzw. mangelnde Vorbereitung des Pferdes auf das Tragen eines Gewichtes
  • schlechte Haltung
  • auch große Narben von Kolikoperationen können die Tätigkeit der Bauchmuskulatur einschränken

Generell spielen immer mehrere Ursachen zusammen, man könnte sagen das Geschehen ist multifaktoriell. Durch die oben genannten Auslöser sackt wie schon beschrieben der Brustkorb ab. Die unteren Halswirbel und die vorderen Brustwirbel geraten in eine unangenehme Drucksituation – der Therapeut würde dann von einer Blockade sprechen. Die Muskeln rund um diesen Bereich machen sich fest.

Welche Muskeln sollten im Fall des Falles gekräftigt werden und wie?

Laura: Anfangs macht es keinen Sinn mit einem Kräftigungsprogramm im eigentlichen Sinn zu starten. In diesem Fall sollte man sich erstmal an Fachpersonal wenden, welches durch eine Funktionsdiagnose des Cervicothorakalen Übergangs eine Bestätigung des Verdachtes liefert. Danach wird das Pferd mit Weichteiltechniken und anderen Techniken von seinen Schmerzen so gut wie möglich befreit und erst dann, wenn die Muskulatur wieder annäherungsweise arbeiten kann, nimmt man das Training auf.

Die grundlegenden Inhalte werden sein: korrektes Dehnen der Oberlinie, korrekte Lastaufnahme der Hinterbeine.

WIE genau man das umsetzt hängt vom Pferd-Reiterpaar ab, die Trainingspläne sind sehr individuell.

Ich habe aktuell einen Fall, wo die Besitzerin kein Interesse an Bodenarbeit und Gymnastik hat. Was habe ich dieser Besitzerin geraten: lasse die Zügel lang, sorge für eine optimale Hufstellung, mache Ausritte mit viel ruhigem Galopp und geh öfter mal mit deinem Pferd in unwegsamen Gelände spazieren. Zudem wird sie ihr Pferd mit einem horse bodyformer longieren, mit dem ich aber derzeitig auch noch keine Erfahrung gemacht habe.

Was würde ich einem mit der Akademischen Reitkunst vertrauten Reiter raten? Irgendwo hat sich ein Fehler eingeschlichen also Back to the basics – zurück zur Bodenarbeit. Gymnastiziere die Hinterbeine,bei den Seitengängen ist weniger oft mehr. Sorge dafür, dass die Hinterbeine wirklich korrekt Last aufnehmen und der Brustkorb sich hebt. Bleibe immer selbstkritisch und lass dir regelmässig von einem erfahrenen Trainer über die Schulter schauen. Vergiss aber auch nicht, mit deinem Pferd mal einen flotten Geländeritt zu unternehmen und einfach nur Spaß zu haben.

Warum kann eine Trageerschöpfung trotz Training zunehmen?

Laura: Wenn die Beschwerden trotz Training zunehmen, wurde entweder das Training nicht überdacht oder ungenügend optimiert oder das Pferd wird wie oben erwähnt für seinen Trainingszustand zu lange gearbeitet. Zudem können falsche Haltung und falsche Hufbalance schwerwiegenden Einfluss auf den Genesungsprozess haben.

Welchen Trainingsplan schlägst du bei solch einem Fall vor?

Laura: Zuerst schlage ich vor den Druck auf den Rücken zu minimieren indem man absteigt und sich intensiv mit vorbereitender Bodenarbeit auseinander setzt, danach werden alle Übungen, die die Brust- und Bauchmuskulatur wieder zur Arbeitsaufnahme anregen forciert, zusammenfassend gesagt: die Hinterhand muss korrekt aktiviert werden. Erst wenn das Pferd soviel Tragkraft aufgebaut hat, dass es das Reitergewicht tragen kann ohne dabei weiteren Schaden zu erleiden kann man das Reitergewicht peu a peu wieder hinzufügen. Dieser Vorgang kann mehrere Monate dauern. Dabei gilt es aber immer die Entwicklung des Pferdes selbstkritisch zu hinterfragen und im Falle des Falles lieber einen Schritt rückwärts zu gehen als 2 Schritte zu viel vorwärts.

Was kann und sollte man an der Haltung eventuell ändern?

