Genug Mineralstoffe?

Genug Mineralstoffe?

Der Fellwechsel ist voll im Gange, die Weidesaison steht kurz bevor. Mineralstoffe sind jetzt in aller Munde – oder in aller Pferdemäuler. Allerdings – welche Mineralstoffe sollten besonders jetzt hinzugefüttert werden?

Rund um diese Frage dreht sich das Blog-Interview mit Ute Terler.

Ute Terler kümmert sich auf ihrem Hof um 11 „Anschauungs- und Testobjekte“ (wie sie liebevoll ihre Pferde nennt ;-)) und hat sich dadurch intensiv mit den Themen Haltung und Fütterung beschäftigt. Mit diesem erlangten Wissen möchte sie nun im Team von „Rossnatur“ mehr Menschen helfen, mit ihren Pferden zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit zu kommen. 

Ute: Egal ob Pferd oder Mensch – unsere Körper bestehen aus Billionen von Zellen. Diese Zellen erhalten unseren Organismus am Leben und sind somit lebensnotwenig. Damit die Zellen ihrer wichtigen Aufgabe nachkommen können und selbst auch am Leben bleiben, braucht der Organismus eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß, Energie und Mikronährstoffen. Diese Mikronährstoffe sind Mengen- und Spurenelemente, Mineralien, Aminosäure, Vitamine und Fettsäuren. Leider ist kein Organismus in der Lage alle Mikronährstoffe die er braucht selber herzustellen. Auch ist in unserer Nahrung ein Mangel an diversen Mikronährstoffen ersichtlich. Das zeigen auch einige der Heuanalysen aus unserer Umgebung. Leider wurde uns durch die Heuanalysen auch bewusst, dass es bei manchen Mikronährstoffen öfters zu einem Überschuss kommt.

Ebensowenig wünschenswert wie Mangelerscheinungen, tut umgekehrt auch der Überschuss dem Körper nicht gut. Da Mikronährstoffe in unmittelbaren Zusammenhang zueinander stehen, führt der Überschuss einerseits, wie der Name schon sagt zu einem Überfluss, zu einer Fülle, andererseits aber auch zu einer Leere. Dies verursacht unweigerlich ein Ungleichgewicht, wodurch unsere Zellen nicht mehr korrekt ernährt werden und somit ihre Funktion nicht mehr erfüllen können.
Bei der Ernährung sollte es somit unser Ziel sein, das Gleichgewicht so gut wie möglich herzustellen und zu erhalten.

Ute, was sind Mineralstoffe eigentlich und welche Funktion haben sie?

Ute: Mineralstoffe gehören eben zu diesen Mikronährstoffen und sind somit für unsere Zellen lebensnotwendig. Mineralstoffe werden unterschieden in Mengen- und Spurenelementen. Mengenelemente braucht der Körper in größeren Mengen. Dazu gehören zB Calcium und Phosphor welche im direktem Zusammenhang stehen, weshalb ein richtiges Verhältnis dieser beiden sehr wichtig ist (3:1). Calcium ist, wie wir vermutlich alle schon einmal gehört haben für die Knochen sehr wichtig, aber auch für die Blutgerinnung von großer Bedeutung und somit auch für den Energiestoffwechsel. Magnesium ist ein weiterer bekannter Mineralstoff. Dieser ist wichtig für die Muskeln. Zu den Mineralstoffen zählen noch Natrium, Chlor und Kalium.

Zu den wichtigsten Spurenelementen zählt bei uns unter anderem das Eisen. Regional betrachtet müssen wir hier allerdings nicht von einem Mangel ausgehen, sondern in unserer Gegend sogar von einer Überversorgung. Keine Sache, die man auf die leichte Schulter nehmen sollte, denn eine Überversorgung mit Eisen kann zB zu Leberschäden führen. Außerdem kann es wie oben beschrieben zu einem Ungleichgewicht mit anderen Mineralstoffen kommen, da der Eisenüberschuss die Aufnahme der anderen Mineralstoffe hemmt.

Mangan ist für mich auch ein wichtiges Spurenelement, da es an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt ist, vor allem im Energie-, Mineral– und Fettstoffwechsel. Mangan ist ein zentrales Element in der Beruhigung und dem Abbau von Stress.
Nun zum Spurenelement Selen. Dieses ist ja in den letzten Jahren in den Mittelpunkt gerückt, weil viele unserer Pferde einen Selenmangel im Blutbild haben. Leider ist es in unseren Breiten so, dass die Böden einfach so selenarm sind, dass es wichtig ist, Selen über eine Mikronährstoffmischung zuzuführen. Selen ist nämlich ein wichtiger Bestandteil der Entgiftungsreaktion des Körpers. Wurde Selenmangel im Blutbild festgestellt, ist allerdings von einer Überversorgung durch reine Selenprodukte abzuraten, da dies tatsächlich auch zur Vergiftung führen kann. Ratsamer ist es, die Darmflora zu unterstützen und das passende Zusatzfutter zu füttern.
Zink ist ebenso ein wichtiges Spurenelement. Ein Zinkmangel führt zu Haarausfall, schlechtem Hufwachstum und erhöhter Infektionsneigung. ABER: Auch an dieser Stelle ist Vorsicht angebracht und das notwendige Gleichgewicht noch einmal zu betonen, denn auch Zink kann leicht überdosiert werden. Generell ist also von einer „Blindlings“ Zusatzfütterung abzuraten, weil auch hier die Zusammenhänge zwischen den Spurenelementen nicht außer Acht gelassen werden können. An dieser Stelle ist quasi auf die „Kooperation“ zwischen Schwefel, Kupfer, Mangan und Zink hinzuweisen, die zu einem besserem Hufwachstum und besserer Qualität des Horns führt. Kurz gesagt: Richtig und überlegt dosieren!

