ERP 008: Alles in Balance?

ERP 008: Alles in Balance?

Ein gut ausbalanciertes Pferd tritt immer unter den Schwerpunkt. Wie aber erreichen wir Balance und in weiterer Folge Geraderichtung?

Dass Balance nicht immer nur mit Gymnastik zu tun hat – darüber spreche ich mit Pia Haas, die die Bedeutung mentaler Balance für Reiter und Pferd betont.

Wer mehr über Pia und ihre Arbeit erfahren möchte, findet hier weitere Details.

Und nun viel Spaß beim Anhören!

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Einfach Reiten Episode 8 – Alles in Balance?

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Interview mit François Robinchon de la Guérinière

Interview mit François Robinchon de la Guérinière

Am 8. Mai 1666 wird Francois Robichon de la Gueriniere in Essay (Orne) geboren. Sein 1733 erschienenes Buch Ecole de Cavalerie hat noch heute absolute Gültigkeit. Anlässlich Guérinières 349. Geburtstag gibt es heute ein fiktives Interview mit dem Granden der klassischen Reitkunst.

Monsieur, wie ich Ihrem Lebenslauf entnehme ist Ihr Vater als Rechtsanwalt tätig gewesen. Wie passt da die Reitkunst zusammen?

Guérinière: Oh, in der Tat passt sie sehr gut zusammen – zumindest passt das Thema Gerechtigkeit sehr gut zu meiner ganz persönlichen Philosophie. Vor allem darf ein Pferd meiner Meinung nach niemals aus einer schlechten Laune heraus bestraft werden, aus Ärger oder weil man beleidigt ist, sondern immer nur mit vollkommener Leidenschaftslosigkeit. Dies ist ein Grundsatz, den ich heutzutage leider sehr vermisse.

Und der zweite Grundsatz?

Guérinière: Das Wissen um die wahre Natur der Pferde. Ich meine, dies war früher eine Selbstverständlichkeit. Ohne dieses Wissen wäre ein erfolgreiches Gefecht nicht möglich gewesen, ebenso wenig die Kunst, rein um der Kunst willens. Jeder Reiter sollte heute auch noch ein Hauptfach daraus machen.

Das Wichtigste was ich von meinem Trainer Bent Branderup gelernt habe, war der Satz: Reite den Inhalt und nicht die Lektion. Wie sehen Sie das?

Guérinière: Ja die Reitkunst scheint auch heute oft nur Übungen zu verlangen. Jedoch ist eben Übung ohne wahre Grundsätze nichts als eine Routine, deren Früchte Anstrengung, unsichere Ausführung und falsche Juwelen sein werden, mit denen man die Halbkenner beeindrucken kann. Und nun frage ich Sie, für wen reiten wir? Schon als ich mich von der Zweckreiterei entfernen musste, tat ich dies mit- wie sagen Sie heute – ordentlich Bauchweh und Bedenken. Ich konnte mich als einer der ersten ausschließlich der Kunst widmen, aber ich sehe meine Bedenken hatte ich nicht zu Unrecht. Eine Zweckentfremdung hat die Reitkunst mancherorts zur Künstelei werden lassen. Selbst wenn man sich – so wie ich – dann auch auf die Reitlehren der früheren Meister bezieht, so werden diese oft missverstanden und falsch oder sagen wir halb interpretiert.

Können Sie Ihre Ziele noch einmal zusammen fassen?

Guérinière: Oh ja. Sie sagen heute Biomechanik dazu – dies ist die eine Säule, die ich für die Reitkunst nenne, die zweite Säule ist der gewaltfreie und freundliche Umgang mit dem Pferd. Oberstes Gebot ist es, ein guter Pädagoge für das Pferd zu sein. Durch systematische Arbeit bilden wir ein Pferd in Ruhe aus, machen es gehorsam und wendig und erfreuen uns so an einem Pferd, das für uns angenehm zu reiten ist.

Warum glauben Sie hatte Ihr Werk Ecole de Cavalerie so einen großen Erfolg?

Guérinière: Warum haben Autoren generell Erfolg? Ich glaube in diesem Zusammenhang ist Logik und Einfachheit zu nennen. Ich habe kein Geheimnis aus meiner Erkenntnis gemacht. Mein Anliegen war es die Reitkunst zu lieben und zu lehren und Verständnis dafür zu fördern. Sie würden heute sagen: Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Ich habe mich auf das Wahre und Einfache beschränkt, um es der Leserschaft deutlich zu machen.