Laura: Am wichtigsten erscheint es mir ewig lange Stehzeiten zu vermeiden, indem sich das Pferd mehrere Stunden am Tag mit Artgenossen auf einer möglichst großen Koppel bewegen darf oder die Haltung dahingehend verändert wird, dass die Haltungsform an sich für ausreichend Bewegung sorgt. Sollte das nicht der Fall sein, versuche Bewegungsanreize zu schaffen. Ein guter erster Schritt wäre, die Funktionsbereiche für Fressen, Trinken und Liegen zu verlegen, sodass zwischen diesen ein gewisser Abstand gegeben ist, der die Pferde dazu zwingt, sich zu bewegen. Da Pferde sehr effizient mit ihrer Energie haushalten und unnötige Wege vermeiden, gilt es, die Wegstrecken zu verlängern, um mehr Bewegung zu erzielen.
Das geht mit Zäunen sehr gut. Ein Weidestück oder ein Paddock kann mit einem gesteckten „T“ auch auf kleiner Fläche für Bewegung sorgen. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und oftmals lassen sich auch mit wenig finanziellem Aufwand sinnvolle Lösungen herbeiführen.

Trageerschöpfung und sofort werden Sattel und co unter die Lupe genommen, aber nicht der Mensch. Was kann der Mensch an sich verbessern, damit es nicht wieder passiert?

Laura: Der Mensch sollte zu allererst Ursachenforschung betreiben und die Auslöser so gut wie möglich abstellen. Das kann beinhalten, dass der Reiter über seine Handeinwirkung nachdenken muss oder eine Sitzschulung besuchen muss, weil der Reitersitz viel zu stark klemmt. Es kann aber auch sein, dass sich der Mensch eingestehen muss, dass die momentane Haltungsform nicht optimal für das Pferd ist oder dass man sich auf die Suche nach einem geeigneteren Hufspezialisten, Sattler oder Trainer machen wird.

Alles in allem geht es darum ein noch besserer Reiter und Pferdemensch zu werden.

Werden wir also bessere Pferdemenschen, dann halten wir unsere Pferde gesund!

Wer mehr über Laura und ihre Arbeit wissen möchte, besucht am besten ihre Webseite!

PS: Wie schon eingangs erwähnt ist dieser Artikel durch das Feedback meiner Leser entstanden. Hast du ein Thema, über das ich schreiben, oder mit einer Expertin wie Laura sprechen soll? Dann hinterlasse dich ganz einfach unter dem Artikel einen Themenwunsch in der Kommentarfunktion!

 

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Kursbericht Christofer Dahlgen

Kursbericht Christofer Dahlgen

Sei realistisch und der beste Trainer für dein Pferd!

Vergangenes Wochenende (16. und 17. April 2016) war „Play-Smile and Practice“ – Christofer Dahlgren aus Schweden bei uns zu Gast am Horse Ressort am Sonnenhof in Graz. Der Kurs war nach einer einjährigen Pause heiß ersehnt und natürlich wurden die Erwartungen sogar übertroffen.

Aller Anfang ist Analyse

Christofer legt seine Pferde quasi prinzipiell auf die Couch. Vor seiner Laufbahn als Reittrainer hat er mit autistischen Kindern gearbeitet, mit diesem Hintergrund begründet sich sein Anliegen nach einem maßgeschneiderten und sehr individuellen Pädagogik-Konzept.

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Christofer, Andrea und Unico by Katharina Gerletz Fotografie

In der ersten Theorieeinheit ging es daher um den Beginn der Ausbildung eines Pferdes – egal ob jung oder Wiedereinsteiger. Der Mensch muss zunächst am Boden bleiben und analysieren. Welchen Charakter hat das Pferd – kann man mit ihm im Stehen arbeiten, oder sollte man dieses Pferd rasch in Bewegung trainieren? Beim so genannten „Following“ wird zunächst die Schulterkontrolle des Pferdes erarbeitet. Noch hat der Mensch keinen Kontakt zum Kappzaum, die Longe oder Leine wird ganz locker in einer Hand geführt, die andere Hand hält die Gerte, mit der die Schulter des Pferdes geführt wird. Ziel ist eine Parallelität zwischen Mensch und Pferd, wobei die Stirn des Pferdes in Richtung menschlichem Bauchnabel tendiert und nahe kommen darf – der Mensch darf sich vom Pferd aber nicht bedrängt oder vorwärts geschoben fühlen. Umgekehrt sollte das Pferd seinen Menschen nicht „verlieren“ – egal ob dieser mal einen Haken schlägt- Christofer warnte zuviel am Cavecon zu arbeite, denn….