Wie bist du auf die Idee gekommen ein eigenes Mineralfutter zu produzieren?

futter_webUte: Idee ist gut… die pure Verzweiflung brachte mich dazu. Ich beschäftige mich, seit ich Pferde halte, mit der passenden Fütterung. Wir haben schon vor Jahren Heuanalysen gemacht und versucht den Ergebnissen entsprechend die Fütterung anzupassen. Durch ständige Weiterbildung, Versuch und Irrtum waren wir dann soweit, dass wir nahezu alle Einzelkomponenten extra besorgt haben und jeden Tag gefühlte Stunden damit verbracht haben, das Futter zu mischen. Frau Dr. Maroske (www.futtercheck.de) bietet an, entsprechend der Heuanalysen individuell das Mineralfutter für die Pferde anzupassen. Das haben wir dann natürlich testen müssen. Siehe da – unseren Pferden hat es sehr gut getan. Man sah Veränderung im Hufwachstum und im Muskelaufbau, es gab sogar Wesensveränderungen. Diese Ergebnisse wollte ich natürlich auch unseren Kunden nicht vorenthalten. Somit habe ich gemeinsam mit Frau Dr. Maroske ein Mineralfutter entwickelt, welches für die Region Süd-Ostösterreich abgestimmt wurde. Wir haben verschiedene Heuanalysen untersucht und nun ein Zusatzfutter für Pferdebesitzer zusammengemischt, denen es nicht möglich ist ihr Grundfutter selbst analysieren zu lassen.

Welche Mikronährstoffe brauchen unsere Pferde, vor allem jene, die konkret in der Steiermark angesiedelt sind?

Ute: In unserer Region ist es sehr wichtig, dass die Mikronährstoffration vor allem Calcium enthält. Wir sind in unserer Region quasi Phosphor-reich – daher müssen wir den Zusammenhang mit Calcium speziell betrachten. Leider haben wir auch einen Mangel an Zink, daher enthält die Mischung eine hohe Dosis gut verwertbares Zink. Und natürlich ist auch Selen in der Mischung enthalten.

Was man nicht außer Acht lassen sollte, sind aber die Vitamine und Aminosäuren! Vor allem im Winter fehlt es unseren Lieblingen an Vitaminen und essentiellen Aminosäuren. Vitamin E schützt die Zellen und ist somit das wichtigste antioxidative Vitamin zum Schutz des Körpergewebes. Werden die Zellen schlecht versorgt, kommt es zB zur Muskeldegeneration. Vitamin E ist wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem.
Ohne die Gruppe der B-Vitamine läuft fast kein biochemischer Prozess im Körper ab. Zu den Symptomen eines B-Vitaminmangels zählen unter anderem Leistungsschwäche, Müdigkeit, Allergien, Ekzeme, Mauke, Nervosität… Diese Symptome kennen einige Pferdehalter unter uns – vor allem machen sie sich in den Monaten zwischen Jänner und März bemerkbar, wenn die Vitamine im Grundfutter durch die lange Lagerung verloren gehen. Eigentlich sind diese Vitamine im Heu und im Gras ausreichend enthalten aber Luft- und Lichtempfindlichkeit setzt dem Grundfutter in der Lagerung zu.

Eine Ausnahme stellen Stoffwechselerkrankungen, Koliken, Verletzungen und Krankheiten dar; dafür reicht die natürliche Versorgung nie aus, diese Pferde haben dann einen Mehrbedarf an Vitaminen, um die Zellen am Leben zu erhalten. Leider ist es den meisten Pferden aber auch nicht möglich, die entsprechende, den Bedarf deckende Menge Gras aufzunehmen. Daher füttere ich meinen Pferden auch in der Weidesaison die passende Mischung, da Mengen- und Spurenelemente gleich bleiben, egal ob frisch oder getrocknetes Futter.

Wie kann man herausfinden, welche Mikronährstoffe ein Pferd braucht?

Ute: Herausfinden kann man das in erster Instanz, wenn man weiß, was man dem Pferd füttert. Also eine Analyse des Grundfutters und des Kraftfutters. Damit kann man sagen, welche Menge an Mikronährstoffen regelmäßig ins Pferd kommt.
Ein erhöhter Bedarf an Mikronährstoffen ist bei allen akuten Krankheiten, Wunden, Husten, Stoffwechselerkankungen, Stress und Entzündungen gegeben.