Sind die Pferde von heute gleich zu reiten wie die Pferde aus Ihrer Zeit?

Guérinière: Die Pferde sind es, aber die Menschen sind als Ausbilder völlig anders, als zu meiner Zeit. Ich sehe mitunter, dass der Individualität der Pferde in der Ausbildung nicht mehr genügend Folge geleistet wird. Wir Menschen haben den Anspruch für uns selbst erhoben auf unsere Individualität zu pochen. Da möchte jeder durch ein bestimmtes Merkmal herausstechen, jeder möchte sich positionieren – warum wird die Persönlichkeit des Pferdes nicht mehr ernst genommen. Bücher können etwas wunderbares lehren, aber sie dürfen nicht stur herangezogen werden, vor allem nicht um mechanisch einen Schritt nach dem anderen abzuwickeln.

Sie werden als Erfinder des Schulterherein gepriesen?

Guérinière: Ja, wie ich höre das Aspirin der Reitkunst. Zu meiner Zeit gab es auch einen regen Austausch. Ich habe dieses Schulterherein wie Sie es nennen auf einer geraden Linie formuliert. Der Herzog von Newcastle hat es vortrefflich auf der Volte dargestellt. Nach wie vor hat das Schulterherein für mich eine vortreffliche Wirkung, daher sehe ich sie heute noch als erste und letzte aller Lektionen an, in denen man sein Pferd unterrichten muss, um Geschmeidigkeit und Durchlässigkeit zu fördern. Das Schultereinwärts bereitet das Pferd vor, sich auf die Hanken zu setzen, denn bei jedem Schritt, den es in dieser Stellung tut, bringt es den inneren Hinterschenkel unter den Leib, und setzt ihn über den äußeren, welches es, ohne die Hanken zu setzen nicht verrichten kann.

Sie propagierten als einer der ersten vom Leichten zum Schweren.

Guérinière: Richtig und ich hoffe sehr, dass dieses Prinzip bei der Ausbildung von jungen Pferden noch heute oberstes Gebot bleibt!

 

Gehen wir also immer erst vom Leichten zum Schweren, dann reiten wir nach Guérinière einfach 🙂

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Einfach Gut Longieren

Einfach Gut Longieren

Von der ersten Formgebung auf dem Zirkel bis hin zum Longieren von Levaden und Piaffen – Longieren hat in den letzten Jahren in der Akademischen Reitkunst einen besonderen Stellenwert bekommen.

Was ich persönlich am Fortgeschrittenen Longieren so gerne mag? Ich hab mir mit meinen 1,65 Metern zwei Pferdedamen ausgesucht, die mir aufgrund ihrer Körpergröße (1,63 und 1,66) die Handarbeit relativ schwer machen. In der Longierposition behalte ich somit einen guten Überblick und arbeite nun zB an Schulschritt und Piaffe.

Was brauchen wir an Ausrüstung?

Grundsätzlich reichen ein Kappzaum (ich persönlich bevorzuge das Cavaesal von Jossy Reynvoet, oder ein leichtes Cavecon), eine Longe und eine Dressurgerte.

Aller Anfang zieht seine Kreise…

Am Anfang ist das Hinterbein. IMMER. 😉 Egal ob man sich für Bodenarbeit, Longearbeit oder Reiten entscheidet – die Ausbildung beginnt bei der Schulung des inneren Hinterbeins. Das Pferd muss lernen mit ebendiesem zum Schwerpunkt zu treten.
Ist dies gelungen, ist der erste Schritt zum Longieren gemacht, mit dem Ziel dem Pferd beizubringen sich in Stellung und Biegung zunächst mal im Schritt auf dem Zirkel zu tragen.
Eine Empfehlung von Bent Branderup lautet, das Pferd auch mal gesattelt zu longieren. Dabei sollten auch die Bewegungen des Sattels, konkreter der Hinterzwiesel genauer unter die Lupe genommen werden. Wenn das innere Hinterbeine nach vorne schwingt – bewegt sich dann der Sattel nach innen-unten oder nach oben-außen? Bewegt sich der Sattel nämlich nach oben und nach außen, bedeutet dies, dass das Pferd den Brustkorb falsch rotiert. Der innere Rippenbogen schwingt dann nach oben, der äußere nach unten. Hier wollen wir aber bei der Schulung der Bewegung auf dem Zirkel genau das Gegenteil erreichen. Der natürliche Rückenschwung soll somit auch auf dem Zirkel in allen Grundgangarten erarbeitet werden – keine einfache Sache, schließlich gehören abgesehen von Balance auch Losgelassenheit, Entspannung, Vorwärts ohne Stress, Stellung, Dehnungsbereitschaft und „Zuhören“ zu den weiteren wichtigen Hausübungen!