„Do not mess with the head of a young horse“

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Isungur und Nathalie by Katharina Gerletz Fotografie

Viel besser wäre es eine natürliche Biegung in einem leichten Weg über die Schulterkontrolle zu beginnen und schließlich durch das Zeigen mit der Gerte in Richtung späterer Schenkellage des Reiters zu verfeinern. Die Challenge dabei: Das Pferd darf nicht über die äußere Schulter nach außen driften. Hier kam gleich der nächste schwedische Tipp in Punkto Blickschulung. Handelt es sich wirklich um ein Schulterherein, dann bleibt die Biegung um den inneren Schenkel erhalten, die äußere Schulter wird leicht und frei. Das Pferd verlässt beispielsweise auf dem Zirkel, die gerittene und vorgegebene Linie nicht. Fehlerhaftes Schulterherein lässt sich durch ein nach außen treiben der Kruppe festmachen. Schulterherein ist zwar eine der wichtigsten Lektionen wenn es um Geraderichtung, Erarbeitung von Balance, Tragkraft, Geschmeidigkeit und Durchlässigkeit geht – allerdings eben auch eine der schwierigsten Lektionen.

Verkrampft sich der Reiter in der Lektion driftet das feine Gefühl ebenso wie das Pferd weg. Daher gab uns Christofer mit auf den Weg stets das Gefühl zu entwickeln, das Training des Pferdes wäre auch ohne ein Hilfsmittel wie Cavesson oder Longe möglich.

Responding or Reacting?

Martina und Mio by Katharina Gerletz Fotografie

Martina und Mio by Katharina Gerletz Fotografie

Ein wichtiger Punkt in Christofers Arbeit: Gib es eine Antwort vom Pferd, oder eine Reaktion? Wenn das Pferd eine Übung ausführt, ohne eine Hilfe zu kennen oder die Hilfe tatsächlich anzunehmen, dann ist es eine Reaktion. Christofer lässt die Pferde lieber in aller Ruhe nachdenken und wartet auf eine klare Antwort.

Geduld gilt also einerseits für das Abwarten der Antworten der Pferde, wie auch für das Erarbeiten von Inhalten. So verursachen wir häufig selbst Probleme, wenn wir in der Ausbildung übereilig sind, oder eben auf das Führen der Schulter in der Arbeit vom Boden aus wenig Wert legen. So wird keine Lektion zum Hindernis, wenn das Pferd die Hilfen Schritt für Schritt am Boden lernen darf, um später auch positive Antworten zu geben.

Der nächste Schritt in der Jungpferdeausbildung ist für Christofer dann „basic lunging“. Dabei achtet er sehr auf ein vorwärts-abwärts in Entspannung, die Aktivität des inneren Hinterbeins, sowie ruhige und klare Grundgangarten. Nun folgt auch Schulterkontrolle auf Distanz. Die Arbeit mit innnerer Schulter und innerem Hinterbein führt zur Entspannung, die Arbeit mit äußerer Schulter und äußerem Hinterbein gibt dem Pferd schließlich einen Rahmen, wobei im „advanced lunging“ mit den Seitengängen und Versammlung gespielt werden kann.

Beim Spiel und Wechsel mit den verschiedenen Führpositionen erklärte der lizensierte Bent Branderup

Anna und Pina by Katharina Gerletz Fotografie

Anna und Pina by Katharina Gerletz Fotografie

Trainer welche Position beim Longieren „Vorwärts“ bedeutet – hier befindet sich der Longeur zwischen Hals und Widerrist des Pferdes. Geht der Longeur nach hinten und erhält die Energie, soll das Pferd nach und nach lernen, sich mehr auf die Hanken zu setzen und diese Energie auch in einer Haltparade behalten. Eine gute Übung ist hierbei eine Haltparade aus dem Kruppeherein an der Longe.

Und immer wieder betonte Christofer, dass wir von unseren Pferden nicht das Maximum abfragen sollten, sondern nach dem „less is more“ Prinzip arbeiten sollten. Egal ob es jetzt um ein Kruppeherein im Stand geht, oder das Spiel mit der Versammlung.

Deine eigenen Qualitäten?

Hand aufs Herz? Wie realistisch bist du in der Formulierung deiner Ziele? Wie realistisch bist du deinem Pferd gegenüber? Kennst du seine Qualitäten? Und wie möchtest du dich als der Trainer deines Pferdes entwickeln?