Wie oft sollte man Mineralstoffe dazu füttern?

Ute: Da die Grundversorgung mit Mengen- und Spurenelementen im Sommer wie im Winter ziemlich ähnlich ist (Heu und Gras aus derselben Region) füttere ich meinen Pferden über das gesamte Jahr meine Mischung zu.

Vor allem gibt es immer mal wieder Zeiten in denen der Bedarf erhöht ist und mit einer regelmäßigen Fütterung, kann man einem akuten Mangel vorbeugen.

Warum sollte man nicht einfach „irgendeine“ Mineralstoffmischung kaufen?

Ute: Das „Problem“ bei den handelsüblichen Mischungen ist eben, dass sehr viele in Deutschland produziert werden und somit auf deutsche Wiesen ausgelegt sind. Somit stimmen die Verhältnisse der Mengen- und Spurenelemente sehr oft für unsere österreichischen Pferde nicht.
Ein zusätzliches Problem ist die, wie ich finde unnütze Beimengung von hohem Zuckergehalt und Zusatzstoffen. Das alles ist in unserer Mischung nicht der Fall. Es ist uns auch wichtig, dass es eine gute Bioverfügbarkeit hat. Das bedeutet, dass es der Körper sehr gut verwerten kann.

Was bewirkt ein Überschuss oder ein Mangel?

Ute: Zusammengefasst: Beides bringt den Mikronährstoffhaushalt aus der Bahn. Ein Überschuss, wie vorher erwähnt mit zB Eisen, hemmt Zink, Mangan und Kupfer in der Aufnahme. Wesentliche Stoffe für das Hufwachstum.
Ein Mangel an Magnesium lässt Muskeln verschwinden und macht die Pferde nervöser und stressanfälliger und bringt den Kohlehydratstoffwechsel ziemlich durcheinander.
Also im Großen und Ganzen ist beides leider nicht ratsam. Daher eben die passende Mischung.

Während man bei uns Menschen dazu rät, saisonale Obst- und Gemüsesorten zu sich zu nehmen – wie könnte man diesen Ratschlag auf das Pferd übertragen?

Ute: Leider nicht wirklich. Bei uns ist es so, dass die Pferde immer im selben Gebiet grasen und viel zu wenig Artenvielfalt und Kräuter vorfinden. Die Pferde haben nicht die Möglichkeit aus der vollen Natur zu schöpfen. Sie sind eingesperrt in ihrem Reich. Die einen haben ein größeres Reich die anderen ein kleineres. Aber den Bedarf kann man nicht mit dem Grundfutter decken. Natürlich werden sich auch Wildpferde nicht ganz ausgewogen ernähren. Diese haben aber die Möglichkeit zwischen Wald und Wiesen zu wandern und zu suchen was sie brauchen. Sie fressen verschiedenste Gräser, Kräuter, Samen, Äste, Blätter. Diese Möglichkeit haben unsere Tiere nicht.

Wo bekommt man mehr Informationen zu Mineralstoffmischungen und im speziellen Fall zu deiner eigenen Mischung?

Ute: Am Besten ist es mich persönlich auf Facebook oder unter der E-Mail Adresse ute@rossnatur.at zu kontaktieren. Da kann ich dann auch genauer auf das jeweilige Pferd eingehen und Fragen beantworten.

Zusatzfrage: Können auch Leser aus Kärnten, Schweiz oder sonst wo dann auf die Futteranalyse von Frau Doktor Maroske zurückgreifen, die du oben erwähnst?

Ute: Auf jeden Fall, können sich deine Leser entweder bei mir oder gleich direkt bei Frau Dr. Maroske melden. Wenn zB Heuanalysen vorhanden sind und man Interesse an einer eigenen Mischung hat, ist der direkte Kontakt ratsam. Bei generellen Fütterungsfragen und Problemen helfe ich gerne!

Liebe Ute, vielen Dank für das Gespräch und die gute Beratung – auch für meine Rösser 🙂 

signature2

 

Erklär mir das Genick

Erklär mir das Genick

Wie oft hört man, das Pferd muss durchs Genick gehen. Das Genick soll in der Versammlung der höchste Punkt sein. Wie bei allen biomechanischen Vorgängen lohnt es sich seinen „Röntgenblick“ zu schulen und zu erkunden, was unter dem Fell des Pferdes verborgen liegt.

Eine besonders schöne Formulierung ist jene der „Hergabe des Genicks“. Das lenkt unsere Aufmerksamkeit weg von biomechanischen Tatsachen hin zur Psyche des Pferdes. Hergeben, oder sich hingeben kann sich nur, wer seinem Gegenüber vertraut. Daher wird auch hier klar, dass wir nicht nur mit dem Körper des Pferdes zu tun haben, sondern auch immer mit dem Geist.