Wie sag ich’s meinem Pferd auf dem Zirkel?

longieren_circleLongieren zwingt uns Menschen zu einer guten Körpersprache. Einfach am Zirkel rumstehen und das Gewicht vom einen auf das andere Bein verlagern ist nicht. Wenn wir unser Pferd korrekt longieren, nutzen wir auch unseren Körper als Mittel der Kommunikation. Je nachdem wo ich mich befinde, wirke ich auf das Pferd verwahrend, neutral oder treibend ein. Die Drehung meines Körpers, oder ob ich in die Knie gehe führt zu Seitengängen oder zur Versammlung. Grundsätzlich sind Positionen 1 und 2 (Kopf und Hals) als verwahrende Positionen zu nennen. Position 3 gilt als neutrale Position. Position 4 und 5 (Kruppe und Schweif) sind treibend. Die Gerte ist der Assistent, wenn es um die Schulung von Innerem und äußeren Zügel, sowie innerem und äußerem Schenkel geht. Wer sein Pferd hier bei der Bodenarbeit gut vorbereitet wird rasch feststellen, dass sich die Schultern, sowie die Hinterhand des Pferdes im Falle eines „Ausfalls“ ganz spielerisch wieder gerade richten lassen. Wenn die Gerte also über den Rücken in Richtung äußerem Hüftknochen zeigt, wird das Pferd ins Kruppeherein geholt. Zeigt die Gerte über den Widerrist in Richtung äußerer Schulter lernt das Pferd allmählich eine Hilfe für den äußeren Zügel kennen.

Was haben Wellen mit Longieren zu tun?

Einiges, denn über die Longe können wir mit Hilfe von sanften Wellen unsere Kommunikation, sowie die Schulung von Paraden verfeinern. Sanfte Wellen rückwärts führen etwa zum Anhalten, Wellen zum Pferd hin können den Zirkel vergrößern, kleine Wellen rückwärts wirken versammelnd.

Stimmen Sie sich auf Ihr Pferd ein…

Longieren gibt nicht nur einen guten Überblick über die Physis des Pferdes – vielen Menschen fällt es auch mit ein wenig Distanz leichter die Psyche des Pferdes einzuschätzen. Und daher gilt auch hier: Man kann nicht nicht kommunizieren – und besser kommuniziert man über die Stimme. Pferde reagieren sehr sensibel auf unsere Stimme, daher ist sie ein elementares Teilchen im Rondeau der Hilfen des Longierens.

longieren2Wie sagt Jossy Reynvoet so schön: Schau nicht in dein Pferd – fühle es. Gerade beim Longieren und mit der größeren Distanz kann man dieses Fühlen gefahrlos (ohne über die Beine des Pferdes zu stoplern) schulen. Vor lauter „Schauen“ achten wir nämlich nicht mehr darauf, ob wir uns in einer verwahrenden, treibenden oder neutralen Position zum Pferd befinden. Wie ist die Brustkorbrotation des Pferdes – und wie die des Reiters? Hat das Pferd gelernt auf Körperhilfen des Reiters hin den Zirkel zu vergrößern oder ist dies nur mit einer langen Longierpeitsche möglich? Longieren ist nicht nur für das Pferd sinnvoll, sondern vor allem für die eigene Körper- und Blickschuung.

Wie man Wellen schlägt und sich selbst auf dem Zirkel bewegt, lässt sich gut in Trockenübungen zu zweit mit einem lieben zweibeinigen Kollegen üben.

Schulen wir unsere Achtsamkeit, dann longieren wir mit Freude einfach 😉

 

Das ABC der Reitkunst

Das ABC der Reitkunst

Nicht in einzelnen Buchstaben sollen wir sprechen – sondern in ganzen Sätzen. Mit diesem Vergleich forderte der lizensierte Bent Branderup Trainer Marius Schneider einen starken Fokus auf die Basisarbeit.

Ein Kursbericht aus Simbach am Inn

Vergangenes Wochenende lud Petra Grünleitner zum Kurs mit Marius Schneider in Simbach am Inn. Marius verpackte die Theorie geschickt in die Praxiseinheiten, wobei er sehr viel Wert auf Exaktheit, feine Kommunikation, Achtsamkeit und einen logischen Aufbau der Trainingseinheiten legte.