Christofer mahnte uns nicht immer nur die Bewegung in Körper und Beinen des Pferdes zu suchen, wir müssten den Geist des Pferdes bewegen. Denn nur wer mitmachen möchte, dessen Beine kann man auch zielführend bewegen.

In der zweiten Theorieeinheit wurde die Psychoanalyse a la Dahlgren also noch intensiver. Christofer unterschiedet zwischen selbstsicheren und unsichern Pferden, sowie extrovertierten und introvertierten Pferdetypen. Extrovertierte Pferde bewegen sich gerne, introvertierte Pferde sind das komplette Gegenteil. Natürlich ist es mehr Schaden als Nutzen dem Pferd einen Stempel aufzudrücken. Wenn eine Persönlichkeit „abgestempelt“ wird, fällt es nämlich schwer keine Vorurteile und Bewertungen aufzubauen. Aber ein bisschen Kenntnnis und Analyse der Pferdepsyche kann helfen die einzelnen Lerntypen kennen zu lernen, um seinem Pferd für den gerade aktuellen Moment eine individuelle Ausbildung zu geben.

Für jedes Pferd hat Christofer drei Aufgaben. Schulterherein, Kruppeherein und Versammlung. Wie lösen die einzelnen Charaktere die Aufgaben?

  • Ein Selbstsicheres, extrovertiertes Pferd wird sich nach zwei Wiederholungen langweilen. Variatonen sind dringend notwendig, sechs weitere Übungen sollte man in Petto haben. Die Arbeit endet sobald das Pferd nicht mehr motiviert ist. Die Neugier des Pferdes sollte also immer entfacht bleiben. „Do not push the horse too much for the goal, be playful and always open minded“. Und woran erkennt man diesen Pferdetyp? „He looks happy“!
  • Selbstsichere introvertierte Pferde werden sich nicht unbedingt bewegen, wenn sie nicht müssen. Drei Übungen sind für diesen Pferdetyp zuviel. Das Erfolgsgeheimnis für diesen Pferdetyp steckt im „Weniger ist mehr“-Prinzip. So lässt sich dieses Pferd motivieren. Übrigens sind diese Pferdetypen auch sehr geeignet für Trail oder Kutschenfahren, aber auch in Reitschulen sind sie beliebt, da sie sehr ruhig sind und die erste Übung für den Reiter – nämlich „oben bleiben“ ganz liebevoll begleiten.
Sato und Antonia by Katharina Gerletz Fotografie

Sato und Antonia by Katharina Gerletz Fotografie

Christofer empfiehlt unbedingt hier auch auf die Rasse zu achten – wofür war dieses Pferd ursprünglich gezüchtet. Ein Pferd das auf Schubkraft gezüchtet wurde – vielleicht ein Kutschenpferd? Ein auf Schnelligkeit gezüchteter Vollblüter? Natürlich ist das Schöne an der Akademischen Reitkunst der Gedanke, dass jedes Pferd alles lernen kann – die Dressur ist für das Pferd da und hilft durch ihre durchdachte Gymnastik den Körper gesund und fit zu halten. Allerdings: Wenn ein Pferd nicht unbedingt auf Versammlung gezüchtet ist, dann sollte man ihm auch Aufgaben geben, die seinem Körperbau und seiner Veranlagung entsprechen. Wer ständig das tun muss, was ihm schwer fällt, wird nicht viel Motivation für die nächste Aufgabe mitbringen. Ich denke, dies kennen wir aus unserem eigenen Leben 😉

„Some Horses take out the best in you. You will find out what kind of personality fits to you“

  • Extrovertierte und unsichere Pferde sind leicht gestresst. Arbeit im Stand fällt ihnen sehr schwer – die Entspannung kommt also über die Bewegung. Aber:

„It is one thing to allow the horse to move his feet but do not chase the horse around!“

Drei Übungen sind vielleicht zuviel – daher lieber die Übungen und Ansprüche reduzieren.
Aber in allen Gangarten arbeiten.

  • Introvertierte und unsichere Pferde sind sehr schüchtern. Sie stehen ruhig und still und sind vermeintlich ruhig. Innerlich sind sie aber sehr verspannt. Sie können sehr schlecht mit Druck umgehen, sind aber quasi hervorragende „Exerzierer“. Das heißt: Kennen sie ihre Übungen und ihr Arbeitsprogramm, fällt es ihnen leichter, sich beispielsweise in fremder Umgebung zu konzentrieren. Man sollte ihnen nicht zu viele Aufgaben geben.