Die Halswirbelsäule

Die Halswirbelsäule des Pferdes ist jener Ausschnitt der gesamten Wirbelsäule des Pferdes mit der größten Beweglichkeit. Verspannungen und Bewegungseinschränkungen beeinflussen das Pferd nicht nur in der Bewegung. 7 Wirbel bilden die Halswirbelsäule in ihrer typischen S-Form.

Erster Halswirbel (Atlas)

Der erste Halswirbel wird Atlas genannt. Für ihn ganz typisch sind die sogenannten Atlasflügel, die sich zu einem Ring schließen. Was dem Atlas fehlt sind die typischen Dornfortsätze – gut ertastbar sind aber die beiden Querfortsätze – die oben genanten Atlasflügel. Der Atlas bildet mit dem Hinterhaupt das so genannte Atlanto-Okzipital Gelenk. Dieses Scharniergelenk ist für die Auf- und Abbewegung des Kopfes (für den so genannten Wackeldackel-Effekt zuständig).

Außerdem ist dieses „Ellipsoidgelenk“ für eine seitliche Stellung des Genicks zuständig. Stellung ist aber nur mit einem offenen Genickwinkel –mit so genannter Ganaschefreiheit möglich.

Ist das Pferd losgelassen und entspannt, kann man die Nickbewegungen deutlich sehen. Schwingt ein Vorderbein nach vorne wird der Hals ein wenig gehoben, im Moment des Auffußens senkt sich der Kopf. Ein Pferd, das in der Halsmuskulatur verspannt, kann diese Nickbewegung nicht mehr zulassen, diese Verspannung lässt sich auch am Gangbild entlarven, nicht nur an der fehlenden Nickbewegung. Das Vorschwingen der Beine wird reduziert.

Zweiter Halswirbel (Axis)

Atlas und Axis sind durch einen „Zahn“ verbunden, der in den Atlas hineinragt. Zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel findet eine Rotationsbewegung, also auch eine seitliche Bewegung statt, die aber nicht mit Stellung, wie wir sie im reiterlichen Sinn verstehen, verwechselt werden darf. Hier finden wir also ein Drehgelenk das Atlantoaxial-Gelenk, oder ganz vereinfacht gesagt das „Neinsager“-Gelenk.

Die Bewegung des Pferdekopfes wird somit durch die so genannten Kopfgelenke ermöglicht, dazu gehören eben die Gelenke zwischen Hinterhaupt, Atlas und Axis bezeichnet.

Stellen wir uns ein Pferd vor, dass die Nase weit nach oben nimmt, dann ist eine seitliche Bewegung nicht mehr möglich. Auch wenn das Pferd den Kopf weit hinter die Senkrechte nimmt ist eine seitliche Bewegung nicht mehr möglich.

Nur wenn die Nase vor oder an der Senkrechten ist, wird die seitliche Bewegung möglich.

Wenn sich das Pferd im Genick „verwirft“ kann die seitliche Biegung durch ein über oder hinter die Hand kommen nicht stattfinden, das Pferd muss den Kopf somit durch eine seitliche Rotation im zweiten Halsgelenk verdrehen. Ein Verwerfen im Genick findet also zwischen erstem und zweiten Halswirbel statt.

Zu tief, zu hoch…

Es lohnt zwar, die einzelnen biomechanischen Bausteine zu studieren. Was im Genick passiert, korrespondiert aber im gesamten Pferdekörper.

Ein Pferd wird zu hoch oder zu tief eingestellt den Rücken wegdrücken, oder sich eben verspannen. Der Schwung, der von der Hinterhand, dreidimensional durch die Wirbelsäule fließen soll, wird dann behindert. Das zeigt sich eben auch in der Bewegung bei oben genanntem Beispiel, wenn der „Wackeldackel“ blockiert wird, beispielsweise durch eine festgestellte, oder rückwärts wirkende Hand.

Muskelspiel…

Die einzelnen Wirbel und Gelenke können sich natürlich nicht ohne das Zusammenspiel der Muskeln bewegen. Jene Muskeln, die die Bewegungen im Atlantookzipitalgelenk und im Atlantoaxialgelenk auslösen, sind somit für die Bewegungen des Kopfes zuständig. Dies sind die sogenannten Kurzen Kopf- Halsmuskeln. Das gesamte Muskelsystem muss entspannen, wenn es um die ganz oben beschriebene Hergabe des Genicks geht. In der Bodenarbeit wird somit klar – wer den Kopf des Pferdes lediglich am Kappzaum nach unten ziehen möchte, fordert einen Widerstand heraus. Nur durch eine gefühlvolle Hand kann das Pferd sowohl in der Bodenarbeit langsam lernen den Kopf nach unten hin zu entspannen und sich bei offenem Ganaschewinkel nach links und nach rechts zu stellen.