Für einige Pferde war die Kurssituation etwas ganz Neues. Daher betonte Marius:

„Die Hilfen müssen verständlich sein, sonst kann man sich nicht zu helfen wissen“.

Und: Auch auf die Schulung des Gefühls kommt es an, denn:

„Nicht immer ist es das schiebende Hinterbein, das einzig und alleine für Probleme oder ein Gewicht in der Hand sorgt. Auch andere Probleme können Ursache sein. Betreibt gründliche Ursachenforschung“.

In den ersten Einheiten wurde ausschließlich am Boden gearbeitet. Erst wenn sich die Pferde gut und konzentriert führen ließen und auch der Mensch sein Tempo im Rückwärts gehen gefunden hatte, wurde damit begonnen die einzelnen Hinterbeine anzusprechen – oder wie es Marius ausdrückte – zu kanalisieren.

„Der richtige Grad an Stellung macht das Leben einfach. Daher müsst ihr schon vor dem Start in ein Kruppeherein Wert auf eine korrekte Stellung legen, sonst geht der Seitengang schief“.

Vor Stellung und Biegung kommt aber die Basisarbeit und die Fokusarbeit, die mit einigen Jungpferden am Kurs sehr schön zu beobachten waren. Hier geht es um die Schulung der korrekten Distanz (beispielsweise für die spätere Longenarbeit), um die Mobilisierung der Schultern aus Distanz, sowie um den Fokus – also die Konzentration und Aufmerksamkeit des Pferdes zu erreichen. Dass die Youngsters mal gerne aus der Halle schauten, kann ich gut nachvollziehen – aus der Halle hat man schließlich einen herrlichen Blick auf die Koppel. Marius‘ Tipps und Übungen, um das Pferd immer wieder auf seinen Menschen aufmerksam zu machen, ließen sich trotz des „Kinos“ sofort in der Praxis umsetzen. Dabei durfte das Pferd zwar mal nach draußen gucken, aber es wurde korrigiert, wenn es seinen „Arbeitsplatz“ verlassen wollte. Aus dem ruhigen, aber noch immer nicht fokussierten Stehen, wurde dann begonnen mit dem Kopf des Pferdes zu arbeiten. Abwechselnd wurde der Hals einmal nach links, einmal nach rechts gewendet – mit dem Ziel sofort bei einer Drehung des Schädels nachzulassen. Das Resultat – nach einigen sanften Handgriffen mit viel Ruhe und einem unterstützenden „Genau“ von Marius ließ sich das Pferd fallen und in aller Ruhe zum Nachgeben und einer schönen ersten Stellung überreden.

ABC Konzept versus Lektionen Konzept

Marius schärfte seinen Schülern ein, nicht nur einzelne Lektionen zu lernen, sondern mit Buchstaben zu arbeiten. Denn nur, wer alle Buchstaben verstehe, könne später ganze Sätze und sinnvolle Satzkonstruktionen bilden. Ebenso ist es mit der Basis der Sekundären Hilfen zu verstehen. Und ein wichtiger Zusatz: kein Konzept ohne Gefühl. Marius ging hier sehr detailgenau auf alle Schüler-Paare ein. Auch wenn es physische Probleme gab, wurde genau erforscht, ob beispielsweise einer verspannten Zunge ein mentales oder physisches Problem zu Grunde lag.

Balance

Marius Schneider Kurs

Marius und Petra mit Petras Berber Nachwuchs 

Eines der wichtigsten Grundpfeiler der Akademischen Reitkunst kam in Theorie und Praxis ebenso nicht zu kurz. Die Praxisteilnehmer sollten ihre Balance zuerst in ihrem eigenen Körper bei der Bodenarbeit finden. Weiter ging es mit horizontaler und lateraler Balance der Pferde. Und schließlich wurde an der Balance auch vom Sattel aus gefeilt. Dabei hatte der lizensierte Bent Branderup Trainer ein gutes Händchen „Handfehler“ in konstruktiver Kritik aufzudecken und zu korrigieren. Reiter, die ihre Hände sehr hoch tragen würden, würden die Hand gerne als Balancierstange verwenden – der Grund liege auch in der alltäglichen Handlastigkeit von uns Menschen begraben.  Mentales Ungleichgewicht entsteht aber auch, wenn wir Menschen undeutlich werden. Dies zeigte sich vor allem in der Arbeit an Distanz. Marius mahnte die Teilnehmer deutlich zu bleiben. Wer eindeutige Botschaften aussendet, beendet die Selbstzweifel seines Pferdes. Ein Pferd, das immer gerne beim Longieren vom Zirkel nach innen fiel, wurde mit einer etwas bestimmteren und bewussteren Körperhaltung korrigiert – und zwar mit positivem Nebeneffekt – auch das Vorwärts am Zirkel wurde flüssiger und immer besser.