„It is like lunging a turtle. After a while the turtle streches his head out of the shell and says: oh yes, I know this road. We are on the left hand. But if you change the direction, the turtle will hide in it`s house and will just look outside after some circles and feel almost comfortable again“.

  • Diese Pferde bringen ihren Menschen oft bei Druck schnell wegzunehmen. Druck kann beispielsweise die nach außen, über den Rücken des Pferdes zeigende Gerte sein, die das Pferd nicht mal berührt. Der Mensch reagiert sofort mit dem Wegnehmen der Gerte, das Pferd hat den Menschen bereits zum ständigen Weglassen von Druck erzogen. Wer hier konsequent bleibt und dem Pferd auch geregelte Abläufe ermöglicht, vergrößert die Comfort Zone des Pferdes.

 

Das Kursfazit: Es war großartig. Christofer hat uns ermutigt, uns viel Input gegeben. Sein Schwerpunkt: Roundness – Relaxation und vor allem FUN!

Bis zum Abendessen wurde diskutiert, Wissen ausgetauscht, Fragen gestellt. Christofer hat dabei die unglaubliche Gabe sehr offen für viele Reitweisen, Trainerkollegen usw. zu sein. Sein Credo: Beobachten und nicht bewerten. Wir sind so schnell in der Bewertung und Aburteilung von Bildern, Reitern, Videos etc. und bringen uns dabei vielleicht sogar um die eine oder andere Idee. Außerdem hat er den Scheinwerfer auf viele andere Trainerkollegen gerichtet und weitere Kurse empfohlen. Wir jedenfalls können einen Kurs mit Christofer nur wärmstens weiter empfehlen und freuen uns somit sehr auf die Fortsetzung Ende März 2017.

 

Eine wunderbare Foto-Zusammenfassung von Katharina Gerletz Fotografie gibt es hier. An dieser Stelle auch ein riesiges Dankeschön an unsere professionelle Kurs-Fotografin, die uns so schöne Momente mit Nachhaltigkeit schenkt.

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Mit Schweizer Präzision

Mit Schweizer Präzision

Die Schweiz steht für Präzision. Und dass auch Schweizer Reiter gerne ganz präzise lernen und arbeiten, davon konnte ich mir kürzlich selbst ein Bild machen. Vor zwei Wochen war ich in Graubünden zu Gast auf einem Wochenendkurs. Organisatorin Najat Zinbi fasst im heutigen Gastartikel ihre Eindrücke zusammen:

 Von großen und kleinen Problemen

Bereits zum dritten Mal ist Anna Eichinger bei uns zu Gast gewesen. Wir züchten mitten im schönen Graubünden Vollblutaraber, arabisches Halbblut und Urfreiberger.  Da wir sehr viel Wert auf eine artgerechte Haltung und Zucht legen – unsere Pferde wachsen mitten in den Bergen auf, genießen eine gemischte Herde unter Jung und Alt , liegt uns auch eine pferdegerechte und schonende Ausbildung sehr am Herzen.

Am zweiten Kurstag war ich einmal mehr positiv überrascht, als unsere Jungstute Toskana, die selbst noch in den Kinderschuhen ihrer Ausbildung steckt mit einer Teilnehmerin ganz spontan die ersten Schritte zur akademischen Reitkunst ertastete. Dabei wurden die zwei gefühlvoll von Anna begleitet.

Toskana hat uns einmal mehr gezeigt – sind Pferde unerfahren in der Ausbildung, aber gut sozialisiert, finden wir rasch einen Zugang und eine gemeinsame Sprache. Eine gemeinsame Sprache fand auch Anna rasch zu uns. In der ersten Theorieeinheit wurden wir Praxisteilnehmer bzw. unsere Wünsche genauer unter die Lupe genommen. Anna erfragte von allen individuelle Zielvorstellungen und Wünsche. Wie sehr wir hier noch lernen müssen, deutlich zu formulieren wurde hier sichtbar. Große Probleme können eigentlich ganz klein werden – allen Anfang macht eine gelungene Visualisierung.

Nach dem Motto: Kennst du dein Ziel ganz genau, dann kannst du auch den Weg dorthin besser planen und kleine Schritte auch „sehen“ lernen. So diskutierten wir, wie eine genaue Stellung aussehen soll, worauf im Körper des Pferdes Wert zu legen ist. Wie schaut ein gutes Schulterherein überhaupt aus? Wie viel Seitwärts brauchen unsere Pferde dafür wirklich? Und warum reiten wir diese Seitengänge überhaupt? Vom Formulieren von Lektionen kamen wir schließlich weg zur Formulierung von Inhalten.