Ganaschefreiheit

Warum ist ein offener Genickwinkel und Ganaschefreiheit so wichtig? In der Bodenarbeit fragen wir das Pferd zuallererst nach einem Absenken des Kopfes, Wir sehen dann einen deutlich offenen Winkel am Halsansatz hinter der Ganasche. Erst wenn diese Ganaschefreiheit gegeben ist, kann der gleichseitige Unterkiefer nach außen hin rotieren, was für Stellung ungemein wichtig ist. Wenn das Pferd im Genick zu eng ist verhindern zwei Knochenvorsprünge, die links und rechts aus der Schädelbasis ragen Stellung. Diese Knochenvorsprünge ragen bei einer zu engen Einstellung unter die Flügel des ersten Halswirbels und blockieren somit jegliche Seitwärtsbewegung. Wenn das Pferd dann den Kopf durch eine Halsbiegung seitlich bewegt, kann und darf dieser Fehler nicht mit Stellung verwechselt werden.

 

Einen weiteren Artikel über Stellung und Biegung findest du hier

Reisen wir öfter in den Pferdekörper, dann wird das Reiten Einfacher 😉

 

 

 

Bildquelle: Wikimedia Commons (verändert), lizensiert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported License

Bitte lächeln beim Reiten – Portrait Christofer Dahlgren

Bitte lächeln beim Reiten – Portrait Christofer Dahlgren

Bitte lächeln. Dieser Satz kommt häufig von Fotographen – oder von Trainern der Akademischen Reitkunst. Christofer Dahlgren aus Schweden lebt sein Konzept: Play, smile and practice. Und an oberster Stelle steht Entspannung. Im Interview erzählt der sympatische Schwede mehr über sein Konzept:

Wie bist du denn auf die Akademische Reitkunst gekommen?

Christofer: Vor 17 Jahren habe ich einen Araberwallach gekauft. Es war eine Freude ihn zu reiten, allerdings nur in der Reithalle. Zu dieser Zeit habe ich dann einen Artikel über die Akademische Reitkunst gelesen und war sofort daran interessiert. Um ehrlich zu sein hat das Pferd den Weg für mich gewählt, er war sofort von diesem Training begeistert und dank ihm habe ich also den Weg zur Akademischen Reitkunst gefunden.

Entspannung ist eines deiner wichtigsten Schlüsselworte. Warum ist es dir so wichtig zu überprüfen, ob das Pferd wirklich entspannt ist?

Christofer: Ohne Entspannung kann man nicht kommunizierten. Ein Pferd zu trainieren heißt immer mit Entspannung zu starten. So müssen wir uns als Trainer oder Reiter selbst fragen: Hilft Bewegung dem Pferd zu entspannen, oder ist es Arbeit im Stehen oder ist es ein gemeinsames Spiel, welches den Schlüssel zur Entspannung bereit stellt. Spiele und übe mit einem Lächeln. Finde heraus was dein Pferd gerne macht, dann lächle. Die Arbeit muss immer mit einem Lächeln beginnen. Warum das wirklich einen Unterschied macht? Nun, Lächeln kann mentalen Druck vom Pferd nehmen.

Dein youtube Video von dir und deinem Frederiksborger Saxo über fortgeschrittenes Longieren wurde rund 33.000 Mal gesehen, was ist denn das Geheimnis des fortgeschrittenen Longierens?

Christofer: Ich habe mit dieser Longenarbeit vor ca. fünf Jahren begonnen und wollte etwas neues dabei lernen. Ich hatte eine stabile und sichere Basis mit Saxo, aber ich wollte am Galopp und an den Pirouetten arbeiten. Und ich wollte das Pferd vom Boden aus mit einer größeren Distanz arbeiten, so musste ich also einen Weg an der Longe finden. In den nächsten drei bis fünf Monaten habe ich entdeckt, wie man die Schultern und wie man die Hinterhand des Pferdes während der Longenarbeit kontrollieren kann. Das Geheimnis ist quasi einen Rahmen um das Pferd zu legen, dann kann man um Versammlung anfragen. Ich wurde da auch sehr inspiriert von meiner Frau, die viel Dresssur-Freiarbeit macht. So habe ich einige Punkte aus ihrer Arbeit herausgenommen, die gut zum Longieren gepasst haben.

Following ist Christofers Konzept, bei dem das Pferd lernt dem Bauch des Reiters zu folgen ohne dass der Reiter am Zügel ziehen muss. Dabei fängt man an, rückwärts vor dem Pferd herzugehen und kontrolliert ob das Pferd in den Wendungen folgt ohne dass man am Zügel zieht und ohne dass es über die äußere Schulter fällt. Das ganze wird noch erschwert, indem man mit der Gerte zum Bauch des Pferdes zeigt und das Pferd sich um die Gerte biegt ohne mit der Hinterhand auszufallen. Das heißt das Pferd soll sowohl mit der Hüfte als auch mit der Schulter zum Reiter hin wollen und nicht von ihm weg indem es über die äußere Schulter fällt oder die Hüfte verliert – und das ist gar nicht so leicht wie es sich anhört. Fällt das Pferd mit der Hüfte aus, kann man das mit der Kruppehereinhilfe wieder korrigieren, fällt das Pferd in der Wendung über die äußere Schulter hat man von vorne noch die Möglichkeit das mit der Gerte an der äußeren Schulter zu korrigieren. Besser jedoch ist es wenn man dann einen Schritt nach innen in die Bahnmitte macht um das Pferd wieder zum Following zu bringen. Wenn man das in der Bodenarbeit gut beherrscht, kann man das Konzept auch beim Longieren anwenden. Dann erspart man es sich den äußeren Zügel beim Longieren durch die Gertenhilfe zu ersetzen und kann somit die äußere Schulter mit dem Körper kontrollieren, was sehr hilfreich ist wenn man die Gerte eigentlich im gleichen Moment z.B. beim inneren Hinterbein einsetzten möchte. (Kursbericht Verena Harum, Oberschwaig 2015)