Fass dich kurz und komm auf den Punkt

40 Meter Schulschritt helfen nichts, wenn das falsche Bein geschult wird. Daher mahnte Marius alle Teilnehmer, immer wieder in ihrer Arbeit mit klarem Konzept auf den Punkt zu kommen, viele Variationen einzubauen und gerne auch immer wieder im Stehen Korrekturen vorzunehmen, damit der Übergang in die nächste Übung besser gelingt.

Die lösende Arbeit stand hier auch ganz klar im Vordergrund.

Auf den Punkt kommen wir mit unserem eigenen Körper nicht immer. Neben der bewussten Sprache, macht uns Körpersprache, die ganz unbewusst passiert, die größten Probleme. Marius lud zur Selbstreflexion ein. Welche Position ist natürlich? Treibend? Verwahrend? Einladend? Wir Menschen müssten lernen, welche Botschaft am klarsten aus uns sprudelt und welche großen und kleinen Signale wir aussenden. Wir Zweibeiner kommunizieren hauptsächlich über Makrosignale – die meisten Fehler passieren auch  deshalb, weil das Pferd Mikrosignale, also ganz kleine Botschaften ebenso verstehen kann – und die passieren oftmals ganz unbeabsichtigt.

Von der Basisarbeit bis zur Handarbeit von innen und außen geführt gab es viel spannenden Input am Vormittag.

Am Nachmittag sattelten die meisten Teilnehmer ihre Pferde. Dabei legte Marius großen Wert auf die Qualität im Schritt. Wenn die Pferde lang oder kurz fußen, können sie nicht nachgeben – um das Pferd leichtführig zu machen, wurde also an Balance und Geschmeidigkeit vom Sattel aus gearbeitet.

Die Reiterhand übernimmt dabei eine wichtige Aufgabe, denn sie muss auch hier Botschaften entschlüsseln, die der Reiter von seinem Pferd bekommt.

Wurde am Morgen also vorwiegend an den sekundären Hilfen gearbeitet, legte Marius am Nachmittag den Fokus stark auf den Reiter und dessen Schulung. Vorausschauende Hilfengebung und Vorausschauendes Reiten standen hier im Mittelpunkt. Viele Tipps für ein feines Reiterhändchen gab es auch am Nachmittag. Marius analysierte auch hier bis ins Detail: Wo sind die Ohren des Pferdes? Wie ist der Ausdruck? Fließt die Bewegung? Oder neigen wir erneut zur Überkorrektur mit der Hand? Mit entspannten Reitern und Pferden konnten nun auch vom Sattel aus gezielt die einzelnen Hinterbeine angesprochen werden. Lektionen wurden nur dann angesprochen, wenn die Basis, also Balance und vor allem Losgelassenheit stimmten. Sehr sachte wurden die Anforderungen gesteigert – um immer wieder zur Entspanntheit zurück zu kommen. Unter Marius fachkundiger Anleitung gab es genug Zeit zu spüren und zu reagieren.

Ich bedanke mich bei Petra Grünleitner für die schönen Stunden in Simbach.

Vielen Dank an Marius noch einmal für den schönen und entspannten Samstag!

Arbeiten wir an der Basis und lernen wir Buchstaben für Buchstaben, dann sprechen, nein, reiten wir später Einfach. 🙂

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Fotocredit: Niels Stappenbeck

ERP 007: Jeder Mensch kann alles lernen

ERP 007: Jeder Mensch kann alles lernen

Wie heißt es so schön: Wir müssen unseren Pferden nichts beibringen, sie können längst alles. Wie sieht es mit den reiterlichen Fähigkeiten aus?

Jeder kennt das Sprichwort: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Stimmt. Denn Reiten muss man wie jede andere Sache lernen. Oder braucht man dafür ein bestimmtes Talent?

Einige Gedanken zu diesem Thema im heutigen Podcast. Viel Spaß!

 

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Einfach Reiten Episode 7 – Jeder Reiter kann alles lernen

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