In der ersten Einheit begaben wir uns auf den Boden – und dort blieben die meisten Kursteilnehmer auch. Was soll ich sagen – die Schweizer Präzision beim Formulieren in der ersten Theorieeinheit musste natürlich auch am Boden „ertüftelt“ werden. Anna nahm sich für jedes Paar lange Zeit – alle Einheiten wurden ganz unterschiedlich und sehr individuell abgehalten.

Vom korrekten Erarbeiten einer Dehnungshaltung, bis hin zu Seitengängen, aus unterschiedlichen Positionen geführt – einmal von vorne oder von der Seite haben wir unsere Blicke geschult und vor allem auch unser Gefühl. Die Pferde waren erstaunlich entspannt und motiviert bei der Sache. Daher haben einige Teilnehmer auch in der zweiten Einheit den Sattel gleich in der Kammer gelassen. Noch einmal ging es am Nachmittag daher für einige weiterhin auf den Boden. Präzision macht eben Spaß 😉

Wir beschäftigten uns hier natürlich mit Körper und Geist des Pferdes, allerdings spürten wir auch nach und nach wo wir im eigenen Körper verspannten, schief wurden, manchmal zu heftig und manchmal zu langsam reagierten. Diese Stolpersteine beziehen sich nicht nur auf den menschlichen Körper sondern auch auf den Geist.

Ich hatte diesmal meinen Oldenburger Wallach Topas auf den Kurs mitgebracht. Topas ist keines unserer selbstgezogenen Pferde. Er war früher Springpferd und hat nun einige Zeit Erholung für Geist und Körper auf den Sommerweiden verbracht. Unsere Hausübung am Boden seit dem letzten Kurs hat uns zu mehr Entspannung und Vertrauen verholfen. Topas gesamter Körper hat sich seit letztem Herbst deutlich verändert. Die Oberlinie wird immer schöner, der Rücken ebenso. Am Kurs war unser Thema vom Sattel aus das Gefühl zu verfeinern. Ich neige gerne dazu alles fallen zu lassen – inklusive meiner Zügel. Jetzt wo ich auch endlich den Rückenschwung meines Pferdes erfühlen kann und im richtigen Moment das Abfußen des inneren Hinterbeins erfasse, neige ich jedoch dazu, etwas zu heftig mitzuschwingen. So haben wir mich quasi in meiner Tätigkeit reduziert aufs Fühlen und Atmen. Anna ermahnte mich auf dem Pferderücken nicht immer etwas erzeugen zu wollen und meine Bewegung auf Topas nicht zu übertreiben.

In der zweiten Einheit haben wir an der Linienführung gearbeitet. Ich habe gespürt, wie präzise ich Topas zwischen den Zügeln führen kann. Keine Frage – die Arbeit am Sitz hört nie auf – manchmal kann man aber auch Schweizer Präzision übertreiben – man darf sich aber auch nicht übertrieben auf dem Pferd gehen lassen 😉

In einem Abschlussgespräch am Sonntag wurde noch einmal jedes Praxispaar genau unter die Lupe genommen. Können wir nun besser visualisieren, was wir überhaupt wollen? Anna hat uns auch eine Menge „Hausübung“ aufgegeben.

 Am 4. und 5. Juni 2016  und am 27. und 28. August 2016 kommt Anna wieder zu uns in die Schweiz. Alle Teilnehmer waren begeistert und werden das nächste Mal wieder mit dabei sein. Wir freuen uns schon wieder auf viel Input.

Alle Infos zu den Kursen und unsere Pferdezucht findet ihr unter www.silviopfister.ch

Ein riesiges Dankeschön geht auch an Susanne, die uns ihre tolle Anlage in Siat zur Verfügung stellt, damit wir uns weiterbilden dürfen!

Najat 🙂

Ausbilden nach Schema F?

Ausbilden nach Schema F?

System, Skala oder Leitlinien. Wie sinnvoll ist eine Systematisierung der Ausbildung. Folgten die Alten Meister einem Schema F? Und wie würden Antoine de Pluvinel (1555-1620), François Robichon de la Guérinière (1688-1751) und Gustav Steinbrecht (1808-1885) heute über die Skala der Ausbildung urteilen, die ja erst 1950 erstmals erwähnt wurde? Für die Ausgabe Nummer 13 der „Feinen Hilfen“ habe ich die Alten Meister zu diesem Thema befragt.