Du hast mir erzählt, dass du die Pferde quasi psychoanalytisch auf die Couch legst – kannst du mir mehr darüber erzählen?

Christofer: Ich benutze dabei gerne das Wording und die Definition von Pat Parelli.

Also sprechen wir über selbstsicherer oder unsichere Pferde, introvertierte oder extrovertierte Typen. Diese Charakteristik KANN helfen, das Training des Pferdes zu gestalten. Aber: Kein Pferd verhält sich wie das Pferd im Lehrbuch – außer das Pferd, das eben im Lehrbuch drin steht. Daher ist es sehr wichtig, sich nicht auf diese Kategorien zu fixieren.

Warum ist es so wichtig nicht nur den Körper, sondern auch den Geist des Pferdes zu arbeiten, zu wecken, damit zu kommunizieren?

Christofer: Ganz einfach: Kein Körper arbeitet ohne seinen Geist. Wir müssen die Pferde dazu bringen, dass sie auch unbedingt mitmachen wollen. Jeder wird zustimmen, dass der Körper, oder die Biomechanik für die Bewegung des Pferdes zuständig ist – aber der Geist, die Psyche ist der Motor der gesamten Energie. Wir können Pferde in der Behandlung nicht über einen Kamm scheren und wir können niemals mit einem Pferd etwas erarbeiten, das nicht mit uns zusammen sein, mit uns spielen oder mit uns arbeiten möchte.

Was können sich unsere Zuseher in Graz vom Kurs mit dir erwarten?

Christofer: Der Kurs wird natürlich Entspannung, Balance, Bodenarbeit, fortgeschrittenes Longieren, die Arbeit an reinen Gängen, Übergängen und Versammlung enthalten. ABER: Versammlung ohne Entspannung ist ein riesiges NO NO. Und unsere Theorieteilnehmer werden auch praktisch mitmachen. Wir werden also auch praktische Theorie haben.

Bei der Sommerakademie haben wir beide mal über Hilfengebung gesprochen. Du hast mir gesagt: Weniger ist viel mehr. Warum?

Christofer: In unserer Arbeit mit dem Pferd wollen wir Entspannung, Leichtigkeit, Balance und Durchlässigkeit. Vielleicht bekommen wir Entspannung zuerst und arbeiten dann an der Leichtigkeit und fügen ein Ziel nach dem anderen hinzu. Wir können nicht alles auf einmal haben. Wir müssen an der Geraderichrtung und an der Biegung arbeiten, um ein ausbalanciertes Pferd zu bekommen. Der erste Schritt ist aber herauszufinden, wie wir überhaupt auf das Pferd zu gehen – wie wir beispielsweise nach einer Biegung fragen. Wer nach weniger fragt, wird mehr ernten. Wir sollten das Pferd nicht unter Druck setzen. Seien wir mit einem guten Ergebnis für den Moment zufrieden. Wenn wir auch nach weniger fragen, haben wir auch mehr Gelegenheit, dem Pferd den Zweck der Hilfen und Übung zu erklären.

Weniger zu machen ist sehr wichtig, allerdings neigen wir eher dazu ständig mehr zu tun. Wenn ein Pferd beispielsweise zu viel Schulterherein anbietet, korrigieren wir eher mit einem Kruppeherein, anstelle einfach weniger Schulterherein abzufragen. Das Ergebnis mag jetzt das gleiche sein, allerdings ist der Zugang für das Pferd ein deutlich anderer.

Was meinst du zum Begriff Horsemanship? Wie definierst du das?

Christofer: Es gibt so viele Methoden, die technisch guten Inhalt bieten. Aber ohne ein Gefühl für das Pferd wird man nie mit dem Pferd arbeiten können. Ich kann nur jedem raten, seine eigene Empathie zu schulen. Sei nie zu technisch, weil ein Pferd ist ja keine mathematische Gleichung. Wenn du Knopf A drückst, kommt Piaffe raus? Nein, das funktioniert nicht. Schlechtes Horsemanship heißt für mich: Das Pferd herumhetzen, ohne ihm eine Option zur Reaktion zu bieten. Besser ist es, das Pferd einzuladen ein Problem gemeinsam mit Kommunikation und Entspannung zu lösen. Du kannst doch kein Pferd in eine Ecke drängen, wo es keine Option hat.