Moderator: Herr Steinbrecht, die Skala der Ausbildung enthält nach Definition der FN folgende Punkte: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung. Finden Sie Ihr Werk „Das Gymnasium des Pferdes“ in der heutigen Definition darin wieder?

Steinbrecht:  Nur wenn es das Ziel ist, ein Pferd zu schulen, damit es körperlich und psychisch ausbalanciert ist und über entsprechende Tragkraft verfügt.  Bevor ich aber in meinem Werk auf die Ausbildung des Pferdes eingehe, musste ich mir über die Mittel einig werden, die dem Menschen bei dieser Aufgabe zu Gebote stehen. Ich meine damit nicht die äußeren Werkzeuge, wie Zaum, Sattel, Sporen und Peitsche, Longe oder Pilaren, sondern wie der Mensch bei der Ausbildung des Pferdes von seinem eigenen Körper macht und ausreichend Verständnis für die Natur des Pferdes, seinen Körperbau und über ausreichend eigene körperliche und geistige Fähigkeiten verfügt.

Guérinière: Richtig, denn nur der denkende Reiter, der sich und die anatomischen Gegebenheiten und Verhaltensmuster des Pferdes kennt und für die praktische Arbeit zu nutzen versteht, wird sich eine logische Vorgehensweise erarbeiten können.

Pluvinel: Ich glaube ich weiß, worauf Sie, Herr Steinbrecht hinausmöchten. Ich gehe ganz konform mit Ihnen, wenn ich sage, dass es nicht möglich ist, Reiter und Pferd gleichzeitig auszubilden. Zuerst möchte ich den Reiter ausbilden.

Moderator: Und wie beginnt also diese systematische Ausbildung?

Guérinière: Beim Menschen. Ein Großteil der Reiter hat nur eine unklare Vorstellung von den Bewegungen der Pferdebeine in den verschiedenen Gangarten. Wenn es darum geht, wie Herr Steinbrecht so vortrefflich formuliert hat – nämlich vorwärts zu reiten und gerade zu richten, dann geht dies doch nicht ohne die genaue Kenntnisse um die Schnellkräfte, deren Funktion der Reiter oft nicht versteht oder gar nicht kennt.

Steinbrecht: Ja, ich höre immer wieder aktuell von einer ausgezeichneten Schubkraft. Ich sehe aber, dass der Rückschub, also das nach hinten hinausschiebende Bein, dominiert und die Tragkraft und die Stärkung der Hinterbeine vernachlässigt werden. Ich meine in meinem Werk daher nicht das Vorwärtstreiben des Pferdes in möglichst eiligem und gestrecktem Gang, sondern vielmehr, dass der Reiter bei allen Übungen den Vorgriff der Hinterbeine in Tätigkeit zu halten hat. Ich wünsche mir einen denkenden Reiter, der Takt und Schwung studiert. Ich würde nicht den Takt, sondern Balance an erste Stelle setzen. Außerdem warne ich davor, Begriffe wie Schub und Schwung zu vermischen. Schwung ist die dreidimensionale Schwingung der Wirbelsäule.

Pluvinel: Wer zu meiner Zeit quer durch Europa beritten unterwegs war, hatte bereits diese Schwingungen im Schritt, Trab und Galopp erfühlt und erweiterte dann den Gefühlssinn in allen Arten von Lektionen, auch durch die richtige und feine Anlehnung an die Hand und die dosirung der Hilfen. Es nützt nichts, wenn der Mensch eine Skala auswendig aufsagen kann. Das erachte ich als gebrauchsfremd, wenn der denkende Reiter das Gespürte nicht in sinnvolle Korrekturen umsetzen kann. 

Moderator: Gehen wir also davon aus, dass der Reiter die korrekte Vorbildung mitbringt. Wie würden Sie ihre Ausbildung nun systematisch fortsetzen?

Pluvinel: Wir wissen, dass es früher wie heute dem Pferd besonders schwer fällt auf einem Kreis zu laufen. Gute Volten im Terre a Terre sind daher sehr selten geworden. Ich lasse das rohe Pferd also zuerst Bekanntschaft mit der Zirkellinie machen – zu meiner Zeit machte man das um einen Pilaren. Der Kopf soll dabei immer in die Mitte der Volte hinein zeigen. Das Pferd ist immer nach innen gestellt und nimmt somit auch die gute Gewohnheit an, auf dem vor ihm liegenden Hufschlag ein klein wenig nach innen zu schauen. Später wiederhole ich diese Übung im Trab.