Ich glaube außerdem nicht, dass es so viele dominante Pferde gibt. Ich glaube es gibt gu trainierte und untraineirte Pferde, die dann dominant scheinen, weil sie nicht wissen, was sie von uns erwarten.

Schuld hat immer der Mensch, nicht das Ausbildungssystem. Wir können ja auch sagen: Wir wollen kein Reitsystem das steife Pferde hervorbringt. Es gibt kein System, das dieses Ziel definiert hat. Trotzdem gibt es aber viele Menschen, die Ausbildungssysteme falsch nutzen. Gute Arbeit mit dem Pferd oder Reiten startet immer mit einem positiven und vertrauensvollen Ansatz.

Neugierig geworden: einen kleinen Vorgeschmack vom letzten Kurs mit Christofer in Graz gibt es hier:

Vom Rollentausch und guten Antworten – Kurs mit Christofer Dahlgren

Am 16. und 17. April 2016 kommt Christofer nach Graz auf den Sonnenhof! Wer mit dabei sein möchte, findet alle Informationen unter diesem Link.

ERP 019: Bilder im Kopf – Interview mit Ylvie Fros

ERP 019: Bilder im Kopf – Interview mit Ylvie Fros

Stell dir vor du reitest mit dem Minirock. Wie? Mit dem Minirock? Ylvie Fros, lizensierte Bent Branderup Trainerin aus den Niederlanden kombiniert die Akademische Reitkunst mit Centered Riding. Dabei geht es um viele Bilder, die dem Reiter helfen, Sitzhilfen präzise und geschmeidig auf das Pferd zu übertragen. Einfach Reiten per Vorstellungskraft?

Wie das funktioniert erklärt Ylvie sehr sympathisch in Podcast Folge Nummer 19:

Imagine you are riding in a mini skirt. Seriously? Ylvie Fros, licensed Bent Branderup Trainer from the Netherlands combines Academic Art of Riding with Centered Riding. In Podcast Episode 19 she talks about the important role of the mind in improving your seat as a primary aid.

 

Als MP3 herunterladen (Rechtsklick auf den Link und Speichern Unter):

Einfach Reiten Episode 19 – Bilder im Kopf

Mehr von Ylvie Fros gibt es auf ihrer persönlichen Seite: http://www.artofriding.org/

Bist du ein guter Reiter?

Bist du ein guter Reiter?

Hand aufs Herz. Wie oft denken wir über Fehler nach, die wir als Menschen gemacht haben und wie oft schieben wir die Schuld gleich mal in Richtung Pferd. „Der lässt sich nicht stellen“! „Sie geht nicht genug vorwärts“. „Er lässt sich nicht versammeln“. Wie wichtig allerdings einige Eigenschaften für den Reiter sind, wurde bereits Francois Robichon de la Guérinière nicht müde zu betonen.

Aller Anfang ist der Mensch…

Wer reiten möchte, der muss bei sich selbst beginnen. Und natürlich eine Menge Theorie lernen. BereitsGuérinière prangerte die Fehleinschätzung an, Reiten sei eine bloße Übungssache:

„In Wirklichkeit ist Reiten ohne theoretische Grundlagen eine rein mechanische Angelegenheit, deren ganzer Erfolg in einer gezwungenen und unsicheren Ausführung besteht. Es ist ein falscher Glanz, der Halbkenner blendet, die mehr durch die Ausstrahlung eines Pferdes als durch das Können des Reiters beeindruckt werden. Daher erklärt sich auch die geringe Zahl gut ausgebildeter Pferde und das geringe Können, das man gegenwärtig bei den meisten feststellt, die sich als Reiter bezeichnen.“

Dieses Zitat aus der Zeit um 1733 könnte heute nicht aktueller sein.

Eigenschaften guter Reiter

  1. Wenn du weißt, was du kannst, kannst du tun was du willst. Warum sollten wir überhaupt fühlen, wann welches Hinterbein in der Luft ist? Warum lässt sich das Pferd nicht mit dem inneren Zügel wenden? Warum brauchen wir Ganaschenfreiheit bevor wir an Stellung denken? Und warum lohnt es sich so sehr über Balance nachzudenken? Und wie verläuft überhautp die Wirbelsäule des Pferdes?
    Man kann unmöglich sofort alles wissen. Aber man kann als Reiter einen unbändigen Wissensdurst entwickeln. Wer nicht weiß, wie richtig überhaupt aussieht, der hält sich möglicherweise an das, was er sieht. Da wird dann eine deutlich sichtbare Einwirkung mit der Hand möglicherweise zum Vorbild – oder gedankenlos die Ansicht übernommen, ein Pferd habe ja wirklich nur gearbeitet, wenn es auch mal schwitzt.