Steinbrecht: Mein lieber Pluvinel, die Arbeit am Pilar verlangt solch reiterliches Taktgefühl, wie wir es heute schwer finden. Ich empfehle also die Arbeit an der Longe, um das rohe Pferd mit der Arbeit, Aufmerksamkeit und dem Gehorsam vertraut zu machen. Gleichzeitig lernt es dabei erste Biegsamkeit und Gewandheit, soweit es der Körperrichtung möglich ist.

Pluvinel: Hier würde ich noch als Empfehlung ergänzen, das Pferd nicht mehr auf der rechten, als auf der linken Hand zu arbeiten, wie mich die Großzahl der equinen Lehrmeister geschult hat. Fast alle Pferde gehen lieber auf der linken, als auf der rechten Hand herum.

Guérinière: Um aber auf Ihre ursprüngliche Frage zurück zu kommen: diese Skala nennt zwar einige Elemente unserer Arbeit, wobei wir einst – so mein Eindruck – weit mehr Augenmerk auf das Geraderichten und die Entwicklung der Tragkraft verwendeten. Zudem verwende ich an der Longe vorwiegend den Trab, um zu verhindern, dass stürmische Pferde durch den Galopp und faule Pferde nicht durch den Schritt in ihrer Neigung verstärkt werden. Der aber durch diese Arbeit kontrollierte Vorwärtsdrang stellt sicher, dass wir uns erlauben können die Ausbildung im ruhigen Schritt fortzusetzen. Der langsame motorische Ablauf im Schritt gewährleistet einen schonenden Aufbau des Bewegungsapparates. Das könnte man mit Takt und Losgelassenheit vergleichen, wobei ich die Formulierung der Balance ebenso vermisse.

Steinbrecht: Mein „Gymnasium“ fasst hier alle Übungen zusammen, die als elementar für die Geraderichtung genannt werden können: Biegung von Hals, Genick, Rückgrat, der Hinterschenkel, Biegung auf einem und auf zwei Hufschlägen. Dadurch kann die Anlehnung in einer natürlichen Haltung des Pferdes gewonnen werden.

Guérinière: Ich halte Schulterherein hier für die schwierigste, aber auch nützlichste gymnastizierende Übung, um die Schultern, auf denen der Großteil des Gewichts liegt frei zu machen.

Pluvinel: Weil ein Pferd, das sich durch zu viel Gewicht auf den Schultern nicht seitwärts bewegen lässt, auch nicht in der Lage sein wird, saubere Volten auszuführen. Erst durch die Seitengänge können wir das Pferd geraderichten. Das Erlernen des Gebrauchs von innerem und äußeren Zügel, sowie innerem und äußerem Schenkel zählt bei mir daher zu den Grundpfeilern der Ausbildung.

Moderator: Sie beschreiben unisono in ihren Werken zuerst die Ausbildung des Reiters, erst dann gehen Sie auf die Ausbildung der Pferde ein. Die Begriffe der heutigen Skala werden nicht als einzelne Kapitel erwähnt?

Guérinière: Erst der Reiter, dann das Pferd. So lautet meine „Skala“. Ich befürchte, dass die Skala hinderlich sein wird, wenn das Reiten von Lektionen vor den Inhalt gestellt wird.

Steinbrecht: So ist es. Das Gymnasium hat das Ziel, dem Reiter das Handwerk zu vermitteln, um die entsprechenden Übungen für die natürlichen Eigenschaften und Anlagen des jungen Pferdes zu wählen, ohne sich dabei ängstlich und pedantisch an eine bestimmte Ordnung zu binden.

Pluvinel: Mein Ziel ist identisch mit meiner Methode: Ich will die Beine und den Rücken des Pferdes schonen und Zeit einsparen. Ich konzentriere mich deshalb in erster Linie darauf, den Verstand des Pferdes und sein Gedächtnis auszubilden und damit dauerhaft das zu erreichen, was ich möchte. Auch der Reiter muss seinen Kopf arbeiten lassen, um sein Ziel zu erreichen. Es darf keine Möglichkeit geben, die er nicht kennt und nutzt. Diese Punkte gehen mir in vielen heutigen Formulierungen ab.

Moderator: Ich danke Ihnen für das Gespräch.

Fragen wir doch öfter die Alten Meister um Rat, dann Reiten wir Einfach 😉

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