„Die Meinung der Leute, die die Theorie in der Reitkunst für unnütz halten, kann mich nicht abhalten zu behaupten, dass umfassende theoretische Kenntnisse einer der wichtigsten Punkte sind, um sein Können zu vervollkommnen. Ohne diese Theorie ist die Ausführung immer unsicher. Die Theorie ist es, die uns die Natur, die Anlagen und Fähigkeiten des Pferdes entdecken und verstehen lässt und uns so ermöglicht, seine Anmut und Ausstrahlung zu entfalten“.

  1. Liebe zum PferdWer liebt sein Pferd nicht? Dass ein Großteil der Reiter seinen Pferden in tiefer Dankbarkeit begegnet, das fasste auch schon Gueriniere zusammen. Er meinte aber auch: Wer seinem Pferd nicht mit Liebe begegnet, wird nicht das finden, was er sich von den Pferden erhofft. Und: Dankbarkeit zeigt sich sicherlich nicht in der tausendsten bunten Decken-Bandagen Kombination. Wie können wir uns tatsächlich den Pferden gegenüber dankbar zeigen? Wer die Theorie gestrebert hat weiß –halten wir uns immer an der Natürlichkeit der Pferde. Und da kommen übermäßige Leckerli oder ein Ruhetag in der Box auch nicht vor. Und wer sein Pferd liebt, der ist auch DA, wenn gemeinsame Zeit verbracht wird. Telefonieren neben und auf dem Pferd – wer sich mit einem guten Freund zum Cafe verabredet würde sich auch vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn das Gegenüber ständig zum Handy greift und „nicht da“ ist.

 

  1. Ein gerechter PädagogeEin guter Reiter arbeitet nicht mit Angst und presst das Pferd nicht in eine bestimmte Form. Ein guter Pädagoge verdient sich auch den Gehorsam und Respekt, in dem er konsequent eine Linie verfolgt. Konsequenz meint nicht immer nur Strenge – Konsequenz bezieht sich auch auf unser Tun. So darf man sich nicht über das Verhalten des Pferdes wundern, wenn man das Pferd am einen Tag beim Ausreiten am Gras zupfen lässt und am anderen Tag nicht.Ein gerechter Pädagoge erkennt die Bemühungen seines Schülers an. Er bestärkt positives Verhalten, straft aber nicht, wenn das Pferd eine Übung noch nicht verstanden hat, oder physisch nicht in der Lage ist die Übung auszuführen. Durch seine theoretische Vorbildung kann er seinen Schüler außerdem physisch wie psychisch gut einschätzen.

 

  1. Ein guter Reiter hat einen PlanEin guter Reiter macht sich Gedanken über die tägliche Arbeit seines Pferdes. Das Zusammensein mit dem Menschen ist ja zum Lebensinhalt des Pferdes geworden. Wer kennt das nicht: Wenn die Arbeit keinen Spaß macht, das Studium keine Freude, dann bleibt die persönliche Motivation aus. Ein guter Reiter sorgt daher für Motivation, er sorgt für Ausgeglichenheit im Training. Er hat einen Plan und ein Konzept. Er lernt, welches beispielsweise das schwächere Hinterbein des Pferdes ist, er lernt über natürliche Schiefe und entwickelt einen Plan, der stark an einen Inhalt gebunden ist und nicht an Lektionen.

 

  1. Ein guter Reiter ist geduldigEin guter Reiter hat ein Ziel vor Augen –aber nicht um jeden Preis. Ein guter Reiter orientiert sich an den Möglichkeiten eines Pferdes. Ein guter Reiter weiß um die Stärken und Schwächen seines Pferdes. Er orientiert sich daran und reitet nicht auf den Schwächen des Pferdes herum. Heißt: Natürlich wird daran gearbeitet, das Pferd insgesamt physisch zu verbessern. Wer die Dressur für das Pferd nutzt, wurde vielleicht schon überrascht, wie sehr sich auch physische Schwächen verbessern ließen. Ein Beispiel ist Isländerstute Blida. Allerdings darf man dabei nicht vergessen: Die Gymnastizierung soll die Lebensqualität des Pferdes im besten Fall verbessern – wer zu akribisch arbeitet, nimmt dem Pferd möglicherweise die Freude, Gehlust und Ausstrahlung.

 

  1. Ein guter Reiter weiß, dass er nichts weiß.

    Bent Branderup sagt:Ein Leben reicht nicht aus, um reiten zu lernen.

    Wer wirklich reiten lernen will, der wird sich auf eine lebenslange Reise begeben. Vielleicht kommen wir nie an. Vielleicht sammeln wir aber riesige Meilensteine ein, die uns auch menschlich weiter bringen. Vielleicht lernen wir besser zu zuhören, vielleicht lernen wir uns selbst auch besser kennen.

Werden wir zu einem guten Reiter, dann Reiten wir Einfach 😉

 

PS: Welche Eigenschaften fehlen? Welche Erfahrung habt ihr gemacht? Wie immer freue ich mich via Facebook und hier bei den Kommentaren über eure Meinung, was einen guten Reiter ausmacht!

Pin It on Pinterest